Beckenschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Beckenschmerzen können eine Reihe von Ursachen haben. Man bezeichnet sie deswegen zunächst als unspezifisch. Zunächst muss im Beckenraum lokalisiert werden, ob es sich um einen Schmerz der im Beckenraum befindlichen Organe handelt oder um das Becken selbst. Es kann sich um Schmerzen handeln, die durch die Blase oder die Geschlechtsorgane hervorgerufen werden, aber auch um Schmerzen des Bewegungsapparates.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Beckenschmerzen?

Eine Definition des Begriffs Beckenschmerzen macht angesichts dieser Aussage eher wenig Sinn. Man würde eher näher erläuternde Begriffe wie Hüftschmerzen, Blasenschmerzen oder Schmerzen im Unterleib wählen, um seinen Schmerz näher zu beschreiben.

Eine Definition von Beckenschmerzen kann nur auf den Raum Bezug nehmen, in dem das schmerzliche Geschehen stattfindet. Beckenschmerzen sind demnach alle Schmerzen, die im Beckenraum angesiedelt sind. Sie müssen näher definiert und spezifiziert werden.

Ursachen

Angesichts der Vielfalt möglicher Schmerzherde können die Ursachen von Beckenschmerzen sehr verschieden sein. Es kann sich beispielsweise um ausstrahlende Bauchschmerzen handeln, deren Ursache abgeklärt werden muss.

Schmerzen an Gebärmutter und Eierstöcken, Prostata oder Harnblase haben vielfältige Ursachen, die in einer Entzündung, Myomen, einer Blinddarmreizung oder einem Tumor liegen können. Man weiß auch, dass die Ausstrahlungsbereiche Bauch und Beckenraum häufiger für psychosomatisches Schmerzgeschehen in Frage kommen. Ernährungsfehler können demnach genauso für Schmerzen im unteren Beckenraum verantwortlich sein wie chronische Darmerkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Infektionen.

Je nach Lage der Dinge ist der Schmerz mehr oder weniger gut auf eine bestimmte Region des Beckenraums lokalisierbar. Bei einer Divertikulitis des Dickdarms oder altersbedingten Bauchwandbrüchen wie bei allen anderen Schmerzen des Beckenraumes helfen die Begleitsymptome, die Krankheit näher zu definieren.

Außerdem kann man die Sprache des Schmerzes näher beschreiben. Er kann beispielsweise kolikartig oder dauerhaft und gleichmäßig sein. Schlußendlich kommen auch Bandscheibenvorfälle, Osteoporose oder Muskelverspannungen häufig als Ursachen für Beckenschmerzen in Frage.

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Diagnose & Verlauf

Beckenschmerzen sind alle Schmerzen, die im Beckenraum angesiedelt sind. Sie müssen von einem Arzt näher definiert und spezifiziert werden.

Bei Schmerzen im Beckenraum wendet man sich zuerst an den Hausarzt, der den Patienten gut kennt. Umfangreichere diagnostische Maßnahmen wird man erst bei mittleren bis schweren Schmerzen erwägen, wo beispielsweise ein Darmverschluss oder eine Blinddarmentzündung nahe lägen.

Die Anamnese wird durch Befragung, Abtasten und gegebenenfalls ergänzende Utraschall- oder Röntgenuntersuchungen, Koloskopien oder Urogramme nach dem Schmerzherd forschen. Abgefragt werden beispielsweise die möglichen Auslöser des Beckenschmerzes, der Schmerzcharakter, die Schmerzdauer oder die gleichzeitig vorliegenden Begleitbeschwerden. Auch die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, das Körpergewicht oder das Allgemeinbefinden können Aufschluss über die Ursache des Beckenschmerzes geben.

Anschließend ist eine Überweisung zum Facharzt unerlässlich, sollte keine klare Ursache für die Beckenschmerzen gefunden werden. Der Verlauf der Beckenschmerzen hängt von der Diagnose und daraus resultierenden Behandlungsstrategie ab. In jedem Fall ist der Verlauf günstiger, wenn man eine gute Kenntnis seines Körpers hat und bei akuten Schmerzen unklarer Natur, einer gespannten Bauchdecke oder Anzeichen einer Entzündung schnell einen Arzt konsultiert.

Darmverschlüsse, Bauchfellentzündungen, innere Unfallverletzungen, Bauchhöhlenschwangerschaften oder Blinddarmdurchbrüche sind dramatisches Geschehen, das einen das Leben kosten kann.

Komplikationen

Für Beckenschmerzen kann es viele Ursachen geben. Der Arzt muss zunächst einmal feststellen, ob das Becken selbst betroffen ist oder ob Organe für die Beckenschmerzen verantwortlich sind. Die Schmerzen können durch die Blase, den Darm oder den Geschlechtsorganen ausgelöst werden, es kann sich jedoch auch um den Bewegungsapparat handeln. Beckenschmerzen haben eigentlich gar keine Aussage, es muss vielmehr abgeklärt werden, ob es Hüftschmerzen sind, Blasenschmerzen oder ob es die Geschlechtsorgane betrifft. Beckenschmerzen besagen eigentlich nur, wo der Schmerz verspürt wird, aber eine genaue Definition ist unabdingbar.

Beckenschmerzen müssen irgendwo ihre Ursache haben, so kann eine Entzündung an der Gebärmutter oder an den Eierstöcken die Schmerzen hervorrufen, es kann jedoch auch ein Tumor vorliegen oder es liegt an der Harnblase. Eine Blinddarmentzündung kann ebenfalls in Frage kommen. Ebenso kann eine falsche Ernährung die Schmerzen hervorrufen oder Lebensmittelunverträglichkeiten oder Darmerkrankungen können ursächlich sein. Man sollte also dem Arzt nähere Informationen geben, zum Beispiel ob die Schmerzen dauerhaft auftreten oder ob sie mehr kolikartig sind.

Es könnten auch Bandscheibenvorfälle oder Muskelverspannungen für die Schmerzen verantwortlich sein. Der Hausarzt kann aber feststellen, wo die Schmerzen tatsächlich herkommen und eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung bringt Aufschluss. Die Therapie richtet sich immer nach der Krankheitsursache, bei Krämpfen im Beckenraum kann Wärme, eine milde Diät und Schmerzmittel helfen. In manchen Fällen ist auch eine sofortige Operation notwendig, ein Tumor oder ein entzündeter Blinddarm muss entfernt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Beckenschmerzen können vom Becken selbst stammen oder den im Beckenraum gelagerten Organen. Patienten werden selten mit der Erklärung, sie hätten Beckenschmerzen, ihren Arzt aufsuchen. Eher klagen sie über Bauchschmerzen, Unterleibsschmerzen oder Hüftschmerzen. Eingrenzen lassen sich Beckenschmerzen auf den Bereich zwischen Bauch und Oberschenkeln. Gelegentlich kann es sich bei Beckenschmerzen auch um ausstrahlende Schmerzen aus dem darüber liegenden Bauchraum handeln. Wer Beckenschmerzen hat, sollte zur näheren Abklärung einen Arzt aufsuchen.

Als erster Ansprechpartner bei Beckenschmerzen ist der Hausarzt zu empfehlen. Bei begründetem Verdacht des Patienten kann auch der Gynäkologe oder Urologe direkt kontaktiert werden. Für Beckenschmerzen kommen zahlreiche unterschiedliche Untersuchungen infrage wie Erkrankungen des Skelettsystems, der Geschlechtsorgane, der Harnblase, einer Blinddarmreizung oder Tumore im Beckenraum. Auch Dickdarmerkrankungen sowie altersbedingte Brüche der Bauchwand können Beckenschmerzen auslösen.

Aufschlussreich für den behandelnden Arzt sind zudem nähere Beschreibungen der Beckenschmerzen: gleichmäßig, kolikartig oder dauerhaft. Ebenso hilfreich sind Auskünfte über die Ernährungsgewohnheiten und den Lebensstil des Patienten. Je nach vermuteter Ursache für die Beckenschmerzen können weitere Fachärzte hinzugezogen werden: ein Internist, Orthopäde, Gynäkologe, Urologe, Proktologe oder Neurologe.

Behandlung & Therapie

Die Therapie von Beckenschmerzen wird immer nach der Krankheitsursache ausgerichtet. Bei sturzbedingten Beckenschmerzen behandelt man anders als bei einem Haltungsschaden, eine Hüftdysplasie oder Osteoporoseschmerzen.

Bei Krämpfen im Beckenraum, die dem Darm zugeordnet werden können, können krampflösende Schmerzmittel, Wärmeanwendungen und milde Diät helfen. In anderen Fällen ist bei Beckenschmerzen eine sofortige Operation unerlässlich. Darmabschnitte mit Divertikeln müssen ebenso entfernt werden wie ein entzündeter Blinddarm.

Bei bestimmten chronischen Darmerkrankungen kann ein künstlicher Darmausgang fällig werden. Wenn die Beckenschmerzen in der Hand eines Internisten, Orthopäden, Urologen, Chirurgen oder einer Frauenärztin verbleiben, können die unterschiedlichsten Therapien angewendet werden. Verallgemeinernde Aussagen darüber treffen zu wollen, würde zu kurz greifen.

Aussicht & Prognose

Treten die Beckenschmerzen aufgrund einer zu geringen Bewegung auf, können ohne eine medizinische Behandlung Maßnahmen zu einer Linderung und Heilung unternommen werden. Langes Sitzen, Gehen oder Stehen sollte in regelmäßigen Abständen gezielt mit ausgleichenden Körperbewegungen unterbrochen werden. Das Tragen von schweren Gegenständen kann selbständig minimiert und umstrukturiert werden. Hilfreich sind zusätzliche sportliche Aktivitäten.

Individuell muss entschieden werden, ob ein gezielter Muskelaufbau oder die Häufigkeit der Bewegungen verändert werden muss. Dehnungsübungen, Schwimmen oder Krafttraining in Begleitung zu einer Krankengymnastik kann zu einer vollständigen Heilung der Beckenschmerzen führen.

Schmerzmedikamente lindern die Beschwerden. Nach dem Abklingen der Wirkung oder mit dem Absetzen der Arznei kommen die Beckenschmerzen jedoch in den meisten Fällen zurück. Bei Erkrankungen der Knochenstruktur, wie Arthrose oder Rheuma, nehmen die Beckenschmerzen im Normalfall trotz einer medikamentösen Versorgung kontinuierlich zu. Letztlich besteht bei einer rechtzeitigen Behandlung, in diesen Fällen durch einen operativen Eingriff mit anschließender Reha, eine gute Heilungschance.

Werden die Beckenschmerzen durch eine psychosomatische Erkrankung verursacht, ist der Heilungsweg in vielen Fällen langwierig. Neben den jahrelangen erfolglosen Arztbesuchen benötigt der Patient häufig eine Psychotherapie. In dieser werden die seelischen Ursachen der Problematik bearbeitet. Darüber tritt im Normalfall allmählich eine Linderung und Heilung der Beckenschmerzen ein.

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Vorbeugung

Mögliche Vorbeugungs- und Prophylaxemaßnahmen gegen Beckenschmerzen sind ebenso breit gestreut. Je nachdem, ob es sich um Schmerzen im orthopädischen Bereich handelt oder um innerliche Beckenschmerzen, kann man anders vorbeugen. Ernährungsbedingte Darmerkrankungen sind über eine gesunde, ballaststoffhaltige Ernährung zu vermeiden. Gute Hygiene und gute Körperhaltung sind ebenso wichtig.

Das können Sie selbst tun

Bei Beckenschmerzen können die Betroffenen oft auch selbst für eine Besserung ihres Befindens sorgen. Sind Muskelverspannungen ursächlich für die Schmerzen im Beckenbereich, sollte eine Osteopathin aufgesucht werden. Diese kann durch spezielle Grifftechniken Muskelverspannungen, blockierte Gelenke und einen leichten Beckenschiefstand behandeln. Im Falle eines schiefen Beckens können die Patienten jedoch auch selbst zur Linderung der Beschwerden beitragen, indem sie auf eine einseitige Belastung des Körpers verzichten. Betroffene Eltern oder Großeltern sollten Kinder nicht immer auf einer Seite tragen und Sportler darauf achten, dass beide Körperseiten möglichst gleichmäßig belastet werden.

Beim Physiotherapeuten können krankengymnastische Übungen erlernt werden, die eine aufrechte, symmetrische Haltung des Körpers fördern und das Gleichgewicht wieder herstellen. Hilfreich können auch Entspannungstechniken wie Yoga, Massagen oder warme Salzwasserbäder sein. Liegt eine schwangerschaftsbedingte Symphysenlockerung vor, helfen betroffenen Frauen Trainingseinheiten zur Stärkung des Beckenbodens sowie der Rumpf- und Gesäßmuskulatur. Frauen sollten in dieser Situation außerdem nicht schwer heben oder tragen.

Damit verspannungs- oder überlastungsbedingte Beckenschmerzen nicht immer wieder auftreten, müssen vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Betroffene sollten im Alltag auf eine aufrechte Körperhaltung achten, ihren Arbeitsplatz ergonomisch ausrichten und regelmäßige Bewegung in den Alltag integrieren. Treppensteigen statt Aufzugfahren ist hier sehr effektiv.

Bücher über Schmerzen

Quellen

  • Arastéh, K., et al.: Innere Medizin, Thieme, Stuttgart 2012
  • Benninghoff: Anatomie Band 1., Urban und Fischer, München 2008
  • Striebel, H. W.: Therapie chronischer Schmerzen. Schattauer, Stuttgart 2002

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