Atemaussetzer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Oktober 2017
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Atemaussetzer treten als Symptom der sogenannten Schlafapnoe meist nachts während des Schlafes auf. Betroffen sind ca. 2-4 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – insbesondere übergewichtige Männer, die auffällig stark schnarchen. Die mehrere Sekunden bis Minuten andauernden Atemaussetzer können zu einer akuten Sauerstoffunterversorgung des Organismus und unbehandelt zu vielfältigen chronischen Beschwerden bei Betroffenen führen. Spezielle Atemmasken können Abhilfe schaffen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Atemaussetzer?

Bei Atemaussetzern handelt es sich um kurzzeitige Unterbrechungen des unwillkürlichen Atmungsvorgangs. Sie treten in der Regel im Rahmen des Schlaf-Apnoe-Syndroms auf (a-pnoe – griechisch: ohne Atem).

Die nächtlichen Atemaussetzer dauern meist einige Sekunden, in Extremfällen aber auch bis zu 2 Minuten. Ein Schlaf-Apnoe-Syndrom liegt per Definition dann vor, wenn pro Stunde mindestens 5 Atemaussetzer mit einer Dauer von 10 Sekunden und mehr verzeichnet werden.

Die Ursache der Atemaussetzer kann in einem gewebebedingten Verschluss der Luftröhre oder einer fehlerhaften Regulation der Zwerchfellmuskulatur, infolge neurologischer Störungen, liegen. Unwillkürliche Atemaussetzer während des Tages sind sehr selten. Sie verweisen ggf. auf asthmatische Krankheiten, oder kommen bei psychischen Störungen vor.

Ursachen

Menschen, die unter Atemaussetzern leiden, weisen häufig physiologische Besonderheiten im Bereich des Rachen-Nasalraumes auf. Betroffen sind vor allem Männer, die z.B. aufgrund einer gekrümmten Nasescheidewand oder eines voluminösen Gaumengewebes generell ausgeprägt schnarchen.

Etwa 80 Prozent der Apnoiker leiden an Übergewicht. Hohes Gewicht begünstigt eine vermehrte Fettgewebeansammlung im hinteren Rachen-Gaumenbereich. Das weiche, schwere Gewebe kann dann insbesondere in Rückenlage während des Schlafs leicht absinken und die Luftzufuhr zeitweilig blockieren.

Bei bedrohlichem Abfall des Sauerstoffgehaltes im Blut veranlassen ausgeschüttete Stresshormone ein kurzzeitiges Aufwachen, das den Betroffenen abrupt Luft holen lässt. Atemaussetzer treten vermehrt nach Alkoholgenuss auf, da Alkohol das Gaumengewebe zusätzlich entspannt. Als weitere, jedoch seltene Ursachen kommen neurologische Störungen in Betracht, die mit einer Regulationsstörung der Atemmuskulatur im Brust- und Bauchraum einhergehen.

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Diagnose & Verlauf

Bei Atemaussetzern handelt es sich um kurzzeitige Unterbrechungen des unwillkürlichen Atmungsvorgangs. Sie treten in der Regel im Rahmen des Schlaf-Apnoe-Syndroms auf.

Da die Betroffenen sich meist nicht an die nächtlichen Atemaussetzer erinnern können, sind es oft Partner bzw. Angehörige, die die Störung zuerst bemerken. Beobachtbar sind bei Apnoikern häufig stark ausgeprägtes Schnarchen und mehrere ungewöhnlich lange Atempausen während des Schlafes, die durch abruptes Aufschrecken bzw. geräuschvolles Luftholen beendet werden.

Die Betroffenen selbst leiden trotz vermeintlich ausreichender Schlafdauer unter starker Tagesmüdigkeit, da das mehrmalige Aufwachen in der Nacht einen erholsamen Schlaf verhindert. Anhand der Schilderungen des Partners und der typischen Müdigkeitssymptome des Patienten kann schnell eine ärztliche Diagnose gestellt werden.

Sinnvoll ist zunächst eine breite Abklärung durch einen HNO, Neurologen und Kieferchirurgen. Zur Beurteilung der Ausprägung und des Schweregrades der Atemaussetzer empfiehlt es sich darüber hinaus, ein Schlaflabor aufzusuchen. Hier werden verschiedene Parameter wie Herzfrequenz, Sauerstoffgehalt des Blutes, Hirnströme, etc. genau analysiert, während der Patient schläft.

Unbehandelt führen die Atemaussetzer über längere Zeit zu einem chronischen Schlafdefizit. Dies begünstigt wiederum eine generelle Leistungs- und Antriebsminderung. Es kommt zu Konzentrations-, Gedächtnis-, ggf. auch Libidostörungen. Die wiederholten körperlichen Alarmzustände können auf Dauer zu Bluthochdruck führen und das Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes erhöhen.

Komplikationen

Atemaussetzer sind meist nachts zu beobachten, insbesondere betrifft das Männer, die stark schnarchen oder übergewichtig sind. Die Atemaussetzer können mehrere Sekunden dauern, manchmal auch Minuten. Das ist sehr gefährlich, denn der Organismus wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Ohne Behandlung können Atemaussetzer lebensbedrohlich werden.

Wenn die Betroffenen jedoch spezielle Atemmasken tragen, kann schnell Abhilfe geschaffen werden. Die Atemaussetzer treten in der Nacht auf, sie dauern einige Sekunden an. In besonders schlimmen Fällen, kann der Atem bis zu zwei Minuten still stehen. Am Tage sind Atemaussetzer eher selten. Diese Patienten sollten ein Schlaflabor aufsuchen und die Ursache für die Atemaussetzer genau feststellen lassen.

Die Betroffenen weisen oft physiologische Besonderheiten auf, so kann der Rachen- und Nasenraum an den Atemaussetzern schuld sein, viele Patienten haben eine gekrümmte Nasenscheidewand. Etwa 80% der Patienten leiden an Übergewicht, was die Atemaussetzer nur noch begünstigt. In der Rückenlage kann auch das Gewebe leicht absinken und die Luftzufuhr blockieren. Fällt der Sauerstoffgehalt des Blutes gefährlich weit ab, werden vom Körper Stresshormone ausgeschüttet, die den Schläfer kurz aufwachen lassen, er schnappt nach Luft. Besonders häufig wird dieses Phänomen nach Alkoholgenuss beobachtet, das Gaumengewebe wird hierdurch zusätzlich entspannt. Ganz selten werden auch neurologische Störungen in Betracht gezogen, sie können auch Atemaussetzer verursachen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nächtliche Atemaussetzer können gefährlich werden, deshalb ist der frühzeitige Gang zum Arzt notwendig. Wenn die Zunge während des Schlafes in den Rachenraum zurückfällt, werden die Luftwege blockiert. Das kann zu sekunden-, manchmal auch minutenlangen Atemaussetzern führen. Je früher die Schlafapnoe behandelt wird, desto besser, denn sie kann das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 erhöhen.

Häufig wird die Erkrankung mit einer speziellen Atemmaske und der Überdrucktherapie behandelt. Die CPAP-Therapie erzeugt im Rachen eine stehende Luftsäule, wodurch die oberen Atemwege offen gehalten werden. Das Tragen der Maske ist vielen Patienten unangenehm, doch weil die Tagesmüdigkeit infolge des Schlafmangels wegfällt, wird es genauso wie trockene Nase und Rachen gerne in Kauf genommen. Diese Nebenwirkungen sind weit weniger unangenehm als die Atemaussetzer.

Die Erfolgsquote durch die CPAP-Maske liegt bei 95-98 %. Als Alternativtherapie bietet sich eine Anti-Schnarchschiene an, die auch gute Erfolgsquoten hat. Raucher sollten umgehend auf das Rauchen verzichten. Da die Erkrankten wenig von ihren Atemaussetzern mitbekommen, sind in erster Linie die Partner gefragt.

Schlafapnoe betrifft vor allem übergewichtige Personen, doch auch Kinder können diese Krankheit bekommen. Die richtigen Therapeuten finden Betroffene unter HNO-Ärzten und in schlafmedizinischen Kliniken. Hier gibt es spezielle Schlaflabore, wo Schlafrhythmus und Schlafverlauf der Probanden beobachtet werden.

Behandlung & Therapie

Je nach zugrundeliegender Ursache der Atemaussetzer und Befunden der Schlaflabor-Analyse stehen verschiedene, individuell angepasste Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Am häufigsten wird Patienten das Tragen eines Atemgerätes angeraten. Bei der CPAP Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) wird der Schlafende nachts mit leichtem Überdruck beatmet, wodurch die Luftröhrenverschlüsse verhindert werden. Druck und Zusammensetzung der zugeführten Atemluft, z.B. zusätzliche Anreicherung mit Wasser zur Verhinderung einer Schleimhautaustrocknung, können individuell variiert werden.

Sind die Atemaussetzer durch vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln oder Nasenpolypen bedingt, kann eine operative Entfernung angezeigt sein. Operative Eingriffe an Zungen- und Gaumengewebe können ebenfalls zu einer Weitung des Rachenraumes und somit einer verbesserten Luftzufuhr führen. Bei Kieferfehlstellungen lindern kieferchirurgische Eingriffe durch (Biss-)Schienen, Zahnspangen oder Operationen die Atembeschwerden.

In leichteren Fällen können einfache Maßnahmen, die eine Rückenlage während des Schlafes verhindern, ausreichen. Dies können nachts getragene Geräte sein, die bei ungünstiger Schlafposition Alarmsignale aussenden. Eine selbst durchführbare Gegenmaßnahme kann z. B. auch das Einnähen störender, aber nicht verletzungsgefährdender, Gegenstände (z.B. Tennisbälle) in die Rückenseite von Schlafanzügen sein.

Aussicht & Prognose

Die Folgen von nächtlichen Atemaussetzern sind weitreichender als nur dadurch entstehende Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Durch Erschöpfung bedingter Sekundenschlaf am Steuer kann zu lebensgefährlichen Unfällen führen.

Die verminderte Schlafqualität wirkt sich negativ auf die Regeneration des gesamten Organismus aus und stellt auf Dauer eine starke Belastung für den Körper dar. Unbehandelt können Atemaussetzer daher ein Auslöser für viele Folgeerkrankungen sein. Durch die Atemaussetzer wird die Sauerstoffversorgung des Gehirns unterbrochen. Um diesen Sauerstoffmangel zu kompensieren wird die Herzfrequenz erhöht, was Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck zur Folge haben kann. Die Betroffenen haben zudem ein erhöhtes Risiko einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Im Allgemeinen haben Patienten mit unbehandelten Atemaussetzern eine um zehn Jahre verringerte Lebenserwartung im Vergleich zu gesunden Menschen. Die rechtzeitige Behandlung ist also ausschlaggebend für eine gute Prognose und kann die Risiken stark reduzieren.

Mit einer CPAP-Beatmungstherapie, die eine Erfolgsrate von 98 % vorweisen kann, lässt sich die Schlafqualität deutlich verbessern. Die Gewöhnungsphase an die Beatmungsmaske kann schwierig sein, danach tritt jedoch in den meisten Fällen schnell eine Besserung ein. Die Patienten sind leistungsfähiger und auch eine Blutdrucksenkung kann durch die Beatmung erreicht werden.

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Vorbeugung

Die gängigen Behandlungsmaßnahmen gegen Atemaussetzer – wie das Tragen spezieller Atemgeräte – beruhen zugleich auf dem Prinzip der Vorbeugung. Betroffene können auch selbst aktiv werden, um den Verlauf der Atemstörung positiv zu beeinflussen.

Generell empfiehlt sich eine Reduktion übermäßigen Gewichts. Ein Verzicht auf Alkohol und Zigaretten wirkt sich ebenfalls förderlich auf einen gesunden Schlaf aus und vermindert ein starkes Erschlaffen des Gaumengewebes. Insbesondere spät abends sollten diese Genussmittel gemieden werden, um den nächtlichen Atemaussetzern vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Nächtliche Atemaussetzer, die so genannte Schlafapnoe, sind gefährlich, denn sie erhöhen das Schlaganfallrisiko um das Doppelte. Grundsätzlich ist der HNO-Arzt der richtige Ansprechpartner zur Behandlung von Atemaussetzern. In der Regel wird eine Schlafmaske verschrieben, doch Patienten können auch vorbeugend etwas dagegen unternehmen.

Wer die Ursachen der Schlafapnoe beseitigt, kann sich vielleicht schon bald über durchgehende Schlafphasen freuen. Typische Risikofaktoren für Atemaussetzer sind Stress, Übergewicht und Rauchen. Wer mit dem Rauchen aufhört, steigert die Wahrscheinlichkeit für erholsamen Schlaf und erhöht seine Lebenserwartung. Übergewicht reduzieren führt häufig zum Erfolg und beugt außerdem Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Ist eine leichte Kieferfehlstellung Ursache des Schnarchens, kann eine Schiene Abhilfe schaffen. Diese wird nur nachts getragen. Falsch dosierte Schlaf- und Beruhigungsmittel können zu Lähmungserscheinungen der Rachenmuskulatur führen und Atemaussetzer auslösen. Je weniger Schlafmittel genommen werden, desto besser für die Gesundheit. Auch Alkohol hat einen leichten Lähmungseffekt. Wer am Abend darauf verzichtet, schläft ruhiger und tiefer.

Manchmal hilft bereits aber auch ein neues Kopfkissen, denn ein Daunenkissen, in das der Patient mit Schlafapnoe tief einsinkt, ist nicht hilfreich. Im Schlaflabor können die genauen Gründe für Schlaflosigkeit herausgefunden werden. In einer Selbsthilfegruppe erhalten Betroffene und Angehörige wertvolle Tipps und moralische Unterstützung. Das unterstützt sie bei der Bewältigung der Krankheit.

Bücher über Schlafapnoe

Quellen

  • Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Lehnert, H., Werdan, K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2006
  • Lenarz, T., Boenninghaus, H.-G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Berlin 2012

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