Beule am Hals

Letzte Aktualisierung am 29. Januar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Der Hals beherbergt mit Schilddrüse, Kehlkopf, Luft- sowie Speiseröhre bedeutende Organe des Menschen, die bei lebenswichtigen Funktionen wie der Atmung oder der Kommunikation eine große Rolle spielen. Eine plötzlich auftretende Beule am Hals sollte daher nicht außer Acht gelassen werden. Während Halsschwellungen in vielen Fällen von alleine verschwinden, ist bei bestimmten Ursachen eine ärztliche Behandlung unabdingbar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Beule am Hals?

Da im Halsbereich mehrere verschiedene Organe angesiedelt sind, die teilweise lebensnotwendige Funktionen erfüllen, sollte die Ursache für Beulen am Hals ärztlich abgeklärt werden.

Bei einer Beule am Hals handelt es sich um eine Schwellung, die an unterschiedlichen Regionen des Halses auftreten kann. Je nach Ursache kann die Beule in Kennzeichen wie Größe, Ort und Konsistenz variieren. Während einige Beulen kaum erkennbar und festsitzend sind, weisen andere eine enorme Größe und Härte sowie eine leichte Verschiebbarkeit auf.

Auch die Geschwindigkeit ihres Wachstums und ihr Krankheitsverlauf ist vom Entstehungsgrund abhängig und somit nicht exakt anzugeben. Ebenfalls werden Halsschwellungen von differenten Symptomatiken begleitet. Einige Beulen bereiten dem Betroffenen Schmerzen oder behindern seine Atem-, Stimm- oder Schluckfunktionen. Außerdem lässt sich eine Beule am Hals aufgrund ihrer Vorwölbung äußerlich meist leicht erkennen.

Ursachen

Eine Beule am Hals kann aus einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren resultieren. Oftmals liegt jedoch eine Entzündung des Lymphknotens vor. Dabei wird zwischen unspezifischen und spezifischen Lymphknotenentzündungen differenziert. Während unspezifische Entzündungen durch bakterielle oder virale Infekte des Kopfbereiches bedingt werden, liegt bei spezifischen Lymphknotenentzündungen eine bestimmte Ursache der Erkrankung vor.

Dabei kann es sich unter anderen um Krankheiten wie Tuberkulose, Syphilis, AIDS oder Morbus Boeck handeln. In anderen Fällen wird eine Beule am Hals auch durch eine Halszyste oder -fistel verursacht, welche im entzündeten Stadium stark schmerzen können. Zysten stellen spezielle Gewebehohlräume dar, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Die Beulen liegen dabei in Form einer sogenannten medianen Halszyste meist oberhalb des Kehlkopfes oder als laterale Halszyste an der Seite des Halses im Winkel des Kiefers.

Zudem können sie im Falle einer Entzündung stark gerötete Haut bedingen. Halsfisteln repräsentieren wiederum minimale Öffnungen der Haut, aus welchen dauerhaft Sekret ausläuft. Beim Vorliegen einer isolierten Ansammlung von Eiter ist die Schwellung am Hals wiederum auf einen Abszess zurückzuführen.

Ein weiterer Entstehungsgrund einer Halsbeule kann in einem Verschluss der großen Halsvene, medizinisch Jugularisvenenthrombose, liegen. Hierbei verstropft ein meist durch ärztliche Maßnahmen bedingtes Blutgerinnsel beide Hautvenen, infolgedessen diese sich entzünden. Erkennbar wird eine akute Jugularisvenenthrombose dabei durch eine weiche und schmerzhafte Halswölbung, die oftmals von Fieber begleitet wird.

Im Gegensatz hierzu zeigt sich ein chronischer Verschluss der großen Halsvene in einer harten und meist schmerzfreien Beule am Hals. Häufig begünstigt ebenfalls eine Vergrößerung oder ein Knoten der Schilddrüse die Ausbildung einer Halsschwellung. Diese können sich als Folge eines Jodmangels, spezieller Medikamente, Autoimmun- und Krebserkrankungen oder Entzündungen der Schilddrüse entwickeln. Auch erkrankte Speicheldrüsen sind mögliche Verursacher von Beulen am Hals.

Meist entstehen diese bakteriell oder viral durch Krankheiten wie zum Beispiel Mumps. Bei ausbleibenden Schmerzen und einem verlangsamten Wachstum kann sich hinter einer Halsschwellung in seltenen Fällen auch eine bösartige Krebserkrankung verbergen.

Krankheiten mit diesem Symptom

Komplikationen

In der Regel stehen Beulen am Hals nicht mit der Ausbildung von Komplikationen in einem direkten Zusammenhang. In bestimmten Fällen können die Schwellungen jedoch auf eine Ausbildung von Metastasen in der Halsregion hindeuten.

Patienten sind hierbei von einem hohen Gesundheitsrisiko betroffen, da es sich dann um eine bösartige Krebserkrankung handelt. Eine intensive Therapie des Tumors kann wiederum Symptome wie Haarausfall, Schmerzempfindungen, Trägheit und Gewichtsverlust mit sich bringen. Zudem ist das allgemeine Wohlempfinden des Patienten erheblich herabgesetzt und begünstigt dadurch die Ausbildung psychischer Erkrankungen. Als weitere Komplikationen sind Beschwerden beim Schluck-, Atmungs- oder Sprechvorgang möglich.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Je nach Ausmaß und Hintergrund der Beule am Hals, muss diese möglicherweise durch einen Arzt abgeklärt werden. Dies gilt insbesondere, wenn sich die Schwellung durch keine einfachen Erkrankungen wie Rachenentzündungen erklären lässt. Eine Beule am Hals, die mit starken Schmerzen verbunden ist, oder über Wochen besteht, bedarf grundsätzlich einer ausführlichen Abklärung.

Hier könnte eine schwerwiegende Tumorerkrankung als Ursache infrage kommen. Als richtiger Ansprechpartner bei einer Halsbeule eignet sich in erster Linie ein Facharzt für Hals-Nasen- und Ohrenkunde. Bei einfachen Beschwerden kann auch ein Allgemeinmediziner erste Abhilfe schaffen.

Diagnose

Im Rahmen der Diagnostizierung einer Beule am Hals geht es in erster Linie um die Abklärung der Ursachenfindung. Hierzu wird zunächst eine ausführliche Anamnese zum bisherigen Krankheitsverlauf beim Patienten durchgeführt, in welcher Entstehungszeitpunkt und mögliche Begleiterscheinungen im Mittelpunkt der Befragung stehen.

Innerhalb der im Anschluss vollzogenen körperlichen Untersuchung wird die vorliegende Schwellung genauer vom Arzt begutachtet. Dabei wird die Beule nach Kennzeichen wie „hart“ oder „weich“, „schmerzend“ oder „schmerzfrei“, „festsitzend“ oder „locker“ klassifiziert und die Ursache damit eingegrenzt. Eine anschließende Ultraschalluntersuchung kann weitere Fakten zum Entstehungshintergrund der Schwellung ermöglichen.

So können beispielsweise Zysten, Lymphknoten oder Abszesse mit Hilfe dieser sogenannten Sonografie erkannt werden. Zur Diagnostizierung von Erkrankungen der Schilddrüse sind jedoch meist andere Methoden wie eine Kernspintomografie oder Computertomografie nötig. Zudem können auch Blutuntersuchungen Ergebnisse zu möglichen Infektionen als Ursache der Halsbeule liefern.

Behandlung & Therapie

Je nach diagnostizierter Ursache unterscheidet sich die Form der Therapie einer Beule am Hals. Ist die vorliegende Halsschwellung beispielsweise durch eine unspezifische Entzündung der Lymphknoten bedingt, wird meist von einer Behandlung abgesehen. Denn nach Überwindung der verursachenden Infektion kommt es hier in der Regel zu einer selbstständigen Rückbildung der Beule.

In seltenen Fällen werden jedoch spezielle Arzneimittel gegen die Infektion verschrieben. Gleiches gilt für spezifische Lymphknotenentzündungen, die je nach ihrer Ursache andere Medikamente erfordern. Auch auftretende Jugularisvenenthrombosen sowie Speicheldrüsenentzündungen werden grundsätzlich medikamentös therapiert. Treten Entzündungen der Speicheldrüsen allerdings wiederholt auf, ist eine operative Entfernung dieser oftmals unabdingbar.

Halsschwellungen zugrundeliegende Zysten, Abszesse oder Fisteln bedürfen ebenfalls einer Operation. Zudem kommt es bei Hinweisen auf schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs oder unerklärlichen Lymphknotenvergrößerungen zu einer chirurgischen Entfernung der Lymphknoten, um diese im Labor ausgiebig zu untersuchen. Hierdurch kann ein gehegter Verdacht endgültig bestätigt und die Erkrankung behandelt werden.

Entwickelt sich eine Beule am Hals infolge einer Vergrößerung der Schilddrüse, unterscheidet sich deren Therapie je nach individuellen Ausmaß und Entstehungsgrund der Schwellung. Dabei kann neben medikamentösen oder operativen Maßnahmen auch eine Radiojodtherapie durchgeführt werden.

Aussicht & Prognose

Die Heilungschancen einer Beule am Hals sind abhängig von der jeweiligen Ursache der Schwellung. Meist ist jedoch von einer gutartigen Veränderung mit einem positiven Krankheitsverlauf auszugehen. Insbesondere durch Infektionen und Entzündungen bedingte Beulen bilden sich als Folge der Ursachenbekämpfung in der Regel stets zurück. Auch bei Zysten oder Geschwülsten als Entstehungsgründe handelt es sich um gutartige Gebilde, die erfolgreich entfernt werden können.

Liegt eine Schwellung hingegen einem bösartigen Tumor oder Krebserkrankung zugrunde, kann die Prognose schlechter ausfallen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind hier entscheidend, sodass bei ersten Anzeichen auf eine Beule am Hals sowie Schmerzen umgehend ein Arzt aufgesucht werden sollten.

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Vorbeugung

Es bestehen einige Maßnahmen, um der Ausbildung einer Beule am Hals gezielt vorzubeugen. Hauptsächlich geht es dabei um die Verhinderung von Erkrankungen, die eine Schwellung des Halses bedingen können. Daher sollte stets der eigene Körper beobachtet und mögliche Hinweise auf eine Erkrankung frühzeitig bemerkt und begutachtet werden.

Durch Infektionen bedingte Schwellungen lassen sich beispielsweise durch die typischen Vorbeugungsmaßnahmen einer Erkältung weitestgehend verhindern. Ausreichend warme Kleidung sowie eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung sind in diesem Zusammenhang empfehlenswert. Eine gesunder Speiseplan wirkt ebenfalls der Entwicklung einer Schilddrüsenüberfunktion entgegen.

Das können Sie selbst tun

Beim Auftreten einer Beule am Hals können Betroffene bereits selbstständig durch die Umsetzung bestimmter Maßnahmen erste Abhilfe schaffen, um Schmerzen und mögliche Begleiterscheinungen zu lindern. Dies gilt insbesondere bei harmlosen Halsschwellungen.

Das wohl einfachste Mittel bei der Beule zugrundeliegenden Rachenentzündungen stellt das Trinken diverser Tees wie Kamillen- oder Pfefferminztee dar. Der Tee reduziert die Entzündung und die Schmerzen. Besonders wirksam ist dieses Hausmittel, wenn die Dämpfe des Tees unter einem Handtuch inhaliert werden. Des Weiteren ist Gurgeln des Tees sinnvoll, um die Einwirkungszeit im Rachen entscheidend zu verlängern.

Kühlende Wickel um den Hals helfen wiederum bei vergrößerten Lymphknoten als Ursache der Beule. Als Wickel bieten sich dabei vor allem kalte Quark-, Zitronen- oder Essigumschläge an. Auch Umschläge mit Engelwurz reduzieren eine auftretende Schwellung und unterstützen den Heilungsprozess erheblich. Die hierzu notwendige Salbe kann in einer herkömmlichen Apotheke käuflich erworben und auf einem Baumwolltuch aufgetragen auf die betroffene Region des Halses gewickelt werden. Für eine optimale Wirkung sollte die Anwendung bis zu drei Mal am Tag wiederholt werden.

In anderen Fällen kommen hingegen warme Wickel beispielsweise in Form einer Wärmfalsche zum Einsatz. Kühlende oder wärmende Wickel und Umschläge können ebenfalls bei Beulen nützlich sein, die durch Speicheldrüsenentzündungen bedingt werden. Des Weiteren sollten Betroffene einer Entzündung der Speicheldrüsen auf eine angemessene Ernährung achten. Überwiegend weiche Kost und eine ausreichende Trinkmenge sind hierbei empfehlenswert. Überdies kann eine ausführliche Hygiene des Mundraumes die Heilung fördern. Eine zusätzliche Einnahme speichelanregender Mittel wie Kaugummis, Bonbons, saure Säfte oder Zitronen ist überdies sinnvoll, um die Speicheldrüsen zu säubern.

Darüber hinaus existieren homöopathische Mittel zur Selbstbehandlung von Schwellungen am Hals und deren Ursachen. Betroffenen mit Speicheldrüsenentzündungen wird in diesem Zusammenhang die Einnahme von Phytolacca D12 nahe gelegt, während durch geschwollene Lymphknoten oder Mandeln bedingte Halsbeulen durch Mercurius solubilis D12 behandelt werden. Eine exakte Auswahl und Dosierung eines Mittels ist über die Beratung durch einen erfahrenen Homöopathen möglich.

Letztlich wird Schüßler Salzen eine heilende Wirkung bei geschwollenen Lymphknoten zugeschrieben. Dabei sind insbesondere Nummer 4 Kalium chloratum und Nummer 9 Natrium phosphoricum empfehlenswert. Bei extremen Speichelfluss ist hingegen eine Zugabe von Nummer 8 Natrium chloratum sinnvoll. Eine ausführliche Beratung eines erfahrenen Arztes oder Therapeuten ist empfehlenswert, um dem Patienten die bestmöglichste Behandlung seiner Halsbeule zu ermöglichen.

Quellen

  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T: HNO. Springer, Heidelberg 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

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