Augenmigräne

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. Dezember 2017
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Schon seit vielen Jahrhunderten leiden die Menschen unter Migräne, zu denen Sonderform die Augenmigräne gehört. Diese überwiegend chronische Erkrankung stellt ein Leiden dar, welches extrem unangenehm ist und die Lebensqualität der Betroffenen immens reduziert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Augenmigräne?

In der medizinischen Fachsprache verbirgt sich hinter den Synonymen ophthalmische Migräne oder Migraine ophtalmique die Augenmigräne. Diese auch ophthalmische Migräne bezeichnete Erkrankung kann in zwei unterschiedlichen Verlaufsformen auftreten.

Die Augenmigräne ist häufig so stark, dass sich die Patientinnen und Patienten aus dem alltäglichen Geschehen zurückziehen müssen. Die meist als "bedrohlich" wahrgenommene Augenmigräne kann zudem sehr schmerzhaft sein und ist durch verschiedene Begleiterscheinungen gekennzeichnet.

Die Belastung der Augenmigräne entsteht durch das vorübergehende Fehlen des Sehvermögens. Leider tritt die Augenmigräne nicht nur bei Erwachsenen auf. Immer mehr Kinder sind bereits von der Augenmigräne, einer neurologischen Erkrankung betroffen.

Ursachen

Bei der Findung der Ursachen sind noch nicht alle Vorgänge komplett erforscht worden, was insbesondere in punkto Vorbeugung und Behandlung noch eine Einschränkung darstellt. Die Ursachenfindung der Augenmigräne hat bislang Erkenntnisse gebracht, die sich auf Schwankungen des Hormonhaushaltes, unterschiedliche Stressoren, stark blendendes Licht sowie die verstärkte Aufnahme von Alkohol und Nikotin beziehen.

Als Auslöser für die Augenmigräne können zudem verschiedene Inhaltsstoffe in Lebensmitteln sowie Änderungen des Klimas verantwortlich sein. Auch einige Arzneimittel stehen im Verdacht, die Augenmigräne auslösen zu können. Im Rahmen der hormonellen Unregelmäßigkeiten können in diesem Zusammenhang die Pubertät, die Antibabypille, die Zeit unmittelbar vor der Menstruation sowie die Wechseljahre ausschlaggebend sein.

Diese Faktoren beeinflussen das Nervensystem und zentralisieren sich auf die Sehrinde, in deren Bereich sich die Arteria cerebri posterior befinden. Die entstehenden Zustände in diesen Arealen tragen dazu bei, dass bei einer Augenmigräne die Sehstörungen und Sehausfälle sowie die anhaltenden massiven Schmerzen entstehen können.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein typisches Anzeichen der Augenmigräne ist das Auftreten von Sehstörungen, die jedoch nur von vorübergehender Natur sind. Sie zeigen sich an beiden Augen. Zu den häufigsten Symptomen der ophthalmischen Migräne zählt das Flimmerskotom. Dabei kommt es zu einem Flimmern vor dem Auge, das von Lichtblitzen begleitet werden kann.

Verbunden ist das Flimmerskotom mit dem Ausfall des Gesichtsfeldes. Charakteristisch ist, dass sich der äußere Blickumfang von außen nach innen verengt oder sich die Ausfälle inmitten des Gesichtsfelds zeigen. Die Ausprägung des Gesichtsfeldverlusts fällt von Patient zu Patient unterschiedlich aus.

So nehmen einige Betroffene ihre Umgebung wie unter Scheuklappen wahr. Kommt ein Flimmerskotom hinzu, erscheint ein Teilbereich des Gesichtsfelds flimmernd oder unscharf. Ähnlich wie bei der Migräne-Aura verändern sich die Skotome mitunter oder wandern von einer Richtung in die andere.

Nicht selten kommt es auch zu Lichtblitzen. Sie ähneln den grellen Lichtflecken, die beim hineinschauen in eine Lampe auftreten und nicht sofort wieder verschwinden. In manchen Fällen ändern sich die Symptome nach einigen Jahren und wechseln in andere Migräneformen über.

Ist die Augenmigräne stark ausgeprägt, gehen die Sehstörungen manchmal sogar in optische Halluzinationen über. Dazu gehören vor allem das Erscheinen von Doppelbildern oder die Wahrnehmung von Gegenständen, die in der Realität gar nicht existieren. Des Weiteren können sämtliche Symptome der klassischen Migräne auch bei der Augenmigräne auftreten.

Diagnose & Verlauf

Infogramm zu den Ursachen und Symptomen bei Migräne und Kopfschmerzen. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Bei der klassischen Augenmigräne kommt es zu Erscheinungen in beiden Augen, welche die Sehfähigkeit beeinträchtigen. In diesen Fällen treten sogenannte Sehstörungen auf, die als Flimmerskotome beschrieben werden.

Typisch sind bei der Augenmigräne beidseitige Ausfälle des Gesichtsfeldes sowie die Skotome in Form von sich bewegenden Lichtblitzen. Diese Symptome treten entweder in Kombination oder einzeln auf. Der nachfolgende Verlauf ist bei der Augenmigräne durch massive klopfende Kopfschmerzen, Schmerzen im Gesicht und/oder im Nacken gekennzeichnet.

Die von einer Augenmigräne Betroffenen leiden unter Übelkeit und Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Schwindel. Da sich Veränderungen des Blutdruckes einstellen können, fühlen sich die Patientinnen und Patienten meist extrem unwohl und schwitzen unter Umständen stark.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: G43 Migräne) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

In vielen Fällen kann die Augenmigräne den Alltag des Patenten stark einschränken. Somit sind alltägliche Sachen und Tätigkeiten nicht mehr möglich, da die Augenmigräne zu starken Schmerzen und Schwindelgefühlen führt. Oft ist es für den Patienten auch nicht mehr möglich, seine Arbeitsstätte aufzusuchen.

Für gewöhnlich wird auch die Sehstärke stark beeinträchtigt, sodass die betroffene Person eine Sehhilfe tragen muss, um Gegenstände scharf sehen zu können. Die Augenmigräne wird nicht direkt behandelt, es gibt allerdings viele Mittel, die das Symptom abschwächen können, sodass ein gewöhnlicher Alltag wieder möglich ist. Dazu gehören vor allem Schmerzmittel.

Es ist allerdings davon abzuraten, diese auf lange Sicht einzunehmen, da sie den Magen angreifen können. Die Augenmigräne kann auch aufgrund einer Unverträglichkeit eines bestimmten Medikamentes aufkommen. In diesem Falle muss das jeweilige Medikament abgesetzt werden und es kommt zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Wird die Augenmigräne behandelt, so kommt es in der Regel zu keinen weiteren Komplikationen. Ohne Behandlung kann die Augenmigräne die Lebensqualität stark senken und den Patienten aus dem Alltagsgeschehen herausziehen. Damit können auch soziale Probleme und Schwierigkeiten entstehen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Augenmigräne bedarf nicht unbedingt einer ärztlichen Behandlung. Meist verschwinden die Beschwerden nach einigen Stunden wieder oder können durch einfache Maßnahmen selbstständig gelindert werden. Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn die Symptome länger als üblich (maximal 24 Stunden) anhalten oder gesundheitliche Komplikationen auftreten. Sehstörungen wie ein Flimmerskotom oder anhaltende Lichtblitze sollten von einem Arzt untersucht werden. Eine Migräne mit Aura, also neurologischen Ausfällen, bedarf einer umgehenden Behandlung.

Bleibt die Augenmigräne unbehandelt, kann es zu einem migränösen Infarkt und in der Folge zu einem Schlaganfall kommen. Patienten, die unter einer chronischen Augenmigräne leiden, sollten generell Rücksprache mit einem Arzt halten. Bei schweren Attacken sollte zur weiteren Behandlung ein Krankenhaus aufgesucht werden. Kinder, die über Augenschmerzen und typische Migränesymptome klagen, sollten zum Haus- oder Kinderarzt gebracht werden. Bei längeren Attacken, Schwindelanfällen und neurologischen Ausfällen muss ein Notarzt gerufen werden. Chronische Migräneattacken sollten mit einem Spezialisten besprochen werden. Fachkundiger Rat empfiehlt sich vor allem, wenn die Beschwerden mit schweren Symptomen wie Sprach- oder Bewusstseinsstörungen oder Doppelbildern verbunden sind.

Behandlung & Therapie

Eine mögliche Therapie der Augenmigräne wird schon seit langer Zeit angestrebt. Augenmigränepatienten nutzen die Angebote, welche heutzutage im Rahmen aktueller Therapiemöglichkeiten gegeben sind.

Vom Grundsatz her bezieht sich die Behandlung der Augenmigräne vorrangig auf hochwertige Medikamente. In diesem Zusammenhang setzen die Betroffenen auf solche Medikamente wie Schmerzmittel und Substanzen wie Coffein, Ergotamin und die als Betablocker bei Herzerkrankungen verordneten pharmazeutischen Stoffe. Darüber hinaus sind bei der Therapie der Augenmigräne Arzneistoffe wie Amitriptylin und Riza- oder Sumatriptan relevant.

Diese unterbrechen die Weiterleitung der Schmerzen über die Beeinflussung der zuständigen Botenstoffe und wirken sehr zuverlässig. Sumatriptan und Rizatriptan zeigen jedoch nicht bei allen Patientinnen und Patienten einen Effekt. Auch verschiedene homöopathische Wirksubstanzen auf natürlicher Basis können gegen die Symptome der Augenmigräne hilfreich sein.

Beim akuten Auftreten der Augenmigräne werden erprobte pharmazeutische Erzeugnisse wie Schmerzmittel und Medikamente gegen die Übelkeit eingenommen. Die beste "Medizin" gegen eine Augenmigräne sind jedoch die vorbeugenden Maßnahmen, welche zu deren Vermeidung beitragen.

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Aussicht & Prognose

Die Augenmigräne ist ein klassisches Anfallsleiden, das sich häufig immer im gleichen Erscheinungsbild zeigt. Eine negative Prognose im Sinne einer Verschlechterung körperlicher Befunde ist nicht zu erwarten, da hinter der Augenmigräne in der Regel ja kein organischer Befund steckt. Dies gilt sowohl für Patienten, die den Anfall einfach abwarten oder die sich wegen anschließenden Kopfschmerzattacken in die Behandlung eines Arztes oder Heilpraktikers begeben.

Auch die Prognose des akuten Zustands der Augenmigräne ist sehr gut. Das Flimmerskotom, das zu einer mehr oder weniger starken Sehstörung beim Betroffenen führt, verschwindet spontan wieder. In vielen Fällen ist die Erscheinung innerhalb einer Viertelstunde bis 20 Minuten wieder vorbei. Dabei spielt es keine große Rolle, ob sich Betroffene während dieser Zeit hinlegen oder, soweit dies möglich ist, ihrem normalen Tagesablauf nachgehen.

Der einzige denkbare Verlauf, der sich etwas ungünstiger gestalten könnte, hat weniger mit dem Augenflimmern an sich zu tun als mit der psychischen Verfassung des Betroffenen. Immer wieder gibt es Patienten, die sich trotz der Stellung einer harmlosen Diagnose durch den Arzt bei jedem Anfall sehr ängstigen. Die Angst kann einen Anfall oder eine möglicherweise sich anschließende Schmerzproblematik verlängern und in manchen Fällen auch die Disposition für den nächsten Anfall etwas erhöhen. Hier ist gegebenenfalls erneute Aufklärung oder eine kurze psychotherapeutische Behandlung hilfreich.

Vorbeugung

Alle Ursachen, welch im kausalen Zusammenhang mit der Entstehung einer Augenmigräne stehen, sollten als sinnvolle Prophylaxen zunächst vermieden werden. Ein Verzicht auf spezielle Nahrungsmitteln und Alkohol sollte dies kein allzu großes Problem darstellen. Etwas schwieriger wird es mit den Stressfaktoren, die zwar zu einer Augenmigräne führen können, aber nicht immer ausgeschlossen werden.

Mediziner empfehlen deshalb das regelmäßige Durchführen von Entspannungsübungen und das Erlernen von Entspannungstechniken, um einer Augenmigräne erfolgreich begegnen zu können. Prophylaktisch bedeutsame Arzneistoffe gegen Augenmigräne gibt es nicht.

Das können Sie selbst tun

Es gibt keine gesonderte Therapieform bei Augenmigräne, die Leitlinien zur Behandlung basieren auf klassischer Migräne.

Die Augensymptomatik kündigt sich zuverlässig an, so dass Patienten bereits im Vorfeld medikamentös gegensteuern können. Ärzte verordnen Triptane - hierbei handelt es sich um Schmerzmittel, die speziell zur Behandlung von Migräne zugelassen sind. Mittlerweile sind die Produkte frei verkäuflich in Apotheken erhältlich. Für den Patienten bedeutet es Sicherheit, immer eine Dosis seiner Medikamente parat zu haben. Reichen Schmerztabletten nicht aus, können vom Arzt zusätzlich Präparate gegen Übelkeit und Schwindel verordnet werden.

Kündigt sich die Augenmigräne an, sollten Patienten direkt handeln. Während bei normalen Kopfschmerzen oft ein Glas Wasser ausreicht, vergehen die Schmerzen einer Migräneattacke nicht unbehandelt. Schon bei kleinen Anzeichen kann mit der Medikamentendosis gegengesteuert werden. Hilfreich kann für viele Patienten ein zusätzliches Anti-Stress-Programm sein. Verhaltenstherapien, Hypnosesitzungen oder Yoga können das persönliche Stresslevel senken und somit die Häufigkeit der Augenmigräne drosseln.

Am sinnvollsten ist die ursächliche Behandlung der Erkrankung. Mitunter kann Augenmigräne durch Stress, Bluthochdruck oder Hormonschwankungen ausgelöst werden. Die regelmäßige Einnahme etwaiger Blutdrucksenker und die Verminderung von Stress gehört daher oft zu den Therapiebestandteilen.

Bücher über Migräne

Quellen

  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Dahlmann, C., Patzelt, J.: Basics Augenheilkunde. Urban & Fischer, München 2014
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

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