Berg-Laserkraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Das Berg-Laserkraut ist auch als Bergkümmel bekannt und kommt vor allem in mittel- und südeuropäischen Gebirgen vor. Das Kraut schmeckt ähnlich wie Kümmel und Fenchel und wurde in der Vergangenheit gegen Nierenleiden, Husten, Vergiftungen, Augenleiden und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Mittlerweile wird Bergkümmel kaum mehr verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Berg-Laserkrauts

Die Doldenblütlerartigen sind eine Ordnung der bedecktsamigen Pflanzen, die weltweit verbreitet ist und sieben Familien mit insgesamt annähernd 500 Gattungen und 5500 einzelnen Arten umfasst. Eine dieser Gattungen sind die Doldenblütler, zu denen die Laserkräuter zählen. Eine Pflanzenart aus dieser Gattung ist das Berg-Laserkraut. Alle Arten des Laserkrauts wachsen als ausdauernd krautige Pflanzen mit kräftigem Hohlstängel.

Das Berg-Laserkraut ist eine sommergrün und ausdauernd krautige Pflanze, die zwischen 30 und 150 Zentimetern misst und zuweilen auch als Bergkümmel bezeichnet wird. Der kahle Stängel trägt feine Rillen und besitzt einen runden Querschnitt mit Faserschopf, der am der Basis ansetzt. Die vegetativen Anteile besitzen blaugrüne Farbe. Die Grundblätter sind durchschnittlich bis zu 50 Zentimeter lang. Die Blätter des Stängels werden in Richtung oben kleiner und besitzen einen dreieckigen Umriss.

Der Rand der lanzettlichen Fiederabschnitte an den Blütenblättern ist hell gefärbt bis weiß. Der Blütenstand ist doppeldoldig und trägt zwischen 20 und 50 Strahlen. Heimisch ist die Pflanze in den europäischen Gebirgen, so vor allem in den Bergen Zentral- und Südeuropas. Die Pflanzenart gilt als wärmeliebend und bevorzugt sonnige Hänge oder Waldränder, wo sie vor allem auf Kalkböden wächst. In Deutschland wächst der Bergkümmel vor allem in den Alpen und in der Eifel.

Wirkung & Anwendung

Das Berg-Laserkraut wurde in der Vergangenheit sowohl als Würzpflanze, als auch Heilpflanze verwendet. Die Früchte des Krauts schmecken bitter und riechen ähnlich wie Fenchel oder Kümmel. Im Vergleich zu diesen Gewächsen hat das Kraut allerdings einen wesentlich bitteren und schärferen Geschmack. Im 9. Jahrhundert zählte der Bergkümmel noch zu den wichtigsten Heilpflanzen.

Karl der Große erließ damals eine Verordnung, die als „Capitulare de Villis“ überliefert ist. Die Verordnung enthält die 89 wichtigsten Heilkräuter und listet auch den Bergkümmel auf. Das Berg-Laserkraut sollte laut der Verordnung auf den Landgütern angepflanzt. Karl der Große wollte damit ein Grundversorgung mit Heilpflanzen sicherstellen und sozusagen eine natürliche Apotheke anlegen. Bis ins späte Mittelalter war das Kraut beliebt.

Im 16. Jahrhundert verwenden vor allem Ärzte die Pflanze, die in ihrer Wirkung Kümmel und Fenchel gleicht. Kümmel kommt in Form von getrockneten und reifen Früchten sowie als Kümmelöl zur Anwendung und besteht größtenteils aus Wirkstoffen wie ätherischen Ölen mit Carvon, aus Limonen, Phellandren und weiteren Monoterpenen. Außerdem sind Phenolcarbonsäuren und Flavonoide in Kümmel enthalten.

Das Berg-Laserkraut ist eine sommergrün und ausdauernd krautige Pflanze, die zwischen 30 und 150 Zentimetern misst und zuweilen auch als Bergkümmel bezeichnet wird.

Die Wirkung besteht in einer Stimulation der Verdauungsdrüsen. Krampflösende Eigenschaften werden mit Kümmel assoziiert. Vor allem bei Verdauungsstörungen, Blähungen oder Völlegefühl und Krämpfen des Magen-, Darm- und Gallenbereichs kommt Kümmel bis heute zum Einsatz. Kümmelsamen werden als Tee getrunken oder als ätherisches Öl angewandt.

Vor allem das Öl hat antimikrobielle Eigenschaften und wird in Mundwasser und Zahnpasta verwendet. Außerdem verschwindet Mundgeruch, wenn auf reifen Kümmelfrüchten gekaut wird. In jedem der genannten Zusammenhänge kam bis ins Mittelalter auch das Berg-Laserkraut zur Anwendung. Darüber hinaus wurde das Berg-Laserkraut mit der Wirkung von Fenchel in Verbindung gebracht, dessen Kraut und Früchte die Milchsekretion anregen und dessen Blütenstengel als heilsam für Blase und Nieren gelten.

Fenchel wurde zusätzlich zur Schleimlösung verwendet. Außerdem kam die Heilpflanze bei Augenleiden und Intoxikation zum Einsatz. Das Gewächs gilt als magen- und darmstärkend. Die Wirkung soll Bauchschmerzen, Koliken, Magenkrämpfe, Husten und Brustaffektionen lindern. Zusätzlich wirkt die Pflanze beruhigend.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Aufgrund dieses intensiven Geschmacks unter der schwierigen Kultivierung werden sie mittlerweile kaum mehr angebaut. Auch wildwachsend kommen sie aktuell nur noch äußerst selten vor. Damit ist ihre Verwendung mittlerweile zurückgegangen. Dass der Bergkümmel für die heutige Medizin der westlichen Welt keine Rolle mehr spielt, hat neben dem geringen Vorkommen vor allem mit den Alternativen zu tun.

Mittlerweile ist es nicht mehr erforderlich, sich mit der Kultvierung der Pflanze abzumühen, um bei Magen-Darm-Beschwerden, Nierenbeschwerden oder Augenleiden auf eine geeignete Heilpflanze zurückgreifen zu können. Da sich das Kraut in seiner Wirkungsweise nicht von echtem Kümmel oder Fenchel unterscheidet, sind diese beiden Pflanzen ein geeigneter Ersatz. Sie sind in der Kultivierung einfacher zu handhaben und sind außerdem auch als Wildwuchs noch immer verbreitet.

Ein zusätzlicher Vorteil dieser Alternativen ist der Geschmack. Wegen des intensiven Bittergeschmacks und der Schärfe war Bergkümmel vor allem für Kinder noch nie eine optimale Heilpflanze. Kümmel und Fenchel liefern die annähernd gleichen Heilstoffe und Wirksubstanzen zu wesentlich angenehmerem Geschmack und eignen sich zum Verzehr daher deutlich besser. Aus diesem Grund haben die beiden Alternativen das Berg-Laserkraut annähernd vollständig verdrängt.

Die medizinisch zurückgegangene Relevanz des Berg-Laserkrauts schlägt sich auch in modernen Büchern über Heilpflanzen nieder. Kaum ein modernes Heilpflanzenbuch enthält den Bergkümmel noch. Nichtsdestotrotz war der Bergkümmel ab dem achten Jahrhundert von nachweislich medizinischer Relevanz, die sich bis ins Mittelalter fortgesetzt hat. Wie die überlieferte Verordnung von Karl dem Großen eindringlich klarmacht, war die Relevanz der Pflanze sogar derart groß, dass die Landwirtschaft offiziell zum Anbau aufgefordert wurde.

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