Bandscheiben-Operation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Oktober 2017
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Rückenschmerzen sind die Vorboten von Bandscheibenproblemen. Zunächst wird man mit konservativer ärztlicher Therapie versuchen, dagegen anzugehen. Denn die Ursache der Kreuzschmerzen ist nicht immer ein Bandscheibenvorfall. 23 Bandscheiben federn die einzelnen Wirbel der Wirbelsäule wie Stoßdämpfer gegeneinander ab. Dabei lastet im Stehen das komplette Gewicht des Oberkörpers auf den Knorpelscheiben. Deshalb ist Übergewicht auch häufigster Auslöser der Rückenprobleme. Ist die konservative Behandlung nicht erfolgreich wird meist zu einer Bandscheiben-Operation geraten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bandscheiben-Operation?

Aufgebaut sind die menschlichen Bandscheiben wie Gelkissen, im Inneren befindet sich ein Gallertkern. Ein robuster Faserring umschließt und festigt die einzelne Bandscheibe.

Mit zunehmendem Alter verliert die Knorpelmasse an Elastizität, sie trocknet zunehmend aus. Das kann zu Rissbildungen führen. Das marode, dünner werdende Knorpelgewebe vermag den Reibungskräften zwischen den Wirbeln immer weniger entgegenzusetzen und die Knochen beginnen, aufeinander zu reiben.

Bei einem Bandscheibenvorfall reißt der feste Faserring, der die Knorpelmasse umgibt. Die Fixierung der inneren, weichen Gallertmasse geht verloren und sie wird sich in den Wirbelkanal hinein nach vorn wölben.

Im Verlauf der Bandscheiben-Operation wird der Chirurg den Bandscheibenvorfall eliminieren. So werden die eingeklemmten Nervenwurzeln wieder entlastet.

Dann wird je nach Position dieser Wölbung unnatürlicher Druck auf die Nervenfasern ausgeübt, der je nach Intensität zu eindrucksvollen Schmerzen bis hin zu Lähmungszuständen führen kann.

Zur neurologischen Diagnose wird der Facharzt Bilder einer Kernspintomografie, Röntgenbilder oder [[CT]-Aufnahmen hinzuziehen, bis sich ein zuverlässiges Krankheitsbild ergibt.

Bandscheibenvorfälle können vollkommen schmerzfrei sein und unerkannt bleiben. Sie können starke Schmerzen erzeugen oder sogar Lähmungserscheinungen hervorrufen. Dementsprechend reicht die Skala der Therapieformen von Medikamenten und Krankengymnastik bis hin zur Operation des Bandscheibenvorfalls durch den Chirurgen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Operation an den Bandscheiben wird notwendig, wenn Lähmungen auftreten, kein Schmerzmittel mehr anschlägt und sich das Krankheitsbild allgemein immer mehr verschlechtert. Dringend ist die Operation angezeigt, wenn ein Cauda-Equina-Syndrom auftritt, das sich durch Taubheitsgefühle im Anal- oder Genitalbereich bis hin zu Blasen- und Stuhlinkontinenz äußert.

Im Verlauf der Bandscheiben-Operation wird der Chirurg den Bandscheibenvorfall eliminieren. So werden die eingeklemmten Nervenwurzeln wieder entlastet. Dazu wendet der Operateur die mikrochirurgische Discektomie an, in der unter dem Operationsmikroskop eine Entlastung der Rückenmarksnerven generiert wird. Mittels dieses Verfahrens können alle Bandscheibenvorfälle entfernt werden und es ist uninteressant, in welche Richtung die Bandscheibe verrutscht war. Der operierende Arzt stellt zudem genau fest, ob der Spinalnerv korrekt entlastet wurde.

Durchgeführt wird die Operation unter einer Vollnarkose und in Bauchlage. Um größtmögliche Abstände zwischen den einzelnen Wirbelbögen und eine notwendige Weitstellung des Wirbelkanals zu erhalten, befindet sich der Patient in einer knieenden Position. Der Oberkörper liegt auf dem OP-Tisch.

Schematische anatomische Darstellung der Wirbel und der Bandscheibe, sowie der eingeklemmte Nerv. Klicken, um zu vergrößern.

Dann wird der Chirurg einen kleinen Hautschnitt über dem erkrankten Bereich machen und die Rückenmuskulatur behutsam zur Seite drängen. Bei der Operation werden Mikroskope und filigrane Spezialinstrumente eingesetzt.

Mit deren Hilfe wird das Ligamentum flavum - ein Band, welches die einzelnen Wirbelkörper miteinander verbindet - partiell eingeschnitten. So erhält der operierende Arzt die notwendige freie Sicht in den Wirbelkanal. Nur in seltenen Fällen muss noch etwas vom Wirbelknochen entfernt werden.

Nun kann das vorgewölbte Gewebe der betroffenen Bandscheibe abgetrennt werden. Auch Teile der Bandscheibe, die in den Wirbelkanal verrutscht waren, werden entfernt. Den Spiralnerv wird man im Verlauf der gesamten Operation ständig mikroskopisch genau unter Kontrolle halten.

Sollte es große Defekte am Faserring geben, werden sie mikrochirurgisch genäht. Am Ende der Bandscheiben-OP wird das entsprechende Hautareal wieder vernäht.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Wie bei allen operativen Eingriffen bestehen auch bei Bandscheiben-Operationen Risiken.

Selten kommt es zu Verletzungen des Nervs, der entlastet werden sollte. Beeinträchtigte Funktionen von Blase und Darm, Bewegungsstörungen der Beine und sexuelle Störungen können die Folgen sein. Als mögliche Komplikationen gelten zudem Wundheilungsstörungen und Infektionen. Das seltene Postdiscektomie-Syndrom löst ziehende und kribbelnde Missempfindungen in den Beinen aus, die trotz optimal verlaufender Operation zeitweise auftreten können.

Als sinnvolle Nachsorge nach der Bandscheiben-Operation werden Bänder und Muskeln durch Krankengymnastik gestärkt. Innerhalb der Rehabilitation kommen bedarfsweise auch Ergotherapeuten, Ernährungsberater und Psychotherapeuten zum Einsatz.

Bücher über Bandscheibenvorfall

Quellen

  • Diemer, F., Sutor, V.: Praxis der medizinischen Trainingstherapie. Thieme, Stuttgart 2011
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Schmidt, R., et al.: Physiologie des Menschen. Springer, Heidelberg 2010

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