Atemtherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Eine richtige Atmung ist für die Gesundheit von großer Bedeutung und wird von vielen Faktoren wie Stress, körperlicher Verfassung und Luftqualität beeinflusst. Eine Atemtherapie wird angewandt bei verschiedenen Arten von Atemdefiziten, Atemwegserkrankungen, bei Stress, Erschöpfungszuständen und psychischen Erkrankungen oder zum Erlernen unterschiedlicher Atemtechniken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Atemtherapie?

Der Atem wird vom Gehirn gesteuert. Er verläuft meist unbewusst und oft wird erst dann wahrgenommen und beobachtet, wenn Kurzatmigkeit oder eine Erkältung das Atmen erschweren.

Bei den Atemtherapien lässt sich unterscheiden zwischen medizinischen Therapien der Atmung, wenn eine Krankheit oder Funktionsstörung z.B. durch Asthma, Rauchen oder Luftverschmutzung vorliegt, und auf der anderen Seite Therapien mit dem Atem, die in der alternativen Körper- oder Psychotherapie eingesetzt werden.

Eine medizinische Atemtherapie dient z.B. der Verbesserung der Lungenfunktion bei konstant schwacher Lunge und hat das Ziel, das Atmungs- und Bronchialsystem zu stärken. Diese Art der Atemtherapie wird häufig in Spezialkliniken angeboten. Sie kann auch bei entsprechend ausgebildeten Krankengymnasten durchgeführt werden.

Die alternative Atemtherapie bezieht die emotionale Situation und Körpersprache eines Patienten mit ein. Der Atem wird als eine Kraft betrachtet, die für besseres Selbstempfinden, Entspannung und Gelassenheit nutzbar gemacht werden kann. In dieser Form der Atemtherapie gibt es die unterschiedlichsten Ansätze und Verfahren. Sie wird beispielsweise in der Praxis eines Atemtherapeuten oder in Rehabilitationszentren durchgeführt.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die medizinische Atemtherapie kommt bei einem großen Spektrum unterschiedlicher Atemwegserkrankungen sowie bei unzureichender Atemmechanik zum Einsatz. Eine tiefere Atmung erzeugt eine bessere Sauerstoffversorgung des Körpers. Die medizinische Atemtherapie nimmt einen wichtigen Platz in der Orthopädie, Internistik und Chirurgie ein, ebenso bei der Schwangerschaftsvorbereitung.

Die chronisch atemwegsverengende Lungenerkrankung (auch Raucherlunge genannt) sowie die chronisch obstruktive Bronchitis sind Volkskrankheiten, bei denen eine Atemtherapie erfolgversprechend eingesetzt wird. Besonders bei Asthma, chronischem Husten und Atemnot, ist eine medizinische Atemtherapie sinnvoll, um einen Anfall durch spezielle Atemtechnik zu zu mildern und Luftnot zu beheben.

Eine Atemphysiotherapie (Krankengymnastik) kann erfolgen mit Hilfe eines Gerätes, das den Patienten veranlasst, gegen einen Widerstand auszuatmen. Dies erweitert die Bronchien und ermöglicht besseres Abhusten des Schleims. Außerdem wird damit die Lungenfunktion trainiert. Zu der Atemphysiotherapie gehören auch bestimmte Atemtechniken und das Erlernen von Körperhaltungen wie dem Kutschersitz, die eine leichtere Atmung ermöglichen.

Zu den erlernbaren Atemtechniken gehören Lippenbremse, Bauch- und Zwerchfellatmung. Medizinische Atemtherapie wird außerdem zur Vorsorge von Lungenentzündung eingesetzt, zur Stärkung der Brustmuskulatur und Erhöhung der Lungenkapazizät. Letztlich führt die Atemtherapie zu einer allgemeinen Leistungssteigerung der Patienten.

Zu der Atemphysiotherapie gehören auch bestimmte Atemtechniken und das Erlernen von Körperhaltungen. Zu den erlernbaren Atemtechniken gehören Lippenbremse, Bauch- und Zwerchfellatmung.

Alternative Atemtherapien basieren auf völlig anderen Ansätzen und zielen nicht nur auf Patienten mit geschwächter Atemfunktion, sondern allgemein auf Menschen, die ihr Körperbewusstsein und ihre innere Ausgeglichenheit erhöhen möchten. Hier wird davon ausgegangen, dass der Atem eng mit allen körperlichen und psychischen Funktionen vernetzt ist. Daraus wird gefolgert, dass durch Atemtherapie alle menschlichen Ebenen positiv beeinflusst werden können.

Zwar verläuft das Atmen unwillkürlich, doch ist es bewusst steuerbar, was sich die alternativen Atemtherapien zunutze machen. Unter Anderem zählen hierzu Methoden wie der Erfahrbare Atem nach I. Middendorf, die Eutonie nach G. Alexander, das Pranayama des Yoga, das Qigong der tradtionellen chinesischen Medizin und das Holotrope Atmen nach S. Grof. Zu den psychischen Erkrankungen, in denen die alternative Atemtherapie einen zentralen Platz einnimmt, gehören Angstzustände und Depressionen.

Atemtherapie ist schließlich auch für einige Berufsgruppen besonders wichtig, wie etwa Sänger, Musiker, Schauspieler und Tänzer.

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Risiken & Gefahren

Von einer unsachgemäß angewandten oder oberflächlich vermittelten Atemtherapie ist dringend abzuraten, da diese schwerwiegende Nebenwirkungen haben kann.

So stellt beispielsweise die Therapie des Holotropen Atmens, durch das der Betroffene über Hyperventilation in einen "anderen Bewusstseinzustand" gelangen soll, eine Gefahr für Menschen mit Blutdruckerkrankungen oder Schwangere dar.

Vorsicht gegenüber einer Atemtherapie ist auch bei manchen psychischen Erkrankungen geboten, die sich in Folge der Atemübungen verschlimmern können. Daher sollte vor Beginn einer Atemtherapie unbedingt eine gute Qualifikation des Behandelnden sichergestellt werden sowie, dass bei den Beschwerden nichts gegen eine Atemtherapie spricht.

Bücher über Atemtherapie

Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wolff, H.-P., Weihrauch, T.R. (Hrsg.): Internistische Therapie. Urban & Fischer, München 2012

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