Aufrechtes Glaskraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
Startseite » Heilpflanzen » Aufrechtes Glaskraut

Das Aufrechte Glaskraut, lateinisch Parietaria officinalis oder Parietaria erecta genannt, wird zur Familie der Brennnesselgewächse gezählt. Die Verwandtschaft zeigt sich in der Ähnlichkeit der Optik sowie der Wirkungsweise zu dem in Mitteleuropa heimischen und bekannten Vertreter Urtica dioica. Das Aufrechte Glaskraut ist jedoch hauptsächlich in Südeuropa beheimatet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Aufrechten Glaskrauts

Beim Aufrechte Glaskraut handelt es sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 30 bis 100 Zentimetern erreicht. Im Gegensatz zu der in Deutschland verbreiteten Brennnessel hat das Glaskraut jedoch keine Brennhaare und Blätter mit glattem Rand. Diese sind wechselständig angeordnet, und die Spreite ist länglich mit circa 10 bis 15 Zentimetern.

Die Pflanze ist meist diözisch, das heißt zweihäusig getrennt geschlechtlig. Es werden männliche, weibliche und zwittrige Blüten gebildet. Die Blütenstände sind dicht, kuglig in den Blattwinkeln. Die kelchigen Hochblätter sind bis zum Grund frei. Die Blüten sind vierzählig und die Staubblätter ragen beim Aufblühen in die Höhe. Die Frucht ist eine 1,5 bis 2 Millimeter kleine, schwarze, glänzende Nuss. Von Juni bis September blüht die Pflanze.

Vereinzelt findet man das Aufrechte Glaskraut in ganz Mitteleuropa, an Ruinen, Zäunen, auf Schutt, in Kiesgruben und auch an eher feuchten Gebüschen wie in Gemüsegärten und Weinbergen. Insbesondere ist die Pflanze im Mittelmeergebiet anzutreffen. Aufgrund ihres Vorkommens in Spalten von Mauern trägt die Pflanze den Namen Parietaria. Paries, parietis kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Wind“. Der deutsche Name Glaskraut kommt daher, dass die Pflanze früher zum Reinigen von Gläsern verwendet wurde.

Wirkung & Anwendung

Die Pflanze ist wenig untersucht was Inhaltsstoffe und Wirkungsweise anbelangt. Nach älteren Angaben soll viel Kaliumnitrat, Bitterstoffe, Schwefel, Gerbstoffe, Flavonoide, Kaffeesäure-derivate und ein Flavonol-3-diglykosid enthalten sein. Diese Inhaltsstoffkombination ist für die Wirkung verantwortlich und sorgt dafür, dass die Pflanze als Diuretikum und Wundheilmittel angewendet wird. Verwendet wird das gesamte, getrocknete Kraut.

Es wird Teemischungen und Fertigpräparaten beigemengt, insbesondere wegen der harntreibenden Wirkung. Teekuren mit dem Aufrechten Glaskraut unterstützen eine gesunde Nierenfunktion und helfen bei Rheumatismus sowie Frauenleiden. Eine besonders interessante Beobachtung mit Parietaria machte einmal der holländische Arzt Boehaave: Eine junge Hündin suchte sich in der Natur immer Glaskraut und verzehrte die Pflanze in großen Mengen. Als man sie aber in der Wohnung eingesperrt hielt, starb sie.

Beim Aufrechte Glaskraut handelt es sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 30 bis 100 Zentimetern erreicht.

Bei Untersuchungen ihres Körpers fand man darin große Mengen an Steinen in der Harnblase. Boerhaave kam zum Schluss, dass die Pflanze von großem Nutzen bei Nierensteinen sein müsse. Tatsächliche Untersuchungen, die diese Feststellungen belegen gibt es allerdings nicht. Dennoch findet das Aufrechte Glaskraut in der Homöopathie bei den genannten Krankheitsbildern Anwendung.

Die Pflanze kann auch roh oder gegart in Mahlzeiten genossen werden. Bezüglich dem Vorhandensein von Mikronährstoffen, also Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, können keine Aussagen getroffen werden, da es dahingehend kaum Untersuchungen gibt. Ansonsten hat das Aufrechte Glaskraut als Heilpflanze keine besonders große Bedeutung, wegen der unzureichenden Informationen zu den enthaltenen Stoffen und deren pharmakologische Wirkung.

In unseren Breiten wird meist auf den verwandten Vertreter Urtica Dioica zurück gegriffen. Er ist im deutschsprachigen Raum häufiger anzutreffen und seine Inhaltsstoffe und Wirkungen sind besser erforscht. Dieser Vertreter wird ebenfalls hauptsächlich wegen der harntreibenden und Wirkung und bei rheumatischen Beschwerden angewandt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

In der Pflanzenheilkunde wird das Aufrechte Glaskraut zwar selten angewendet, dennoch wird ihm eine harntreibende Wirkung nachgesagt. Es stärkt die Harnorgane und kann gegen deren Entzündungen eingesetzt werden. Bei Nierenschwäche, Nierenentzündung, Blasenentzündung, Unterleibskrankheiten und Gicht kann die Pflanze Abhilfe verschaffen.

Das Aufrechte Glaskraut wird wegen der schleimlösenden Wirkung gerne bei Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen, Husten und Keuchen angewandt. Ebenso bei Verstopfung findet das Glaskraut Anwendung. Für Frauen ist die Pflanze von besonderer Bedeutung: sie reinigt die Gebärmutter, fördert die Menstruation und soll Geburten erleichtern.

Auch die Kosmetik bedient sich des Aufrechten Glaskrauts. Äußerlich angewandt wird ihm nachgesagt, Sommersprossen zu bleichen und die Haut zu klären. Auch bei Impetigo, einer sehr ansteckenden, bakteriellen Infektion, soll das Glaskraut schon erfolgreich angewandt worden sein.

Bei Wunden wird das Glaskraut sehr häufig angewandt. Es lindert den Schmerz, säubert die Haut, heftet Wunden zusammen und fördert somit die Wundheilung. Der Eiter wird getrieben und die Wundheilung gefördert. In der Homöopathie wird das Glaskraut bei Nierensteinen und Albträumen angewandt - wenn der Patient davon träumt lebendig begraben zu werden.

Als Dosierungsempfehlung gilt dabei eine Tinktur bis zu dritten Potenz, was in homöopathischen Verhältnissen noch eine relativ niedrige Verdünnung ist. In der Homöopathie Polens wird das Glaskraut als Blutreinigungsmittel verwendet und in Ungarn wird es in homöopathischen Verdünnungen gegen Rotlauf eingesetzt.

Die grünen Anteile des Aufrechten Glaskrauts können auch gegessen werden - entweder roh oder kurz gekocht. Die Blätter können Salaten oder Gemüsegerichten beigemengt werden. Derart kann das Kraut in die tägliche Ernährung eingebaut werden und somit präventiv gegen die genannten Beschwerden eingesetzt werden. Besonders Personen mit schlechter Nierenfunktion und Rheumatismus ist dies zu empfehlen.

In diesem Zusammenhang ist noch einmal der verwandte Vertreter Urtica Dioica zu erwähnen, deren Wirkung dem Aufrechten Glaskraut sehr ähneln. Auch diese Pflanze kann in die Ernährung eingebaut werden und zudem ist sie in Deutschland häufiger anzutreffen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Bücher über Heilpflanzen

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: