Ausdauer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2016
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Die Ausdauer entspricht der körperlichen Widerstandsfähigkeit gegenüber Ermüdung. Ausdauer hängt von Faktoren wie der Energiebereitstellung, dem Umfang der belasteten Muskeln oder vegetativen Parametern ab. Kardiovaskuläre Erkrankungen reduzieren die Ausdauer wesentlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Ausdauer?

Die physische Ausdauer entspricht der Widerstandsfähigkeit, die ein Organismus gegenüber körperlicher Ermüdung und körperlicher Belastung besitzt. Ausdauer ist im engeren Sinn die motorische Fähigkeit eine bestimmte Intensität über einen gewissen Zeitraum aufrechtzuerhalten, ohne körperlich starke Ermüdung zu empfinden oder die Regenerationsfähigkeit zu verlieren.

Eine gute Ausdauer sorgt meist für eine höhere Intensität von Bewegungen, die eine effizientere Energienutzung zulässt. Neben der Ausdauer helfen in vielen Fällen sportliche Techniken und Fähigkeiten, wie die Konzentrationsfähigkeit, bei der Stabilisierung von körperlichen Leistungen.

Neben der Kraft, der Schnelligkeit, der Koordinationsfähigkeit, der Gelenkigkeit und der Dehnfähigkeit ist die Ausdauer eine der wichtigsten, motorischen Fähigkeiten.

Das Training der Ausdauer ist für jede Sportart relevant. Als typische Ausdauersportarten gelten vor u.a. der Skilanglauf, der Langstreckenlauf, der Fahrradsport, der Triathlon, das Langstreckenschwimmen und das Rudern.

Die körperliche Ausdauer basiert auf der Energiebereitstellung und hängt von Faktoren wie der Muskelgröße, der Muskelkontraktionsart und den für eine Bewegung erforderlichen, motorischen Fähigkeiten ab. Jeder Mensch hat ein gewisses Leistungslimit, ab dem die beanspruchten Muskeln nicht mehr die geforderte Leistung erbringen können. Die Ausdauerleistungsfähigkeit ist aus diesem Grund von eben solchen Prozessen abhängig, die eine Muskelermüdung auslösen. Neben der Muskelfaserzusammensetzung sind in diesem Zusammenhang zum Beispiel vegetative, psychologische und hormonelle Aspekte relevant.

Funktion & Aufgabe

Die Ausdauer im Sinne der physiologischen Widerstandsfähigkeit gegenüber Ermüdung hängen in großen Teilen von Prozessen der Energiebereitstellung ab. Abhängig von der Art der Energiebereitstellung unterscheidet die Sportmedizin aerobe Ausdauer von anaerober Ausdauer. Die aerobe Ausdauer ist vor allem für lange Etappen relevant und entspricht der Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Belastungsintensität. Bei dieser Anforderung wird die notwendige Energie vor allem durch Oxidation mit Sauerstoff bereitgestellt. Als Maß der aeroben Ausdauer gilt die spezifisch maximale Sauerstoffaufnahme.

Aerobes Ausdauertraining vergrößert den Herzmuskel. Das Herzkammervolumen, die Dicke des Herzmuskels und die Herzkranzgefäßausbildung nehmen zu und lassen das Herz pro Herzschlag größere Mengen an Blut ausstoßen. Damit steht im Körper zugleich eine höhere Menge Sauerstoff zur Verfügung, die durch den Blutkreislauf die Muskeln erreicht und die aerobe Ausdauer verbessert.

Die Ausdauer entspricht der körperlichen Widerstandsfähigkeit gegenüber Ermüdung.

Anaerobe Ausdauer ist dagegen für kürzere Intensivbelastungen relevant. Ab einer gewissen Belastungsintensität wird der Muskel nicht mit ausreichend Sauerstoff zur aeroben Energiebereitstellung versorgt. Damit trotzdem ausreichend ATP zur Muskelarbeit zur Verfügung steht, finden anti-oxidative Prozesse wie die Glykolyse statt. Sobald die Belastung aufhört, wird das Defizit an Sauerstoff ausgeglichen. Die Sauerstoffschuldgröße der anaeroben Ausdauer ist trainierbar.

Neben der Art der Energieversorgung spielt die Größe der beanspruchten Muskulatur für die Ausdauer eine Rolle. Ein Unterschied in der Ausdauer besteht zwischen lokalen Belastungen und Teilkörperbelastungen, die etwa ein Sechstel der Skelettmuskulatur in Anspruch nehmen, wie beispielsweise die Armarbeit im Rahmen des Boxens.

Eine Auswirkung auf die geforderte Ausdauer zeigt außerdem die Art der Muskelkontraktion. In diesem Zusammenhang wird zwischen dynamisch und statisch unterschieden. Jede Art von Ausdauer muss vor dem Hintergrund der jeweiligen Belastung betrachtet werden. Eine isolierte Betrachtung einer Ausdauerart ist nicht möglich, da die einzelnen Arten miteinander in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Die allgemein aerobe Ausdauer nimmt eine Schlüsselposition ein. Sie bildet die Basis für alle anderen Ausdauerarten.

Ein ebenso großer Zusammenhang wie zwischen aerober und anaerober Ausdauer besteht zwischen Ausdauerarten wie der Kraft- und Schnelligkeitsausdauer. Als leistungslimitierende Faktoren gelten neben dem VO2max und damit oxidativen Prozessen die Muskelfaserzusammensetzung, die Pufferkapazität, die Energiebereitstellung, die Atemmuskulatur und die Wärmeregulation inklusive des Wasser- und Elektrolythaushalts. Ebenso leistungslimitierend können im Bezug auf die Ausdauer die koordinative, hormonelle, vegetative, psychologische und orthopädische Parameter sein.

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Krankheiten & Beschwerden

Die Ausdauer ist vor allem im Rahmen der Leistungsdiagnostik relevant. Bei diesen Untersuchungs- und Testverfahren werden der aktuelle Gesundheitszustand, die Belastbarkeit und der Leistungsstand von Sportlern ermittelt. In der Fahrradergometrie wird die anaerobe Ausdauer getestet. Ähnliche Tests sind der Wingate-oder Katch-Test die den Patienten mit maximaler Geschwindigkeit über eine halbe Stunde gegen größere Widerstände arbeiten lassen. Ein weiterer Test aus dem Bereich der Leistungsdiagnostik ist die Laufbandergometrie. Über Lactatleistungstests wird die Lactatkonzentration im Blut gemessen, die Rückschlüsse auf die individuell anaerobe Schwelle des Einzelnen zulässt. Lactatleistungstest sind Stufentests mit verschiedenen Leistungsstufen in zeitlicher Abstufung und ermitteln vor allem Kenngrößen des Stoffwechsels, so etwa die anaerobe Schwelle das Gleichgewicht zwischen Lactatabbau und Lactatfreisetzung. Der Conconi-Test bestimmt ebenfalls die anaerobe Schwelle des Einzelnen, aber greift dabei auf charakteristischerweise auftretende Knicks in der Herzfrequenz zurück.

Obwohl die Leistungsdiagnostik vorwiegend zur Trainingsplanung und Trainingsüberwachung innerhalb der Sportmedizin relevant ist, kann sie auch Hinweise auf Erkrankungen liefern. Hierzu zählen vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also Erkrankungen des Gefäßsystems und Erkrankungen des Herzens.

In diesem Zusammenhang sind neben dem Conconi-Test außerdem der Kardioergometer-Test und der Cooper-Ausdauertest relevant. Bei letzterem absolviert der Patient einen zwölfminütigen Dauerlauf zur Bestimmung der Ausdauerfähigkeit. Der Kardioergometer-Test entspricht dagegen einer Fahrradergometrie für kardiovaskulär geschädigte Patienten. Eine bestimmte Zielpulsfrequenz stoppt den Test und liefert dem Arzt Ergebnisse zur Analyse.

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