Beule hinter dem Ohr

Letzte Aktualisierung am 31. Januar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Beulen hinter dem Ohr sind Schwellungen im Bereich der hinteren Ohrmuskulatur. Sie treten als Folge einer allergischen Reaktion, einer Verletzung, verstopfter Talgdrüsen oder eines Tumors auf und können verschiedene Begleitsymptome und Folgebeschwerden hervorrufen. Werden sie frühzeitig behandelt, sind sie jedoch unproblematisch und klingen nach wenigen Tagen wieder ab.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Beulen in der dem Ohr?

Als Beulen hinter dem Ohr werden Schwellungen oder Erhebungen bezeichnet, die sich vorwiegend an der hinteren Ohrmuskulatur oder im Bereich der Ohrmuschel bilden. Die Beulen entstehen langsam und nehmen im Verlauf von Tagen oder Wochen an Größe zu. Als Folge der Schwellung manifestieren sich je nach Ursache Schmerzen, Brennen oder allgemeine Fiebersymptome. Viele Betroffene verwechseln die Beule zunächst mit einem Pickel oder einem Follikel und versuchen, die Zyste zu entleeren.

Dadurch kann sich die Beule entzünden und einen Abszess hervorrufen. Beulen hinter dem Ohr müssen rasch diagnostiziert und behandelt werden, um weitere Beschwerden oder größere Komplikationen auszuschließen. Neben medizinischen Behandlungsmaßnahmen wie der operativen Öffnung der Beule oder dem Einsatz von Schmerzmitteln kommen auch verschiedene Hausmittel wie Kühlung oder warme Auflagen zum Einsatz. Beulen hinter dem Ohr kann durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und die Vermeidung von Gefahrensituationen effektiv vorgebeugt werden.

Ursachen

Eine Beule hinter dem Ohr kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Oft liegt der Schwellung ein angeschwollener Lymphknoten zugrunde, der sich infolge einer Erkältung oder Infektion entzündet hat. Zu den Erregern, die eine solche Schwellung verursachen können, zählen unter anderem das Epstein-Barr-Virus oder Streptokokokken. Auch Zahnschmerzen können zu Schwellungen im Bereich des Ohrs führen und dadurch eine Beule hervorrufen.

Bei Kindern und Jugendlichen wird eine Beule hinter dem Ohr oft durch eine Mastoiditis ausgelöst, der eine verschleppte Mittelohrentzündung oder eine Fehlbildung zugrunde liegen kann. Schmerzlose Beulen können durch verstopfte Talgdrüsen entstehen. Eine weitere mögliche Ursache sind Hauttumore oder eine Erkrankung der Lymphdrüsen. Wenn die Beule nicht bewegt werden kann und bei Berührung Schmerzen verursacht, ist womöglich Lymphdrüsenkrebs ursächlich. Zuletzt kann eine Beule auch durch einen Insektenstich, eine Verletzung oder eine Hautirritation hervorgerufen werden. Bei diesen Ursachen kann normalerweise innerhalb weniger Tage ein Rückgang der Schwellung beobachtet werden.

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Komplikationen

Beulen hinter dem Ohr sind meist harmlos. Ernste Komplikationen treten nur dann auf, wenn die Schwellung nicht oder unzureichend behandelt wird. Dann kann die Beule an Größe zunehmen und starke Schmerzen, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen hervorrufen. Bei einer Infektion füllt sich die Beule mit Eiter. Dies verstärkt die Schmerzen und kann zu einer Perforation in das umliegende Gewebe führen, woraus im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung resultiert.

Ein unbehandelter Tumor nimmt an Größe zu und bildet im Verlauf Metastasen in den benachbarten Regionen. Je weiter die Krebserkrankung voranschreitet, desto unwahrscheinlicher ist eine vollständige Genesung. Schließlich treten die typischen Symptome auf, also Unwohlsein, Gewichtsverlust, Funktionsstörungen der Organe und chronische Schmerzen. Begleitend dazu stellen sich oft auch psychische Beschwerden wie Depressionen oder Ängste ein.

Liegt eine Verletzung zugrunde, kann es ebenfalls zu einer Infektion kommen. Außerdem können Narben oder Sensibilitätsstörungen zurückbleiben. In seltenen Fällen wird durch die Verletzung hinter dem Ohr auch das Hörvermögen beeinträchtigt oder es kommt zu Begleitsymptomen wie Gehirnerschütterung und inneren Blutungen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn die Beule hinter dem Ohr länger als ein paar Tage bestehen bleibt oder starke Beschwerden verursacht, sollte mit dem Hausarzt konferiert werden. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, Schwellungen und Beulen, deren Ursache nicht bekannt ist oder die weitere Symptome hervorrufen, von einem Arzt abklären zu lassen.

Notwendig ist dies vor allem dann, wenn die Symptome das Wohlbefinden stark beeinträchtigen oder anderweitige Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Sollte es infolge eines Insektenstichs zu einer Beule kommen, wird am besten sofort ein Arzt aufgesucht. Auch bei Allergien oder Verletzungen ist ärztlicher Rat gefragt, denn unbehandelt kann sich die Beule entzünden und ernste Komplikationen hervorrufen.

Wird die Beulen innerhalb kurzer Zeit größer oder stellt sich ein pochender Schmerz ein, ist medizinische Unterstützung notwendig. Selbiges gilt, wenn die Schwellung Hörbeschwerden hervorruft, das Wohlbefinden erheblich beeinflusst oder Blut absondert. Neben dem Hausarzt kann je nach Ursache ein Internist, Allergologe oder HNO-Arzt aufgesucht werden.

Diagnose

Eine Beule hinter dem Ohr wird meist von den Betroffenen bemerkt, die daraufhin einen Arzt aufsuchen. Der Mediziner führt eine sorgfältige Untersuchung durch und tastet dabei die Zyste ab. Die körperliche Untersuchung gibt oft bereits Aufschluss über mögliche Ursachen und ermöglicht eine zielgerichtete Behandlung.

Kann durch die Hautinspektion kein eindeutiger Auslöser gefunden werden, wird eine Biopsie durchgeführt. Dabei entnimmt der Arzt Gewebe, welches im Anschluss daran auf etwaige Entartungen untersucht wird. Weitere Diagnosemethoden, die bei ungewöhnlichen Schwellungen oder Beulen zum Einsatz kommen, sind Blutuntersuchungen, um die Eiweiß- und Elektrolyt-Werte festzustellen sowie Röntgenuntersuchungen, CT und Kernspintomographie. Je nach Vermutung werden auch Herz, Nieren, Leber und Immunsystem untersucht.

Begleitend zur körperlichen Untersuchung wird ein umfassendes Patientengespräch geführt, welches Aufschluss über etwaige Vorerkrankungen oder Risikofaktoren gibt. Oft kann sich der Patient an eine allergische Reaktion oder eine Verletzung erinnern, wodurch die Ermittlung der Ursache erheblich erleichtert wird. Tritt die Beule allerdings ohne erkennbaren Grund auf, müssen die genannten Diagnoseverfahren durchgeführt werden. Je nach vermuteter Ursache können Aussicht und Prognose gestellt werden.

Behandlung & Therapie

Welche Maßnahmen der Arzt ergreift, um eine Beule hinter dem Ohr zu behandeln, hängt von der Ursache ab. Eine Mittelohrentzündung wird mittels Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt. Zudem muss die Infektion sorgfältig beobachtet werden, um eine Verschlimmerung der Symptome frühzeitig erkennen zu können. Liegt eine Allergie vor, verschreibt der Arzt entsprechende Gegenmittel (etwa Antihistaminika) und empfiehlt dem Patient Schonung.

Falls noch nicht geschehen, wird ein Allergietest durchgeführt, um das auslösende Allergen zu bestimmen. Der Mediziner wird dem Patienten außerdem Tipps geben, was im Falle einer erneuten allergischen Reaktion zu tun ist. Liegt der Beule ein Tumor zugrunde, können Maßnahmen wie Strahlen- und Chemotherapie, eine Operation oder Medikamentengabe zum Einsatz kommen. Die Behandlung eines Tumors findet meist in einem Krankenhaus statt. Eine verstopfte Talgdrüse kann direkt in der Arztpraxis geöffnet werden. Der Arzt wird die Beule mit einem Skalpell oder einer sterilisierten Nadel öffnen und entleeren.

Anschließend wird die betroffene Stelle desinfiziert und der Patient erhält ein leichtes Schmerzmittel. Größere Beulen müssen unter Umständen operativ geöffnet werden, um Schäden an den Gehörgängen oder am Gewebe zu vermeiden. Beulen, die als Folge einer Verletzung entstanden sind, bilden sich meist von alleine zurück. Der Arzt wird dem Betroffenen ein leichtes Mittel gegen die Schmerzen verschreiben und allgemeine Maßnahmen wie Kühlung und strikte Hygiene empfehlen. Nach ein bis zwei Wochen wird im Rahmen einer weiteren Untersuchung geprüft, ob sich die Schwellung vollständig zurückgebildet hat. Ist dies nicht der Fall, muss eine neue Diagnose gestellt werden.

Aussicht & Prognose

Eine Beule hinter dem Ohr ist meist unproblematisch. Oft liegt der Schwellung eine relativ harmlose Entzündung oder eine verstopfte Talgdrüse zugrunde. Ursachen dieser Art lassen sich durch geeignete Therapiemaßnahmen rasch beheben, und die Beule verschwindet nach einigen Tagen bis Wochen vollständig. Schlechter ist die Prognose, wenn der Beule ein Tumor zugrunde liegt.

Dann kann es im schlimmsten Fall zu einer Metastasierung kommen. Bei einem schweren Verlauf bilden sich in den inneren Organen Metastasen und es besteht Lebensgefahr. Auch eine unbehandelte Mittelohrentzündung kann Komplikationen hervorrufen, zum Beispiel Hörverlust, eine Superinfektion oder Stürze infolge der Gleichgewichtsstörungen.

Im Allgemeinen ist die Aussicht auf Genesung jedoch gut. Wird die Beule hinter dem Ohr frühzeitig untersucht und abhängig von der Ursache behandelt, kann schnell eine Linderung der Beschwerden erzielt werden. Langzeitfolgen oder eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität sind nicht zu erwarten.

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Vorbeugung

Allergiker können einer Beule hinter dem Ohr vorbeugen, indem sie den Kontakt mit Insekten meiden. Zudem sollten Betroffene immer ein Notfallmedikament mitführen, welches im Falle eines Stichs direkt angewendet werden kann. Eine gute Körperhygiene verhindert verstopfte Talgdrüsen und dadurch die Entstehung von Pickeln und Beulen. Personen, die immer wieder Schwellungen bemerken, sollten den Hausarzt oder einen Dermatologen nach geeigneten Pflegeprodukten fragen.

Womöglich ist auch ein bestimmtes Gel oder eine Salbe für die Entstehung der Beulen verantwortlich. Ein Beschwerdetagebuch hilft dabei, mögliche Ursachen auszumachen und zu beheben. Grundsätzlich kann Hautveränderungen durch gesunde Lebensgewohnheiten vorgebeugt werden. Wer sich ausgewogen ernährt, ausreichend schläft und das Immunsystem durch Sport und viel Zeit im Freien stärkt, senkt das Risiko für eine Krebserkrankung bereits erheblich. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können etwaige Entartungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Das können Sie selbst tun

Eine Beule hinter dem Ohr sollte zunächst von einem Arzt untersucht werden. Je nachdem, welche Ursache der Mediziner diagnostiziert, können die Patienten selbst einige Dinge tun, um die Genesung zu fördern. Liegt der Beule eine allergische Reaktion zugrunde, helfen ausreichend Kühlung und Wärme. Unmittelbar nach der allergischen Reaktion sollte die betroffene Stelle mit Eiswürfeln oder einem Kältespray gekühlt werden.

Nachdem die Rötung zurückgegangen ist, können warme Kirschkernkissen oder Päckchen aufgelegt werden. Eine schmerzstillende Salbe wie Ringelblumensalbe oder Aloe-Vera-Salbe löst Spannungsgefühle und reduziert die Schmerzen. Schwellungen können außerdem mit Kräutertee, Quark, lindernden Bädern, Ölen und weiteren Hausmitteln gegen Schwellungen reduziert werden. Wenn die Beule durch verstopfte Talgdrüsen hervorgerufen wurde, kann die Haut hinter dem Ohr durch sanfte Massagen gelockert werden.

Zugsalbe unterstützt die Reifung der Beule, die bei entsprechender Pflege nach wenigen Tagen aufbrechen sollte. Ist ein Tumor ursächlich, können allgemeine Maßnahmen angewendet werden, etwa eine Umstellung der Diät, sportliche Betätigung und die Vermeidung von Stress. Nach einem operativen Eingriff muss die betroffene Stelle nach den Vorgaben des Arztes behandelt werden. Sollten sich trotz aller Maßnahmen weitere Beschwerden einstellen, muss der Arzt darüber informiert werden.

Quellen

  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Largiadèr, F.: Checkliste Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Nürnberger, H.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010

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