Bauchmuskelzerrung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. November 2017
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Eine Bauchmuskelzerrung ist eine leichte Verletzung der Bauchmuskulatur. Vor allem Sportler sind davon betroffen. Die Bauchmuskelzerrung kann mit geeigneten Maßnahmen rasch ausheilen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bauchmuskelzerrung?

Eine Bauchmuskelzerrung ist eine Zerrung der Skelettmuskulatur im Bereich des Bauches. Die Bauchmuskeln wirken mit den Rückenmuskeln zusammen und bestehen aus geraden und schrägen Muskeln.

Die geraden Muskeln bewirken eine gute Körperhaltung und erlauben ein Vorbeugen des Oberkörpers. Die schrägen Bauchmuskeln erlauben ein Seitwärtsdrehen. Die Skelettmuskeln bestehen aus verschiedenen Bausteinen. Die kleinste Einheit dieser Bausteine sind die Sarkomere. Wenn eine übermäßige Dehnung darauf einwirkt, können diese Muskelfasern gezerrt werden und reißen. Dies beeinträchtigt die Funktion der Muskulatur.

Bauchmuskelzerrungen entstehen oft bei sportlichen Aktivitäten. Anzeichen sind Schmerzen im Muskelbereich. Diese Schmerzen sind jedoch geringer als beim Muskelfaserriss und beim Muskelriss. Bei der Zerrung ist nur die kleinste Einheit des Muskels betroffen. Dennoch soll der Muskel geschont werden.

Ursachen

Die Ursache für eine Bauchmuskelzerrung kann in einem Überstrapazieren der Muskeln des Bauchbereichs durch falsche Bewegung, oder durch zu starkes Dehnen der Muskeln liegen. Die Sarkomere der Muskeln können einer übermäßigen Dehnung nicht standhalten und reißen.

Auch eine vorausgegangene Verletzung des Muskels, die nicht ausgeheilt ist, kann eine Bauchmuskelzerrung zur Folge haben. Wichtig ist daher ein Schonen der Muskulatur, damit eine Regeneration stattfinden kann.

Eine Bauchmuskelzerrung kann ferner durch große Kraftanstrengung entstehen. Direkt danach kommt es zu Schmerzen im Bauchbereich. Da ein Pressen durch die Bauchmuskeln erzeugt wird, kann es auch zu Schmerzen beim Husten oder beim Toilettenbesuch kommen.

Sportarten mit wechselnder Muskelbelastung können eine weitere Ursache für die Bauchmuskelzerrung sein. Zu denken wäre hierbei an Sportarten wie Fußball, Tennis oder Sprinten. Bei diesen Sportarten kommt es nicht nur zu schnellen Bewegungen, sondern auch schnellen Stopps. Hierdurch werden die Muskeln überlastet und ermüdet.

Auch eine angeboren geringe Dehnungsfähigkeit der Muskeln kommt in Betracht. Zu guter Letzt kann ein Ungleichgewicht der Muskeln an der Wirbelsäule ursächlich für eine Bauchmuskelzerrung sein. Einige Muskelpartien werden dabei überlastet, indem weil sie das Ungleichgewicht ausbalancieren müssen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Bauchmuskelzerrung entsteht häufig bei einer ungewohnten Überbelastung, sodass es zu einer Zerrung des jeweiligen Muskels kommt. Ein häufiges Symptom einer solchen Bauchmuskelzerrung ist ein stechender Schmerz, der sich sogar im Ruhezustand bemerkbar macht. Bei bestimmten Bewegungen können diese Beschwerden erheblich zunehmen, da lediglich durch ausreichend Ruhe und Schonung eine Besserung erzielt werden kann.

Wenn die betroffene Person beim Ein- und Ausatmen einen stechenden Schmerz im Bauchraum verspürt, dann ist dies ebenfalls ein sehr deutliches Anzeichen für eine bestehende Bauchmuskelzerrung. Wer weiterhin die Bauchmuskeln belastet, der muss unter Umständen mit einem Bauchmuskelriss rechnen. Somit ist eine ausgiebige Ruhephase, bei einer bestehenden Bauchmuskelzerrung, sehr wichtig und sinnvoll.

Unter Umständen kann sich eine Bauchmuskelzerrung auch in andere Körperregionen ausweiten, falls es zu einem tatsächlichen Muskelriss kommen sollte. Schwellungen an entsprechenden Regionen können erste Anzeichen für einen Bauchmuskelriss sein. In so einem Fall darf ein Besuch beim Arzt nicht auf die lange Bank geschoben werden, wenn eine zeitnahe und schnelle Heilung erzielt werden möchte.

Diagnose & Verlauf

Anhaltspunkte für eine Untersuchung sind in erster Linie ansteigende Schmerzen im Bauchmuskelbereich. Ergänzend zu diesen Symptomen kann es zu einer verminderten Beweglichkeit und eingeschränkten Funktion des Bereichs kommen.

Weitere Hinweise sind Muskelkrämpfe und eine Muskelverhärtung. Weil in diesem Bereich der Tonus erhöht ist, wird der Arzt die Muskelhärte und den Druckschmerz prüfen. Ein wichtiger Hinweis ist zudem, ob eine Dehnung dem Patienten angenehm ist und eine Anspannung unangenehm. Ein bildgebendes Verfahren scheidet zur Diagnose aus, weil die es bei der Bauchmuskelzerrung nicht zu einer Beschädigung der Muskelfasern kommt.

Zunächst ist bei der Bauchmuskelzerrung ein plötzliches Ziehen zu spüren. Später kommt es zu starken Schmerzen, vor allem in Bewegung. Der Schmerz entsteht durch eine Entzündungsreaktion und ist meist krampfartig. Charakteristisch ist, dass die Symptome langsam zunehmen. Die Muskelpartie kann zuerst noch genutzt werden, später nicht mehr. Der Muskel verhärtet und verkrampft zunehmend.

Komplikationen

Bei einer Bauchmuskelzerrung kommt es in der Regel zu relativ starken Schmerzen. Diese Schmerzen werden verstärkt, da der Patient diese Muskeln alltäglich nutzt und deren Nutzung auch kaum verhindern kann. Aus diesem Grund dauert die Rehabilitation dieser Muskeln länger. Oft kommt es zu schmerzhaften Krämpfen und auch zum Druckschmerz.

Durch die Bauchmuskelzerrung verspürt der Betroffene auch ein Ziehen im Bauch, welches sich bis in den Unterleib ausbreiten kann. In einigen Fällen bildet sich durch die Bauchmuskelzerrung eine Entzündung der Bauchmuskeln, welcher mit Medikamenten behandelt wird. Bei der Zerrung ist der Patient stark in seiner Bewegung und damit im Alltag eingeschränkt. Dies verringern die Lebensqualität erheblich.

Bei der Behandlung mit Medikamenten wird die Entzündung bekämpft, sodass es zu keinen weiteren Problemen kommt. Das Symptom selbst kann durch Bandagen, Verbände und durch Kühlung behandelt werden. Die Behandlung führt in den meisten Fällen zu einem positiven Krankheitsverlauf und es entstehen keine weiteren Komplikationen. Falls die Bauchmuskeln auch nach der Bauchmuskelzerrung noch weiter angestrengt werden, kommt es in der Regel zu unausstehlichen Schmerzen und Krämpfen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Bauchmuskelzerrung muss nicht in jedem Falle behandelt werden. In vielen Fällen verschwinden die Beschwerden wieder von selbst, wenn die Zerrung nicht schwerwiegend war. Ein Arzt sollte allerdings dann aufgesucht werden, wenn die Bauchmuskeln schmerzen oder verhärtet sind. Auch bei Krämpfen oder Schwellungen in den betroffenen Regionen sollte der Betroffenen einen Doktor aufsuchen. Nicht selten kommt es auch zu einem Druckschmerzen und zu deutlichen Schmerzen bei leichten Bewegungen des Bauches. Da die Beschwerden die Lebensqualität des Betroffenen erheblich einschränken, sollte dabei ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Beschwerden der Bauchmuskelzerrung nicht von alleine wieder verschwinden.

In vielen Fällen stehen dem Patienten verschiedene Möglichkeiten der Selbsthilfe zur Verfügung, um die Beschwerden der Bauchmuskelzerrung zu lindern. In akuten Notfällen oder nach einem Unfall sollte das Krankenhaus aufgesucht oder direkt ein Notarzt gerufen werden. Weiterhin kann zur Diagnose auch ein Allgemeinarzt aufgesucht werden. Die weitere Therapie findet dann bei einem Sportmediziner oder durch eine Physiotherapie statt.

Behandlung & Therapie

Da im Fall der Bauchmuskelzerrung das Muskelgewebe nicht beschädigt wird, geht es bei der Behandlung vor allem um die Bekämpfung der Symptome. Wichtig ist die Erholung, nicht die Muskelerneuerung. Die mit den Beschwerden einhergehende Fehlsteuerung des Muskels wird ausgeglichen. Zudem wird der Muskel entlastet und entspannt. Geeignet ist eine physiotherapeutische Behandlung.

Bei jedem Verdacht auf Bauchmuskelzerrung sollten alle Aktivitäten eingestellt werden, damit der Muskel sich regenerieren kann. Die Behandlung wird mit dem so genannten PECH-Schema eingeleitet. Damit ist gemeint: P steht für ein Pausieren des Körperbereichs. Seöbst nach leichtem Ziehen erfolgt eine Pause. Auch starkes Pressen sollte unterbleiben. Das E steht für Eis und andere Mittel, mit denen eine Abkühlung der Muskelpartie erreicht werden kann. Das Kühlen trägt zur Minderung der Schmerzen bei.

Das C steht für "Compression", also Kompression. Kompression wiederum bedeutet das Ausüben von Druck auf den schmerzhaften Bereich mittels Druckverbänden. Der Verband festigt den Muskel und schont ihn zugleich. Der Druckverband sollte jedoch nicht zu fest gezogen werden, damit er keine Gefäße und Nerven beeinträchtigt. Sehr gut eignen sich Kühlmanschetten, denn sie kombinieren Druck und Kühlung miteinander. Das H schließlich steht für Hochlagern. Denn durch das Hochlagern wird weniger Blut in das verletzte Gewebe transportiert. Dadurch reduziert sich der Tonus, also das Spannungsgefühl. Nach der Behandlung nach dem PECH-Schema kann der Patient heiß duschen oder in eine Sauna gehen.

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Aussicht & Prognose

Eine Bauchmuskelzerrung entsteht, wenn die Muskulatur im Bauch zu stark beansprucht wird. Bestimmte Körperhaltungen und Bewegungsabläufe verursachen in der Bauchregion einen stechenden Schmerz, sodass die betroffene Person im Alltag sehr stark eingeschränkt ist. Wenn ein solches Krankheitsbild gänzlich ohne ärztliche und medikamentöse Behandlung bleibt, dann werden die Schmerzen erheblich zunehmen.

In besonders schlimmen Fällen kann aus einer bestehenden Bauchmuskelzerrung ein Bauchmuskelriss entwickeln, sodass ein Besuch beim Arzt nicht mehr zu vermeiden ist. Vor allem wenn die Muskulatur in diesem Bereich weiterhin stark belastet wird, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf einen Riss in der Bauchmuskulatur. Eine selbstständige Heilung ist ohne ärztliche und medikamentöse Behandlung nicht mehr möglich. Wenn sich die betroffene Person bei einer bestehenden Bauchmuskelzerrung für eine solche Behandlung entscheidet, dann ist mit einer unkomplizierten und zeitnahen Genesung zu rechnen.

Durch entsprechende Medikamente und einer ausgeprägten Ruhephase ist eine schnelle Besserung zu erzielen, sodass die Bauchmuskulatur nach rund 10 Tagen wieder vollständig belastet werden kann. Allerdings ist das Einhalten einer strikten Ruhephase nicht sehr einfach, da diese Körperregion bereits bei einfachsten Bewegungen strapaziert wird.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung sollte vor dem Sport eine Aufwärmübung erfolgen. Besonders wichtig ist es bei kaltem Wetter, die Muskeln aufzuwärmen. Außerdem sollten sportlichen Übungen nicht unkoordiniert oder zu schnell ausgeübt werden. Vorbeugend sollte auch ausreichend Wasser getrunken und auf die Elektrolytezufuhr geachtet werden. Eine ausgewogene Ernährung schließlich ist besonders bei Sportlern wichtig, um eine Bauchmuskelverzerrung zu vermeiden.

Das können Sie selbst tun

Bei dem Verdacht auf eine Bauchmuskelzerrung sollten zunächst alle sportlichen Aktivitäten eingestellt werden. Die eigentliche Behandlung erfolgt nach dem PECH-Schema (Pausieren, Eis, „Compression“, Hochlagern). Bewegungen, welche die Bauchmuskeln zusätzlich belasten könnten (z.B. starkes Pressen auf der Toilette) werden idealerweise pausiert, bis die Zerrung abgeheilt ist. Zur Linderung der Schmerzen sollte die betroffene Stelle mit Eis und anderen Kälteanwendungen gekühlt werden. Zusätzlich muss der verzerrte Muskel durch Kompressen und Druckverbände gefestigt und dessen Durchblutung durch Hochlagern gefördert werden.

Begleitend zu diesen Sofortmaßnahmen helfen etwa heiße Duschen oder ein kurzer Saunagang. Außerdem kann der Bauchraum regelmäßig mit Franzbranntwein, Arnikatinktur oder Ringelblumensalbe eingerieben werden. Bewährt hat sich auch ein Absud aus Salbei, Ysop und Korn, der ebenfalls direkt auf die Zerrung aufgetragen wird.

Nach der akuten Phase können etwaige Schmerzen und Bewegungseinschränkungen durch Physiotherapie und Elektrotherapie gelindert werden. Nach einigen Tagen darf mit einer Bauchmuskelzerrung schließlich wieder leichter Sport ausgeübt werden. Radfahren, Schwimmen oder Walken fördern die Durchblutung und lockern die betroffenen Muskeln nach einer Zerrung. Bleiben die Beschwerden trotz aller Maßnahmen bestehen, sollten mit einer Bauchmuskelzerrung zu einem Arzt oder Sportmediziner gegangen werden.

Bücher über Muskelzerrung

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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