Bioenhancer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Bioenhancer werden Arzneistoffen und Nahrungsergänzungsmitteln zugefügt, um die Verfügbarkeit der enthaltenen Wirkstoffe an den Zielstrukturen zu verbessern. Bioenhancer haben fast immer einen pflanzlichen Ursprung.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Bioenhancer?

Dem Konzept der Bioenhancer liegt die ayurvedische Medizin zugrunde. Das Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst, die heute noch sehr häufig in Indien, Nepal und Sri Lanka angewendet wird. Der Begriff Bioenhancer wurde in Jammu am Indian Institute of Integrative Medicine geprägt. Das Institut forscht schon lange im Bereich Ayurveda.

Bioenhancer wurden bereits 1929 von Kartick Chandra Bose beschrieben. In seinem Buch Pharmacographia Indica von 1929 benennt Bose die verstärkende Wirkung des Langen Pfeffers. Er stellte fest, dass sich die antiasthmatische Wirkung des Indischen Lungenkrauts verstärkte, wenn die Patienten gleichzeitig den Langen Pfeffer einnahmen. Warum dies so ist, konnte Bose jedoch nicht herausfinden. Erst 1979 wurde entdeckt, dass für diese Wirkung das Piperin, das in dem Pfeffer vorkommt, verantwortlich ist. Somit war das Piperin aus dem Langen Pfeffer der erste bioavailibility enhancer.

Heute werden Bioenhancer verschiedenen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zugefügt, um deren Aufnahme und Wirkung im Körper zu verbessern.

Pharmakologische Wirkung

Den unterschiedlichen Bioenhancern liegen verschiedene Wirkmechanismen zugrunde. Zum einen erhöhen die Wirkstoffe die Resorption der entsprechenden Substanzen im Darm. Die Stoffe werden dann sowohl im Darm als auch in der Leber weniger abgebaut. Vor allem in der Leber gehen viele Wirkstoffe für eine Weiterverarbeitung im Körper verloren. Dieses Phänomen wird auch als First-Pass-Effekt bezeichnet. Arzneistoffe, die in Kombination mit Bioenhancern verabreicht werden, können leichter in die Pathogene (die die Krankheit verursachenden Strukturen) eintreten. So wird die Membran bei Tumorzellen oder bei Bakterien beispielsweise durchlässiger gegenüber den Wirkstoffen.

Ferner hemmen Bioenhancer die Abwehrmechanismen von Viren, Bakterien oder Pilzen. Ebenso werden die Abwehrmechanismen von Tumorgewebe gehemmt. Bioenhancer sorgen auch dafür, dass sich die Wirkstoffe besser an die jeweiligen Pathogene binden können. Sie beeinflussen DNA und Proteine so, dass die Wirkstoffe sich anhaften und ihre Wirkung entfalten können.

Viele Wirkstoffe können ohne Hilfe der Bioenhancer die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Die Blut-Hirn-Schranke ist eine physiologische Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem im Gehirn. Sie soll das Gehirn vor Botenstoffen, Toxinen und Krankheitserregern aus dem zirkulierenden Blut schützen. Durch die Blut-Hirn-Schranke können viele Wirkstoffe ihren angestrebten Ort nicht erreichen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bioenhancer werden Arzneistoffen und Nahrungsergänzungsmitteln zugefügt, um die Verfügbarkeit der enthaltenen Wirkstoffe an den Zielstrukturen zu verbessern.

Die genauen Anwendungsgebiete sind abhängig vom jeweiligen Bioenhancer. Ein wichtiger Bioenhancer ist das Piperin. Es handelt sich dabei um ein Alkaloid, das aus dem Pfeffer gewonnen wird. Piperin dient als Bioenhancer für Vitamine. Besonders wirksam ist es bei den Vitaminen A, B1, B2, B6, C, D, E und K. Auch Aminosäuren wie Lysin, Isoleucin, Leucin, Valin, Tryptophan, Methionin und Threonin können besser verwertet werden, wenn sie zusammen mit Piperin verabreicht werden. Ferner verbessert sich die Aufnahme von Mineralien (Jod, Eisen, Zink, Kalzium, Selen, Kupfer, Mangan, Magnesium) und pflanzlichen Wirkstoffen.

Celiprolol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der ß-Rezeptorenblocker und wird zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Midazolam] ist ein Benzidazepin, das in der Anästhesie und Rettungsmedizin verwendet wird.

Der Bioenhancer Quercetin wird aus Früchten und Blättern von Pflanzen gewonnen. Quercetin ist vor allem in Kombination mit dem Arzneistoff Paclitaxel, der in der Medizin zur Behandlung von Krebs genutzt wird, wirksam. Das Glycyrrhizin, ein Saponin aus der Süßholzwurzel, erhöht die Aktivität und die Aufnahme von Antibiotika und Antimykotika.

Im Knoblauch ist der Bioenhancer Allicin enthalten. Allicin verstärkt die Wirkung des Arzneistoffes Amphotericin B auf Hefepilze. Dafür wirkt es auf den Ergosterintransport in den Zellen ein.

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Risiken & Nebenwirkungen

Es ist wichtig, dass die Dosis des entsprechenden Arzneistoffes bei gleichzeitiger Verabreichung eines Bioenhancers angepasst wird. Andernfalls kann es zu einer Überdosierung kommen, die je nach Arzneistoff mit schweren Nebenwirkungen einhergehen kann.

Forscher sehen zudem die Überwindung der Blut-Hirn-Schranke durch Bioenhancer als problematisch an. So könnte es sein, dass mit den Bioenhancern auch schädliche Substanzen ins Gehirn gelangen, die zu Entzündungen oder sonstigen neurologischen Schäden führen können.

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