Besenginster

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Der Besenginster ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) gehört. Mit den Ginstern (Genista) hat er allerdings nichts zu tun, sondern wird dem Geißklee (Cytisus) zugeordnet. Verwendung findet er in verschiedenen Bereichen, so auch als Zierpflanze und in der Volksmedizin.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Besenginsters

Der winterkahle Rutenstrauch kann zwischen einem und zwei Metern hoch werden. Zum Teil ist Besenginster auch sommerkahl und wird zumeist nicht älter als zwölf Jahre. Es handelt sich um einen Tiefwurzler mit Wurzelknöllchen. Zudem besitzt Besenginster lange, dichtstehende grüne Zweige. Die Laubblätter sind wechselständig und dreiteilig. In den oberen Zweigteilen treten die Blätter gehäuft auf. Besenginster bildet Hülsenfrüchte und besitzt eine sehr eigene Blütenform.

Die Schmetterlingsform der Blüten bedingt den Namen der Unterfamilie. In der Regel sind die Blüten gelb und werden von großen Hummeln bestäubt. Der dafür genutzte Mechanismus, bei dem Pollen herausgeschleudert werden, wird als Explosionsmechanismus bezeichnet. Besenginster kann sich nicht selbst bestäuben.Die Ausbreitung der Hülsen erfolgt als Rollsaumen oder über den Kropf von Tauben. Auch eine Verbreitung über Ameisen ist möglich. Die Jungpflanzen werden noch im ersten Jahr fast einen Meter hoch. Sie sind schnellwüchsig. Erst ab dem vierten Jahr nimmt das Wachstum stark ab.

In der Volksmedizin genutzt wird Besenginster besonders bei Problemen des Herz-Kreislauf-Systems.

Zu finden ist Besenginster auf Weiden, an Waldsäumen oder in Waldschlägen. Zudem wächst er in lichten Eichen- und Hainbuchenwäldern, sofern der Boden säuerlich ist. Gegenden, in denen er besonders oft zu finden ist, sind das Sauerland, das Rheinische Schiefergebirge sowie die Eifel. Grund hierfür ist die dort betriebene Feld-Heide-Wechselwirtschaft. Bevorzugt werden stickstoffarme, lehmige oder sandige Böden. Kalkhaltige Böden bieten Besenginster kaum Lebensraum.

Beheimatet ist die Pflanze in erster Linie in West- und Mitteleuropa. Zu hartes Klima bekommt ihm nicht, daher ist er in den Alpen beispielsweise nicht zu finden. Besenginster findet sich in Höhen bis zu 900 Metern. Durch die Pflanze wird zudem der Boden aufgebrochen und nährstoffarme Böden mit Stickstoff angereichert. Dadurch können an Orten, an denen Besenginster gewachsen ist, im Nachhinein gut Nadelbäume wachsen.

Diese Eigenschaft hat Besenginster mit anderen Schmetterlingsblütlern, die früher als Hülsenfruchtgewächse bezeichnet wurden, gemeinsam. Aufgrund des hohen Eiweißgehalts werden Symbiosen mit gewissen Bodenbakterien eingegangen. Dies sorgt für die Anreicherung mit Stockstoff. Die Pflanze ist nicht gefährdet und kommt häufig vor.

Wirkung & Anwendung

Der Verwendung vorausgehend ist die Giftigkeit der Pflanze aufzugreifen. Besenginster ist aufgrund der enthaltenden Alkaloide und aufgrund des Flavonglykosids Scoparin in allen Teilen giftig. Es enthält Spartein, Lupanin und Hydroxylupanin. Die Wirkstoffe wirken sowohl auf den Menschen als auch auf einige Tiere toxisch. Daher darf Besenginster als Heilpflanze nur in sehr geringen Mengen angewendet werden.

Vergiftungssymptome sind Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Zudem kann in schlimmen Fällen auch ein Kreislaufkollaps mit Tachykardie auftreten. Hinzu kommen können Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck oder Hypotonie. Besagte Erscheinungen können bereits nach dem Verzehr von fünf bis zehn Samen auftreten.

Einerseits wird Besenginster als Winterfutter für Rehe und Hasen eingesetzt, andererseits als Zierstrauch. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Blütenfarben vom Standard abweichen. Verschiedene Zuchtformen haben beispielsweise rosa oder rötlich gefärbte Schmetterlingsblüten. Zudem findet er aufgrund seiner Knöllchenbakterien Anwendung als Bodenverbesserer.

Neben den obengenannten Giftstoffen enthält Besenginster biogene Amine wie Dopamin und Ryamin. Abgesehen davon enthalten die Blüten ätherische Öle und Flavonoide wie Astragalin. Aufgrund des Alkaloidgehalts wirkt sich Besenkraut in geringen Mengen positiv auf die Gesundheit aus. Genutzt werden dabei sowohl die jungen Zweige als auch die Blütenknospen.

Beides wird sowohl in der Volksmedizin als auch der Schulmedizin genutzt. Dabei finden sich in der Apotheke sowohl Fertigpräparate als auch Teemischungen. Besenginster wird in Tropfen, Tabletten oder Injektionslösungen verarbeitet. Diese dürfen bis zu einem Prozent der Droge enthalten. Von der Droge verwendet werden besonders die grünen, getrockneten Sprossen mit Blättern und Zweigen. Außerdem werden auch Blüten und Blätter in Heilmitteln verarbeitet.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

In der Volksmedizin genutzt wird Besenginster besonders bei Problemen des Herz-Kreislauf-Systems. In genau abgemessenen Mengen kann das Kraut bei Herzrhythmusstörungen eingenommen werden, um den Kreislauf auszubalancieren. Die Erregbarkeit des Herzens wird hierdurch verringert und Symptome wie Herzrasen, Angst, Schwindel und Brustenge gemildert. Außerdem kann so auch Herzrasen vermindert werden. Der Herzschlag wird verlangsamt und stabilisiert.

Aus volkskundlicher Sicht ist Besenginster bei leichten Beschwerden bereits ausreichend, um die Symptome zu lindern. Zudem wird die Pflanze gegen Ödeme und als Diuretikum genutzt. Als Ödeme werden Wassereinlagerungen im Gewebe bezeichnet, während Diuretika harntreibende Medikamente sind. In früherer Zeit nutzten die Menschen die Pflanze um Schlangenbisse zu behandeln oder Herzschwächen zu heilen. Zudem sollte das Kraut Wehen fördern.

Spartein wird bis heute zur Einleitung der Geburt genutzt. Die Wirkung der Pflanze gegen Schlangenbisse beruht auf der Immunisierung von Schafen gegen Vipernbisse. Diese sollen zuvor Besenginster gefressen haben. Zu den genannten Wirkungen liegen allerdings keine Studienergebnisse vor. Daher sollte die Einnahme immer mit einem Mediziner abgesprochen werden.

Zusätzlich sollten Personen, die auf einen der Wirkstoffe allergisch reagieren, auf die Einnahme von Besenginster verzichten. Das Gleiche gilt für Säuglinge und Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Treten Vergiftungserscheinen auf, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

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