Blähungen beim Baby

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Bei Blähungen handelt es sich um Luft sowie andere Gase im Bauch, wodurch er schmerzt, rumort und berührungsempfindlich ist. Blähungen bei Babys insbesondere in den ersten drei Monaten auf und können Bauchschmerzen verursachen. Dies wird auch als Dreimonatskoliken bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was kennzeichnet Blähungen beim Baby?

Blähungen kommen bei fast der Hälfte aller Säuglinge vor. Das Baby fühlt sich dabei sehr unwohl, weshalb diese Situation sehr belastend sein kann. Das Gleiche gilt ebenso für die Eltern. Die Luft und Gase gelangen durch Trinken, Weinen und Atmen in den Bauch.

Dieser ist nun gespannt, er fühlt sich hart an, Luft geht ab und das Baby zieht die Beine an, um die quälenden Gase loszuwerden. Die Ursachen hierfür sind sehr vielfältig. Einige Babys müssen sehr stark mit der Luft im Bauch kämpfen und nach jeder Mahlzeit ein Bäuerchen machen, während andere Säuglinge wiederum gar keine Probleme haben.

Ursachen

Die Gründe für die Beschwerden konnten noch nicht genau geklärt werden. Der Stoffwechsel der Babys ist insbesondere durch das schnelle Wachstum geprägt. Im ersten halben Jahr verdoppelt sich das Geburtsgewicht ungefähr, während es sich im ersten Lebensjahr verdreifacht. Hinzu kommen die zum Teil unausgereiften Funktionen der Organe. Einige Enzyme sind noch nicht gänzlich funktionsfähig. Daher sind gelegentliche Blähungen normal, denn die Darmflora entwickelt sich noch.

Echte Koliken beim Baby können jedoch vielfältige Ursachen haben. Meist ist die Kolik-Phase im vierten Lebensmonat des Babys beendet. Durch diverse Prozesse werden im Magen-Darm-Trakt verschiedene Gase gebildet. Auch die Unverträglichkeit von Milchzucker und Gluten tragen zur Gasbildung bei. Eine weitere Rolle können psychosomatische Faktoren spielen, beispielsweise Stress, Unruhe und Spannungen bei den Eltern.

Ist dies der Auslöser für die Blähungen, zeigt es sich daran, dass das Schreien des Säuglings, das durch die Bauchschmerzen resultiert, zu Konflikten in der Beziehung zwischen den Eltern und dem Kind führt. Auf der anderen Seite wird es auch dadurch deutlich, dass Probleme zwischen den Eltern zu einer größeren Unruhe beim Baby führen. Babys, die viel schreien, verschlucken vermehrt Luft, was zu Koliken führen kann.

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Diagnose & Krankheitsverlauf

Blähungen kommen bei fast der Hälfte aller Säuglinge vor. Das Baby fühlt sich dabei sehr unwohl, weshalb diese Situation sehr belastend sein kann.

Meist sind die Blähungen normal und harmlos. Wenn die Überblähung jedoch sehr stark ist und sich dafür keine Erklärung findet, sollte die Ursache dafür geprüft werden. Das Gleiche gilt, wenn weitere Beschwerden hinzukommen, beispielsweise Bauchschmerzen oder Stuhlunregelmäßigkeiten. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Die persönlichen Lebensgewohnheiten und die aktuellen Beschwerden werden erforscht. Alle Karten müssen auf den Tisch, auch wenn es teilweise peinlich ist. Anschließend folgen eine körperliche Untersuchung und eventuelle weitere Diagnosemaßnahmen. Zunächst einmal wird der allgemeine Gesundheitszustand geprüft. Der Bauch des Babys wird angeschaut, abgetastet, beklopft und mit dem Stethoskop abgehört. Eventuell wird noch der Analkanal untersucht.

Wird eine bestimmte Diagnose vermutet, folgen zur Bestätigung oftmals noch weitere Untersuchungen, zum Beispiel Stoffwechsel- oder Atemtests, um eine Lebensmittelunverträglichkeit zu erkennen. Auch ein Ernährungstagebuch kann diesbezüglich hilfreich sein, um zu ermitteln, welche Lebensmittel mit den Beschwerden im Zusammenhang stehen könnten. Weitere Möglichkeiten sind Laboranalysen des Stuhls und Blutes oder eine Endoskopie, um Einblicke in die Organe zu ermöglichen.

Komplikationen

Blähungen beim Baby verlaufen in den meisten Fällen harmlos, auch wenn sie für das Baby unangenehm sind. Kompliziert werden kann es bei Säuglingen, die ohnehin schon schwierig zu stillen oder füttern sind, denn wenn es ihnen schlecht geht, trinken sie weniger oder schlimmstenfalls gar nicht mehr. Gerade kleine Babys brauchen allerdings regelmäßig neue Nahrung und werden schnell noch kranker, wenn sie diese nicht aufnehmen wollen.

Glücklicherweise entwickeln die Eltern schnell ihre ganz eigenen Methoden, dem Baby dennoch Appetit zu machen - und auf diese Weise erkennen sie es vielleicht gar nicht mehr, wenn Blähungen beim Baby etwas zu häufig auftreten. In den ersten drei Lebensmonaten ist besondere Vorsicht geboten, denn jetzt können die als Dreimonatskoliken bekannten Bauchschmerzen auftreten. Auch, wenn sie meist nicht behandelt werden müssen, sollte der Kinderarzt sie sich dennoch einmal angesehen haben. Häufige Blähungen beim Baby sind deswegen ein Grund für eine Abklärung durch den Arzt.

Weiterhin besteht das Risiko, dass Unverträglichkeiten auf bestimmte Nahrungsmittel und Bestandteile der Babybreie übersehen werden, die zu Blähungen beim Baby führen, da die Eltern sie bereits kennen und davon ausgehen, alles sei in Ordnung. Wenn das Baby erste Breinahrung bekommt, sollte zur Erkennung von Unverträglichkeiten also wieder umso genauer dokumentiert werden, wie das Baby auf jede neue Zutat reagiert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Typisch für Blähungen beim Baby ist das Auftreten während der ersten 3 bis 5 Monate. Eltern erkennen dies daran, dass ihr Kind dann seine Beine stark anzieht, quengelt oder weint und allgemein unruhig wirkt. Blähungen beim Baby sind häufig mit Schmerzen verbunden. Der Bauch fühlt sich angespannt und hart an. Zwischen 25 % und 50 % der Säuglinge sind von Blähungen betroffen. Diese werden häufig auch als Dreimonatskoliken bezeichnet.

Die Ursache von Blähungen beim Baby ist noch nicht restlos geklärt. Vermutet wird, dass eine sich noch entwickelnde Darmflora die Beschwerden auslöst. Außerdem verfügen Säuglinge noch nicht über alle Verdauungsenzyme, sodass ihr Darm anfangs noch mit verschiedenen Nahrungsbestandteilen überfordert ist, was zu den Blähungen führt.

Wenn Eltern meinen, dass ihr Baby unter seinen Blähungen stark leidet oder Sorge haben, dass eine Erkrankung dahintersteckt, gehen sie mit ihrem Säugling am besten zu einem Kinderarzt. Falls eine Erkrankung vorliegt, wird diese umgehend behandelt. Sollte alles in Ordnung sein, sind die Eltern beruhigt. Der Kinderarzt weiß außerdem Rat, wie sich Blähungen beim Baby verringern lassen, zum Beispiel durch eine optimale Stilltechnik, Fencheltee, Kümmelzäpfchen oder ein bestimmtes Bewegen der Beine durch die Eltern.

Behandlung & Therapie

Eine gute Hilfe gegen Blähungen beim Baby ist die körperliche Nähe durch die Eltern. Der so genannte Fliegergriff funktioniert daher sehr gut. Hierfür wird der Bauch bäuchlings auf den Unterarm und die freie Hand wird unter den Bauch gelegt. Der leichte Druck und die Wärme erleichtern dem Baby oftmals das Bauchweh. Weitere gute Möglichkeiten, um die Blähungen zu lindern, sind eine Bauchmassage und Wärme, beispielsweise durch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen.

Das Kissen kommt auf den Bauch des Kindes, der anschließend mit einem leichten Druck und in kreisenden Bewegungen massiert wird. Leichte gymnastische Übungen sind ebenfalls hilfreich. Hierfür wird das Baby ohne Windel rücklings auf die Wickelunterlage gelegt. Die angewinkelten Beine werden leicht gegen den Bauch gedrückt. In dieser Stellung sollte das Baby etwa eine halbe Minute verharren. Anschließend werden die Beine wieder langsam gestreckt. Diese Übung kann mehrere Male wiederholt werden.

Verspannungen im Bauch können dadurch gelöst werden und die Luft entweichen. Kräutertees, die zwischen den Mahlzeiten verabreicht werden, diese jedoch nicht ersetzen, beruhigen die Verdauungsorgane. Fenchel, Anis und Kümmel wirken krampflösend. Bei sehr starken Blähungen werden teilweise Simeticon und Dimeticon (Wirkstoffe) verabreicht. Hierzu kann der Kinderarzt beraten.

Aussicht & Prognose

Blähungen beim Baby sind ein normaler Bestandteil der Entwicklung seines Stoffwechsels. Deshalb treten sie vor allem in den ersten Lebensmonaten des kleinen Erdenbürgers auf, solange sich der Stoffwechsel noch nicht an flüssige und feste Nahrung gewöhnt hat. Sie sind unproblematisch und werden sich von alleine bessern, selbst wenn sie gelegentlich dazu führen, dass das Baby schreit.

Allerdings sollten die Eltern vor allem in den ersten Lebenswochen darauf achten, ob Blähungen häufig und in Verbindung mit Schmerzen auftreten, was das Baby durch häufiges Schreien ausdrücken wird. Das wiederum kann ein Hinweis darauf sein, dass ein Unverträglichkeit gegen die Nahrung vorliegt.

Bei Muttermilch tritt das in der Regel nicht auf, kann aber bei Flaschennahrung vorkommen. In diesen Fällen braucht das Baby eine andere Flaschennahrung. Wenn das Baby erste feste Nahrung bekommt und darauf mit Blähungen reagiert, hilft es, das auslösende Lebensmittel zunächst nicht mehr anzubieten. Wahrscheinlich ist der Stoffwechsel noch nicht so weit - wird es einige Wochen oder Monate später erneut angeboten, verträgt das Baby es schon viel besser.

Außerdem ist es ratsam, Babys am Anfang nur eine Gemüse- oder Obstsorte auf einmal zu füttern. Erstens hilft das dem Stoffwechsel, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen, und zweitens lässt sich so leichter feststellen, worauf ein Baby mit Blähungen reagiert, um entsprechende Lebensmittel zunächst nicht mehr anzubieten.

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Vorbeugen

Beim Füttern des Babys mit dem Fläschchen ist es wichtig, dass sich vom Schütteln kein Schaum mehr darin befindet. Regelmäßig angewendete leichte, kreisende Massagen im Uhrzeigersinn entspannen den Bauch. Zusätzliches Kümmelöl verstärkt den Effekt. Das so genannte Bäuerchen nach dem Füttern verdeutlicht, dass sich die Blähung aufgelöst hat.

Zwischen den Stillmahlzeiten sollte ein ausreichender Abstand liegen, denn wenn ständig neue Milch hinzukommt, kann dies zu Verdauungsproblemen führen. Zudem ist es wichtig, dass der Mund des Babys die Brustwarze oder den Sauger des Fläschchens gut umschließt, damit möglichst wenig Luft in den Magen gelangt. Durch Fencheltee oder Massagen mit Kümmelöl können Blähungen vorgebeugt werden.

Das können Sie selbst tun

Babys leiden häufig unter Blähungen und lassen sich nur schwer beruhigen. Hierbei schaffen bewährte Hausmittel Abhilfe. Der Fliegergriff eignet sich besonders gut bei Babys mit Blähungen. Sie genießen das Umhertragen, vorzugsweise in einem Tragetuch. Beim Fliegergriff wird das Baby bäuchlings auf den Unterarm gelegt. Die freie Hand liegt dabei unter seinem Bauch. Die dadurch entstehende Wärme sowie der leichte Druck lindern die Bauchschmerzen.

Ferner sorgt Wärme für eine Verminderung der Bauchschmerzen, ausgelöst durch Blähungen. Sinnvoll ist es, das Baby zu baden und ihm anschließend dicke Strümpfe anzuziehen. Für Linderung sorgt ebenso ein erwärmtes Kirschkern- oder Dinkelkornkissen. Allerdings darf dieses nicht zu heiß sein! Alternativ empfiehlt sich eine Wärmflasche. Jedoch ist die Wärmflasche mit einem Tuch abzudecken. Das Baby wird dann mit dem Bauch darauf gelegt. Dabei sollten Eltern beachten, dass der Verschluss ordnungsgemäß verschlossen und die Temperatur nicht zu hoch ist.

Blähungen beim Baby lassen sich ebenfalls mit leichten Massagen verringern. Eltern massieren den Bauch ihres Babys mit ein wenig Öl oder einer Salbe. Damit die Gase nach außen treten, muss der Bauch kreisförmig und sanft im Uhrzeigesinn massiert werden. Hebammen empfehlen hilfreiche Techniken. Anschließend können warme Wickel für ein angenehmes Gefühl sorgen und Blähungen mindern.

Bücher über Kinderkrankheiten

Quellen

  • Biesalski, H.K., Bischoff, S.C., Puchstein, C. (Hrsg.): Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H. (Hrsg.): Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2011

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