Becken

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Ein bedeutender Bestandteil des menschlichen Skeletts ist das Becken. Es sorgt im Idealfall für eine aufrechte Haltung und einen sicheren Stand des Menschen. Diese Konstruktion kann von Geburt an einen Schaden haben oder im Laufe des Lebens eines Menschen einen Schaden erleiden. Gleiches gilt für die Blutgefäße und Nerven im Bereich des Beckengürtels. Die Folge sind in der Regel Probleme beim Gehen oder Haltungsschäden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Becken?

Menschen tanzen, verdrehen sich um die eigene Achse oder beugen sich. Wir sind rastlos auf unterschiedliche Weisen in Bewegung. Wie ist das möglich? Die Antwort lautet: Durch unser Achsenskelett, das aus der Wirbelsäule, dem Becken und den unteren Extremitäten besteht und sich vom Kopf bis zu den Füßen erstreckt.

Störungen in den einzelnen Abschnitten breiten sich in vielen Fällen aus und verursachen weitere Störungen wie Fehlstellungen der Füße und andere. Das Becken als Teil des menschlichen Skeletts befindet sich unterhalb des Bauchs und oberhalb der Beine. Dieser Körperabschnitt bildet den Mittelpunkt des menschlichen Körpers.

Weiterhin bezeichnet dieser Teil des menschlichen Skeletts den knöchernen Teil dieser Körperregion, der sich aus den beiden Hüftbeinen zusammensetzt und gemeinsam mit dem Kreuzbein den Beckengürtel bildet. Zwischen dem knöchernen Becken und der Wirbelsäule besteht eine Verbindung.

Anatomie & Aufbau

Eine Unterteilung des Beckens findet statt in großes Becken (Pelvis major) und kleines Becken (Pelvis minor). Der Beckeneingang und Beckenausgang sowie die Beckenhöhle bilden das kleine Becken. Außerdem enthält das kleine Becken folgende Beckenorgane und Drüsen:

  • Rektum
  • Harnblase
  • Ovarien (bei Frauen)
  • Uterus (bei Frauen)
  • Prostata (bei Männern)
  • Vagina (bei Frauen)
  • Kleinere akzessorische Geschlechtsdrüsen

Das große Becken ist ein Teil der Bauchhöhle, ragt nach vorn und ist oben weit offen. Das knöcherne Teil dieser Körperregion besteht aus dem Kreuzbein, dem Steißbein und den beiden Hüftknochen.

Ein Hüftknochen setzt sich aus folgenden Knochen zusammen: Darmbein, Sitzbein und Schambein. Das männliche und weibliche Becken unterscheiden sich in wesentlichen Merkmalen. Das männliche ist schmal und hoch, während das weibliche eine ausladende Form hat. Weiterhin ist der Beckenausgang bei Frauen breiter als beim Mann. Bei Frauen ist der Winkel der Schambeinfuge größer als 90 Grad, bei Männern kleiner.

Funktion & Aufgaben

Die gelenkige Verbindung zwischen Wirbelsäule und den unteren Extremitäten ist der Zweck des Beckens. Die Aufgaben des Beckens beziehen sich auf den Beckenboden, die Beckenmuskulatur, die Rücken- und Bauchmuskulatur, Beckengelenke, die Schließmuskeln und die Wirbelsäule.

Mit der Wirbelsäule ist es gelenkig, aber fest verbunden. Deswegen sind die Bewegungsmöglichkeiten begrenzt. Auf diese Weise sind ein sicherer Stand und eine aufrechte Haltung gewährleistet.

Die optimale Funktion des Beckens erreicht das ausgewogene Zusammenwirken des knöchernen Teils dieser Körperregion einschließlich seiner Gelenke mit dem Muskelapparat. Das bedeutet, der Beckenring ist nicht starr, sondern begrenzt beweglich.

Eine wichtige Aufgabe des Beckens besteht darin, das auf der Wirbelsäule liegende Körpergewicht auf die beiden Oberschenkelknochen gleichmäßig zu übertragen. Kreuzbein und Hüftbein verschmelzen im jugendlichen Alter zum Hüftbein. Das Hüftbein besteht aus dem Darmbein, Schambein und dem Sitzbein.

Diese drei Knochen sind jeweils auf beiden Seiten über das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk miteinander verbunden. Dieses Gelenk ist für die Abfederung der Wirbelsäule äußerst wichtig. Der Boden der Beckenhöhle (Beckenboden) schließt das Becken nach unten.

Außerdem stützt er die inneren Organe und ermöglicht auf diese Weise die aufrechte Haltung des Menschen. Weiterhin sorgt er für das Funktionieren der Schließmuskeln von Blase und Darm und trägt zu einem lustvollen Sexualleben bei.

Die Muskulatur des Beckenbodens steht mit den Bauch- und Rückenmuskeln sowie mit der Atemmuskulatur in Verbindung. Ist die Bauchmuskulatur ausreichend trainiert, entlastet sie den Beckenboden und federt Druckbelastungen ab. Diese entstehen durch Niesen, Husten oder beim Springen.

Die Rückenmuskeln stützen und bewegen die Wirbelsäule. Zusammen mit den Muskeln im Bauchraum sorgen sie für den aufrechten Gang und die Stabilität des Beckens. Die Erfüllung der Aufgaben der Beckenbodenmuskulatur erfolgt unwillkürlich, dass bedeutet, unbewusst.

Allerdings kann der Mensch seine Muskeln bewusst anspannen und loslassen. Daraus ergibt sich: Der Beckenboden ist trainierbar und Frauen haben die Möglichkeit, ihn auf Belastungen wie eine Schwangerschaft vorzubereiten.

Krankheiten & Schmerzen

Krankheiten und Beschwerden im Zusammenhang mit dem Becken wie ein Beckenbruch kommen häufig vor. In der Regel kommt es bei einem Beckenbruch zu einer harmlosen Fraktur des Scham- oder Sitzbeins, dessen Ursache Stürze oder Verkehrsunfälle sind. Außerdem kommt es in vielen Fällen bei Menschen mit Knochenschwund zu einer Beckenfraktur.

Bei jungen Menschen sind in der Regel Unfälle wie ein Motorradunfall die Ursache für einen Beckenbruch. Außer bei einem dramatischen Unfall kann einen Beckenbruch bei alltäglichen Handlungen passieren. Ein Beckenbruch tritt vermehrt bei älteren Menschen auf. Ein Sturz aus dem Bett oder das Verfehlen der Sitzfläche beim Hinsetzen kann ausreichen.

Häufig treten stabile oder instabile Beckenfrakturen auf. Stabile Fraktur bedeutet einen isolierten Bruch des Sitz- oder Schambeins. Beim instabilen Bruch handelt es sich entweder um eine komplette Fraktur des Beckenrings oder einer Sprengung der Verbindungen der Knochen.

Hier verschieben die Knochen sich gegeneinander. Weiterhin sind bei Verletzungen, Fehlbildungen und Erkrankungen des Beckengürtels in vielen Fällen Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen die Folge. In der Regel entstehen Gelenkschmerzen durch Abnutzungserscheinungen (Verschleiß). Mediziner sprechen von Arthrose.

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