Bizepssehnenriss

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Oktober 2017
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Der Bizepssehnenriss, medizinisch Bizepssehnenruptur, ist eine mögliche Folge von körperlicher Überbelastung, aber auch von Verschleißerscheinungen an der Bizepssehne. Nach angemessener Therapie ist die Alltagsbewältigung meist wieder problemlos möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Bizepssehnenriss?

Ein Bizepssehnenriss betrifft den Armbeugermuskel, den sogenannten Musculus biceps brachii.

Eine Bizepssehnenruptur liegt vor, wenn mindestens eine Sehne dieses Muskels einen Riss aufweist. Unterschieden werden kann zwischen der distalen Bizepssehnenruptur und der proximalen Bizepssehnenruptur: Während sich ein distaler Bizepssehnenriss im Bereich des Ellenbogenbereichs ereignet, ist von einem proximalen Bizepssehnenriss der Bereich der Schulter betroffen.

Kommt es zu einem Bizepssehnenriss, so kann sich das unter anderem äußern durch ein Geräusch, das einem Peitschenknall ähnelt. Begleitet wird dieses Geräusch bei einer Bizepssehnenruptur in der Regel durch einen sofortigen Schmerz. Im Bereich, in dem eine Bizepssehnenruptur stattfindet, ist nach der Verletzung eine Vertiefung tastbar, die häufig mit einem Hämatom (Bluterguss) versehen ist.

Ein Bizepssehnenriss führt meist zu Funktionsbeeinträchtigungen, die sich unter anderem darin äußern, dass ein Beugen des Ellbogengelenks nicht mehr möglich ist.

Ursachen

Verursacht werden kann ein Bizepssehnenriss zunächst durch ein plötzliches Trauma, das beispielsweise auf eine akute Überlastung des Armbeugermuskels zurückgeht.

Zu beobachten ist eine solche Ursache für eine Bizepssehnenruptur etwa bei Kraftsportlern, aber auch bei Handwerkern. Auch eine äußere Gewalteinwirkung auf Ellenbeuge, beispielsweise durch einen Schlag, kann einen Bizepssehnenriss nach sich ziehen. Begünstigt werden kann ein Bizepssehnenriss des Weiteren etwa durch das Durchführen von Doping; durch den Einfluss von Hormonen kann die Sehnensubstanz geschädigt werden, sodass das Risiko steigt, eine Bizepssehnenruptur zu erleiden.

Auch Verschleißerscheinungen an der Sehne durch ein fortgeschrittenes Lebensalter können beispielsweise bei aktiven Golfern zu einem Bizepssehnenriss führen. Schließlich können auch verschiedene Grunderkrankungen (wie beispielsweise degenerative oder rheumatische Erkrankungen) das Sehnengewebe schädigen und so zu einem möglichen Bizepssehnenriss beitragen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Diagnostiziert werden kann ein Bizepssehnenriss zunächst auf der Grundlage der typischen, sichtbaren Symptome. Zu diesen Symptomen bei einem Bizepssehnenriss zählen etwa eine Funktionsbeeinträchtigung des Ellenbogens und/oder eine sichtbare Verschiebung der Muskelerhebung weg vom Bereich der Bizepssehnenruptur.

Weitere Details einer Bizepssehnenruptur können sichtbar werden mithilfe von Methoden wie der Sonografie (Ultraschall) oder der MRT (Magnetresonanztomografie). Beide Verfahren sind in der Lage, von einem Bizepssehnenriss betroffene Gewebestrukturen bildlich darzustellen.

Meist kann ein Bizepssehnenriss erfolgreich behandelt werden, sodass die anschließende Alltagsbewältigung problemlos möglich ist. Unabhängig von Behandlungsmethoden kann die Beweglichkeit des Ellenbogens nach einem kurierten Bizepssehnenriss eingeschränkt sein. Operative Maßnahmen nach einer Bizepssehnenruptur können gelegentlich das Risiko erhöhen, dass ein erneuter Bizepssehnenriss auftritt.

Komplikationen

In der Regel ist der Bizepssehnenriss mit starken Schmerzen verbunden. Diese können akut auftreten und dauerhaft vorhanden sein oder nur bei Bewegungen des Armes auftreten. Dadurch wird der Alltag des Patienten stark belastet und eingeschränkt. Allerdings findet auch ein hoher Verlust an Kraft in den Oberarmen statt.

Gewöhnliche Tätigkeiten oder sportliche Aktivitäten können nicht mehr ohne Weiteres ausgeführt werden. Der Muskel bewegt sich in den meisten Fällen nach oben, was der Betroffene durchaus spüren kann. In den meisten Fällen wird ein Bizepssehnenriss operativ behandelt. Hier kommt es zu keinen weiteren Komplikationen. Die Sehne kann am Knochen eingehängt werden.

Direkt nach der Operation kann der Arm des Patienten nicht belastet werden. Allerdings wird die Belastungsstufe täglich erhöht, sodass sich der Arm wieder an einen gewöhnlichen Zustand gewöhnt. Die Behandlung wird auch mit einer Physiotherapie begleitet. Durch den operativen Eingriff können die Üblichen Komplikationen einer Operation entstehen.

Dazu gehören Infekte und Entzündungen an der Wunde oder Komplikationen bei der Heilung. Meistens kann der Patient den Arm schon nach mehreren Wochen ohne Einschränkungen nutzen, allerdings erhöht sich das Risiko in diesem Fall für einen erneuten Bizepssehnenriss.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei dringendem Verdacht auf einen Bizepssehnenriss ist der baldige Arztbesuch ebenso sinnvoll wie bei Symptomen, die auf eine starke Überbeanspruchung der Sehne des Bizeps hinweisen. Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe.

Zum einen ist für Betroffene in der Regel nicht zu unterscheiden, ob sich die Bizepssehne aufgrund einer Einengung im Schulterbereich nur entzündet hat oder bereits gerissen ist. Für eine mögliche Operation ist dies aber ganz entscheidend, da die operative Therapie oft besser gelingt, wenn es noch nicht zum vollständigen Bizepssehnenriss gekommen ist. Zudem nützt der rechtzeitige Besuch beim Mediziner auch im Hinblick darauf, dass mit einer konservativen Therapie ein operativer Eingriff vielleicht sogar noch umgangen werden kann.

Ein weiterer Grund für den möglichst frühzeitigen Arztbesuch liegt in den oft sehr unangenehmen Symptomen einer entzündeten oder (teil-)gerissenen Sehne des Bizeps, die sich vor allem in mitunter heftigen Schmerzen und deutlichen Bewegungseinschränkungen zeigt. Dies kann sich oft nur im Rahmen einer fundierten Therapie bessern, sodass unbehandelt auch die Überbeanspruchung oder Reizung der Sehne durch verengte anatomische Verhältnisse in vielen Fällen zum Reißen der Bizepssehne führen.

Spürt der Patient einen Riss, ist der zeitnahe Arztbesuch ebenfalls wichtig. Es geht hier nicht nur um eine adäquate Therapie für die Sehne, sondern auch den Erhalt der wichtigen Funktion des Bizeps.

Behandlung & Therapie

Welche medizinischen Maßnahmen zur Behandlung einer Bizepssehnenruptur in Einsatz kommen, hängt unter anderem ab vom Beschwerdebild des Betroffenen und auch von dessen körperlichen Anforderungen.

Grundsätzlich kann ein Bizepssehnenriss auf zwei verschiedene Weisen therapiert werden: Im Rahmen der sogenannten konservativen Therapie einer Bizepssehnenruptur wird auf operative Maßnahmen verzichtet. Die konservative Therapie einer Bizepssehnenruptur basiert beispielsweise auf einer konsequenten Durchführung gezielter krankengymnastischer Maßnahmen.

Führt eine konservative Behandlung bei einem Bizepssehnenriss nicht zum gewünschten Erfolg, so können chirurgische Maßnahmen zur Behandlung einer Bizepssehnenruptur angewendet werden. Liegt ein Bizepssehnenriss im Bereich der Schulter eines Betroffenen vor, so zeigt sich in der Medizin eine Tendenz, eine entsprechende Operation mithilfe arthroskopischer Verfahren (mithilfe von Instrumenten, die auch für Gelenkspiegelungen verwendet werden) durchzuführen.

Im Rahmen chirurgischer Verfahren kann die Sehne bei einem Bizepssehnenriss wieder am Knochen befestigt werden; etwa durch Nähen oder Einhängen am Knochen. Sind ältere Menschen von einer Bizepssehnenruptur betroffen, tendieren Mediziner häufig zum schonenderen Verfahren der konservativen Therapie. Ist allerdings die untere Bizepssehne von einem Bizepssehnenriss betroffen, wird meist sofort operiert.

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Aussicht & Prognose

Der Bizepssehnenriss ist grundsätzlich mit einer guten Prognose verbunden. Allerdings hängen die Vollständigkeit und das Tempo der Heilung von mehreren Faktoren ab. Hierzu gehören die gewählte Form der Therapie (operative oder konservative Behandlung), das Ausmaß der Läsion (teilweiser oder vollständiger Riss der Bizepssehne) sowie Mitarbeit des Patienten bei der Regeneration.

Besondere Stabilität ist in vielen Fällen durch die Operation zu erzielen. Sie stellt in den allermeisten Fällen das normale Ausmaß der Beweglichkeit im Bereich von Schulter und Arm wieder her. Auch Patienten, die den Arm aufgrund eines speziellen Berufs oder Hobbys dauerhaft belasten, beklagen nach der OP häufig keinerlei Funktionseinschränkungen mehr. Lediglich ein leichter Kraftverlust im Gegensatz zum anderen Arm ist manchmal zu verzeichnen. Dieser fällt aber meist so gering aus, dass er den Patienten in Alltag und Beruf nicht spürbar einschränkt.

Ist der Bizepssehnenriss durch eine mechanische Reizung wie die ständige Reibung an einer knöchernen Struktur zustande gekommen und mit einem entzündlichen Prozess verbunden, ist es wichtig, dass auch die Ursache behandelt wird. Nur dann kann ein Wiederaufflammen der entzündlichen Reaktion vermieden werden und dem operierten Riss an der Bizepssehne eine gute Prognose ausgestellt werden. In eher seltenen Fällen erschweren OP-Komplikationen wie Einblutungen oder eine Infektion sowie eine zu frühe Belastung des Armes den Heilungsverlauf beim Patienten.

Vorbeugung

Um einer Bizepssehnenruptur vorzubeugen, kann es beispielsweise hilfreich sein, sich vor dem Sport ausreichend aufzuwärmen. Wenn möglich, sollten außerdem Überbelastungen der Arme vermieden werden, weil diese das Risiko einer Bizepssehnenruptur erhöhen. Verletzungen an der Bizepssehne sollten vor erneuter Belastung auskuriert werden, um einem Bizepssehnenriss vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Ein Bizepssehnenriss muss immer von einem Arzt behandelt werden. Die medizinische Behandlung kann anschließend durch einige Maßnahmen und Präparate gefördert werden.

Zunächst gilt es, das betroffene Körperteil zu schonen. Den Betroffenen empfiehlt sich in den ersten Tagen vor allem Bettruhe und die Vermeidung belastender oder ruckartiger Bewegungen. Danach können Krankengymnastik und alternative Maßnahmen wie beispielsweise Yoga oder Pilates den Heilungsprozess unterstützen. Allerdings sollte abhängig von der Schwere des Sehnenrisses einige Zeit gewartet werden, bis wieder mit dem Training begonnen wird. Insbesondere professionelle Sportler und Menschen, die sich aus körperlichen oder psychischen Gründen viel bewegen müssen, sollten deshalb auch therapeutische Maßnahmen in Betracht ziehen. Dadurch lassen sich depressive Verstimmungen und Motivationslosigkeit effektiv bekämpfen.

Verschiedene Heilpflanzen tragen zusätzlich zur Heilung bei. Wirksam ist etwa die schmerzlindernde und entzündungshemmende Arnika oder die antibakterielle Ringelblumensalbe. Die Verwendung von Heilkräutern- und pflanzen sollte mit dem zuständigen Arzt abgeklärt werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Zuletzt muss die Verletzung ausreichend gepflegt werden, um Entzündungen und andere Komplikationen zu verhindern. Auch hier gilt: sämtliche Schritte am besten in Rücksprache mit dem Arzt durchführen.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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