BK-Virus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Juni 2017
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Das BK-Virus ist ein Polyomavirus. Diese beschreiben eine Gruppe von nackten Viruspartikeln mit einem DNA-Genom. Das Virus kommt auf der ganzen Welt vor und nahezu jeder Mensch hat sich mit dem Virus angesteckt, da es meist schon im Kindesalter übertragen wird und ein Leben lang persistiert. Das Virus ist der Auslöser der Polyomavirus-Nephropathie, kurz PVN.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das BK-Virus?

Das BK-Virus (kurz: HPyV-1) ist ein Virus, der auf der ganzen Welt vorkommt. Es gehört zur Familie der Polyomaviridae, sowie zu der Gattung Polyomavirus. Das Humane Polyomavirus 1 ist ein Synonym für das BK-Virus. Der Erreger wird wahrscheinlich im Kindesalter übertragen und gelangt dann anschließend in die Niere oder das Zentralen Nervensystem (ZNS), wo er schließlich das Leben lang persistiert.

Während seiner Persistenz kann sich das Virus vermehren. Dies geschieht aber nur, wenn der menschliche Körper unter einer Schwäche des Immunsystems leidet, wie es zum Beispiel bei AIDS oder auch einer Schwangerschaft der Fall ist. Deshalb wird das BK-Virus auch als opportunistischer Erreger bezeichnet.

Beim BK-Virus handelt es sich um einen nackten Viruspartikel, was heißt, dass es von keiner Lipidhülle umgeben ist. Darum ist der Erreger um einiges stabiler und resistenter gegen verschiedene Umwelteinflüsse als mit einer Lipidhülle umgebene Viren. Das Genom, das das Virus in sich trägt, ist eine doppelsträngige DNA.

Der Erreger wurde das erste Mal 1971 im Urin eines Patienten gefunden, dem eine Niere transplantiert wurde. Seine Initialien waren B. K., weswegen das Virus nach ihm benannt wurde.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Das BK-Virus kommt auf der gesamten Welt vor. Circa 75 Prozent der Weltbevölkerung tragen das Virus in sich. Anscheinend wird der Erreger im Kindesalter über Schmierinfektion mit Urin, Tröpfcheninfektion oder über verseuchtes Trinkwasser übertragen und bleibt ein Leben lang im Menschen persistent. Wird der Körper infiziert, so verbreitet sich das Virus in die Niere oder das Zentrale Nervensystem.

Bei einer ersten Infektion verläuft die Ansteckung durch das Virus bei gesunden Menschen ohne Symptome. Wird das Immunsystem des Menschen jedoch geschwächt, so kann es dazu kommen, dass der Erreger reaktiviert wird und sich vermehrt. Gehäuft wird eine Virusvermehrung auch bei einer Therapie mit Immunsuppressiva nach einer Nierentransplantation beobachtet. Eine BK-Nephropathie tritt dabei bei circa 5 Prozent der Nierentransplantierten auf, ungefähr 8 bis 13 Monate nach der Transplantation. Bei Vermehrung kommt es auch zu einer erhöhten Ansteckungsgefahr, da dann der Erreger vermehrt mit dem Urin ausgeschieden wird.

Das BK-Virus trägt keine Lipidhülle, damit wird das Virus resistenter gegenüber verschiedenen Umwelteinflüssen. Eine alleinige Desinfektion reicht zum Beispiel nicht aus, um das Anstecken mit dem Virus zu verhindern. Dazu bedarf es spezielle Desinfektionsmittel.

Das BK-Virus besitzt eine doppelsträngige DNA. Nur wenige Viren sind dabei unbehüllte DNA-Viren. Zu ihnen gehören noch die Adenoviren, das Humane Papillomavirus, sowie das zweite humanmedizinisch relevante Polyomavirus, das JC-Virus.

Die DNA kann in zwei Abschnitte untergliedert werden. Ein Abschnitt beinhaltet den nicht kodierenden Teil, der die Kontrollregion, die Vermehrung und Synthese der Viruspartikel reguliert. Der andere Abschnitt enthält den kodierenden Anteil der DNA. Dieser beinhaltet die viralen Proteine, wie die viralen Kapsidproteinen VP1, VP2, VP3 und ein sogenanntes Agnoprotein. Das Virusgenom wird von einem ikosaedrisch geformten Kapsid umgeben. Dabei handelt es sich um eine Proteinhülle, die die Virusform bildet sowie das Virus schützt. Das Kapsid ist aus den sogenannten Kapsomeren aufgebaut, diese wiederum sind aus den Kapsidproteinen VP1, VP2 oder VP3 aufgebaut.

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Krankheiten & Beschwerden

Das BK-Virus ist vor allem für die sogenannte Polyomavirus-Nephropathie verantwortlich. Dabei handelt es sich um eine Nierenerkrankung, die gehäuft nach Nierentransplantationen auftritt. Das Virus ist mit einer Durchseuchungsrate von fast 75 Prozent bei fast jedem Menschen vorhanden. Es persistiert in den Epithelzellen der Niere und vermehrt sich, wenn es zu einer Schwächung des Immunsystems kommt.

Diese Schwächung wird vor allem durch therapeutische Immunsuppression mittels Tacrolimus oder Mycophenolsäure hervorgerufen, welche typischerweise für eine Behandlung nach einer Nierentransplantation verwendet werden. Dabei werden die Epithelzellen geschädigt und gehen verloren. Der Erreger wird vermehrt mit dem Urin ausgeschieden, welcher andere Menschen mit dem Virus infizieren kann.

Es kommt zudem zu einer Entzündungsreaktion, die mit einer reduzierten Organfunktion einhergehen kann. Die Polyoma-assoziierte Nephropathie (PVN) manifestiert sich damit als tubulointerstitielle Nephritis, also als eine Entzündung der Niere. Zu Beginn der PVN, die bei 5 Prozent der Patienten nach einer Nierentransplantation auftritt, kommt es zunächst zu keinen Beschwerden. Wird das Blut untersucht, so können jedoch erhöhte Werte des Kreatinins auftreten, welche eine Verschlechterung der Nierenfunktion andeuten. In einigen Fällen kommt es zur Verengung des Harnleiters, infolgedessen kommt es zum Harnstau.

Wenn auch selten kann dennoch eine Entzündung der Harnblase auftreten. Weitere unspezifische Symptome sind Fieber, Hautausschlag und Gelenkschmerzen, sowie Flankenschmerzen. Im schlimmsten Fall kommt es zur Transplantatabstoßung.

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