Bethanechol

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Fehlfunktionen der Harnblase können zu einem übersteigerten Harndrang und zu der gefürchteten Inkontinenz führen. Doch auch eine Lähmung der Harnfunktion ist möglich. Der Patient empfindet dann keinen Harndrang und verspürt keine Notwendigkeit, die Blase zu entleeren. Solche Probleme können nach Operationen auftreten, sie können aber auch durch akute Erkrankungen verursacht sein. In schwerwiegenden Fällen kann Bethanechol ein Mittel sein, das Linderung verschafft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bethanechol?

Bethanechol ist ein Arzneistoff und wird vorrangig bei bestimmten Blasenerkrankungen angewandt. Dazu gehört vor allem die sogenannte neurogene Blase. Eine gesunde Harnblase speichert den Urin und entleert sich koordiniert und kontrolliert.

Gesteuert wird diese Koordination durch das zentrale Nervensystem. Ist diese Funktion des Nervensystems gestört, spricht man von einer neurogenen Blase. Bethanechol wirkt auf das zentrale Nervensystem und auf den Parasympathikus, welcher ein Teil des Nervensystems ist.

Der Wirkstoff soll die Wirkung des Parasympathikus verstärken und die Funktion einer gesunden Harnblase unterstützen. Auch bei einer Blasenatonie kann Bethanechol eingesetzt werden.

Die Blasenatonie ist eine Lähmung der Harnblasenwand, die durch eine akute Erkrankung des zentralen Nervensystems verursacht wurde. Der Patient verspürt dann auch bei voller Harnblase keinen Harndrang. Eine solche akute Erkrankung kann beispielsweise eine Querschnittslähmung sein.

Pharmakologische Wirkung

Bethanechol wirkt auf den Parasympathikus und unterstützt die Funktion einer gesunden Harnblase. Die Blase wird über Muskeln und Nerven des Harnsystems gesteuert. Dabei tragen Nerven Reize von der Blase zum Gehirn und von dort zu den Muskeln der Harnblase. Diese Muskeln sorgen für eine Anspannung oder eine Entspannung, was die Entleerung der Blase einleitet.

Pharmakologisch betrachtet erhöht Bethanechol die Spannung des Harnblasenmuskels, des sogenannten Detrusors. Dadurch steigt der Fülldruck der Blase, es entsteht eine geringere Blasenkapazität. In der Harnblase erhöht sich der Druck, sich zu entleeren.

Somit führt Bethanechol zu einer gesteigerten Entleerung der Blase, wenn diese Funktion durch eine neurogene oder eine akute Erkrankung gestört ist und nicht mehr in der gewohnten Art reagiert und sich entleert. Zusätzlich zur Kontraktion der Harnblase kann sich auch die Harnröhre zusammenziehen, wenn Bethanechol in einer sehr hohen Dosis verabreicht wird.

Allerdings wirkt Bethanechol nicht nur auf die Blase, sondern auf die gesamte Aktivität der Verdauungsdrüsen. Dadurch wird der Transport der Nahrung durch den Verdauungsapparat beschleunigt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bethanechol ist ein Arzneistoff und wird vorrangig bei bestimmten Blasenerkrankungen angewandt.

Bethanechol wird angewandt bei Erkrankungen, die eine Stimulation des Blasenmuskels erforderlich machen. Dazu gehört unter anderen die Unfähigkeit der Blasenentleerung nach einer Operation aufgrund einer Lähmung des Harnblasenmuskels.

Diese Lähmung kann ebenfalls durch eine schwerwiegende akute Erkrankung wie eine Querschnittslähmung verursacht sein. Auch eine neurogene Störung des Detrusors kann eine Verabreichung von Bethanechol erforderlich machen. Nicht zulässig ist Bethanechol bei einer drohenden oder bei einer akuten Verstopfung.

Der Wirkstoff wird in Tablettenform verabreicht. Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und dürfen nur nach Anweisung des Arztes sowie unter ärztlicher Beobachtung eingenommen werden. Bethanechol kann nur oral eingenommen werden, eine langsame und kontinuierliche Steigerung der Dosierung ist möglich, wenn der Arzt dies für erforderlich hält. Allerdings ist die Einnahme mit potenziellen Nebenwirkungen behaftet, die in jedem Fall zu beobachten sind.

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Risiken & Nebenwirkungen

Zu den häufigsten beobachteten Nebenwirkungen gehören Veränderungen des Herzschlags und eine verstärkte Reaktion der Bronchialmuskulatur.

Insbesondere Patienten mit einer vorliegenden Asthmaerkrankung reagieren mit einem starken Zusammenziehen der Bronchien und mit einem entsprechend heftigen Hustenreiz. Auch ein reduziertes Atemvolumen kann eine Folge der Einnahme von Bethanechol sein, wenn eine asthmatische Vorerkrankung bekannt ist.

Bei gesunden Patienten und bei normaler Dosierung kann der Wirkstoff zu einem kurzen Abfall des Blutdrucks führen. Auch ein erhöhter Tränen- und Speichelfluss ist in der medizinischen Praxis beobachtet worden.

Nur geringe Auswirkungen hat Bethanechol dagegen auf die Skelettmuskulatur. Knochen und Muskel-Skelett-Apparat sollten somit bei weitgehend gesunden Patienten nicht von unerwünschten Nebenwirkungen betroffen sein.

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