Basiläre Impression

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. Oktober 2017
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Bei der basilären Impression handelt es sich um eine krankhafte Anomalie in der Gegend der Halswirbel. Die Abweichung zeigt sich im Übergangsbereich kraniozervikaler Art, wobei sich eine Impression am zweiten Wirbel des Halses entwickelt. Dabei ist insbesondere der Dens axis betroffen. Da die basiläre Impression nahe des Foramen magnum auftritt, verengt die Erkrankung diesen Abschnitt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine basiläre Impression?

Grundsätzlich stellt die basiläre Impression eine Erkrankung dar, die im kraniozervikalen Übergangsbereich entsteht. Dabei stülpt sich der Boden in der hinteren Grube des Schädels in der Form eines Trichters ein. Die Wölbung schließt sich um das sogenannte Foramen occipitale. Prinzipiell ist eine basiläre Impression entweder angeboren oder im Verlauf des Lebens erworben.

Bei genetisch bedingten Formen der basilären Impression, die von Geburt an bestehen, kommen verschiedene Syndrome und Krankheiten infrage. So tritt die basiläre Impression zum Beispiel gehäuft im Rahmen des Arnold-Chiari-Syndroms sowie des Klippel-Feil-Syndroms auf. Außerdem bildet sich die Anomalie oftmals im Rahmen einer Dysplasie am Atlas.

Die erworbenen Formen der basilären Impression entstehen häufig durch Traumata, zum Beispiel durch Verletzungen oder Unfälle, die den Bereich in axialer Richtung stauchen. Darüber hinaus bildet sich die basiläre Impression in manchen Fällen im Rahmen einer Osteomalazie, einer rheumatoiden Arthritis sowie Schwächen des Bindegewebes aus.

Dabei kommt die Krankheit oft zusammen mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom sowie dem Marfan-Syndrom vor. Schließlich entwickelt sich die basiläre Impression zum Teil gemeinsam mit einer sogenannten Osteodystrophia deformans.

Ursachen

Die Ursachen für die typischen Anomalien der basilären Impression sind unterschiedlich. Grundsätzlich ist in angeborene und erworbene Ausprägungen der Krankheit zu differenzieren. Im überwiegenden Teil der Fälle handelt es sich um eine angeborene Störung der Entwicklung. Mit weitaus geringerer Häufigkeit tritt die Krankheit zusammen mit einer Osteodystrophia deformans, Tumoren der Knochen oder einer Osteomalazie auf.

Zudem zeigen sich bei zahlreichen Patienten Assoziationen der basilären Impression mit weiteren Missbildungen. Diese Anomalien betreffen zum Beispiel den Atlas. Auch in Verbindung mit dem Arnold-Chiari-Syndrom, Klippel-Feil-Syndrom oder einer Syringomyelie tritt die basiläre Impression gehäuft auf.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die typischen Symptome der basilären Impression verlaufen in Abhängigkeit des individuellen Krankheitsfalles unterschiedlich. In manchen Fällen weist die Krankheit über einen längeren Zeitraum einen asymptotischen Verlauf auf. Die ersten Anzeichen der basilären Impression äußern sich vielfach in Schmerzen im Bereich von Kopf und Nacken.

Die Schmerzsymptome sind jedoch tendenziell unspezifisch und weisen nur selten deutlich auf die tatsächliche Erkrankung hin. Schreitet die Krankheit weiter voran, so verstärken sich auch die Symptome. In den meisten Fällen leiden die betroffenen Patienten zunehmend intensiver an den Beschwerden der basilären Impression.

So werden beispielsweise Nerven im Gehirn oder im Hirnstamm zusammengedrückt. Zudem wird die Versorgung mit Blut durch die pathologischen Anomalien im Zusammenhang mit der basilären Impression beeinträchtigt. In der Folge davon entwickeln sich diverse Beschwerden bei den erkrankten Personen.

Viele Patienten leiden an Allgemeinsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Anfällen von Schwindel. Zudem treten Synkopen und Tachykardien auf. Bei einigen Personen zeigen sich Paresen oder Parästhesien, außerdem kommt es unter Umständen zu einer Dysphagie oder Dysarthrie in Verbindung mit einer Quetschung der Hirnnerven.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die basiläre Impression verläuft üblicherweise bei den meisten erkrankten Personen ohne Beschwerden. Bei einer kleinen Gruppe von Betroffenen entwickelt sich ab dem dritten oder vierten Lebensjahrzehnt die typische Symptomatik. Als eine der ersten Beschwerden wird dabei meist ein langanhaltender Kopfschmerz bemerkt. In einem fortgeschrittenen Stadium der basilären Impression leiden die erkrankten Patienten an Schwindelanfällen, Ausbrüchen von Schweiß und einer Tachykardie.

Derartige Krankheitssymptome zeigen sich vor allem dann, wenn die betroffenen Personen den Kopf drehen oder sich körperlich anstrengen. Sobald das Mark der Halswirbelsäule durch die Krankheit chronisch geschädigt wurde, entwickeln sich auf beiden Seite die sogenannten Pyramidenbahnzeichen. Im Zusammenhang damit leiden die betroffenen Patienten an Störungen der Sensibilität in den Gliedmaßen.

Im Mark des Rückens ergeben sich typische Strangsymptome. Wenn die Medulla oblongata weiter geschädigt wird, weisen die an der basilären Impression erkrankten Personen Symptome wie eine zerebelläre Ataxie, Paresen bestimmter Nerven des Hirns sowie Schwierigkeiten beim Schlucken auf. Zudem entwickelt sich in solchen Fällen unter Umständen ein Horner-Syndrom.

Nach der Anamnese des betroffenen Patienten führt der Arzt klinische Diagnoseverfahren durch. Dabei untersucht er die erkrankte Person zunächst äußerlich. Anzeichen wie ein relativ kurzer Hals sowie diverse neurologische Anomalien weisen bereits auf die basiläre Impression hin. Im weiteren Verlauf der Diagnosestellung setzt der behandelnde Arzt diverse bildgebende Verfahren ein. Üblich sind Röntgenuntersuchungen sowie MRT- und CT-Scans.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei dieser Krankheit zu Schmerzen im Bereich des Halses, des Kopfes und des Nackens. Die Schmerzen müssen nicht sofort auftreten, der Verlauf der Krankheit ist oft asymptotisch, was vor allem eine frühzeitige Diagnose stark verhindert. Durch die Schmerzen in der Kopfgegend ist der Betroffene in seinem Handeln und im Alltag eingeschränkt.

Die Schmerzen können ebenfalls zu Depressionen und anderen psychischen Beschwerden führen. In der Regel nehmen die Schmerzen im Verlauf der Erkrankung immer weiter zu. Auch das Gehirn kann betroffen sein, wobei Nerven zusammengedrückt werden. Dabei können Lähmungen oder Wahrnehmungsstörungen auftreten.

Das Ausmaß dieser Komplikationen hängt stark von der Ausprägung der Symptome ab. In vielen Fällen kommt es dabei aber zu Erbrechen und Schwindel. Viele Patienten leiden ebenfalls an Koordinationsstörungen. Die Schwindelanfälle können in Schweißausbrüchen münden.

Durch die Gefühlsstörungen können bestimmte Wahrnehmungen eingeschränkt sein, sodass die Lebensqualität des Betroffenen extrem stark abnimmt. In der Regel ist es möglich, die Impression operativ zu behandeln. Hierbei treten keine besonderen Komplikationen auf und die Symptome verschwinden vollständig.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei anhaltenden Rückenschmerzen, die mit einer ungewöhnlich intensiven Übelkeit verbunden sind, muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden, da möglicherweise eine basiläre Impression vorliegt. Typisch für die Erkrankung sind auch die langanhaltenden Kopfschmerzen, die vor allem bei körperlicher Anstrengung und Drehbewegungen des Kopfes auftreten. Sollte dieser Kopfschmerzen in Verbindung mit Schwindelanfällen, Schweißausbrüchen und einem erhöhten Puls auftreten, liegt womöglich eine basiläre Impression vor.

Die beschriebene Symptomatik zeigt sich typischerweise im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt. Die basiläre Impression erfordert einen umgehenden Arztbesuch, denn unbehandelt nehmen die Beschwerden weiter zu und führen oftmals auch zu Depressionen und anderen psychischen Problemen. Es empfiehlt sich deshalb, bereits bei ersten Symptomen mit dem Hausarzt zu sprechen. Dieser kann die basiläre Impression ausschließen oder diagnostizieren und im Anschluss daran die passende Behandlung vorschlagen. Die eigentliche Behandlung, meist ein operativer Eingriff, bei dem das Hirnhauptloch erweitert wird, sollte dann möglichst umgehend erfolgen.

Da es trotz erfolgreicher Behandlung immer wieder zu Beschwerden kommen kann, sollte ständig Rücksprache mit dem zuständigen Arzt gehalten werden. Sollten Komplikationen wie Nachblutungen oder Narbenbildung auftreten, ist ein weiterer Besuch im Krankenhaus erforderlich.

Behandlung & Therapie

Die basiläre Impression ist operativ behandelbar. Dabei kommen in erster Linie neurochirurgische Verfahren zum Einsatz. Das Foramen occipitale wird erweitert und nach Bedarf stabilisiert. Wenn behandlungstechnische Maßnahmen rechtzeitig und erfolgreich eingesetzt werden, steht die Prognose der basilären Impression vergleichsweise gut.

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Aussicht & Prognose

Die Heilungsaussichten einer basilären Impression sind bei einer frühzeitigen Behandlung und einer grundsätzlich stabilen Gesundheit günstig. Die Aussichten sind bei der angeborenen wie auch der erworbenen Impression gleich gut.

In einer Operation wird ein Korrektureingriff vorgenommen. Der operative Eingriff ist mit den üblichen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Er stellt je nach Schwere der Erkrankung eine Herausforderung für den behandelnden Arzt dar und sollte nur von einem erfahrenen Mediziner durchgeführt werden. Für einige Patienten ist der intensive Eingriff nur schwer zu verkraften. Bei einem schlechten gesundheitlichen Zustand besteht das erhöhte Risiko von Komplikationen. Die anschließende Heilung dauert mehrere Monate. Im Normalfall wird der Patient anschließend als geheilt aus der Behandlung entlassen. Eine Wiederkehr der basilären Impression gilt als ausgeschlossen.

Sobald es zu Komplikationen kam, sind diese parallel zu behandeln. Außerdem sollte der Patient in regelmäßigen Abständen an einer Kontrolluntersuchung teilnehmen. Ohne eine medizinische Versorgung kann der Gesundheitszustand des Patienten nicht verbessert werden. In leichten Fällen der Erkrankung bestehen keine weiteren Gefahren. In schweren Fällen können jedoch Blutgefäße eingeklemmt sein. Handelt es sich um eine angeborene Ursache, kommt es bei diesen Patienten innerhalb des natürlichen Wachstums- und Entwicklungsprozess zu Folgeerscheinungen, die einen lebensbedrohlichen Zustand bewirken. Platzen die eingeklemmten Blutgefäße, droht ein Schlaganfall.

Vorbeugung

Eine Prävention der basilären Impression gestaltet sich bedingt durch die Vielzahl potenzieller Auslöser tendenziell schwierig. Angeborenen Formen der Erkrankung ist dem aktuellen Forschungsstand zufolge prinzipiell nicht wirksam vorzubeugen.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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