Bärlauch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Bärlauch (lat. Bezeichnung Allium ursinum) wird auch oft als Wilder Knoblauch bezeichnet. Andere Bezeichnungen für Bärlauch findet man unter Wilder Lauch, Waldknoblauch, Hexenzwiebel und einer Reihe weiterer Namen, die in verschiedenen Regionen gebräuchlich sind.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Bärlauch

Das Verbreitungsgebiet des Bärlauchs ist in beinahe jedem Land Europas und in Nordasien. Er gedeiht vorwiegend in schattigen Auwäldern, Auen und an bewaldeten Hängen, die nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Bärlauch ist tatsächlich mit dem Knoblauch, dem Schnittlauch und den Zwiebeln verwandt. Auch sein Geschmack ist dem Knoblauch ähnlich, jedoch nicht so intensiv wie dieser, wobei er ebenfalls ein wenig an Schnittlauch erinnert.

Beim Bärlauch, der hauptsächlich nährstoffreichen Boden bevorzugt, werden ausschließlich die Blätter verwendet. Diese sind etwa 3-5cm breit, länglich und von intensiv grüner Farbe.

Bärlauch zeigt einen ausgedehnten und dichten Bewuchs und kommt vorwiegend in Buchenwäldern vor. Man trifft ihn aber ebenso in Mischwäldern mit Ahorn, Eichen, Eschen oder Ulmen an. Auch in Gärten wächst er hervorragend auf schattigem Gelände. Seine Blätter kommen Ende Februar bis Ende April aus dem Boden. Die Wachstumsphase erstreckt sich bis zur Blüte Ende Mai bis Anfang Juni und ist dann beendet.

In den Bärlauchblättern findet man eine große Anzahl Schwefelverbindungen, ebenso Magnesium, Mangan, verwertbare Eisen-Verbindungen und andere Stoffe.

Wie viele Pflanzen sollte Bärlauch nur gesammelt werden, so lange er noch nicht blüht, denn darüber hinaus verliert er an Aroma und Geschmack. Man erntet ihn vorzugsweise am frühen Morgen bzw. nach einem Regenguss. Aber Vorsicht ist hier geboten: Es besteht für den Laien oft Verwechslungsgefahr mit den Blättern des Maiglöckchens.

Auch kann der nichtkundige Sammler mitunter versehentlich die austreibenden Blätter der Herbstzeitlosen für Bärlauch halten. Allerdings ist der Geruch des Bärlauchs intensiv genug, so dass die Geruchsprobe eigentlich diese Verwechslung nicht zulässt. Dennoch sollte man wissen, dass beide andere Pflanzen stark giftig sind und ihr Verzehr auch tödlich enden kann.

Anwendung & Verwendung

Verwendet wird der Bärlauch möglichst roh. Erhitzt man ihn, verliert er an Geschmack und Aroma. Es gibt neben dem Rohverzehr auf Butterbrot und als fein geschnittene Zutat zu Salaten auch die Möglichkeit, aus Bärlauch eine köstliche Suppe zuzubereiten oder man mischt ihn, fein geschnitten und gehackt, unter gesalzene Butter und stellt so eine Bärlauch-Kräuterbutter her.

Daneben gibt es verschiedene Möglichkeiten der Haltbarmachung von Bärlauch. Mit Olivenöl und Pinienkernen kann man ihn mittels eines Mixstabes zu einer dickflüssigen Masse verarbeiten. Etwas Salz dazu – und fertig ist ein Bärlauch-Pesto, das sich in einem gut verschlossenem Glas auch einige Wochen im Kühlschrank aufbewahren lässt. Kenner fügen diesem Pesto noch geriebenen Käse hinzu, wodurch sich die Haltbarkeit allerdings verringern kann.

Gibt man in breite Streifen geschnittenen Bärlauch zu Olivenöl und lagert das Ganze etwa drei Wochen an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur, filtert anschließend das Öl durch ein Tuch oder ein anderes Filtermedium und füllt in dunkle Flaschen ab, so erhält man ein aromatisches Öl. Dieses hält sich bei kühler und dunkler Lagerung bis zu 2 Monaten und im Kühlschrank sogar wesentlich länger.

Seinen Namen soll er auch von den Germanen erhalten haben, die der Meinung waren, dass es Seelentiere wie den Bären gab, der mit seiner Kraft und Stärke die Macht des Winters in die Knie zwingt und neues Leben hervorbringt und dass diese Seelentiere sich auch in bestimmten Pflanzen zeigen, durch deren Verzehr man sich die Stärke des Tieres einverleibt.

Bedeutung für Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Dem Bärlauch werden viele Eigenschaften und Wirkstoffe nachgesagt, die sich wohltuend auf die menschliche Gesundheit auswirken können. In den Bärlauchblättern findet man eine große Anzahl Schwefelverbindungen, ebenso Magnesium, Mangan, verwertbare Eisen-Verbindungen und andere Stoffe.

Dabei wurden im Bärlauch höhere Konzentrationen an schwefelaktiven Verbindungen gemessen als im Knoblauch. Die Römer, Kelten und Germanen sollten ihn schon als Gewürz und Heilpflanze gekannt haben.

Die in ihm enthaltenen Öle und sein Vitamin-C-Gehalt sollen gegen Verdauungsstörungen und bei Appetitlosigkeit helfen und ein probates Mittel bei Blähungen und Durchfall sein.

Darüber hinaus schreibt man dem Bärlauch eine verbessernde Wirkung bei Arteriosklerose und hohem Blutdruck zu und er soll, genau wie der Knoblauch, die Eigenschaften eines pflanzlichen Antibiotikums haben, was aber bis heute noch nicht komplett nachgewiesen werden kann.

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