Bänderriss

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. August 2017
Symptomat.de » Krankheiten » Bänderriss

Ein Bänderriss gehört, neben Bänderdehnung bzw. Bänderzerrung, zu den häufigsten Sportverletzungen. Durch ruckartige Bewegung und Überbeanspruchung der Bänder kann es in der Folge extremer körperlichen Aktivitäten zu einem Bänderriss kommen. Bekannte Ursachen sind daher zum Beispiel das Verdrehen des Knies oder das Umknicken des Fußes. Einer der bekanntesten Bänderrisse ist der Außenbandriss am oberen Sprunggelenk. An den Kreuzbändern kann es hierbei zu dem sogenannten Kreuzbandriss kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Bänderriss?

Bei einem Bänderriss handelt es sich um einen teilweisen oder vollständigen Riss eines Gelenkbandes. Am häufigsten sind hiervon die Gelenkbänder am Fuß sowie an Sprunggelenk, Knie, Handgelenk, Schulter und Ellenbogen betroffen. Es kann auch der Daumen vom Bänderriss betroffen sein - dies wird als Skidaumen bezeichnet.

Typisch für den Bänderriss ist ein lokaler und teils starker Schmerz, kombiniert mit einer Instabilität des betroffenen Gelenkes. Auch Blutergüsse treten häufig auf und verursachen Schwellungen. Beim Bänderriss werden vier Schweregrade unterschieden. Sie reichen vom unvollständigen Riss, bei dem das Gelenk stabil bleibt, bis hin zum vollständigen und das Gelenk destabilisierenden Bänderriss.

Ursachen

Ein Bänderriss entsteht, wenn ein Gelenkband so stark überdehnt wird, dass seine Fasern in Mitleidenschaft gezogen werden. Meistens ist dies bei gewaltsamen Gelenkbewegungen der Fall, bei denen eine übermäßig starke Kraft auf die Bänder wirkt - etwa eine abrupte Drehung. Gelenkbänder bestehen aus straffem Bindegewebe, stabilisieren das Gelenk und sind normalerweise ausgesprochen kräftig.

Eine zu starke Dehnung aber kann das Bindegewebe schädigen - von der eher harmlosen Verstauchung bis hin zum Bänderriss. Solch starke Dehnungen treten vor allem beim Sport auf, weshalb der Bänderriss als typische Sportverletzung gilt. Ein häufiges Beispiel sind Bälle, die hart auf Gelenke aufprallen, oder auch Zusammenstöße vom Spielern, bei denen ein Gelenk verdreht und damit ein Bänderriss verursacht wird. Doch auch ein Umknicken des Fußes kann zum Bänderriss führen.

Das Körpergewicht eines Menschen reicht bei einem ungünstigen Winkel aus, um die Gelenkbänder zu überlasten. Ein multipler Bänderriss ist selten und tritt am ehesten bei Autounfällen auf.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

In den meisten Fällen macht sich ein Bänderriss bereits im Moment des eigentlichen Risses bemerkbar: Viele Betroffene hören ein Geräusch (häufig ein Knallen oder Schnappen). Gleichzeitig tritt ein heftiger, lokaler Schmerz auf, der sich allerdings in den meisten Fällen trotz Bänderriss schnell legt.

Es bleibt jedoch eine veränderte Beweglichkeit des Gelenkes, die sich bei Bänderrissen im Fußbereich häufig durch einen unsicheren Gang zeigt. Schnell treten Schwellungen und Blutergüsse auf. Da ein Bänderriss unter Umständen nur Schwer von Verstauchungen und Bänderzerrungen unterscheidbar ist, sollte bei jedem Verdacht ein Arzt aufgesucht werden. Unbehandelt kann es beim Bänderriss zu einer chronischen Instabilität und Schädigung des Gelenkes kommen.

Komplikationen

Nach einem Bänderriss kann eine gewisse Instabilität erhalten bleiben. Beispielsweise gewinnt ein Knie nach einem operierten Kreuzbandriss seine ursprüngliche Stabilität möglicherweise nicht mehr zurück. Bei einem Skidaumen können trotz guter Behandlung leichte Einschränkungen beim Greifen zurückbleiben. Bei einem Außenbandriss im oberen Sprunggelenk können Restbeschwerden bestehen bleiben.

Oftmals unterschätzt der Betroffene die Verletzung, treibt weiter Sport und geht trotz Schwellung und Schmerzen nicht zum Arzt. Langfristig kann der Bänderriss dann Probleme bereiten und Folgeerscheinungen mit sich bringen. Ein nicht ausreichend verheilter oder nicht entdeckter Skidaumen kann zu einer dauerhaften und schmerzhaften Instabilität führen. Der sogenannte Wackeldaumen ist in seiner Bewegung eingeschränkt, zum Beispiel beim Umgreifen eines Balls.

Wird eine Außenbandriss im Sprunggelenk nicht adäquat behandelt, kann sich eine permanente Außenbandstabilität entwickeln. Der Betroffene kann - insbesondere auf unebenen Böden - immer wieder umknicken. Ein nicht angemessen behandelter Kreuzbandriss kann zu regelmäßigen Schmerzen im Knie und zu einem instabilen Gang führen. Zudem kann es im Laufe der Jahre zu Verletzungen am Knorpel und/oder Meniskus kommen. Ein Bänderriss kann auch chronisch werden und zu einem Gelenkverschleiß (Arthrose) führen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Behandlung & Therapie

Beim Verdacht auf Bänderriss sollte als Erste Hilfe die sogenannte PECH-Regel genutzt werden: Pause, Eis, Compression, Hochlagerung. Durch die Kühlung, den Druck und die Hochlagerung werden die Durchblutung und der Schmerz vermindert. Anschließend sollte - auch wenn das Gelenk schmerzfrei ist - ein Arzt aufgesucht werden, um die Ausmaße zu klären.

Bei der Untersuchung kommen, je nach Körperregion, auch Röntgen und Kernspintomographie zum Einsatz. Die Gelenkstabilität wird getestet - gegebenenfalls unter Narkose, da starke Schmerzen auftreten können. Abhängig von Ort und Grad wird der Bänderriss nun entweder offen oder minimal-invasiv operiert oder aber konservativ behandelt.

Eine konservative Behandlung stützt sich vor allem auf konsequente Bewegungsübungen und Muskeltraining, es kommen aber auch Stützverbände und nötigenfalls ein Gipsverband in Betracht. Wird der Bänderriss konservativ behandelt, dauert dies in der Regel acht Wochen.

Das können Sie selbst tun

Ein Bänderriss ist kein medizinischer Notfall. Ereignet er sich beispielsweise mitten in der Nacht oder während des Joggens auf einem abgelegenen Waldweg, gibt es eine ganze Reihe von effektiven Mitteln zur Selbsthilfe.

Zunächst ist es für den Betroffenen in der Regel wichtig, den auftretenden Schmerz durch einen Bänderriss rasch zu lindern sowie eine Schwellung des betroffenen Gelenks so gut wie möglich zu verhindern. Beides kann durch eine rasche Kühlung erreicht werden. Wird Eis verwendet, ist darauf zu achten, dass es nicht auf die blanke Haut gegeben wird, damit es nicht zu einer Erfrierung kommt. Wichtig ist, dass das Gelenk keinesfalls großer Wärme, etwa der direkten Einstrahlung der Sonne, ausgesetzt wird.

Das Auftreten einer Schwellung kann zudem durch ein rasches Bandagieren abgemildert werden. Ist bereits ein Bluterguss zu sehen, kann zusätzlich auch mit einer Heparin-Salbe gearbeitet werden. Die Bandage dient auch der Stabilisierung des Gelenks. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn eine Schonung anfangs nicht möglich ist, weil beispielsweise der von einem Bänderriss im Knöchel Betroffene noch einige Meter nach Hause laufen muss.

Grundsätzlich sollte das Gelenk sofort nach dem Bänderriss erst einmal geschont werden. Im Idealfall wird das Gelenk hoch gelagert. Auch dies dient dazu, einer Schwellung entgegenzuwirken und eventuelle Blutansammlungen im verletzten Bereich weitgehend zu unterbinden.

Bücher über Bänderriss

Quellen

  • Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen – Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer, München 2009
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Rieger, H.: Sportverletzt – was jetzt? Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2010

Diesen Artikel Freunden & Bekannten empfehlen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Bänderriss?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Jeurink kommentierte am 05.02.2012 um 12:58 Uhr

Ein Bänderriss am Daumen wurde bei mir nicht behandelt. Der Riss entstand vor 1,5 Jahren. Wie könnte es noch behandelt werden? Mfg Jeurink

Bekannt aus: