Berg-Flockenblume

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Berg-Flockenblume ist ein Korbblütler und gehört zur Gattung der Flockenblumen. Sie ist eine traditionelle Heilpflanze, die in der modernen Heilkunde nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Berg-Flockenblume

Centaurea montana, so der botanische Name der Berg-Flockenblume, ist in den mittel- und südeuropäischen Gebirgen heimisch. Sie ist in Höhenlagen bis 2100m anzutreffen und wächst vornehmlich auf kalkhaltigen Böden in Sonnen- oder Halbschattenlage.

Die Berg-Flockenblume ist eine Staudenpflanze mit leuchtend blauen Blüten. Die Blütenköpfchen stehen einzeln und messen etwa 5cm im Durchmesser. Die innere Blüte der Berg-Flockenblume leuchtet violett. Die äußeren leicht gefiederten Randblüten sind blau gefärbt. Die Pflanze wird zwischen 15 und 75cm groß. Die lanzettenförmigen Blätter sitzen ohne Stiele direkt am gesamten Stängel. Dieser steht aufrecht und ist mit weißen filzigen Härchen besetzt. Die Blütezeit der Berg-Flockenblume liegt zwischen Mai und August.

Bei einem warmen Herbst kann es auch im September oder Oktober zu einer zweiten Blüte kommen. Diese ist allerdings nicht so ausgeprägt wie die Blüte im Sommer. Die Blüten werden durch Schmetterlinge und Schwebfliegen bestäubt und verbreiten an warmen und sonnigen Tagen einen angenehmen Duft. Nach der Blüte bildet die Berg-Flockenblume gelbe, etwa 5mm lange Früchte aus. Die Berg-Flockenblume ist aufgrund intensiver Landwirtschaft und touristische Nutzung sehr selten geworden und steht in vielen Gebieten mittlerweile unter Schutz.

Wirkung & Anwendung

Die Hauptwirkstoffe von Centaurea montana sind Anthocyane, Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe. Die Pflanze wird in der Volksheilkunde vor allem im Bereich des Verdauungstrakts eingesetzt. Sie wirkt adstringierend, das heißt zusammenziehend. Ein Adstringens wirkt austrocknend, blutstillend und entzündungshemmend.

Die austrocknende Wirkung macht man sich bei der Berg-Flockenblume zunutze und setzt sie als Teeaufguss bei Durchfallerkrankungen ein. Dafür werden drei getrocknete Blütenköpfe mit einer Tasse heißem Wasser übergossen. Nach einer Ziehzeit von zehn Minuten kann der Tee getrunken werden. Mehr als zwei Tassen pro Tag sollten allerdings nicht getrunken werden. Die entzündungshemmende Wirkung der Berg-Flockenblume wirkt zudem beruhigend auf einen gereizten Darm. Zugleich regt die Pflanze auch den durch die Erkrankung vielleicht verloren gegangenen Appetit wieder an

Auch bei Erkrankungen der Atemwege kann ein Tee aus Berg-Flockenblumenblüten zum Einsatz kommen. Die leuchtend blauen Blüten wirken hustenstillend und schützen die angegriffenen Schleimhäute. Ebenso kann der Tee bei Halsschmerzen und Entzündungen des Rachenraums Linderung verschaffen. Fast in Vergessenheit geraten ist die Anwendung bei Augen- und Lidrandentzündungen. Auch hier werden wieder die getrockneten Blüten der Heilpflanze verwendet.

Centaurea montana, so der botanische Name der Berg-Flockenblume, ist in den mittel- und südeuropäischen Gebirgen heimisch. Sie ist in Höhenlagen bis 2100m anzutreffen und wächst vornehmlich auf kalkhaltigen Böden in Sonnen- oder Halbschattenlage.

Dafür wird wie weiter oben beschrieben ein Tee aufgegossen. Wenn der Tee leicht abgekühlt ist, können damit Umschläge und Auflagen für die entzündeten Augen hergestellt werden. Außerdem soll der Blütenaufguss auch bei Zahnfleischbluten hilfreich sein. Zum einen natürlich, weil die Berg-Flockenblume antientzündlich wirkt und zum anderen, weil die enthaltenen Gerbstoffe eine blutstillende Wirkung haben.

Selbst bei ausbleibenden Blutungen, genauer bei Menstruationsstörungen wurde und wird die Berg-Flockenblume eingesetzt. Des Weiteren finden die Blüten der Berg-Flockenblume Anwendung in der Haut- und Wundpflege. Für die Hautanwendung wird circa eine Hand Blüten mit einem Liter kochendem Wasser überbrüht. Der Sud sollte etwa 15 Minuten ziehen und dann abgeschüttet werden.

Als Alternative kann auch ein Brei aus den frischen Blüten hergestellt werden. Dafür werden die Blüten einfach zerquetscht und der Brei wird auf Wunden oder Geschwüre aufgetragen. Zudem ist das Gewächs aus den Bergen als harntreibendes Mittel bekannt und war daher früher oft Bestandteil von Blasen- und Nierentees. Früher sagte man der Berg-Flockenblume auch eine blutreinigende Wirkung nach.

Blutreinigungs- und Entschlackungstees wurden eingesetzt um das Blut von Schadstoffen zu befreien. Hauptsächlich waren harntreibende Teedrogen Teil dieser Blutreinigungstees. Deshalb war die Berg-Flockenblume beliebter Bestandteil der reinigenden Tees. Auch die Ausleitung der sogenannten Schlacken über die Haut soll das Kraut gefördert haben.

Centaurea ist auch Bestandteil homöopathischer Arzneimittel. Hier werden aber nicht wie in der Volksheilkunde die getrockneten Blütenstande, sondern die Wurzel oder die frische ganze Pflanze verwendet. Die Indikationen sind allerdings ähnlich: Durchfall, Blutungen, ausbleibende Menstruation, Magenbeschwerden oder Wundheilungsstörungen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Vor allem im süddeutschen Raum war die Berg-Flockenblume bei den Kräuterfrauen der Dörfer bekannt. Auch heute kennen viele Einheimische noch die vielfältige Wirkung der Berg-Flockenblume. Oft wird dieses Wissen von Generation zu Generation weitergegeben.

In den Gebieten, in denen die Berg-Flockenblume heimisch ist und noch nicht unter Schutz steht, werden Durchfallerkrankungen immer noch mit einem Tee aus den Blüten der Berg-Flockenblume behandelt. Durch moderne Landwirtschaft und die Nutzung der Berghänge zum Skifahren oder Wandern ist die Berg-Flockenblume an vielen Orten verschwunden und somit gerät auch ihre heilende Wirkung in Vergessenheit.

In der modernen Kräuterheilkunde spielt sie außerhalb der Gebirgszüge nur noch eine geringe Rolle. Bekannter ist hier ihre Verwandte die Kornblume. Sie hat ähnliche Inhaltsstoffe und dementsprechend auch ähnliche Indikationen. In den Pflanzenmonographien der E-Kommission wird die Berg-Flockenblume nicht einmal erwähnt. Die Kommission E ist ein Gremium bestehend aus Ärzten, Apothekern, Pharmakologen und Patientenvertretern.

Die Hauptaufgabe der Kommission ist die Erstellung von Monographien hinsichtlich der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit pflanzlicher Arzneien. Der Fakt, dass die Berg-Flockenblume in den mittlerweile über 400 Monographien keine Erwähnung findet unterstreicht, dass das Berggewächs in der modernen Medizin nur eine untergeordnete bis unwichtige Rolle spielt.

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