Beckenbodentraining

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Oktober 2017
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Das Beckenbodentraining wird auch Kegeltraining genannt. Benannt nach dem Erfinder Arnold H. Kegel. Bei diesem Training wird die Muskulatur rund um den Beckenboden trainiert. Ist der Beckenboden nicht optimal trainiert, entstehen oft Probleme. Ein Beispiel dafür ist die Harninkontinenz. Ein Beckenbodentraining kann Abhilfe schaffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Beckenbodentraining?

Experten nennen den Beckenboden die Begrenzung des Beckenkanals. Anatomisch ist es die Beckenbodenmuskulatur, die im Fachjargon perineale (Damm) Muskulatur genannt wird.

Das Beckenbodentraining hilft, die Muskulatur straff zu halten. Durch diese Muskulatur wird der Verschluss der Urethra (Harnröhre) und des Anus unterstützt.

Eine weitere Funktion ist eine optimale Muskulatur für die Lage der Bauch- und Beckenorgane. Ist die Muskulatur des Beckenbodens schlaff, empfehlen Experten ein Beckenbodentraining. Es wird nicht nur bei bereits bestehen Beschwerden angewandt, sondern auch zur Vorbeugung.

Anwendungsgebiete

Eine schlaffe Beckenbodenmuskulatur kann Rückenschmerzen verursachen, sexuelle Probleme machen oder es kann eine Harninkontinenz entstehen, sogar bis hin zur Stuhlinkontinenz.

Deshalb ist das Beckenbodentraining wichtig. Nach der Geburt haben Frauen oft eine ausgedehnte und schlaffe Beckenmuskulatur. Aber auch Blasen- und Gebärmuttersenkungen, das Älterwerden und Übergewicht, können zu einer schlaffen Muskulatur rund um den Beckenboden führen. Ein Beckenbodentraining stärkt nach einer Geburt die beanspruchte Muskulatur.

Männer sind anatomisch anders aufgebaut als die Frauen, die deshalb selten unter einer schlaffen Beckenbodenmuskulatur leiden. Auch für ein Mann ist ein Beckenbodentraining wichtig. Hat ein Mann eine Prostatakrebsoperation hinter sich, ist ein Beckenbodentraining wertvoll, weil nach diesen Operationen eine Harninkontinenz entstehen kann.

Die Muskulatur rund um den Beckenboden ist eher nicht zu spüren. Sie wird nicht aktiv genutzt. Hat eine Frau einen Orgasmus, wird diese automatisch aktiviert. Genannt wird er auch Liebesmuskel. Das Beckenbodentraining unterstützt nicht nur die Ausscheidungsorgane, sondern auch die Orgasmusfähigkeit. Auch die vorzeitige Ejakulation des Mannes kann mit dem Beckenbodentraining herausgezögert werden. Dies hat der Erfinder Arnold H. Kegel 1952 erfolgreich dokumentiert.

Anwendungsverfahren - Funktion, Wirkung & Ziele

Es gibt qualifizierte Physiotherapeuten, die gezielt das Beckenbodentraining durchführen. Nach einer Einweisung des Physiotherapeuten können die Übungen auch zu Hause durchgeführt werden.

Es gibt einige konservative Anwendungsverfahren für das Beckenbodentraining. Beim Beckenbodentraining werden von Experten auch Hilfsmittel genutzt. Dazu gehören sogenannte Ring- oder Würfelpessare sowie Schaumstofftampons. Diese Hilfsmittel werden individuell angepasst. Der Patient muss dieses selbst wechseln. Ebenfalls gibt es als Beckenbodentraining Vaginalkegel, die ein unterschiedliches Gewicht haben. Wie ein Tampon wird der Kegel in die Scheide eingesetzt. Die Patientin muss diese Kegel aktiv in der Scheide halten.

Als ein weiteres Anwendungsverfahren für das Beckenbodentraining gibt es eine spezielle Beckenbodenmaschine in einem Fitnesscenter. Geschultes Personal gibt dem Anwender Instruktionen für die richtige An- und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur während des Beckenbodentrainings.

Ein sogenanntes EMS-Gerät (elektrische Muskelstimulation) gilt bei Experten ebenfalls als ein Anwendungsverfahren für ein Beckenbodentraining. Dieses Gerät hat eine Sonde, die entweder rektal oder vaginal eingeführt wird. Das Gerät erzeugt Reizstromimpulse. Durch diese Impulse erfolgen automatisierte Kontraktionen.

Es gibt qualifizierte Physiotherapeuten, die gezielt das Beckenbodentraining durchführen. Nach einer Einweisung des Physiotherapeuten können die Übungen auch zu Hause durchgeführt werden. Dazu gehören die An- und Entspannung im Wechsel, die vor dem Fernseher, im Auto oder beim Bügeln als Beckenbodentraining ausgeführt werden können.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Experten empfehlen Patienten, das Beckenbodentraining zunächst bei einem Psychotherapeuten oder einer Hebamme durchzuführen. Geschultes Personal ist von Vorteil, um das Beckenbodentraining richtig zu erlernen.

Nur wenn das Beckenbodentraining richtig durchgeführt wird und regelmäßig kann die Beckenbodenmuskulatur gestrafft werden. Das Beckenbodentraining hat mehr Vor- als Nachteile, birgt aber auch Gefahren. Wird das Beckenbodentraining nicht optimal durchgeführt, können die Muskeln gezerrt werden oder es werden die "falschen" Muskeln in Anspruch genommen. Dann kann die Beckenbodenmuskulatur nicht gestrafft werden.

Je länger das Beckenbodentraining andauert, je mehr Druckgeschwüre können entstehen. Dies geschieht oft beim Anwenden von EMS-Geräten. Auch Keime können in die Vagina eindringen und zu Harnwegsinjektionen führen. Die Nebenwirkungen sind allerdings positiv. Wird das Beckenbodentraining optimal durchgeführt, werden die inneren Organe gestützt.

Es ist wichtig, das Beckenbodentraining täglich durchzuführen, dafür Zeit aufzuwenden und Selbstdisziplin.

Bücher über Beckenbodenschwäche

Quellen

  • Bo, K., Brown, C., et al.: Beckenboden. Physiotherapie und Training. Thieme, Stuttgart 2012
  • Höfler, H.: Training für den Beckenboden. BLV, München 2005
  • Schmelz, H.U., Sparwasser, C., Weidner, W.: Facharztwissen Urologie. Springer, Berlin 2010

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