Assoziation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Assoziation bezeichnet das Aufstellen und Verknüpfen von Gedankenverbindungen und Vorstellungen als Teil der menschlichen Wahrnehmung. Der deutsche Begriff geht zurück auf das französische Wort „associer“ und das spätlateinische „associare“. Beide Wörter werden mit dem deutschen Verb „verbinden“ übersetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Assoziation?

Mit der Assoziation als Teil der Wahrnehmung nimmt der Mensch Informationen auf und interpretiert diese entsprechend. Er bringt die gewonnenen Informationen durch seine sensorischen Fähigkeiten (sehen, hören, schmecken, riechen und fühlen) miteinander in Verbindung und assoziiert diese mit Ideen, Gedanken und Bildern. Auf diese Weise ist er in der Lage, mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren und zu interagieren.

Nur die Sensibilität ist an kein Sinnesorgan (Augen, Nase, Ohren, Geschmackssinn) gebunden, sondern entsteht auf der Grundlage eines Netzwerkes verschiedener Rezeptoren und freier Nervenbedingungen, die sich überall im Körper verteilen. Assoziationen sind bis auf wenige Ausnahmen subjektiv, denn jeder empfindet, verarbeitet und verbindet Sinneseindrücke anders. Beim Anblick einer Rose denken wir an einen angenehmen Duft, während wir bei Zitronen-Duft nicht nur an eine Zitrone, sondern vielleicht auch an das Spülmittel in der Küche denken.

Assoziationen können jedoch nicht nur durch einen Lernprozess entstehen, sondern auch durch alltägliche Lebenssituationen. Jeder Lebensabschnitt ist mit unterschiedlichen Assoziationen wie Freude, Liebe, Leid, Spaß, Arbeit, Erfolg, Misserfolg, Trauer, Krankheit oder Alter verbunden.

Funktion & Aufgabe

Assoziationen begleiten unseren Alltag. Mit dem Wort „Strand“ verbinden Menschen Sonne, Wärme und Erholung, sie erinnern sich an ihren letzten Urlaub. Der Geschmack von bestimmten Speisen, zum Beispiel Milchreis mit Kirschen und Zimt, wecken Erinnerungen an die Kindheit. Bestimmte Musik ist mit der Erinnerung an einen besonderen Lebensabschnitt, zum Beispiel an die erste Party, den ersten Kuss oder den ersten Freund verbunden.

Assoziationen können auch durch Kultur, Religion und unterschiedliche Zonen der Erde bestimmt werden. Der Duft eines bestimmten Parfüms erinnert an eine besondere Person, duftende Kräuterwiesen bringen einige mit Gesundheit und Wohlbefinden in Verbindung.

Assoziationen können dabei auch negativ belegt sein. Misserfolge in der Schule können negative Gedankenverknüpfungen auslösen. Ein Mensch, der schon in der Schule aufgrund schlechter Noten und Misserfolge keinen Spaß am Lernen hatte, wird diese Abneigung oft auch als Erwachsener beibehalten, da das Lernen für ihn nach wie vor mit negativen Erlebnissen verbunden ist.

Menschen, die durch Kriegserlebnisse traumatisiert sind, erschrecken bei unerwarteten, lauten Geräuschen und assoziieren diese mit den erlebten Krisensituationen.

Mit der Assoziation als Teil der Wahrnehmung nimmt der Mensch Informationen auf und interpretiert diese entsprechend.

Auch einzelne Wörter oder Sätze können gedankliche Verbindungen auslösen. Der geschichtsträchtige Satz „Ich bin ein Berliner“ lässt viele Menschen an den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy denken, während seines Staatsbesuchs in Berlin im Jahr 1961.

Die sogenannten Steckrübenwinter in Kriegszeiten haben in vielen Menschen wiederum eine lebenslange pathologische Abneigung gegen Steckrübeneintopf verursacht. Sie assoziierten Steckrüben mit Hunger, Kälte, Einsamkeit und Armut.

Assoziation kann auch den Ansatz für eine Problemlösung liefern. Psychologen verwenden in ihren Therapiesitzungen häufig die Methode des freien Assoziierens. Sie gilt als wichtiges Instrument zur Erforschung der menschlichen Gedankenwelt und stellt neben der Analyse von Fehlleistungen und der Traumdeutung die wichtigste Säule der Psychoanalyse dar. Der Patient wird aufgefordert, ein Wort aus dem Bereich des Problems zu nennen, dass ihn belastet. Leidet der Patient unter übermäßigen Stress, fordert der Psychologe ihn auf, Wörter zu nennen, die ihn zu dem Wort „Stress“ einfallen. Der Patient schreibt diese dann zB nieder. Jedes Wort bringt eine neue Assoziation mit sich. Stress kann mit fehlender Ruhe, Ausgleich, zu viel Arbeit, Überstunden, Eheproblemen, Urlaub, Ausruhen und Erholung assoziiert werden. Der Patient wird sich so bewusst, dass er etwa mehr Ruhe und Ausgleich braucht, um am Arbeitsplatz weiterhin leistungsfähig zu bleiben. Er nimmt sich vor, seine Pausen konsequent einzuhalten, ein verbessertes Zeitmanagement einzuführen, um weniger Überstunden zu machen. Dieses Vorgehen ermöglicht es ihm schließlich mehr freie Zeit mit beispielsweise der Familie zu verbringen. Auch der Analytiker bedient sich der Assoziation, denn er bringt die Ideen, Gedanken und Gefühle des Patienten miteinander in Verbindung und interpretiert sie so, dass sie einen sinnvollen Erklärungskontext ergeben.

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Krankheiten & Beschwerden

Ist die Wahrnehmungsfähigkeit der Assoziation eingeschränkt oder funktioniert sie nicht mehr, sprechen Mediziner und Psychologen von einer Assoziationsstörung. Die betroffenen Patienten weisen eine gestörte Zusammensetzung in den Inhalten ihres Denkens auf.

Die Psychologie und Psychiatrie kennen einzelne psychopathologische Phänomene und psychische Störungen, bei der die Zusammensetzung von Bewusstseinsinhalten mehr oder weniger stark beeinträchtigt ist. Viele Patienten leiden unter leichten Assoziationsstörungen, die das normale Seelenleben in Form von Befremdung mit sich bringen kann.

Eine erschwerte Assoziation liegt bei Übermüdung, Stress und Erschöpfung vor. Diese Phänomene des normalen Seelenlebens gehen dann in krankheitswertige und psychische Störungen über, wenn der Patient etwa unter Neurosen, Psychosen, Paranoia und Schizophrenie leidet. Diese Krankheitsbilder sind nicht mehr durch den Hausarzt zu behandeln, sondern gehen in den Bereich der Psychiatrie und Psychologie über.

Leidet der Patient an schweren Assoziationsstörungen, ist er nicht mehr in der Lage, seine Sichtweise durch die reale Situation zu korrigieren. Auch im Fall von Krankheiten, die in den Bereich der Merkfähigkeitsstörungen fallen, wie Demenz, Alzheimer, Schlaganfall, Vaskuläre Demenz und Gedächtnisstörungen, weisen die Patienten Assoziationsstörungen auf. Es handelt sich um kognitive Störungen, die teilweise mit affektiven Störungen (Gefühlseinschränkungen) einhergehen. Die häufigste Erkrankung sind dabei Depressionen.

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