Assoziative Lockerung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 11. Oktober 2016
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Assoziative Lockerung kennzeichnet bei gesunden Menschen die REM-Traumphase. Systematische Denkmuster werden bei der assoziativen Lockerung aufgehoben und Gehirnbereiche interagieren unsystematisch affektiv. Als Krankheitssymptom kennzeichnet assoziative Lockerung Wahnerkrankungen wie die Schizophrenie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Assoziative Lockerung?

Die Psychologie und die Psychoanalyse gehen davon aus, dass Menschen in Lernprozessen einfachste Elemente in Form von Sinneseindrücken miteinander verknüpfen. Assoziationen sind in diesem Zusammenhang Verbindungen von zwei oder mehreren eigentlich isolierten Inhalten der Psyche, die sich beim späteren Abruf gegenseitig aktivieren und eine Assoziationskette stimulieren.

Assoziationslernen ist demnach eine Reizverknüpfung, das neben kognitiven Verknüpfungen biologische Lerngrundformen wie Habituation und Konditionierungen beinhaltet. Bei einer assoziativen Lockerung ist das assoziative Denken und Lernen einer Person eingeschränkt. Damit können keine kognitiv sinnvollen oder kontrollierten Verknüpfungen von Denkinhalten mehr entstehen. Die Denkregeln, Denkstrukturen und Denkprogramme der Vergangenheit sind für Patienten mit assoziativer Lockerung in einer aktuellen Situation nicht mehr verfügbar.

Assoziative Lockerung zeigt Auswirkungen auf verschiedene Bereiche der Person. Damit entstehen gleichzeitig Symptome im Bereich des Denkens, des Handelns und des Fühlens. Nicht nur kennzeichnet die assoziative Lockerung unterschiedlichste Erkrankungen mit Wahnsymptomen. Auch steht der Prozess der assoziativen Lockerung mit Kunstprozessen in Zusammenhang. Die Assoziation vom Genie des Wahnsinns leitet sich von dieser Gemeinsamkeit her.

Ursachen

Eugen Bleuler beschrieb mit der assoziativen Lockerung zentrale Phänomene der Schizophrenie. Im ursächlichen Rahmen der Schizophrenie führte er die Symptome formaler Denkstörungen und charakteristischer Affektstörungen auf die assoziative Lockerung zurück. Assoziative Lockerung kann neben Schizophrenie in ursächlichem Zusammenhang mit gestörter Impulskontrolle und Manien stehen.

Darüber hinaus führt das Drogenkonsum von Cannabis und klassischen Halluzinogenen wie LSD teilweise zu assoziativer Lockerung. Freud beschrieb auch für den Traumzustand einen hohen Austausch der Affekte und eine kognitiv nicht mehr nachvollziehbare Zuordnung von einzelnen Inhalten. Auch dieses Phänomen entspricht letztlich einer assoziativen Lockerung.

Damit lässt sich die Primärursache der assoziativen Lockerung des Gehirns als Beeinträchtigung der ordnenden oder kognitiv stabilisierenden Kontrolle verallgemeinern. Die Wirkung dieser Beeinträchtigung nimmt affektiven Mustern die assoziative Abrufbarkeit und führt zu einer erhöhten Austauschbarkeit von Affekten. Neue Muster können im Zustand der kognitiven Lockerung neuronale Fixierung erhalten und damit auf Dauer die Gehirnabläufe verändern.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Assoziative Lockerung geht mit unterschiedlichen Phänomenen einher. Die Betroffenen zeigen oft eine sprunghafte Aufmerksamkeit. Typische Handlungsmuster werden zur Auflösung gebracht. Arbeitsprozesse werden nicht mehr angemessen durchgeführt. Assoziationen sind nicht mehr sinnbedingt, sondern eher klanglich. Grammatikalische Strukturen lösen sich langsam auf.

Das Denken wird immer sprunghafter und ist häufig von Gedankenabreißen, Ideenflucht oder Einschiebungen unterbrochen. Die Sprache der Patienten wirkt zerfahren. Sie reden oft daneben oder kreieren mehr oder weniger unverständliche Wortneubildungen. Dem pathologischen Phänomen der assoziativen Lockerung sind freie Assoziationen verwand, die im Rahmen der Psychoanalyse, im Rahmen des Surrealismus und im Rahmen von Brainstorming verbreitet sind.

Der Verzicht auf systematische Denkinhalte findet bei der assoziativen Lockerung allerdings nicht mehr bewusst oder zeitlich begrenzt statt, sondern ereignet sich unbeeinflussbar und tritt meist in Verbindung mit Wahnsystematik auf. Als formale Denkstörung macht die assoziative Lockerung inhaltliche Denkstörungen wie den Wahn erst möglich. Ohne Struktur und Kontrolle der Denkprozesse kann keine Realitätsprüfung mehr stattfinden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose einer assoziativen Lockerung wird in der Regel vom Psychologen gestellt. Meist wird das Symptom im Rahmen der Diagnostik übergeordneter Erkrankungen als krankheitsbelegend beigezogen. Bei der Diagnostik muss der Psychologe die assoziative Lockerung von der höheren Stufe, der Zerfahrenheit ganzer Denkmuster, abgrenzen.

Auch die Abgrenzung zum Wahn spielt im Rahmen der Diagnostik eine Rolle. Andererseits kann sich in der assoziativen Lockerung auch ein beginnender Wahn äußern. Die Prognose hängt für Patienten mit assoziativer Lockerung von der ursächlichen Erkrankung ab. Speziell bei der Schizophrenie entwickelt sich aus der Lockerung in annähernd allen Fällen eine Wahnsymptomatik.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Patienten mit assoziativer Lockerung hängt vor allem von der Ursache ab. Schizophrenien lassen sich in vielen Fällen durch die Gabe von Antipsychotika mildern. Die rechtzeitige Intervention ist in diesem Fall besonders entscheidend. Beginnende Wahnsymptomatik kann so unter Umständen abgemildert oder sogar hinausgezögert werden.

Bei assoziativer Lockerung im Rahmen von Manien werden in der Akut-Therapie oft Neuroleptika gegeben, die die Wirkung von Neurotransmittern dämpfen und damit die Austauschbarkeit der Affekte blockieren. Auf lange Sicht erhalten Maniker Medikamente wie Lithiumsalze, die zukünftige Phasen dämpfen und hinauszögern können. Falls im Rahmen von Drogenmissbrauch assoziative Lockerung auftritt, kann dieses Phänomen den Eintritt in eine drogenbedingte Psychose markieren.

Auch ein Entzug kann den Prozess in vielen Fällen nicht mehr aufhalten. Die Psychose kann sich auch bei momentan vollständiger Abstinenz als Spätfolge des Drogenmissbrauchs einstellen. Alle assoziativen Lockerungen sind vor allem dann kaum mehr behandelbar, wenn sich Gehirnabläufe bereits dauerhaft verändert haben. In derartigen Fällen ist eine supportive Therapie angezeigt, die idealweise die Lebensqualität und das Alltagsbestehen der Patienten verbessert.




Vorbeugung

Assoziativer Lockerung durch Drogenmissbrauch lässt sich in Form von Abstinenz vorbeugen. Da das Phänomen allerdings auch im Rahmen von Schizophrenien und Manien eintreten kann, existieren kaum vollumfängliche Vorbeugemaßnahmen. Speziell die Schizophrenie ist ein Krankheitsbild, dessen Auftreten neben biologische Faktoren mit toxischen Faktoren, hormonellen Faktoren, immunologischen, perinatalen und psychosozialen Faktoren zusammenhängt. Nicht alle davon lässt sich vorbeugen.

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