Benediktenkraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Das Benediktenkraut zählt zur Familie der Korbblütler. Als wichtigste Inhaltsstoffe finden sich insbesondere Bitterstoffe, Flavonoide, Triterpne, ätherische Öle sowie sehr viele Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium. In der Medizin werden die enthaltenen pflanzlichen Wirkstoffe als Cholagogum und Amarum eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Benediktenkrauts

Beim relativ geruchlosen und sehr bitteren Benediktenkraut handelt es sich um eine einjährige Pflanze, die eine Höhe von maximal 70 Zentimetern erreichen kann. Die Blätter können 30 Zentimeter lang und acht Zentimeter breit werden. Die Pflanze erinnert an Disteln, denn sie trägt behaarte und gelappte Blätter, deren Ränder in kleine Dornen auslaufen. Unterseits sind sie hellgrün und haben eine längliche Form.

Das Benediktenkraut bildet kleine Blütenköpfchen aus, die von stacheligen Hochblättern umgeben sind und aus gelben Röhrenblüten bestehen. Die Pflanze ist im Mittelmeerraum beheimatet. Es heißt, dass der Benedikt von Nursia dieses Kraut seinen Benediktinern, empfohlen haben soll, die es anschließend in den Klostergärten anbauten. So soll die Pflanze zum Namen gekommen sein. Das Drogenmaterial, das medizinisch genutzt wird, stammt vorwiegend aus Osteuropa, Italien und Spanien.

Heutzutage ist das Kraut ebenso in Südamerika und Teilen von Afrika heimisch. Es wächst auf sonnigem, trocknen Acker- und Ödland. Auf schweren und fetten Böden gedeiht es nicht. Das Benediktenkraut wird beispielsweise an Feldrainen, sonnigen Hängen, auf steinigen und trockenen Flächen oder in Gärten gefunden. Es blüht in den Monaten Mai bis August. Die Gewinnung erfolgt meist durch Wildsammlung, wobei Verfälschungen sehr selten sind, denn die Pflanze ist äußerlich sicher erkennbar.

Wirkung & Anwendung

Zu den Hauptkomponenten des Naturheilmittels gehören Bitter- und Gerbstoffe, ätherische Öle, Flavonoide, Terpene, Mineralsalze und Vitamin B1. Dem Benediktenkraut werden antiseptische, sekretionsfördernde, diuretische, fiebersenkende und tonische Eigenschaften zugeschrieben. Arzneilich wird, bis auf die Wurzel, das gesamte Kraut verwendet. Das Benediktenkraut ist eine Heilpflanze, die einfach und sicher gehandhabt werden kann. Wer auf Korbblütengewächse jedoch allergisch reagiert, sollte darauf verzichten.

Kreuzallergien sind zudem mit Kornblumen oder Beifuß möglich. Bereits im Mund regen die Bitterstoffe des Benediktenkrautes den Verdauungsprozess an. Sie lösen einen Reflex aus, welcher den Speichel fließen lässt, der mehrere Funktionen hat. Er enthält Schleimstoffe, welche die aufgenommene Nahrung geschmeidiger machen sowie Enzyme, die verschiedene Zucker für eine bessere Verdaulichkeit in Einzelbestandteile zerlegen.

Beim relativ geruchlosen und sehr bitteren Benediktenkraut handelt es sich um eine einjährige Pflanze, die eine Höhe von maximal 70 Zentimetern erreichen kann.

Durch einen vermehrten Speichelfluss wird auch der Appetit angeregt. Zudem wird das Gastrin (Verdauungshormon) im Magen freigesetzt, das die Magen-Darm-Tätigkeit anregt. Dank der ätherischen Öle, die im Benediktenkraut enthalten sind, produziert die Leber mehr Gallenflüssigkeit, die für die Fettverdauung erforderlich ist. Extrakte aus dem Benediktenkraut können Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit lindern.

Hierfür wird ein Teelöffel Benediktenkraut mit 300 ml kaltem Wasser übergossen und zum Sieden gebracht. Im Anschluss wird es zwei Minuten ziehen gelassen und dann abgegossen. Aufgrund des höheren Bittergehaltes ist die Wirksamkeit bei Kaltansätzen besser. Bitterstoffdrogen sollten wegen der Wärmeempfindlichkeit niemals längere Zeit gekocht, sondern stets nur überbrüht werden, damit die Bitterstoffe unverändert bleiben. Der lauwarme Tee wird 30 bis 60 Minuten vor den Mahlzeiten getrunken, um den Appetit zu erhöhen und direkt nach dem Essen, um Verdauungsbeschwerden zu lindern.

Auch wenn das Benediktenkraut sehr bitter schmeckt, sollte der Tee nicht gesüßt werden, damit die Wirkung der Heilpflanze komplett erhalten bleibt. Bis zu drei Mal täglich kann eine Tasse des Benediktentees in kleinen Schlucken getrunken werden. Benediktenkraut fördert ebenso die Wundheilung. Hierfür wird der Tee auf eine Kompresse gegeben und dies auf die Wunde gelegt, was mehrmals am Tag frisch wiederholt werden sollte. Auch bei Hämorrhoiden kann der Teeaufguss als Sitzbad Linderung bringen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Das Benediktenkraut ist bei einer Appetitlosigkeit speichel- und magensaftbildend. Demzufolge fördert es die Produktion der Verdauungssäfte, die einerseits den Hunger erhöhen und zudem die Verdauung erleichtern. Es wird für eine bessere Verträglichkeit von Speisen gesorgt. Da der Speichelfluss angeregt wird, hilft es auch gegen eine Mundtrockenheit. Der Magen bildet des Weiteren mehr vom sauren Magensaft. Dies kann ebenso den Appetit erhöhen.

Neben der Funktion, die Nahrung zu speichern und anschließend einen Speisebrei zu bilden, ist dies die wichtigste Aufgabe, die der Magen zu erfüllen hat. In Bezug auf Magen-Darmprobleme wirkt es blähungswidrig und verdauungsfördernd, da die Aufnahme der Gase, die bei der Verdauung entstehen, erhöht wird. Dadurch können Blähungen deutlich vermindert werden. Daran sind die Bitterstoffe, welche die Bildung des Speichel- und Magensaftes anregen sowie die ätherischen Öle beteiligt. Diese wirken auf die Galle, wobei der Gallensaft wiederum für die Fettverdauung wichtig ist.

Das Benediktenkraut kann die Gallensaftproduktion durch einen Reflex ausgelöst erhöhen. Daher wird der gesamte Verdauungsprozess enorm erleichtert. Letzten Endes wird das Benediktenkraut in erster Linie als Bittermittel bei Verdauungsstörungen, bei Appetitlosigkeit, allgemeinen dsypeptischen Beschwerden und Gallenleiden genutzt. Dank des hohen Kaliumgehaltes wird es ebenso als harntreibendes Mittel verwendet.

Homöopathisch werden mit den frischen und oberirdischen Teilen des Krautes chronische Lebererkrankungen behandelt. Das Benediktenkraut soll weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit eingenommen werden. Das Gleiche gilt bei vorliegenden Magen- und Darmgeschwüren oder einer übermäßigen Verdauungssaftproduktion. In einer zu hohen Dosierung kann das Kraut Erbrechen auslösen.

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