Bachbunge

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Bachbunge ist eine Pflanze, die nur wild wächst und mit ihrem Namen ihren bevorzugten Lebensraum preisgibt: Sie ist vor allem in der Nähe von Bächen zu finden. Im Mittelalter war sie eine angesehene Heilpflanze und auch heute noch schätzt sie die Naturheilkunde.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Bachbunge

Der botanische Name der Bachbunge ist Veronica beccabunga. Im Volksmund ist sie weiterhin als Quellehrenpreis, Pferdekresse oder Bach-Ehrenpreis bekannt. Die bevorzugten Standorte der wintergrünen Pflanze sind Wassergräben, Bäche, Sumpf- und Ufergebiete. Dort steht sie gelegentlich auch halb untergetaucht in den Gewässern. Da sie frisches Wasser zur Nährstoffaufnahme benötigt, ist sie ein Indikator für sauberes Wasser.

Sie ist mehrjährig und in ganz Europa und mittlerweile auch in Teilen Asiens, Nordamerikas und Nordafrikas zu finden. Mit ihren liegenden und aufsteigenden Trieben kann die Bachbunge mehr als einen halben Meter hoch wachsen. Ihre Blätter haben eine ovale Form, sind fleischig und abgerundet. Wenn sie von Mai bis September blüht, zeigen sich himmelblaue Blüten und anschließend millimeterkleine Fruchtkapseln.

Von diesen stammt, der Annahme vieler Botaniker nach, ihr Namensteil Bunge, da dieses Wort im Mittelhochdeutschen Knolle bedeutet. Sie gehört zu der Pflanzenfamilie der Wegerichgewächse und ist der Gattung der Ehrenpreise zuzurechnen. Mit ihrer Robustheit ist sie mitunter im Winter an frostfreien Gewässern zu finden.

Wirkung & Anwendung

Im Mittelalter war die Bachbunge von Hildegard von Bingen hoch geschätzt. Sie nutzte die Pflanze bei Hämorrhoiden, Verdauungsstörungen oder gichtartigen Beschwerden. Heutzutage findet sie in der Naturheilkunde Anwendung. Aufgrund dieser geringen Verwendung ist sie nur als Wildpflanze anzutreffen und es hat keine Kultivierung stattgefunden. Wer sie als Heilpflanze nutzen möchte, muss sie selbst sammeln oder im eigenen Garten anpflanzen.

Es gibt sehr wenig Produkte in denen Bestandteile der Pflanze enthalten sind. Diese kommen aus dem Bereich der Naturheilmedizin oder der Homöopathie in Form von Tropfen oder Globuli. Nach den Vorstellungen der Naturheilmedizin ist die Bachbunge verdauungsfördernd. Tinkturen aus den Blättern oder selbsthergestellte Säfte sollen einen abführenden und harnfördernden Effekt haben. Neben Gerbstoffen, Bitterstoffen, ätherischen Ölen und Glykoside zählt Vitamin C zu den Inhaltsstoffen der Pflanze. Sie ist daher sehr gesund und hat einen würzigen Geschmack, der vielen Gerichten eine besondere Note verleihen kann.

Im Mittelalter war die Bachbunge von Hildegard von Bingen hoch geschätzt. Sie nutzte die Pflanze bei Hämorrhoiden, Verdauungsstörungen oder gichtartigen Beschwerden.

Dabei können die Blätter und die Blüten zur Anwendung kommen. Die Blätter bekommen in der Blütezeit einen intensiveren, bitteren Geschmack, der an Kresse erinnert. Roh passen die Blätter zu Salat, im Pesto, im Kräuterquark oder in eine Vinaigrette. In gekochtem oder gegartem Zustand eignen sie sich für Suppen, Eintöpfe, Soßen, Omeletts oder als Gemüsebeilage. Im Mittelalter war die Bachbunge eine wichtige Zutat in der auch heute noch bekannten Gründonnerstagssuppe, die den Körper nach dem Winter stärken und reinigen sollte.

Da die Blätter sehr fleischig sind, eignen sie sich für die Herstellung von selbstgepressten Gemüsesäften. Durch das wilde Wachstum ist es jedoch wichtig, die geernteten Blätter auf eventuelle Larven hin zu untersuchen. Zusätzlich empfiehlt es sich, sie nur an ungedüngten Standorten zu sammeln und sie sorgfältig abzuspülen.

Die Blüten behalten nach dem Trocknen ihre blaue Farbe und können als essbare Dekoration in Tees oder Salaten dienen. Eine weitere Nutzung der Bachbunge ist die als Teichpflanze. Am Gartenteich angesiedelt, verdeckt sie Folienränder und unterstützt den naturnahen Garten. Sie lässt sich auch in Süßwasseraquarien einsetzen oder als schwimmende Zimmerpflanze.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Trotzdem die Bachbunge im Mittelalter in Deutschland als Heilpflanze bekannt war, gibt es wenig wissenschaftlich belegte Aussagen zu ihrer Wirksamkeit. Das in ihr enthaltene Aucubin, ein Pflanzenstoff zur Abwehr von Insekten, zeigte bei Untersuchungen eine nervenschützende und durchblutungsfördernde Wirkung. In der Schulmedizin findet die Pflanze keine Anwendung.

Doch die Volksmedizin und die Naturheilkunde sprechen ihr viele gesundheitsfördernde Wirkungen zu: Sie sei blutreinigend, schweißtreibend und harntreibend. Durch ihren schleimlösenden Effekt eigne sie sich bei Husten, Lungenproblemen oder Asthma. Sowohl im rohen Zustand als auch in Form von Tinkturen oder gekochten Beilagen ist die Bachbunge verdauungsfördernd und geeignet gegen Appetitlosigkeit und Verstopfung.

Dabei ist die Einnahme von Produkten aus frischen Blättern wesentlich effektiver, als die von Tinkturen. Sie gilt als Hausmittel für schöne Zähne. In Kombination mit anderen Wildkräutern ist sie mit ihren Nährstoffen eine Empfehlung gegen Frühjahrsmüdigkeit. Ein Sitzbad mit dem Absud der Blätter soll gegen Hämorrhoiden helfen. Nach den Schriften von Hildegard von Bingen ist die Pflanze geeignet, Übersäuerungen zu mildern und den Darm zu unterstützen.

Zudem ist das Extrakt der Bachbunge ein Inhaltsstoff in einigen kosmetischen Produkten und kann die Haut pflegen. Die Blätter können äußerlich angewendet, entzündungshemmend, juckreizstillend und wundheilungsfördernd wirken. Die enthaltenen Gerbstoffe sind der Grund dafür, dass die Blätter oder ein Absud aus ihnen schon im Mittelalter bei Hautkrankheiten Anwendung fanden.

Ein getränktes Tuch soll auf die betroffenen Stellen gelegt, bei Hautflechten, Hautflecken und Altersflecken helfen. Diese Anwendung kam auch bei Ausschlägen und Geschwüren zum Einsatz. Nebenwirkungen sind aufgrund der geringen Untersuchungen nicht bekannt. Dennoch sollten Personen mit schwerwiegenden Erkrankungen die Einnahme von Bachbunge als Heilmittel mit ihrem Arzt abklären. Für Schwangere und Personen mit einem schwachen Magen empfiehlt die Naturheilkunde, dass diese die Bachbunge meiden.

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