Bedside-Test

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 31. Mai 2017Geprüfte Qualität
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Der Bedside-Test ist eine Blutgruppenbestimmung direkt am Bett des Patienten, ohne dass Probenmaterial an ein Labor geschickt wird.

Das Verfahren ist Pflicht für jeden Arzt vor einer Bluttransfusion, um etwaige Verwechslungen von Blutkonserven zu verhindern. Der Test dient dem unmittelbaren Abgleich der Blutgruppe des potentiellen Empfängers mit der Beschaffenheit der zur Verwendung bestimmten Konserve, die bereits im Labor klassifiziert und entsprechend beschriftet worden ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Bedside-Test?

Das Prinzip des Bettseite-Tests wurde von dem US-amerikanischen Arzt und Hämatologen Reuben Ottenberg (1882-1959) erfunden, der im Jahr 1907 spezielle Prüfungen der Blutverträglichkeit in die Praxis einführte.

Der bis heute übliche Test wird auf einer kleinen Karte vorgenommen, die zwei oder drei Testfelder mit Anti-A-, Anti-B- und gegebenenfalls Anti-D-Serum aufweist. Auf jedes Feld wird ein Tropfen Blut gegeben und dort mit jeweils einem speziellen Stäbchen aus Kunststoff verteilt. Somit können die Blutgruppe im sogenannten AB0-System sowie der Rhesusfaktor zuverlässig getestet werden. Beispielsweise wird Blut der Blutgruppe A mit Rhesusfaktor positiv auf den Feldern Anti-A und Anti-D agglutinieren (verklumpen), während es bei Anti-B unverändert bleibt.

Auf dem Feld Anti-B verklumpen Blutstropfen der Gruppen B und AB, während sich Blut der Gruppen A und 0 nicht verändert. Damit es zu keinen Fehlbestimmungen kommt, wird jedes einzelne Serum den üblicherweise im Labor verwendeten Farben zugeordnet. Das Testfeld mit Anti-A-Serum ist grundsätzlich blau gefärbt, jenes mit Anti-B-Serum gelb. Das Testergebnis wird in der Patientenkarte langfristig dokumentiert, die Testkarte mit den eingetrockneten Blutstropfen nach einigen Tagen aus hygienischen Gründen vernichtet. Nach den relevanten Blutgruppen wird das Verfahren auch AB0-Identitätstest genannt.

Funktion, Wirkung & Ziele

Das Agglutinieren ist die Folge der Vermischung zweier oder mehrerer Blutgruppen, die nicht zusammenpassen. Der menschliche Körper stößt das ab, was er nicht kennt, also kommt es zum Verklumpen fremden Blutes einer anderen Blutgruppe als der körpereigenen.

Diese Unverträglichkeit resultiert aus den verschiedenen Eiweißsubstanzen, die sich in jeder Blutgruppe befinden. Die Eiweiße werden mit A und B sowie als Rhesusfaktor bezeichnet. Blutgruppe A Rhesus positiv (A+) heißt somit, dass Eiweiß A im Blut vorkommt und der positive Nachweis für den Rhesusfaktor gegeben ist. Rhesus negativ bedeutet, dieses Eiweiß ist in der konkreten Blutgruppe nicht vorhanden. Wer der Blutgruppe AB Rh-positiv angehört, besitzt mithin alle drei Eiweiße. Dagegen fehlen in der Gruppe 0 Rhesus negativ sämtliche bekannte Eiweißgruppen im Blut.

Deshalb ist diese Blutgruppe universell als Spenderblut für Notfälle einsetzbar. Alle anderen Blutgruppen müssen jedoch übereinstimmen, wenn Blut von einem Spender auf einen Empfänger übertragen wird. Mit dem Bedside-Test kann unmittelbar vor einer Transfusion festgestellt werden, ob diese Übereinstimmung tatsächlich gegeben ist. Um alle Risiken möglichst auszuschließen, werden dabei in der Regel sowohl das Empfängerblut als auch das Spenderblut mit dem Bedside-Test untersucht.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Dem Test haben sich alle in Frage kommenden Arten von Transfusionsblut zu unterziehen, auch und besonders die oft verwendeten Erythrozyten- und Granulozytenkonzentrate.

Der Bedside-Test ist auch im Notfall bei Lebensgefahr des Patienten zwingend vorgeschrieben. Das Patientenblut muss immer direkt vor Ort abgenommen werden. Ein Zurückgreifen auf gelagerte Blutproben des Patienten, egal welcher Art, ist kategorisch ausgeschlossen. Auch bei einer Transfusion von Eigenblut müssen Patienten- und Konservenblut stets frisch dem Bedside-Test unterzogen werden. Unmittelbar nach der Test-Durchführung hat der detaillierte Vergleich der erhobenen Blutdaten des Empfängers und des Spenders zu erfolgen. Bei geringsten Abweichungen muss der bevorstehende Transfusionsprozess definitiv unterlassen werden.

Werden mehrere Transfusionen hintereinander durchgeführt, muss der Bedside-Test für jede einzelne Transfusion wieder neu erfolgen. Das gilt gleichfalls bei jedem Wechsel des beteiligten medizinischen und ärztlichen Personals. Außerdem ist der Bettseite-Test immer persönlich von dem transfundierenden Arzt zu erheben. Der Arzt darf dessen Durchführung auf keine andere Person übertragen. Will er einem unerfahreneren Kollegen den Test beibringen, muss der transfundierende Arzt die direkte Aufsicht darüber ausüben.

Größtmögliche Vorsicht und Achtsamkeit im Zusammenhang mit Bluttransfusionen sind notwendig, weil äußerst vielfältige Verwechslungsmöglichkeiten bestehen und in der Vergangenheit immer wieder Realität wurden, die kein transfundierender Arzt überschauen kann. Die Verwechslungen können bei der Blutentnahme entstehen und sich bis zu vertauschten Konserven auf einer Station oder im Operationssaal erstrecken. In allen diesen Fällen können sich schwerwiegende Konsequenzen für Empfänger von Blutkonserven ergeben, die nicht selten lebensbedrohend sind. Aus diesen Gründen stehen die verschiedenen herkömmlichen Verfahren des Bedside-Tests permanent auf dem Prüfstand.

Unwägbarkeiten sind vor allem mit den Stäbchen verbunden, mit denen die Blutstropfen auf die Prüffelder der kleinen Karten mit den Serumproben gegeben werden. In einem neu entwickelten Verfahren wird deshalb das Blut unter Zuhilfenahme einer Spritze mit Kanüle durch eine elastische Deckfolie hindurch auf das jeweilige Antiserum gegeben. Weil die Folie die Nadel eng umschließt, wird garantiert, dass weder Blut noch Serum verschleppt werden oder in fremde Testfelder gelangen können. Außerdem wird die kleine Öffnung in der Folie sofort nach dem Einstich wieder verschlossen. Nach einem Aufschütteln kann die Reaktion des Blutes mit dem Serum sofort wahrgenommen werden. Diese moderne Form des Bedside-Tests dauert insgesamt nur maximal zehn Sekunden. Diese kurze Zeitspanne kann in Notfallsituationen unschätzbaren Wert für den Patienten haben.

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