Ausschabung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Eine Ausschabung dient zur Reinigung bzw. zur Gewinnung von Untersuchungsmaterial aus dem betroffenen Organ. Meist wird damit eine Ausschabung der Gebärmutter nach einer Fehlgeburt bezeichnet. Obwohl die Risiken gering sind, kann es während des Eingriffs zu Verletzungen des Uterus kommen und nach dem Eingriff zu Infektionen, die jedoch gut zu behandeln sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Ausschabung?

Der Begriff Kürettage bezeichnet die operative Gewebeentfernung durch eine Kürette, ein Instrument, welches für eben diesen Zweck gemacht wurde. Eine Kürette gibt es in verschiedensten Ausführungen, meist weist sie einen schneidenden oder stumpfen Löffel auf.

Obwohl Ausschabungen auch in anderen medizinischen Fachrichtungen angewandt werden, wird meist eine in der Gynäkologie verwendete Ausschabung der Gebärmutter damit gemeint. Eine Kürettage kann auch in der Dermatologie, etwa zur Warzenentfernung, oder in der Zahnmedizin zur Behandlung von Parodontitis, angewandt werden.

Eine Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut wird auch als „Abrasio uteri“ bezeichnet und ist zum Beispiel nach einer Fehlgeburt nötig.

Funktion, Wirkung & Ziele

Obwohl Ausschabungen auch in anderen medizinischen Fachrichtungen angewandt werden, ist meist eine in der Gynäkologie verwendete Ausschabung der Gebärmutter damit gemeint.

Bei einer Kürettage schabt der behandelnde Gynäkologe zuerst den Gebärmutterhals und dann, nachdem er den Muttermund etwas geweitet hat, die Gebärmutterhöhle mit einer Kürette aus. Es besteht die Möglichkeit das entfernte Gewebe unmittelbar abzusaugen, dies erfolgt jedoch nur unter Vollnarkose und wird als Saugkürettage bezeichnet.

Erfolgt die Kürettage aus Diagnosezwecken, etwa bei Menstruationsbeschwerden, wird nur sehr wenig Schleimhaut mit einer Sonde entnommen, man spricht von einer Aspirationskürettage. Hierbei ist keine Narkotisierung bzw. nur eine lokale Betäubung der Patientin nötig. Nach der Probenentnahme wird das Gewebe untersucht, um mögliche bösartige Veränderungen feststellen zu können.

Bei Menstruationsbeschwerden wird meist eine Probe aus dem Gebärmutterhals und danach aus der Gebärmutter selbst entnommen. Dieses Verfahren wird als fraktionierte Abrasio bezeichnet und wird auch bei Frauen, die nach dem Klimakterium eine Regelblutung bekommen, angewandt. Bei einer Kürettage kann gleichzeitig auch eine Hysteroskopie, also eine Gebärmutterspiegelung, durchgeführt werden. In den meisten Fällen sind Menstruationsbeschwerden bzw. Beschwerden während der Wechseljahre harmlos und hormonell bedingt, in seltenen Fällen kann es sich jedoch auch um Gebärmutterkrebs handeln.

Daher wird eine Kürettage durchgeführt, wenn verdächtige Ultraschall- bzw. Krebsabstrichbefunde vorliegen. Erleidet eine Frau eine Fehlgeburt, ist eine Ausschabung der Gebärmutterhöhle nötig, um Embryo- und Mutterkuchengewebe vollständig zu entfernen. Wird die Gebärmutter nach einer Fehlgeburt nicht ausgeschabt, kann dies zu schweren Infektionen führen. Eine Kürettage kann auch zur Abtreibung verwendet werden. In diesem Fall wird meist eine Saugkürettage durchgeführt.

Das Ziel einer Kürettage ist also entweder die Gewinnung von Untersuchungsmaterial oder die Reinigung der Gebärmutterhöhle. Eine genetische Untersuchung des bei der Kürettage gewonnenen Materials ist möglich, wenn eine Frau mehrere Fehlgeburten erleidet. Dabei können eventuelle schwere genetisch bedingte Erkrankungen abgeklärt werden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine leichte Blutung nach einer Kürettage ist völlig normal. Manchmal führt eine Ausschabung auch zu Fieber, Unterleibsschmerzen und starken Blutungen, die der Menstruation ähneln.

In diesen Fällen sollte der behandelnde Arzt aufgesucht werden, da eine behandlungsbedürftige Infektion vorliegen könnte. Bei starken Blutungen kurz nach dem Eingriff besteht auch die Gefahr, dass eine Verletzung von Blutgefäßen vorliegt, die unmittelbar behandelt werden muss. In Ausnahmefällen wird die Wand der Gebärmutter während der Kürettage verletzt. Grundsätzlich ist dies jedoch gut zu behandeln bzw. heilt von selbst aus.

Durchstößt der behandelnde Arzt die Gebärmutterwand mit der Spitze seines Instrumentes, kann es in weiterer Folge zu Blutungen in den Bauchraum und schweren Infektionen der Gebärmutter bzw. der Eierstöcke kommen. Eine Kürettage nach einer Fehlgeburt bzw. zur Abtreibung bedeutet eine starke psychische Belastung für die betroffene Frau und möglicherweise auch für ihren Partner.

Ist es der Frau nach dem Eingriff nicht möglich ihre Trauer alleine zu bewältigen, sollte unbedingt professionelle Hilfe aufgesucht werden. Viele Gynäkologen empfehlen nach einer Kürettage Ansprechpartner. Alles in allem handelt es sich bei einer Kürettage jedoch um einen Routineeingriff, der nur sehr selten mit Komplikationen verbunden ist.

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Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Uhl, B.: Gynäkologie und Geburtshilfe compact. Thieme, Stuttgart 2013

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