Bauchpresse

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2016
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Die Bauchpresse spielt im menschlichen Körper eine große Rolle, da sie an vielen Austreibungsvorgängen beteiligt ist. Dass der Körper die Bauchpresse überhaupt aktivieren kann, hat er vor allem der Bauch- und Beckenmuskulatur sowie dem Zwerchfell zu verdanken. Wird die Bauchpresse jedoch im unkontrollierten Maße eingesetzt, können Beschwerden und Erkrankungen im Verdauungstrakt entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Bauchpresse?

'Bauchpresse' ist ein medizinischer Begriff, der eine Druckausübung im Bauchraum bezeichnet. Durch die Kontraktion bestimmter Muskelgruppen entsteht in der Bauchhöhle ein erhöhter Druck. An diesem intraabdominellen Prozess sind unter anderem die Bauch- und Beckenbodenmuskulatur sowie das Zwerchfell beteiligt.

Während die Bauchpresse im Bauchraum für einen erhöhten Druck sorgt, werden hier alle Organe zusammengedrückt. Auf diese Weise wird der Inhalt eines Hohlorgans ausgetrieben. Dies ist etwa der Fall, wenn der Stuhl aus dem Enddarm ausgeschieden wird oder wenn eine werdende Mutter das Kind unter der Geburt durch das Pressen aus der Gebärmutter befördert.

Da bei dem natürlichen Vorgang der Bauchpresse die Bauchmuskeln am meisten beansprucht werden, heißen meist auch die Übungen zum Training eben dieser Muskulatur auf Deutsch 'Bauchpresse'.

Funktion & Aufgabe

Im Körper eines Menschen kommt die Bauchpresse insbesondere beim Stuhlgang und bei der Geburt eines Kindes zum Einsatz. Die im Bauchraum entstandene Druckerhöhung führt im Mastdarm dazu, dass die Darmentleerung aktiviert wird. Unter der Geburt hängt die Bauchpresse mit der Entbindung zusammen, in welcher die Frau das Kind durch das Pressen nach außen zu bringen versucht.

Die Bauchpresse spielt allerdings auch bei anderen Vorgängen eine wichtige Rolle: Beim Husten, beim Erbrechen sowie zur Stabilisierung der Wirbelsäule bei hohem Kraftaufwand. Dank der Bauchpresse wird die Wirbelsäule während des Hebens schwerer Gewichte bis zu 50 % entlastet. Auch wird die Bauchpresse aktiviert, wenn Schwierigkeiten beim Wasserlassen bestehen. In vielen Fällen ist die Urinabgabe nämlich nur mithilfe der Bauchpresse möglich. Damit intraabdominell genügend Druck entsteht, werden an erster Stelle Bauch- und Beckenbodenmuskulatur angespannt.

Die Bauchpresse spielt im menschlichen Körper eine große Rolle, da sie an vielen Austreibungsvorgängen beteiligt ist.

Darüber hinaus kommen bei der Bauchpresse auch andere Organe und Muskelgruppen zum Einsatz. So sind die Stimmlippen während der Bauchpresse geschlossen. Dabei wird auch die Atemmuskulatur angespannt, um einen Widerstand gegenüber der geschlossenen Stimmritze zu leisten. Gleichzeitig wird eine Senkung des Zwerchfells ausgelöst.

Die Aktivierung verschiedener Muskelgruppen ist dafür zuständig, dass bestimmte Bewegungen überhaupt in Gang gesetzt werden können. So müssen für viele Bewegungsvorgänge im Körper Bauch- und Beckenbodenmuskulatur zusammenarbeiten. Im Falle der Bauchpresse müssen diese sogar mit anderen Muskelgruppen zusammenwirken, um den Druck im Bauchraum auszulösen und diesen zu steigern.

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Krankheiten & Beschwerden

Im menschlichen Verdauungstrakt stellt die Bauchpresse eine der Bedingungen für die vollständige Darmentleerung dar. Wird diese jedoch in zu starkem Maße eingesetzt, kann es wiederum zu Erkrankungen oder Beschwerden des Verdauungstraktes kommen. Das ist etwa bei Hämorrhoiden der Fall. Im Grunde sind chronische Darmbeschwerden nicht lebensgefährlich, doch können diese für Betroffene sehr qualvoll sein. Oft fühlen sie sich auch in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt. Die Erkrankungen Hernie, Obstipation und Enkopresis sind nur drei Beispiele aus einer Vielzahl von Darmbeschwerden.

Unter der Hernie ist ein Durchtritt von Baucheingeweiden durch eine Öffnung in der Bauchwand zu verstehen. Wenn sich der Druck im Bauchraum infolge einer Bauchpresse zu stark erhöht, können Organe gegen die Lücken in der Bauchwand gepresst werden. So kann es passieren, dass ein Organ oder sogar mehrere Organe in diese Lücke hineingedrückt werden.

Oft sorgt die Bauchpresse auch dafür, dass sich das Bauchfell nach außen stülpt. Dabei entsteht ein Kanal, aus welchem Darmschlingen treten können. Insgesamt kommt diese Erkrankung bei Männern häufiger vor als bei Frauen, weil sie im Beruf öfter schwere, körperliche Arbeit leisten müssen. Die Symptome äußern sich durch ziehende Schmerzen an der Bruchstelle aus. Das gereizte Bauchfell kann außerdem Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.

Bei einer Verstopfung, in der medizinischen Fachsprache auch Obstipation genannt, ist eine Darmentleerung nur ein Mal innerhalb mehrerer Tage oder Wochen möglich. Der Betroffene verspürt nur sehr selten einen Drang, auf die Toilette gehen zu müssen. Der Toilettengang kann zudem für die Person jedes Mal zu einem qualvollen Unterfangen werden. Eigentlich verläuft der Stuhlgang automatisch. Sobald sich der Enddarm füllt, öffnet sich der After ganz von selbst. Nun kommt die Bauchpresse zum Einsatz, um den Darminhalt nach außen zu treiben. Wer jedoch trotz Verstopfung mit zu viel Kraft presst, kann das Risiko eingehen, Hämorrhoiden erleiden zu müssen. Verstopfung und Hämorrhoiden hängen oft eng zusammen. Bei Patienten mit Hämorrhoiden herrscht meist ein anhaltender Stuhldrang, obwohl gar kein Stuhl vorhanden ist. Dieses Gefühl verleitet ihn dazu, noch mehr zu pressen. Dies führt wiederum zu einer Verschlechterung der Beschwerden.

Bei der Enkropresis handelt es sich um das Einkoten bei Kindern ab vier Jahren, die den Stuhlgang eigentlich schon erlernt haben. Als Ursachen für diese Erkrankung werden psychischer Stress oder eine Verzögerung in der kindlichen Entwicklung vermutet. Letztere kann sowohl die psychische als auch die physische Entwicklung des Kindes betreffen. Nicht selten müssen Kinder während des Stuhlgangs schmerzhafte Erfahrungen machen, etwa bei einer Verstopfung oder Hämorrhoiden. Dann vermeidet das Kind den Toilettengang oder das Pressen so lange, bis es den Stuhl nicht mehr zurückhalten kann und schließlich den Darm unkontrolliert entleert.

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