Augenbrauenausfall

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Augenbrauenausfall kann ein Symptom verschiedener Erkrankungen oder genetischer Prädisposition sein. Das Problem tritt äußerst selten auf und ist meist rein kosmetischer Natur. Das wirksamste Mittel zur Behandlung ist die Vorbeugung.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Augenbrauenausfall?

Unter Augenbrauenausfall versteht man einen übermäßigen Haarverlust an den Augenbrauen, der zu einer starken Ausdünnung der Augenbrauen führt. Die Ursachen für die Erkrankung sind vielfältig und reichen von einer einfachen Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Stoffen über Mineralstoffmangel und Vitaminmangel bis hin zu Nebenwirkungen von Medikamenten und psychischem Stress.

Ebenso vielgestaltig sind die Behandlungsmethoden, die von diätischen Maßnahmen bis hin Medikamenten und verschiedensten Hausmitteln reichen. Vorbeugend kann gegen Augenbrauenausfall durch einen gesunden Lebensstil mit einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung vorgegangen werden. Kommt es dennoch zu einem Ausfall der Augenbrauen, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden, welcher die Ursache anhand der Symptome ermitteln und eine adäquate Behandlung einleiten kann.

Ursachen

Fallen die Augenbrauen aus, hat dies oft erbliche oder hormonelle Gründe. Tritt der Augenbrauenausfall etwa in den Wechseljahren auf, ist womöglich der sinkende Östrogenspiegel die Ursache. In der Schwangerschaft ist der Ausfall von Augenbrauen oft hormonellen Veränderungen, dem sogenannten postpartalen Effluvium, geschuldet.

Daneben können [[Krankheiten der Schilddrüse|Funktionsstörungen der Schilddrüse] schwere Infektionen oder Vergiftungen sowie Stoffwechselerkrankungen wie etwa Diabetes mellitus die Haarwurzeln schwächen. Auslöser Nummer ein ist allerdings Stress, oft in Verbindung mit Defiziten in der Ernährung oder Mangelerscheinungen durch eine Diät.

Medikamente gegen hohen Blutdruck, hohe Blutfettwerte (ACE-Hemmer, Betablocker) oder Krebs sind ebenfalls mögliche Auslöser. Ansonsten kann Augenbrauenausfall auch durch Allergien auf Kosmetikprodukte, Kontakt mit reizenden Stoffen oder durch eine Funktionsstörung der Schilddrüse verursacht werden. Auch eine Chemotherapie kann neben anderen Begleiterscheinungen zu einem Ausfall des Kopfhaares und der Augenbrauen führen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Augenbrauenausfall zeigt sich dadurch, dass die Haare an bestimmten Stellen der Augenbrauen dünner werden und die Haardichte generell abnimmt. Oft fallen die Haare nur auf einer Seite oder an einer bestimmten Stelle aus oder werden zunächst brüchig und stumpf. Betroffene können dies meist unmittelbar beobachten und den Haarausfall so selbst diagnostizieren.

Dadurch kann auch festgestellt werden, dass der Haarausfall nur die Augenbrauen betrifft, während das Kopfhaar und das sonstige Körperhaar wie gewohnt wachsen. Die Beschwerden sind zumeist rein optischer Natur. Abhängig von der zugrunde liegenden Ursache, kann es allerdings zu diversen Begleiterscheinungen kommen.

Typisch sind Juckreiz, Rötungen und das Auftreten von Mangelerscheinungen. Bei chronischem Auftreten kann der Ausfall von Augenbrauenhaar zu einem verminderten Selbstwertgefühl und unter Umständen auch zu depressiven Gedanken führen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Meist gibt das Muster des Augenbrauenausfalls bereits Hinweise zur möglichen Ursache. Die eigentliche Diagnose kann von einem Arzt mit Hilfe verschiedener Untersuchungen gestellt werden, etwa Blut- und Haaranalysen, eine Anamnese und in seltenen Fällen auch eine Kopfhautbiopsie. Im Detail wird sich der Mediziner zunächst die Augenbrauen sowie das Kopfhaar und die Nägel ansehen, um zu ermitteln, ob eine Hauterkrankung vorliegt.

Das Muster des Augenbrauenausfalls ermöglicht einen ersten Verdacht. Danach wird der Arzt je nach Vermutung einen klinischen Epilationstest oder einen Zupftest durchführen. Lösen sich die Haare bereits durch leichtes Zupfen? Ist das Augenbrauenhaar eventuell brüchig? Fallen die Haare gleichmäßig aus oder treten die lichten Stellen nur an einer Augenbraue auf?

All diese Frage geben nicht nur Hinweise auf die Diagnose, sondern auch auf die Prognose. Wird etwa ein vernarbender Haarausfall festgestellt, wächst das Haar eventuell nicht mehr gleichmäßig. Fallen die Haare dagegen ohne auffällige Rötungen oder Beschwerden aus, wachsen sie in der Regel wieder nach.

Weiterhin können einzelne Haare und deren Struktur unter dem Mikroskop genauer betrachtet werden. Zuletzt wird unter lokaler Betäubung eine Gewebeprobe der Kopfhaut entnommen (Kopfhautbiopsie), um den Anfangsverdacht eindeutig bestätigen zu können. In Verbindung mit einer Blutuntersuchung können Entzündungswerte, der Eisengehalt im Blut, Immunphänomene und andere Faktoren bestimmt werden.

Bei Männern kann außerdem eine Untersuchung der Geschlechtshormone erfolgen, wenn der Verdacht einer androgenen Alopezie besteht. Eine rasche und eindeutige Diagnose vorausgesetzt, kann Augenbrauenausfall ohne Langzeitfolgen behandelt werden. Die Symptome sind meist rein kosmetischer Natur und treten in Schüben auf. Lediglich Begleitsymptome der Grunderkrankung können je nach Ursache einen negativen Verlauf nehmen und beispielsweise zu Entzündungen führen, die eigenständig behandelt werden müssen.

Komplikationen

In den meisten Fällen führt der Augenbrauenausfall nicht zu medizinischen Komplikationen, die für den Körper gefährlich sein könnten. Allerdings findet sich der Patient nach dem Augenbrauenausfall nicht mehr ästhetisch ansprechend. Daher kann es danach zu Depressionen und Stressgefühlen kommen, da der betroffene Mensch mit seinem Aussehen nicht mehr zufrieden ist.

Es kommt zu einer Verminderung des Selbstwertgefühles und damit oft zu einer depressiven Stimmung. Sollten diese psychologischen Probleme auftreten, so sollte ein Psychologe aufgesucht werden. Der Augenbrauenausfall selbst kann dadurch zwar nicht verhindert werden, allerdings werden die psychologischen Gedanken eingedämmt.

Eine direkte Behandlung ist nicht möglich. Allerdings ist es möglich, durch Kosmetik die Augenbrauen wieder über den Augen aufzuzeichnen. Meistens tritt der Augenbrauenausfall nur durch ein Shampoo oder durch eine falsche Ernährung aus, sodass er sehr einfach wieder bekämpft werden kann und es zu einem positiven Krankheitsverlauf kommt.

Sollten neben den Augenbrauen auch die Haare ausfallen, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ein Arzt muss auch dann aufgesucht werden, wenn der Augenbrauenausfall neben einer anderen Erkrankung auftritt. Nicht selten mangelt es dem Körper beim Augenbrauenausfall an Eisen und Eiweiß, sodass der Patient diese Inhaltsstoffe durch die Nahrung vermehrt aufnehmen sollte. Meistens wachsen die Augenbrauen schon nach mehreren Wochen komplett nach.

Ab wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn vereinzelt Augenbrauenhaare ausfallen, ist dies noch kein Grund für einen Arztbesuch. Ursächlich ist meist Stress, eine Unverträglichkeit oder hormonelle Veränderungen – Faktoren, die sich nach einiger Zeit wieder normalisieren sollten. Sollten die Beschwerden aber über mehrere Monate bestehen bleiben oder bedenkliche Ausmaße annehmen, ist medizinische Hilfe vonnöten. Die lichten Stellen in den Augenbrauen sind dann womöglich auf eine ernste Stoffwechselerkrankung (z.B. Diabetes mellitus) zurückzuführen. Oft liegt einem Augenbrauenausfall auch eine Mangelernährung zugrunde, die diagnostiziert und behandelt werden muss.

Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn sich weitere Symptome wie Abgeschlagenheit, Schuppen oder Rötungen an den Augenbrauen einstellen. Sollte der Augenbrauenausfall ohne erkennbaren Grund oder Begleiterscheinungen andauern, sollte ebenfalls mit dem Arzt gesprochen werden. Womöglich liegt eine unerkannte Allergie auf Kosmetikprodukte oder eine Allergie vor, gegen die entsprechend vorgegangen muss. Die Ursachen des Haarausfalls sollten in jedem Fall ermittelt werden, um weitere Komplikationen auszuschließen. Spätestens, wenn der Augenbrauenausfall mit körperlichen oder psychischen Beschwerden verbunden ist, müssen die Ursachen abgeklärt werden.

Behandlung & Therapie

Augenbrauenausfall wird abhängig von der Ursache behandelt. Oft handelt es sich um relative harmlose Ursachen wie etwa ein reizendes Shampoo oder falsche Ernährung, welchen in aller Regel durch einfache Maßnahmen beizukommen ist. Allergien und Unverträglichkeiten aller Art können durch einfache Vermeidung der Allergene und Schadstoffe behandelt werden. Ein frühzeitiger Arztbesuch hilft, dem Ausfallen weiterer Haare vorzubeugen.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose beim Augenbrauenausfall hängt von den Ursachen ab, die der Krankheit zugrunde liegen. War der Verlust der Augenbrauen die Folge einer Kontaktallergie, reicht es in der Regel völlig aus den Stoff, gegen den eine Überempfindlichkeit besteht, konsequent zu meiden. Die Augenbrauen wachsen dann meist innerhalb weniger Wochen wieder nach. Das gleich gilt im Falle einer Lebensmittelunverträglichkeit. Mit einer negativen Prognose ist allenfalls dann zu rechnen, wenn das Allergen nicht identifiziert oder aus beruflichen oder lebenspraktischen Gründen nur schwer vermieden werden kann.

Auch in den Fällen, in denen der Brauenverlust auf eine Mangelernährung zurückzuführen ist, kann der Betroffene davon ausgehen, dass die Augenbrauen nachwachsen, sobald der fehlende Nährstoff identifiziert ist und wieder in ausreichender Menge zugeführt wird. Ein problematischer Verlauf ist nur dann zu erwarten, wenn der Nährstoffmangel die Folge einer Essstörung wie Bulimie oder Magersucht ist. Dann ist sehr häufig eine psychotherapeutische Behandlung der Grunderkrankung erforderlich, um den Mangel dauerhaft zu beseitigen. Der Verlust der Augenbrauen kann auch die Folge einer medikamentösen Behandlung sein. Auch in diesen Fällen wachsen die Haare nach dem Absetzten der Medikamente meist wieder nach.

Mit einem dauerhaften Verlust der Augenbrauen ist in der Regel nur zu rechnen, wenn es zu Verletzungen im Gesicht, zum Beispiel zu Verätzungen oder Verbrennungen, gekommen ist. In diesem Fällen können kosmetische oder plastisch-chirurgische Eingriffe erforderlich werden, um die Augenbrauen zu rekonstruieren.

Vorbeugung

Dem Augenbrauenausfall kann nur bedingt vorgebeugt werden, da er meist erblich bedingt ist. Das Risiko kann allerdings minimiert werden, indem ein gesunder Lebensstil mit einer abwechslungsreichen Ernährung und viel Bewegung geführt wird.

Dadurch kann zumindest ein Mangel an Eiweiß und Eisen, welcher den Ausfall von Haaren begünstigen kann, verhindert werden. Bei ersten Anzeichen eines Ausfalls der Augenbrauen kann durch Selbstbeobachtung oftmals festgestellt werden, wodurch die Haarwurzeln möglicherweise geschwächt oder gereizt werden.

Das können Sie selbst tun

Der Augenbrauenausfall stellt ein unangenehmes Symptom dar und bringt meist ästhetische Probleme mit sich. Während ein stetiger leichter Verlust von Haaren und Brauen als normal gilt, sollte bei vermehrtem Haarausfall ein Arzt konsultiert werden.

Als Selbsthilfe gegen den belastenden Haarausfall gilt eine ausgewogene Ernährung, die den Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Wer dem Körper alle Nährstoffe, die er benötigt, zuführt, kann Mangelzustände vermeiden und so auch weiteren Symptomen vorbeugen. Weiterhin ist die Verwendung von milden Kosmetik- und Wasch-Produkten empfehlenswert, da aggressive Shampoos, Make-Ups etc. den Haarausfall auslösen können. Da Haar- und Augenbrauenausfall häufig von Stress und psychischen Belastungen ausgelöst werden kann, ist auch eine ausreichende Entspannung im Alltag wichtig. Mit Entspannungsübungen, Meditationen, Yoga etc. kann der Geist zur Ruhe kommen und die Belastungen des Alltags hinter sich lassen.

Manche Menschen brauchen auch die sportliche Betätigung, um sich zu regenerieren und den Stress kompensieren zu können. Die kleinen Tipps zur Selbsthilfe kann man problemlos in das alltägliche Leben einbauen und so dem Augenbrauenausfall entgegen wirken. Zeigen die Selbsthilfe-Tipps keine oder nur eine geringe Wirkung, sollte ein Arzt die Hintergründe des Augenbrauenausfalls herausfinden und den Patienten daraufhin entsprechend behandeln.

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Quellen

  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2005
  • Hennig, W.: Genetik. Springer, Berlin 1995
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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