Belastungs-EKG

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Oktober 2017
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Der Altersdurchschnitt unserer Bevölkerung steigt immer mehr und damit auch die Anzahl von Menschen mit erhöhtem Risiko, von Herzkrankheiten betroffen zu werden. Damit wächst auch der Bedarf nach Untersuchungen, welche das Herz-Kreislauf-System betreffen. Eine wichtige Stellung nimmt in diesem Bereich der Medizin das Belastungs-EKG ein, bei welchem eine intensive Untersuchung der Belastbarkeit des jeweils betroffenen Patienten erfolgt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Belastungs-EKG?

Beim Belastungs-EKG handelt es sich im Allgemeinen um einen Prozess, bei dem Patienten in Bezug auf ihre körperliche Leistungsfähigkeit getestet werden. Dabei kommen verschiedene Ergometer zum Einsatz, die auf Quer- oder Längsschnittuntersuchungen, Stufen- oder Dauertests basieren.

Es handelt sich dabei um Prozeduren, mit deren Hilfe die individuelle Leistungsfähigkeit einer Person diagnostiziert wird. Die Dokumentation erfolgt dabei im Rahmen einer sogenannten Leistungsdiagnostik. Während der Ausführung des Belastungs-EKG erfolgt die Aufzeichnung des entsprechenden Elektrokardiogramms. Das Belastungs-EKG umfasst im Allgemeinen den Bereich in der Medizin, welcher als Ergometrie bezeichnet wird.

Die Bedeutung und Funktion von einem Belastungs-EKG lässt sich bei genauer Betrachtung bereits von dem Begriff ableiten. Das Wort Ergometrie setzt sich aus den griechischen Worten ergon und metron zusammen, wobei sich das Erste mit Arbeit und das Zweite mit Maßstab übersetzen lässt.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Diagnosen, welche sich durch das Belastungs-EKG stellen lassen, umfassen ein breites Spektrum, wobei sich neben Aussagen zur Leistungsfähigkeit des Patienten Feststellungen bezüglich des Blutdruckverhaltens unter Belastungsbedingungen ableiten lassen.

Weiterhin lassen sich Herzrhythmusstörungen anhand des gezeichneten Elektrokardiogrammes erkennen. Eine besondere Bedeutung hat das Belastungs-EKG dabei im Bereich der Gesundheitsvorsorge, da es sich um eine wirkungsvolle Präventivmaßnahme für die frühzeitige Erkennung von Herzinfarktrisiken handelt. Gleichzeitig kommt es bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, bei Nachuntersuchungen zum Einsatz.

Zu den Einsatzgebieten des Belastungs-EKG zählen weiterhin die Untersuchungen im Rahmen weiterer Krankheiten wie der Pulmunalen Insuffizienz und der Herzinsuffizienz, überschießendem Blutdruckanstieg, Durchblutungsstörungen sowie bei koronaren Herzkrankheit. Die Bedeutsamkeit dieses Untersuchungsverfahrens beruht im Allgemeinen in hohem Maße auf der Tatsache, dass in etlichen Fällen Symptome für solche Krankheiten nur unter Belastung zum Vorschein kommen und deshalb mit anderen Methoden nicht erkennbar wären.

Das Elektrokardiogramm (EKG) ist die Aufzeichnung der elektrischen Impulse der Herzmuskelfasern. Jede Bewegung des Herzens geht eine elektrische Erregung voraus. Diese kann mit dem EKG graphisch oder digital gemessen und dargestellt werden. Hier ein Belastungs-EKG auf dem Ergometer.

Gemeinhin wird der Patient stets einer Belastung ausgesetzt, welche langsam zunimmt. In den meisten Fällen kommt dabei ein Standfahrrad zum Einsatz, welches auch als Ergometer bezeichnet wird. Während der Patient mit einer bestimmten Geschwindigkeit in die Pedale tritt, wird dessen Elektrokardiogramm geschrieben. Es erfolgt dabei neben der Kontrolle von Herzrhythmus und Puls auch stets eine Messung des Blutdruck]s. Nachdem die Belastungsphase auf dem Ergometer abgeschlossen ist, erfolgt über mehrere Minuten eine weitere Kontrolle der Herzfrequenz, um die Dauer für die Wiederherstellung des Ausgangszustandes festzustellen.

Die Bewertung fließt anschließend in die Beurteilung der Belastbarkeit des Patienten mit ein. Ein weiteres Anwendungsgebiet vom Belastungs-EKG ist die Sportmedizin, wo es zur Feststellung des aktuellen Leistungsstandes des jeweiligen Sportlers dient und einen wichtigen Grundbaustein für die Aufstellung beziehungsweise Aktualisierung des Trainingsplanes darstellt. Neben dem Fahrradergometer kommen beim Belastungs-EKG in manchen Ländern auch Laufbandergometer und Kletterstufen zum Einsatz.

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Risiken & Gefahren

Beim Belastungs-EKG bestehen ebenso wie bei vielen anderen medizinischen Methoden auch gewisse Risiken. Diese erreichen jedoch in diesem Fall ein vergleichsweise geringes Ausmaß. In erster Linie gilt es zu beachten, dass in einigen Fällen auf die Anwendung des Belastungs-EKG verzichtet werden sollte.

Zu diesen gehört die Durchführung bei Patienten, welche an einer akuten Herzmuskelentzündung leiden und deren Regelblutdruck einen Wert von 200/120 mmHg überschreitet. Weiterhin wird ein Belastungs-EKG bei Personen, bei welchen eine akute Herzinfarktgefahr besteht, nicht durchgeführt.

Im Allgemeinen lässt sich jedoch festhalten, dass das Risiko nicht höher als das normale, durchschnittliche, statistische Risiko bei Herzpatienten ist. Nur in seltenen Fällen sind die zu verzeichnenden Zwischenfälle so extrem, dass der Einsatz eines Defibrillators erforderlich wird. Die Vorteile überwiegen somit beim Belastung-EKG gegenüber den Gefahren, die damit zusammenhängen können.

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Quellen

  • Battegay, E.: Siegenthalers Differenzialdiagnose. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hamm, C., Willems, S.: Checkliste EKG. Thieme, Stuttgart 2014
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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