Basiliximab

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Basiliximab ist ein Arzneistoff aus der Wirkstoffklasse der Immunsuppressiva. Er wird zur Prävention von Abstoßungsreaktionen nach Leber- oder Nierentransplantationen eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Basiliximab?

Basiliximab ist ein arzneilicher Wirkstoff, der zur Gruppe der chimären monoklonalen Antikörper gehört. Er wurde 1998 in den USA und in der Europäischen Union zugelassen. Die Antikörper werden in einer Zellkultur in Maus-Myelomzellen hergestellt. Weitere Bestandteile des fertigen Arzneimittels sind:

Pharmakologische Wirkung

Basiliximab wird als Immunsuppressivum genutzt, unterdrückt also die Reaktionen des Immunsystems. Mit Basiliximab soll der Abstoßung von Organtransplantaten vorgebeugt werden. Dabei soll der Arzneistoff die Anfälligkeit für Infektionen nicht erhöhen.

Die Verabreichung von Basiliximab darf nur in speziellen Zentren erfolgen, die technisch und personell so ausgestattet sind, dass sie Patienten mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf den Arzneistoff adäquat versorgen können. Insgesamt kann die Verträglichkeit von Basiliximab meist als als gut gewertet werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Basiliximab ist ein Arzneistoff aus der Wirkstoffklasse der Immunsuppressiva. Er wird zur Prävention von Abstoßungsreaktionen nach Leber- oder Nierentransplantationen eingesetzt.

Basiliximab ist ein Antikörper. Ziel des Antikörpers sind aktivierte T-Zellen. Diese sind in der Regel für Abstoßungen von Transplantatorganen verantwortlich. Das Immunsystem erkennt das transplantierte Organ als fremd und versucht es mithilfe der Immunzellen zu zerstören. Die T-Zellen bilden Killerzellen aus, die in das Gewebe des Organs wandern und dort Entzündungen hervorrufen.

Basiliximab blockiert die sogenannte alpha-Untereinheit des Interleukin-2-Rezeptors der T-Zellen. Normalerweise bindet sich an diesem Rezeptor der T-Zell-Wachstumsfaktor Interleukin-2. Interleukin-2 regt das Wachstum und die Differenzierung der T-Zellen an. Zudem wird die Produktion von Interleukinen, Interferonen, natürlichen Killerzellen und Makrophagen angeregt. Da Basiliximab aber den Rezeptor blockiert, kann Interleukin-2 die T-Zellen nicht erreichen. Wachstum und Vermehrung der T-Zellen werden somit verhindert. Die Immunreaktion bleibt aus und das Immunsystem wird geschwächt. Die Transplantatabstoßungsreaktion wird somit wirksam gestoppt.

In der Regel wird Basiliximab zusammen mit Ciclosporin A und Daclizumab verabreicht. Daclizumab blockiert ebenso wie Basiliximab die Interleukin-2-Rezeptoren. Ciclosporin verhindert ergänzend dazu die Synthese von neuem Interleukin-2.

Basiliximab wird bei Erwachsenen und Kindern zur Prävention der akuten Transplantatabstoßung nach einer Nieren- oder Lebertransplantation eingesetzt. Bei Erwachsenen kann der Arzneistoff in Kombination mit Azathioprin, Mycophenolatmofetil, Ciclosporin und Corticosteroiden zur Dauerbehandlung verwendet werden.

Es gibt Studien, die Basiliximab auch eine Wirksamkeit in Bezug auf die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa bescheinigen. Derzeit liegt für diese Indikation aber noch keine Zulassung vor.

Sobald bekannt ist, dass der Patient ein Spenderorgan erhält, wird Basiliximab eingesetzt. Erwachsene erhalten zwei Stunden vor der Transplantation intravenös 20 Milligramm. Vier Tage nach der Transplantation werden weitere 20 Milligramm verabreicht. Studien zeigten, dass es bei einer Ergänzung der immunsuppressiven Standardtherapie durch Basiliximab zu weniger Transplantatabstoßungen kommt.

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Risiken & Nebenwirkungen

Das Medikament darf nicht bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen einen Wirkbestandteil des Arzneistoffes angewendet werden. In der Schwangerschaft und während der Stillzeit darf Basiliximab ebenfalls nicht eingesetzt werden.

Basiliximab kann viele Nebenwirkungen hervorrufen. Sehr häufig kommt es zu Schmerzen oder Übelkeit. Selten leiden die Patienten auch unter Hautausschlag, Niesen, Urtikaria, Spasmen der Atemwege oder unter keuchendem Atem.

Unter der Einnahme von Basiliximab kann zudem ein Lungenödem entstehen. Bei einem Lungenödem sammelt sich Flüssigkeit in den Lungenbläschen und im Bindegewebe der Lunge. Typische Symptome eines Lungenödems sind flache Atmung, Unruhe, Husten, Atemnot und eine Blaufärbung der Haut. In späteren Stadien husten die Patienten auch schaumigen Auswurf ab. Ein Lungenödem belastet das Herz und muss deshalb schnellstmöglich behandelt werden.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Verstopfung, Harnwegsinfekte, Blutarmut, Hypercholesterinämie, Hyperkaliämie und Bluthochdruck.

In etwa einem von 10.000 Fällen kann das Cytokine-Release-Syndrom auftreten. Dabei wird eine Vielzahl von Zytokinen aus den T-Zellen freigesetzt. In der Folge kommt es zu Fieber, Atembeschwerden, Schüttelfrost und Hautausschlägen. Das Cytokine-Release-Syndrom kann tödlich enden.

Obwohl Basiliximab meist gut verträglich ist, darf es aufgrund der möglichen schweren Nebenwirkungen nur in speziellen Zentren verabreicht werden. Hier können mögliche Überempfindlichkeitsreaktionen schnell und fachgerecht behandelt werden.

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