Augapfelprellung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Dezember 2017
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Bei Gewalteinwirkungen, Stürzen oder Sportunfällen kann es beim Menschen zur Entstehung einer Augapfelprellung kommen. Während diese bei den meisten Patienten harmlos verläuft, kann sie in anderen Fällen jedoch schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen, sodass eine Augapfelprellung möglichst umgehend behandelt werden sollte.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Augapfelprellung?

Unter einer Augapfelprellung ist eine Verletzung im Gebiet des Augapfels zu verstehen, welche in der Fachsprache auch als contusio bulbi bezeichnet wird und unterschiedlichen Ursachen zugrunde liegen kann.

Differenziert wird dabei zwischen einer leichten und schweren Augapfelprellung sowie dem eher selten auftretenden Augapfelriss. Zu den Symptomen einer Augapfelprellung zählen eine leichte Schwellung im Bereich des Augapfels sowie eine meist auftretende Bindehautblutung, welche sich in einer Rötung der Bindehaut äußert.

Ebenfalls kann je nach Schwere der Verletzung auch die Linse, die Netzhaut oder die Bulbuswand Schäden davontragen. In diesen Fällen sollte der Patient umgehend in eine Augenklinik überwiesen werden, da unter anderem Komplikationen wie der Graue oder Grüne Star sowie Netzhautödeme und Regenbogenhautentzündungen auftreten können.

Ursachen

Einer Augapfelprellung können viele verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Hauptsächlich wird die Augapfelprellung jedoch durch starke Einwirkungen von Gewalt im Gebiet des Augapfels verursacht.

Ebenso können auch Verletzungen beim Sport zur Entstehung einer Augapfelprellung beitragen. Hierbei sind es vor allem die Ballsportarten wie Tennis, Squash oder Golf, bei welchen die Bälle mit einer sehr hohen Kraft im Bereich des Augapfels auftreffen können.

Desweiteren kann auch ein Sturz auf das Auge eine Augapfelprellung auslösen. Seltener treten Prellungen auf, wenn Fremdkörper wie beispielsweise Steine, Holzspäne oder Korken in Alltagssituationen mit hoher Geschwindigkeit gegen den Augapfel prallen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Augapfelprellung ist von Schmerzen und einer vorübergehenden Verschlechterung des Sehvermögens gekennzeichnet. Die Beeinträchtigung des Sehvermögens ist abhängig von der Schwere der Prellung. Unter Umständen treten zeitweise auch Doppelbilder auf. Die Augenlider färben sich rot und schwellen an. Gleichzeitig kommt es auch zur Anschwellung der Augenumgebung.

Umgangssprachlich wird von "Veilchen" gesprochen. Wenn auch die Bindehaut betroffen ist, können die Augen teilweise nicht mehr geöffnet werden. In einigen Fällen kann es zu Einblutungen ins Augeninnere kommen. In der Folge steigt dann unter Umständen der Augeninnendruck. Auch ein Abriss der Iris, eine Ablösung der Netzhaut, eine Linsentrübung oder gar eine Verlagerung der Linse sind möglich.

Des Weiteren kommen je nach Verletzung auch Knochenbrüche in der knöchernen Augenhöhle vor. Am leichtesten bricht dabei der Boden der Augenhöhle. Dadurch wird die Beweglichkeit des Augapfels eingeschränkt. Das wiederum erzeugt ebenfalls Doppelbilder. In manchen Fällen ist der Muskel geschädigt, der für die Verengung der Pupille verantwortlich ist.

Das führt dazu, dass die Pupille nicht mehr rund ist und der unterschiedliche Lichteinfall dadurch nicht mehr angepasst werden kann. Bei Beteiligung der Linse kommt es häufig zu einer sternförmigen Rindentrübung. Allgemein ist die Augapfelprellung mit starken Schmerzen und anschwellender, roter sowie juckender Bindehaut verbunden. Die Schmerzen sind umso heftiger und länger anhaltend je mehr Strukturen zerstört sind.

Diagnose & Verlauf

Je nach den betroffenen Bestandteilen des Auges unterscheiden sich die Symptome und der Verlauf einer Augapfelprellung. In den meisten Fällen ist jedoch immer eine Schwellung an den Augenlidern festzustellen, welche von starken Schmerzen begleitet werden kann.

Zusätzlich hierzu weist oft ebenfalls die Bindehaut eine Schwellung sowie Rötung auf, welche sich auf eine erhöhte Durchblutung zurückführen lässt. Ebenfalls kommt es zur Entstehung eines Hornhautödems, wobei der Augeninnendruck gesteigert sein kann. In vielen Fällen ist auch eine Entrundung der Pupille auffindbar, welche auf den verletzten Irissphinkter zurückzuführen ist, der normalerweise die Funktion der Engstellung der Pupille steuert.

In solch einem Fall ist eine korrekte Reaktion der Pupille auf Lichteinfall nicht mehr möglich. Sollte eine Augapfelprellung einen Abriss der Iriswurzel zur Folge haben, können ebenfalls Doppelbilder als Symptome der Verletzung auftreten. In schwerwiegenden Fällen kommt es unter dem möglichen Austreten des Sehnervs zu einem vollständigen Bruch in der Bulbuswand.

Komplikationen

In den meisten Fällen treten bei einer Augapfelprellung keine weiteren Beschwerden und Komplikationen auf. Das Symptom sollte trotzdem von einem Arzt behandelt werden, da es sich beim Auge um ein sehr sensibles Organ handelt, welches leicht beschädigt werden kann. Oft tritt nach einer Augapfelprellung eine Schwellung am Auge auf.

Diese kann gekühlt werden und geht in den meisten Fällen nach einigen Stunden wieder von alleine zurück. Durch die erhöhte Durchblutung erscheint das Auge rot, was ebenso ein gewöhnliches Symptom darstellt. Nicht selten verschlechtert sich nach der Augapfelprellung kurzzeitig die Sehstärke und es kann zu einem Schleiersehen oder zu Doppelbildern kommen.

Solange diese Symptome allerdings innerhalb von wenigen Stunden nach der Augapfelprellung verschwinden, ist keine ärztliche Behandlung notwendig. Bei schweren Unfällen oder Schlagen auf das Auge kann es zu einem Knochenbruch kommen. Diese muss sofort in einer Augenklinik behandelt werden. Falls bei der Augapfelprellung auch die Netzhaut beschädigt wird, kann dies zu permanenten Sehstörungen führen.

Diese können in den meisten Fällen mit Hilfe eines Lasers korrigiert werden. Oft treten die Symptome erst einige Tage nach der Augapfelprellung auf. Falls sich der Patient nicht sicher ist, ob ein Symptom gefährlich ist oder nicht, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, damit es bei der Augapfelprellung nicht zu Folgeschäden kommt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nach Stürzen oder Sportunfällen sollte grundsätzlich ein Arzt konsultiert werden. Vor allem Verletzungen des Auges wie die Augapfelprellung müssen medizinisch behandelt werden, denn andernfalls können schwere Komplikationen auftreten. Es empfiehlt sich aus diesem Grund, mit einer Prellung des Augapfels umgehend zum Hausarzt oder ins Krankenhaus zu gehen. Sollte das Auge stark bluten oder schmerzen, wird am besten der Notarzt gerufen.

Rettungsdienstliche Hilfe ist vor allem bei Sehstörungen oder gar dem Verlust des Augenlichts auf dem betroffenen Auge erforderlich. Auch Bindehautblutungen und Schwellungen des Augapfels sollten rasch behandelt werden. Mit einer schweren Augenverletzung muss umgehend in die Augenklinik gegangen werden. Dort wird zunächst der Augeninnendruck stabilisiert und anschließend eine geeignete Behandlung – meist ein chirurgischer Eingriff oder Laser-Operation – eingeleitet. Sollte sich nach der Behandlung eine Naht öffnen oder der Augapfel erneut zu bluten beginnen, muss mit dem zuständigen Arzt gesprochen werden. Sehstörungen wie Schleiersehen oder Doppelbilder sind unverzüglich in einer Augenklinik abzuklären.

Behandlung & Therapie

Nach dem Vorfall einer Augapfelprellung sollte möglichst schnell mit einer geeigneten Therapie begonnen werden. Daher muss relativ schleunig eine Vorstellung des Problems in einer Augenklinik oder Augenpraxis erfolgen, in welcher zunächst dem erhöhten Augeninnendruck durch Medikamente entgegengewirkt wird.

Anhand des Schweregrads der Verletzung wird anschließend entschieden, welche Therapieform sich am ehesten zur Genesung der Prellung eignet. Sollte beispielsweise eine Verletzung an der Netzhaut vorliegen, wird diese in den meisten Fällen durch eine Laser-Operation entfernt. Auch bei einem Augapfelriss muss schnellstens ein operativer Eingriff erfolgen und der Patient anschließend mit Antibiotika versorgt werden, um Infektionen im Bereich des Augapfels zu verhindern.

Sollte wiederum ein Knochenbruch der Augenhöhle vorliegen, wird dieser nach einer Röntgendiagnose meist durch eine Operation behoben. Dabei werden Knochenplatten aus Metall eingesetzt, um dem Schaden entgegenzuwirken. Bei kleinen Verletzungen am Augenhintergrund ist eine Untersuchung wiederum meist erst nach etwa 7 Tagen erforderlich, da in diesem Fall die Symptome erst einige Zeit nach dem Vorfall auftreten. Um möglichen Folgeschäden vorzubeugen, sind zudem in allen Fällen stetige Nachuntersuchungen vorgeschrieben.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose im Falle einer Augapfelprellung ist stark an die Schwere der Prellung gekoppelt. Eine leichte Prellung in diesem Bereich, die binnen Stunden zurückgeht und auch keine Beschwerden hinterlässt, verdient dabei eine deutliche andere Betrachtung als beispielsweise eine Augapfelprellung, die mit einem Riss einhergeht.

So ist die Prognose im Falle einer schwachen Prellung (Rötung des Auges, vorübergehend leicht veränderte Sicht) gut. Die normale Sicht wird zurückkehren und auch das Auge wird wieder abheilen. Dennoch sollte ein Augenarzt aufgesucht werden, da in seltenen Fällen auch kleine Verletzungen und solche, die übersehen werden, zu schwerwiegenden Komplikationen führen können. Bei schwerwiegenderen Fällen ist die Zügigkeit einer ärztlichen Betrachtung und Behandlung entscheidend. Eine gerissene oder abgelöste Iris, eine Verletzung der Pupille usw. können in der Regel operativ wieder korrigiert werden. Meist sind keine Spätfolgen zu befürchten.

Anders ist dies, wenn der Sehnerv beschädigt wurde (Risse oder Quetschungen in diesem Bereich), oder die Makula ("gelber Fleck") in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hier kann es beispielsweise zu Rissen oder Blutungen kommen. Verletzungen am Sehnerv und dem Augenhintergrund, bedeuten in den meisten Fällen eine dauerhafte Beeinträchtigung der Sehschärfe und können auch in Blindheit auf dem betroffenen Auge resultieren. Zudem sind Spätfolgen (Netzhautablösung, Katarakt usw.) möglich, weshalb das Auge regelmäßig untersucht werden sollte. Kopfschmerzen aufgrund von Einstellungsproblemen der Pupille, kommen nach einem solchen Unfall vor.

Vorbeugung

Es ist nicht sehr einfach, einer Augapfelprellung gezielt vorzubeugen. Lediglich das Tragen von Schutzbrillen bei Holzarbeiten oder ähnlichen Aktivitäten hilft beispielsweise, das Auge vor heranfliegenden Fremdkörpern abzuschirmen und dabei eine mögliche Augapfelprellung zu verhindern. Im Auto schützen wiederum Anschnallgurt und Airbag vor der Entstehung einer Prellung. Desweiteren sollte eine Anwendung von Gewalt in allen Situationen vermieden und beim Sport möglichst vorsichtig mit den jeweiligen Spielbällen umgegangen werden.

Das können Sie selbst tun

Da das Auge ein äußerst sensibles Organ ist, das leicht beschädigt werden kann, sollte eine Augapfelprellung stets von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Parallel zur ärztlichen Behandlung kann der Patient einige Selbsthilfe-Tipps beachten, um die Genesung des Auges zu fördern.

Nach einer Augapfelprellung kommt es meist zu unangenehmen Symptomen wie einer Schwellung am Auge, einem roten Auge durch eine erhöhte Durchblutung sowie einem Schleiersehen. Damit die Schwellung des Auges wieder abnehmen kann, ist eine Kühlung der Augenpartie empfehlenswert. Kühl-Pads, kühlende Gelauflagen oder gekühlte Gurkenscheiben leisten eine schnelle Abhilfe. Auch das Auflegen von abgekühlten Tee-Pads am Auge kann sich positiv auf die Schwellung auswirken. Die in den Pads enthaltenen Gerbstoffe sorgen für eine Ankurbelung des Stoffwechsels der Lymphdrüsen und in weiterer Folge für eine Abschwellung des Entzündung. In den meisten Fällen geht die Schwellung innerhalb von einigen Stunden wieder von alleine zurück.

Zur Behandlung von Prellungen ist auch die Heilpflanze Arnika empfehlenswert, da diese entzündungshemmend und schmerzstillend ist. Durch das Tragen einer Schutzbrille kann das Auge vor gefährlichen äußeren Einflüssen abgeschirmt werden, um eine weitere Augapfelprellung verhindern zu können.

Bücher über Augenentzündung & Augenkrankheiten

Quellen

  • Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen – Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer, München 2009
  • Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2012
  • Müller, S.: Notfallmedizin. Thieme, Stuttgart 2011

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