Benzoe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Als Benzoe bezeichnet man das Harz aus dem Benzoe- beziehungsweise Styraxbaum. Das Harz verströmt einen angenehmen süßlichen Duft und wird vor allem in der Parfümherstellung und in der Aromatherapie verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Benzoe

Das Benzoeharz stammt von verschiedenen Benzoebäumen. Hauptsächlich verwendet wird das Harz der Siam-Benzoe (Styrax tonkinensis Craib) und der Sumatra-Benzoe (Styrax benzoin Dryand). Beide Bäume gehören zu den Storaxbaumgewächsen. Nicht zu verwechseln ist das Benzoeharz mit dem Styraxharz, welches aus verwandten Storaxbäume gewonnen wird. Die Siam-Benzoe wächst in Thailand, Vietnam, Laos und Kambodscha. Wie der Name schon verrät, findet sich die Sumatra-Benzoe ausschließlich auf der Insel Sumatra in Indonesien.

Die bis zu 20 Meter hohen Benzoe-Bäume sind immergrün und haben eine schokoladenbraune Rinde. An den Ästen sind die ovalen bis zu 10 Zentimeter langen Blätter wechselständig angeordnet. Während der Blütezeit zeigen sich langen Trauben angeordnete weiße Blüten. Die Früchte des Benzoe-Bazmes sind bis zu 12 Millimeter lang und enthalten den Samen. Durch Einschneiden des Baumstamms und Aushärten an der Luft wird das bräunliche Benzoeharz gewonnen.

Wirkung & Anwendung

Der Duft des Benzoeharzes ist balsamisch und erinnert stark an Vanille. Den angenehmen Wohlgeruch verdankt das Harz vor allem den aromatischen Estern. Hauptkomponente ist mit einem Anteil von bis zu 80 Prozent Coniferolbenzoat. Weitere Komponenten sind aromatische Säuren wie die Benzoesäure (circa 20 Prozent) und aromatische Aldehyde mit einem Anteil von 1-2 Prozent. Das aromatische Aldehyd Vanillin ist verantwortlich für die vanilleähnliche Duftnote des Harzes.

In der Regel wird Benzoeharz in seiner ursprünglichen Harzform angeboten. In dieser Form wird das Harz vor allem verräuchert. In der russisch-orthodoxen Kirche ist das Harz des Benzoebaumes Hauptbestandteil des Kirchen-Weihrauchs. Nicht nur das Harz selber, sondern auch der Rauch duftet balsamisch und nach Vanille. Der Duft soll ein Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Wärme vermitteln.

Durch Einschneiden des Baumstamms und Aushärten an der Luft wird das bräunliche Benzoeharz gewonnen.

Aufgrund der entspannenden Wirkung ist das Benzoeharz vor allem für Räucherungen am Abend geeignet und lässt sich gut mit Sandelholz, Patchouliblättern, Rosenblüten, Zimtblüten, Tonka oder Sternanis ergänzen. Im Ayurveda gilt der Rauch des Benzoeharzes auch als Heilmittel für Atemwegserkrankungen.

Aus dem Harz lässt sich durch eine Alkoholextraktion ein dickes, bräunliches ätherisches Öl gewinnen. Dafür wird das Harz in Weingeist gelegt. Aus 1,5 kg Harz kann so 1 kg ätherisches Benzoe-Öl gewonnen werden. Dieses wird auch als Resinoid bezeichnet. Der süße und liebliche Duft des Harzes bleibt bei der Extraktion erhalten. Auch das ätherische Benzoeöl vermittelt Geborgenheit und Wärme und wirkt sowohl entspannend als auch angstlösend.

Doch Benzoe tut nicht nur der Psyche gut, sondern hat auch eine positive Wirkung auf die Haut. Benzoeöl fördert den Stoffwechsel der Haut und hilft wunder Haut sich wieder zu regenerieren. Benzoe wirkt antimikrobiell. Die antimikrobielle Wirkung ist weniger bei Bakterien, dafür umso mehr bei Hefen und Pilzen zu beobachten. Deswegen wird das ätherische Öl gerne zur Mykosenvorbeugung beispielsweise bei Patienten mit Diabetes mellitus eingesetzt.

Auch Krebspatienten können in der Bestrahlungsprophylaxe und -nachsorge von dem ätherischen Öl profitieren. Benzoeöl wirkt zudem wundheilend und epithelisierend, sodass es sich gut bei schlecht heilenden Wunden verwenden lässt. Somit kann Benzoe auch zur Vorbeugung gegen Wundliegen (Dekubitus-Prophylaxe) oder zur Stomapflege bei einem künstlichen Darmausgang verwendet werden.

Gerne wird das Öl auch in der Aknebehandlung genutzt. Hier macht man sich die entzündungshemmende Wirkung zunutze. Benzoeöl wirkt zudem regulierend und kann eine durch falsche Behandlung geschädigte Hautflora wieder aufbauen. Wie alle ätherischen Öle sollte auch das aus dem Benzoeharz gewonnene Öl grundsätzlich verdünnt und niemals pur auf die Haut aufgetragen werden. Als Trägersubstanzen eignen sich „fette“ Pflanzenöle. Um die hautpflegende Wirkung des Benzoeharzes zu unterstützen, eignen sich beispielsweise Mandelöl, Jojobaöl oder Nachtkerzenöl.

Zur Hautpflege lässt sich auch ein Aerosol mit Benzoe herstellen. Dafür werden einige Tropfen des ätherischen Öls in Rosenhydrolat gegeben. Vor Gebrauch muss das Aerosol gut geschüttelt werden und kann dann auf wunde Hautstellen gesprüht werden. Ätherische Öle sind nicht wasserlöslich. Soll das aus dem Benzoeharz gewonnene Öl in einem Vollbad verwendet werden, muss es vorher emulgiert werden. Als Emulgatoren eignen sich beispielsweise Sahne, fette Milch, Honig oder Meersalz.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Benzoe war vor allem auf der südarabischen Halbinsel schon sehr früh bekannt. Damals wurde Benzoe auch javanischer Weihrauch genannt. Im alten Ägypten war das Harz des Benzoebaumes ein begehrtes Heilmittel. Als Räucherwerk wurde es vor allem zur Desinfektion genutzt, aber auch bei der Herstellung von Heilsalben verwendet. Der griechische Arzt Pedanius Dioskorides beschrieb die positive Wirkung des Harzes auf die Haut und die Atemwege bereits 50 nach Christus.

Heute wird Benzoe vorwiegend in der Industrie und nicht in der Medizin verwendet. Besonders die Parfümindustrie schätzt Benzoe für seinen warmen Duft und verwendet das Harz vor allem für orientalische Düfte. Zudem wird Benzoe als Fixativ zum Schutz von Öl-, Acryl- und Pastellgemälden sowie als Geigenlack genutzt. Die aus dem Benzoeharz extrahierte Benzoesäure findet als Konservierungsstoff in der Nahrungsmittelindustrie Verwendung.

Therapeutisch wird Benzoe heute eher in der Alternativmedizin verwendet. Hier schätzen Heilpraktiker und Ärzte das Harz für seine pflegende und antientzündliche Wirkung und nutzen das ätherische Öl für Massagen, zur Wundpflege, für therapeutische Bäder oder in der Duftlampe.

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