Axilläre Blockade

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Die axilläre Blockade ist ein Verfahren der Teilanästhesie zur Betäubung der oberen Extremität. Hierbei werden die Nervengeflechte, die den Arm versorgen, anästhesiert und somit die Reizweiterleitung blockiert. Dies ermöglicht operative Eingriffe im Bereich der Orthopädie und der Chirurgie, sowie ein sehr wirksame Schmerztherapie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Axilläre Blockade?

Bei der axillären Blockade handelt es sich um ein regionales Anästhesieverfahren, welches auch als Plexusanästhesie bekannt ist. Durch die Blockade der Nerven im Bereich der Achselhöhle ist es möglich, operative Eingriffe an der oberen Extremität durchzuführen. Um eine solche Blockade zu erzielen, wird ein Betäubungsmittel, ein sogenanntes Anästhetikum, im Bereich des Nervengeflechts der Achsel injiziert.

Dabei werden die Nerven des Plexus brachialis, bestehend aus dem Nervus ulnaris, Nervus radialis, Nervus medianus und dem Nervus musculocutaneus, kurzzeitig betäubt. Eine Reizweiterleitung ist nicht möglich. Die Sensibilität und besonders das Schmerzempfinden werden aufgehoben. Zusätzlich entsteht eine Lähmung der Muskulatur im Arm. Des weiteren ist es möglich, einen Katheter in dem Bereich des Plexus brachialis zu legen, um postoperativ zur Schmerztherapie kontinuierlich Anästhetikum zu injizieren. Das ist ein großer Vorteil anderen Anästhesieverfahren gegenüber, da diese postoperativ Schmerztherapie durch die Plexusblockade beliebig lange, je nach Schmerzzustand des Patienten, durchgeführt werden kann.

Funktion, Wirkung & Ziele

Durch die axilläre Blockade können operative Eingriffe am distalen Oberarm, Ellenbogengelenk, Radius/Ulnar, Handgelenk und der Hand mit Fingern durchgeführt werden. Neben der Anwendung im operativen Bereich, wird die axilläre Blockade auch zur Schmerztherapie genutzt. Dafür wird in die Punktionsstelle ein Katheter gelegt und kontinuierlich postoperativ Anästhetika injiziert. Indiziert ist eine solche Schmerzbehandlung häufig bei chronischen Schmerzen, CRPS (Complex regional pain syndrome), Neuralgien und Phantomschmerzen.

Die axilläre Blockade unterscheidet sich in vier verschiedenen Techniken. Die älteste angewandte Technik ist die supraklavikuläre Plexusblockade. Hier wird der Plexus brachialis oberhalb der Clavicula mit Anästhetika blockiert. Vorteil dieser Methode ist, dass so gut wie alle abgehenden Nervenstränge des Plexus brachialis blockiert werden. Die standartisierte und somit gängigste Technik der axillären Blockade ist die sogenannte axilläre Plexusblockade. Hierbei wird das Anästhetikum in die Gefäßnervenscheide des Plexus brachialis injiziert. Vorteil dieser Methode ist der recht einfach Zugang über die Axilla zum Plexus brachialis. Daher wird dieses Verfahren auch häufig bei Kindern angewendet.

Die axilläre Blockade ist ein Verfahren der Teilanästhesie zur Betäubung der oberen Extremität. Um eine solche Blockade zu erzielen, wird ein Betäubungsmittel, ein sogenanntes Anästhetikum, im Bereich des Nervengeflechts der Achsel injiziert.

Bei einem operativen Eingriff im Bereich des Schultergelenks, wird die sogenannte interskalenus Blockade durchgeführt. Hierbei wird das Anästhetikum auf Höhe des 6. Halwirbels zwischen dem M. scalenus anterior und dem M. scalenus medius injiziert. Auch hier wird der Plexus brachialis analgesiert. Selten wird die infraklavikuläre Plexusblockade durchgeführt. Hier wird das Betäubungsmittel zwischen der Clavicula, dem Musculus pectoralis und dem Proc. coracoideus injiziert. Diese Technik ist jedoch noch relativ jung und weitere Studien sind bisher nicht erfolgt.

Um den Plexus brachialis aufzuspüren wird hierfür ein sogenannter Nervenstimulator am Ende der Punktionskanüle angebracht. Gelangt die Spitze der Kanüle in den Bereich des Nervengeflechts, äußert sich das durch Kontraktionen der Unterarmmuskulatur. Alternativ kann die Punktionskanüle auch mithilfe eines Ultraschalls eingeführt werden.

Wird das Anästhetikum mit Hilfe eines Nervenstimulators am Plexus brachialis injiziert, werden etwa 40ml Betäubungsmittel eingeführt. Dafür werden meistens lange wirksame Lokalanästhetika, wie beispielsweise Ropivacain, verwendet. Da die Wirkung jedoch meist erst nach 20-30 Minuten eintritt, kann noch ein schnell und kurzzeitig wirksames Lokalanästhetika, wie Prilocain oder Mepivacain, zusätzlich verabreicht werden.

Ist der Patient nervös, unruhig oder gestresst durch den operativen Eingriff, kann ein sedierendes Medikament verabreicht werden. Der Patient verfällt dadurch in einen Dämmerzustand und kann jederzeit wieder erweckt werden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die axilläre Blockade ist, im Hinblick auf alternative Narkoseformen, eine relativ sichere und schonende Narkose. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Heiserkeit oder Reizhusten, die bei einer Vollnarkose auftreten können, fallen bei einer Lokalanästhesie weg.

Typische Nebenwirkungen einer axillären Blockade sind jedoch gegeben. Dies können beispielsweise Taubheitsgefühl, Muskelzittern und Kribbeln im operierten Arm sein. Empfindungsstörungen dieser Art können durch die Anästhesie oder aber auch durch die Blutstauungsmanschette hervorgerufen werden. Erfahrungsgemäß klingen diese Beschwerden jedoch noch einigen Wochen wieder ab. Außerdem kann es zu Einblutungen in das Gewebe im Bereich der Punktionsstelle kommen. Selten kommt es zu Schädigungen der Weichteile oder zur Reizung von Nerven.

Dieses kann auch zu Gefühlsstörungen in Form von Missempfindungen, Taubheitsgefühl, Schmerzempfindungen oder auch Lähmungserscheinungen durch Schädigung der Nerven auftreten. Eine Überempfindlichkeit oder eine allergische Reaktion auf das injizierte Anästhetikum kann sich durch Blutdruck- und Pulsabfall äußern. Wird das Anästhetikum ungewollt in die Blutbahn injiziert, kann es zu Herz- Kreislauf-Beschwerden, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle bis hin zum Aussetzen der Atmung kommen.

Daher sollte eine axilläre Blockade nicht durchgeführt werden, wenn eine solche Allergie oder Überempfindlichkeit bekannt ist. Bei einer langanhaltenden Blockade der Reizweiterleitung durch einen Katheter, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Diese äußern sich durch Schwindelanfälle, Nervosität, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen oder plötzlicher Blutdruckabfall.

Beim Einführen der Punktionskanüle kann es außerdem zu Beschädigungen von Blutgefäßen kommen, da der Plexus inmitten dieser verläuft. Als absolut kontraindiziert gelten Infektionen und Tumore im Bereich des Armes. Eine Störung der Blutgerinnung und die Einnahme von Medikamenten sollte vor dem operativen Eingriff mit dem Anästhesisten besprochen werden. Gegebenenfalls ist das Absetzten von Medikamenten notwendig, um den Eingriff durchzuführen.

Bücher über Schmerzen

Quellen

  • Roewer, N., Thiel, H.: Taschenatlas der Anästhesie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Roewer, N., Thiel, H., Wunder, C.: Anästhesie compact. Thieme, Stuttgart 2012
  • Schüttler, J., Neglein, J., Bremer, F.: Checkliste Anästhesie. Thieme, Stuttgart 2000

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