Augenoperation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Augenerkrankungen haben für die Betroffenen schwerwiegende Folgen: Verminderte Sehschärfe, Halo-Effekte, verringertes Kontrast-Sehen und ein eingeengtes Sehfeld können sogar zu Unfällen führen.

Helfen nicht einmal mehr Brille und Kontaktlinsen, bleibt dem Betroffenen nur noch der operative Eingriff. Unbedingt erforderlich sind Augenoperationen auch bei degenerativen Augenerkrankungen (Grauer oder Grüner Star) und Notfällen (Netzhautablösung).

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Augenoperation?

Augenoperationen sind chirurgische Eingriffe, die der Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit der Augen dienen. Dabei werden beispielsweise Teile des Auges entfernt und fremdes Material transplantiert. Mitunter müssen auch Fehlstellungen (Schielen) korrigiert werden.

Augenoperationen werden unter Vollnarkose oder Teilnarkose mit Dämmerschlaf durchgeführt. Bei Angstpatienten und Kindern wird meist eine Vollnarkose vorgenommen. Ältere Patienten und Menschen mit Herz- und Blutdruckproblemen werden nur örtlich betäubt. Vor der Operation erfolgt ein unverbindliches Beratungsgespräch, in dem der Patient über alle Details des Eingriffs aufgeklärt und das bei der vorliegenden Erkrankung indizierte Operationsverfahren festgelegt wird.

In der Voruntersuchung werden Hornhautdicke und Hornhautoberfläche überprüft. Auch Pupillengröße und Sehleistung werden genau untersucht. Eventuell vorhandene Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus werden bei der Wahl des Operationsverfahrens berücksichtigt.

Funktion, Wirkung & Ziele

Augenoperationen sollen den Patienten in die Lage versetzen, auf Sehhilfen möglichst verzichten zu können. Außerdem werden Bewegungsstörungen und Fehlstellungen der Augen korrigiert.

Muss der Patient an beiden Augen operiert werden, so wird erst ein Auge behandelt und nach der Wiederherstellung der vollen Sehfähigkeit dann das zweite. Die Wahl der Operationsmethode richtet sich vorrangig nach der Art der vorliegenden Augenerkrankung. Bei Brechungsfehlern zwischen -10 und +4 Dioptrien wird meist das LASIK-Verfahren (Refraktive Chirurgie) eingesetzt. Bei dem sehr schonenden Laser-Verfahren kann der Patient meist schon wenige Stunden nach dem chirurgischen Eingriff scharf sehen. Die kleinen Blutergüsse am Auge verschwinden meist auch schon bald danach. Hat der Patient Grauen Star, wird die getrübte Linse herausgenommen und durch eine Kunstlinse ersetzt (Clear Lensektomie).

Bei einem anderen heute häufig verwendeten Verfahren wird die künstliche Augenlinse in die bestehende Linsen-Kapsel integriert. Die natürliche Linse wird zuvor mithilfe von Ultraschall zerstört und entfernt. Die meisten Katarakt-Operationen werden mit dem Femto-Sekunden-Laser durchgeführt. Er ermöglicht die präzisesten Schnitte überhaupt. Nach der Operation muss der Betroffene jedoch eine leicht korrigierende Brille (Nah- und Fernsichtigkeit) tragen. Glaukom-Operationen (Grüner Star) sollen das noch vorhandene restliche Sehvermögen erhalten. Sind beide Augen betroffen, muss der Eingriff stationär und unter Vollnarkose erfolgen. Wird die langsam fortschreitende degenerative Erkrankung nicht rechtzeitig operiert, kommt es durch den zu hohen Augeninnendruck zu Schäden an der Netzhaut und den Sehnerven.

Augenoperationen sind chirurgische Eingriffe, die der Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit der Augen dienen.

Beim Engwinkelglaukom legt der Augenchirurg in der Iris eine winzige Öffnung an (Iridotomie), damit das Kammerwasser besser zirkuliert und der Augeninnendruck gesenkt wird. Mithilfe der Iridektomie werden der Rand der Hornhaut eingeschnitten und ein winziges Stück Iris entfernt, um einen Kammerwasser Durchfluss anzulegen. Im Bereich der Hornhautchirurgie wird die getrübte Hornhaut durch eine Spenderhornhaut ausgetauscht (Penetrierende Keratoplastik, PK). Mitunter wird auch nur eine Schicht durch die Spender-Cornea ersetzt: Die geschädigte Lamelle wird mit dem Laser verdampft (Phototherapeutische Keratektomie, PTK). Hornhauttransplantationen gehören heute zu den am häufigsten durchgeführten Augenoperationen. In bestimmten Fällen muss sofort operiert werden: Löst sich die Netzhaut ab oder liegt eine diabetische Retinopathie vor, muss die Netzhaut wieder angenäht werden, damit der Patient nicht erblindet.

Das ist beispielsweise bei einer Makuladegeneration der Fall. Die Makula ist das Netzhautgebiet mit der höchsten Konzentration an Sinneszellen. Die sich lösende Netzhaut wird durch das Aufnähen einer Silikonplombe befestigt. Eine andere Methode besteht darin, sie mit einem Laser an der Augenwand zu fixieren. Augenmuskeloperationen sind erforderlich, wenn der Patient schielt, Augenzittern oder eine augenbedingte Zwangshaltung des Kopfes hat. Der ganze Augapfel wird entfernt, wenn ein blinder Patient starke Augenschmerzen verspürt. Bevor ein künstliches Auge eingesetzt wird, muss eine Führungsplombe eingenäht werden. Befindet sich am Auge ein bösartiger Tumor, werden noch zusätzlich Bindegewebe und Fett entnommen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Nach einer Augenoperation kann es in den ersten Wochen zu einer verminderten Nacht-Sehschärfe und zu verstärkter Blendungsempfindlichkeit kommen. Diese Nachwirkungen sind völlig normal und verschwinden in der Regel ohne Zutun des Patienten.

Obwohl die meisten Operationen am Auge heute Routine-Eingriffe sind und von erfahrenen Spezialisten und mithilfe modernster Technologie durchgeführt werden, haben viele Patienten Angst vor einem solchen Eingriff. Sie befürchten, danach nie wieder richtig sehen zu können. Ihre Ängste sind nicht ganz unbegründet, da Augenoperationen mit einem Risiko von 1:1.000 verbunden sind. Bleibende Schäden können nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden. Daher sind die operierenden Ärzte auch nach dem chirurgischen Eingriff ständig erreichbar. Zu den häufigsten Komplikationen zählen Netzhautablösung, zystoides Makulaödem, verminderte Sehschärfe, Infektionen, verringertes Kontrastsehen, Halos um Lichtquellen und verstärkte Blendungsempfindlichkeit.

Kommt es zu diesen Operationsfolgen, so ist eine Nachbehandlung erforderlich. Um das Risiko von Komplikationen zu verringern, empfiehlt es sich, mehrere Wochen vor dem Operationstermin keine Kontaktlinsen mehr zu tragen und nach dem Eingriff die verordneten Augentropfen zu benutzen. Außerdem sollte der Patient unter keinen Umständen mit den Händen in die Augen fassen oder sie sich reiben. Räume, in denen geraucht wird, werden am besten gemieden, da Tabakrauch den Wundheilungsprozess verzögert. Außerdem müssen die angesetzten Nachkontrollen eingehalten werden.

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Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2012
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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