Besenreiser

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 8. Dezember 2017
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Besenreiser sind für die Betroffenen zumeist ein kosmetisches Problem. Dabei gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten. Mit entsprechenden Vorbeugungsmaßnahmen gehören Besenreiser bald der Vergangenheit an.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Besenreiser?

Dicht unter der Haut verlaufen oftmals sichtbare Venen. Meist sind es fein verzweigte Äderchen, welche die Form von Reisig haben. Darum werden diese Venen Besenreiser genannt.

Besenreiser erscheinen als hellrote Gefäßbäumchen, dunkelblaue Äderchen oder rötliche Flecken. Meist sind Frauen davon betroffen. Die Besenreiser treten zumeist an den Oberschenkeln, den Fußknöcheln und der Innenseite der Unterschenkel auf. Sie entstehen durch schwache und poröse Gefäßwände. Sind die Gefäßwände in diesem pathologischen Zustand, werden die erweiterten Gefäße für das Auge sichtbar.

Die Blutmoleküle bewegen sich aufgrund der Durchlässigkeit zwischen den Gewebszellen. Somit bilden sich Blutgefäße in netzartiger Form. Diese Blutgefäße werden als Besenreiser bezeichnet. In der zuvor beschriebenen Form treten die Besenreiser an den entsprechenden Hautarealen auf.

Ursachen

Es gibt viele Ursachen für das Auftreten von Besenreisern. Frauen sind meistens betroffen, weil sie oft eine angeborene Veranlagung für die Bindegewebsschwäche haben. Oftmals treten Besenreiser ebenso nach einer drastischen Gewichtsabnahme auf.

Besenreiser entstehen ebenfalls durch Bewegungsarmut und Übergewicht. Nikotin und Alkohol können eine Rolle spielen weil beide Genussgifte die Gefäße erweitern. Besenreiser entstehen zudem durch hohe Absatzschuhe, denn diese blockieren die Wadenmuskulatur. Heiße Vollbäder und Saunagänge sind ebenso für Besenreiser verantwortlich wie lange Autofahrten oder Flugreisen.

Auch während einer Schwangerschaft ist das Auftreten der Besenreiser möglich. Der Grund dafür ist eine schwangerschaftsbedingte Hormonumstellung. Diese bewirkt eine Gefäßweitstellung mit einer parallel verlaufenden Gewebsauflockerung. Besenreiser entstehen auch durch Bettlägerigkeit.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei schneller und fachmännischer kosmetischer Behandlung kann ein Teil der Besenreißer wieder abheilen und verschwinden, die Gefahr einer Wiederholung ist allerdings sehr groß. In den meisten Fällen jedoch bleiben die Besenreißer als charakteristische Merkmale weiterhin sichtbar.

Die auftretenden Beschwerden sind rein psychischer Natur. Schmerzen sind mit Besenreißern nicht verbunden, auch keine Folgeerkrankungen oder Ähnliches sind bekannt. Jedoch leiden viele Betroffene unter den subjektiv als unschön empfundenen Merkmalen. Besenreißer werden vielfach auch mit dem Alter assoziiert, obwohl genauso gut junge Menschen von ihnen betroffen werden können. Gerade in der Mitte des Lebens und im Alter wird ihnen deshalb häufig zu viel Beachtung geschenkt und ihr Entstehen zu sehr kritisch hinterfragt und aufgenommen.

Erste Anzeichen von Besenreißern, denen im Anfangsstadium noch besser entgegen gewirkt werden kann, sind leichte Faltenbildung und trockene Haut um die Augenpartie. Speziell bei einer vorangegangenen Dehydrierung oder zu wenig Flüssigkeitskonsum wirkt die Haut faltig und schlaff. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann zur Bildung von Besenreißern beitragen.

Diagnose & Verlauf

Die Besenreiser liegen meisten dicht und gut sichtbar unter der Haut. Ein Gefäßlaser entfernt schonend und gezielt Besenreiser. Der Laser erwärmt die Besenreiser und baut diese ab. Die äußere Hautschicht wird dabei nicht beschädigt. Es entstehen keine Narben. Klicken, um zu vergrößern.

Besenreiser sind zumeist einfach zu diagnostizieren. Das liegt an ihrem typischen Aussehen. Am besten lässt man sich von einem Venologen (mit dem Zusatz "Phlebologie"), untersuchen.

Trotzdem können auch Hausärzte eine Untersuchung durchführen. Dabei ist es wichtig, den Arzt über erblich bedingte Bindegewebsschwäche zu unterrichten. Zumeist liegt eine genetische Veranlagung vor. Der behandelnde Arzt muss andere Venenerkrankungen ausschließen können. So wird oftmals eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Hier wird ermittelt in welchem Maße sich die Venen erweitert haben.

Zudem erhält der Arzt Informationen über den Blutfluss. Ist dieser eingeschränkt können andere Erkrankungen vorliegen. Besenreiser können die Vorstufe für eine tiefe Beinvenenthrombose sein. Dies kann für den Betroffenen lebensgefährlich werden. Besenreiser sind im Allgemeinen harmlos.

Die betroffenen Frauen leiden aber oft seelisch darunter, weil die körperliche Ästhetik in Mitleidenschaft gezogen ist. Nach der Diagnose kann der Arzt die Besenreiser mit verschiedenen Methoden behandeln.

Komplikationen

Die Entstehung von Besenreisern hat verschiedene Ursachen, die verschiedene Komplikationen zur Folge haben können. Beispielsweise können diese durch einen erhöhten Blutdruck entstehen (Hypertonie). Ein langjähriger, unbehandelter Bluthochdruck kann mit Schäden an den Gefäßen einhergehen. Eine Schädigung der Gefäße im Gehirn kann einen Schlaganfall verursachen, am Herzen kann dies zum Herzinfarkt führen.

Der hohe Blutdruck lässt auch das Herz mehr arbeiten, so dass dieses infolgedessen schwächer werden kann (Herzinsuffizienz). Auch an den Nieren kann es zu einem Versagen (Niereninsuffizienz) kommen, wenn der Bluthochdruck chronisch besteht. Am Auge führt ein Gefäßschaden zu einer Schwächung der Sehkraft, der bis hin zur Erblindung verlaufen kann.

Als Unterform der Krampfadern kann es beim Besenreiser zu einer Schwächung der Venen kommen. Gewebe könnten dadurch einen Sauerstoffmangel erleiden und geschwächt werden oder absterben. Außerdem kann es infolgedessen zu einer ekzemartigen Veränderung der Haut kommen, die sogenannte Stauungsdermatitis. Daneben kann es in der Haut zu Verhärtungen (Indurationen) kommen.

Zudem kann es in der Haut zu weißlichen Vernarbungen kommen (Atrophie blanche). Im Bereich der Knöchel kommt es häufiger zur Ausbildung von Geschwüren (Ulzerationen). Die Gefäße können sich außerdem leichter entzünden (Phlebitis) und die Entstehung von Thrombosen wird gefördert. Diese können sich im schlimmsten Falle von den Beinvenen lösen und eine gefährliche Lungenembolie verursachen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

So lange Besenreiser optisch nicht stören und keine Beschwerden verursachen, ist ein Arztbesuch nicht notwendig, weil es sich um oberflächliche Veränderungen der Blutgefäße handelt, die nicht behandlungsbedürftig sind. Wenn Betroffene einen Arzt aufsuchen, geschieht das meistens, weil sie die erweiterten Äderchen als ästhetisches Problem empfinden.

Besenreiser können allerdings auch eine Vorstufe zu Krampfadern sein und eine allgemeine Venenschwäche anzeigen. Wenn es eine familiäre Veranlagung zur Bindegewebsschwäche oder zu Krampfadern gibt, ist es ratsam, die Besenreiser von einem Arzt, am besten einem Gefäßspezialisten, untersuchen zu lassen. Denn als Vorstufe zu einer Beinvenenthrombose sind sie alles andere als harmlos, können sogar lebensgefährlich sein, wenn ein Blutgerinnsel in den Blutkreislauf gelangt und eine Lungenembolie verursacht. Bei Stauungsgefühlen und schweren Beinen ist es besser, zum Arzt zu gehen.

Menschen mit Besenreisern und einer familiären Veranlagung zu Krampfadern sollten deshalb dafür sorgen, dass ihre Venen durch Bewegung gestärkt werden, denn Stauungen schwächen die Venen und begünstigen Krampfadern.

Behandlung & Therapie

Die Besenreiser werden oft durch die Verödung (Sklerosierung), beseitigt. Diese Maßnahme wird ambulant in ca. 30 Minuten durchgeführt. Zudem gilt sie als sicher und effektiv.

Zuerst wird eine örtliche Betäubung vorgenommen. Die betroffenen Venen werden durchtrennt und ein Injektionsmittel in diese gespritzt. Dabei handelt es sich um reinen Alkohol. Dieser bewirkt die gewollte Entzündung der Venenwände. Dadurch verkleben die undichten und porösen Wände. Die Besenreiser sind damit verödet worden. Das ausgetretene Blut wird resobiert und die Besenreiser bilden sich zurück.

Die Patienten müssen danach einige Tage Kompressionsstrümpfe tragen. Damit soll eine Thrombose verhindert werden. Leicht ausgeprägte Besenreiser werden per Laserbehandlung entfernt. Hier wird ein langwelliger Laser eingesetzt da er tief ins Gewebe eindringt. Die undichten Venen verkleben durch das Absorbieren der erweiterten Äderchen.

Die oberen Hautschichten werden zudem nicht verletzt. Es entsteht keinerlei Narbenbildung. Als Alternativmethoden kommen auch Tinkturen, Kräuter oder Schüssler-Salze zum Einsatz. Manchmal wird eine Blutegel-Therapie durchgeführt. Die Besenreiser werden zudem mit Cremes und Salben behandelt. Sie sollten Vitamin K1 enthalten, da dies die Durchblutung fördert.

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Aussicht & Prognose

Die Besenreiser haben einen progressiven Krankheitsverlauf und nehmen im Laufe des Lebens zu. Damit steigt das Gefühl von schweren und müden Beinen kontinuierlich langsam an. Dies gehört zum normalen Alterungsprozess und gilt als normal.

Das Bindegewebe verliert langsam und allmählich an Elastizität. Das löst die Zunahme der Bildung von Krampfadern aus. Die Intensität der Zunahme kann mitbeeinflusst und dadurch verändert werden. Durch das Ausüben verschiedener Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren, verringert sich die Auftretenswahrscheinlichkeit der Besenreiser. Das Bindegewebe wird bei diesen sportlichen Aktivitäten gestärkt, was eine Linderung der Beschwerden bewirkt.

Auf den Krankheitsverlauf kann durch verschiedene Methoden zur Anregung der Durchblutung ebenfalls eingewirkt werden. Tägliche Wechselduschen, gezielte Massagen oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen helfen bei der Vorbeugung. Darüber hinaus können Besenreiser durch einen medizinischen Eingriff entfernt werden. In einem Prozess der Verödung verkleben die Gefäßwände der Besenreiser. Im anschließenden Heilungsverlauf kommt es zu einer Rückbildung der Beschwerden. Die Krampfadern lassen sich jedoch nicht dauerhaft entfernen. Im Laufe der Zeit bilden sich bei den meisten Patienten neue Besenreiser an den gleichen Regionen. Mit einer gesunden Ernährung, der Verwendung von Salben oder kosmetischen Produkten ist eine Verlangsamung des Prozesses möglich. Eine dauerhafte Heilung ist jedoch nicht gegeben.

Vorbeugung

Gegen Besenreiser sollte man vorbeugend viel trinken und sich ausgewogen ernähren. Viel Bewegung und kalt-warme Wechselduschen sind vorteilhaft um die Blutzirkulation anzuregen. Ein gelegentliches Tragen von Kompressionsstrümpfen empfiehlt sich. Zu eng anliegende Kleidung sollte nicht getragen werden.

Das können Sie selbst tun

Damit aus Besenreisern keine Krampfadern werden, gibt es verschiedene einfache Möglichkeiten. Es gilt vor allem, das Aufstauen von Blut in den Beinen zu verhindern. Dabei hilft viel Bewegung. Schon das einfache Ausstrecken und Anziehen der Zehen, das Heben und Senken der Fersen oder das Kreisen der Füße hilft dabei, die Zirkulation des Blutes in den Beinen aufrechtzuerhalten. Solche kleinen Übungen lassen sich problemlos in den Alltag einbauen. Generell gilt: Stehen ist besser als sitzen und laufen ist besser als mit dem Auto zu fahren. Alles, was die Beine in Bewegung hält, hilft dabei, einen Blutstau zu vermeiden und ist damit eine der wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten für Besenreiser. Aktiver Sport wie Radfahren oder Joggen ist also auch eine geeignete Maßnahme.

In der Nacht sollten die Beine leicht erhöht liegen und am Morgen hilft eine kalte Dusche über die Beine dabei, das Blut in den Adern in Bewegung zu bringen. Bei längeren Belastungen für die Beine können Kompressionsstrümpfe benutzt werden. Alle diese Maßnahmen dienen nur der Vorbeugung eines Blutstaus in den Venen und damit einer weiteren Verschlechterung, können aber nicht vermeiden, dass Besenreiser überhaupt entstehen.

Bücher über Besenreiser

Quellen

  • Encke, A., Breddin, H. K.: Die venöse Thrombose. Prophylaxe und Therapie. Schattauer, Stuttgart 2000
  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012

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