Asphyxie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 11. Oktober 2016
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Eine Asphyxie ist die Bezeichnung für Sauerstoffmangel im Organismus. Sie tritt infolge von Traumata oder Erkrankungen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Asphyxie?

Eine Asphyxie ist ein Zustand von Sauerstoffmangel im Herz-Kreislauf-System und der Gewebe. Bei der Asphyxie kommt es zu einer schweren Störung des Herz-Kreislauf-Systems. Wörtlich übersetzt aus dem Altgriechischen ist die Bedeutung des Begriffs „Aufhören des Pulsschlages“. Eine schwache und oberflächliche Atmung ist Zeichen einer Kreislaufschwäche.

Eine unzureichende Menge der Atemgase Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid wird ausgetauscht. Zu wenig Sauerstoff wird von den Blutkörperchen in den Arterien transportiert. Die ausreichende Versorgung der Gewebe ist nicht mehr sicher gestellt: Dadurch nimmt der Sauerstoffpartialdruck ab. Dieser Vorgang vollzieht sich sowohl in den Arterien, als auch im gesamten Gewebe. Die Asphyxie wird sichtbar: Schleimhäute und Haut laufen blau an (Zyanose).

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das nicht abgeatmete Kohlenstoffdioxid im Blut und im Gewebe sammelt. Folge hiervon ist eine Bewusstseinstrübung. Diese kann bis zum Koma reichen, und dauert so lange an, bis die Ursachen des Sauerstoffmangels abgestellt werden. Kommt es zu einer Anreicherung des Kohlenstoffdioxidgehalts, so wird dieses vom Hirnstamm registriert. Es kommt zu einer sehr starken Erstickungsangst.

Ursachen

Die Ursachen der Asphyxie sind schwere Traumata wie Verschüttungen oder Badeunfälle. Daneben spielen Verlegung der Atemwege, Herzinsuffizienz und Atemlähmung als Ursache eine Rolle. Bei Verschüttungen findet ein plötzliches starkes Zusammendrücken des Brustkorbs statt. Der hierbei entstehende Druck presst das Blut aus dem Brustraum in Kopf und Hals.

Als Folge hieraus entstehen blau-rote Verfärbungen an Hals und Kopf. Unter der Haut kommt es zu Einblutungen. Die Augen sind blutunterlaufen. Auch das Gehirn wird mit Sauerstoff unterversorgt. Es kommt zu Hirnblutungen und Hirnödemen. Die starke Krafteinwirkung von außen führt oft zu weiteren schweren Verletzungen der inneren Organe. Sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen und umfangreiche Erstversorgung sollten erfolgen. Die Sterblichkeit bei Asphyxie ist hoch.

Bei Strangulationen wird die Luftröhre verengt. Folge ist eine Asphyxie. Bei Badeunfällen mit Ertrinken kommt es zu einer Asphyxie. Beträgt die Wassertemperatur unter 28 Grad Celsius, kann die Körpertemperatur von 37 Grad nicht risikolos aufrecht erhalten werden, da die Körperkerntemperatur durch Abgabe von Energie an die Umgebung abfällt. Es kommt zum Muskelzittern, um die Körperkerntemperatur zu erwärmen.

Mit dem Muskelzittern kommt es gleichzeitig zu Krämpfen, koordinierte kraftvolle Schwimmbewegungen können nicht mehr ausgeführt werden. Die mentale Kontrolle über die Situation nimmt gleichzeitig ab. Sauerstoffmangel führt zu einer Unterversorgung von Gehirn und Gewebe, während massiv Wasser verschluckt wird. Es kommt zu einem verzweifelten Versuch von Atemzügen unter Hustenreiz und Schnappatmung, Bewusstlosigkeit und Atemstillstand.

Die Verlegung der Atemwege hat eine Asphyxie zur Folge. Ursachen der Asphyxie sind damit bei Bewusstlosen das Zurückfallen der Zunge durch das Fehlen der muskulären Ansteuerung. Krebsgeschwüre im Bereich des Kehlkopfes und der Luftröhre können zu einer Verlegung der Atemwege führen. Auch die unteren Atemwege können von einer Verlegung betroffen sein: Hier führt die vermehrte Schleimproduktion bei chronisch-obstruktiver Bronchitis zu einer Asphyxie.

Bei Asthma bronchiale kommt neben der erhöhten Schleimproduktion noch ein Spasmus der Bronchialmuskulatur hinzu. Auch bei der COPD kommt es zu einer Verlegung der Atemwege und damit zu einer Asphyxie. Eine allergische Reaktion auf Insektenstiche, Nüsse oder Obst kann binnen kürzester Zeit zu einer Verlegung der Atemwege und zur Asphyxie führen.

Bei der Herzinsuffizienz wird gemessen an der Zeiteinheit zu wenig Blut in den Kreislauf gepumpt. Infolgedessen kommt es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff in den arteriellen Blutgefäßen, den Geweben und zu einer Asphyxie. Die Atemlähmung hat eine Asphyxie zur Folge. Bei der zentralen Atemlähmung ist das Atemzentrum im Gehirn betroffen. Die Steuerung von Ein- und Ausatmung ist gestört, respektive zum Stillstand gekommen.

Auslöser hierfür sind Vergiftungen durch Medikamente wie Narkotika und Barbiturate, ein Hirninfarkt, ein Schädel-Hirn-Trauma, allgemeine Unterkühlung des Gewebes oder nicht traumatische Blutungen in die Hirnsubstanz. Bei der peripheren Atemlähmung ist die Atemmuskulatur betroffen: So sind die versorgenden Nerven selbst oder die neuromuskuläre Überleitung gestört.

Curare oder Botulin sind starke Nervengifte, die periphere Atemlähmung verursachen. Weitere Möglichkeiten sind Infektionskrankheiten wie Keuchhusten, Tetanus, Kinderlähmung oder Tollwut. Degenerative Muskelerkrankungen wie die Spinale Muskelatrophie können im fortgeschrittenen Stadium zu einer Lähmung des Atemzentrums und damit zu einer Asphyxie führen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome einer Asphyxie sind Atemnot, ein beschleunigter Herzschlag, Zyanose und Konvulsionen. Unter der Asphyxie ist die Regelung von Ein- und Ausatmung gestört. Es kommt zu einer verkürzten Zeitdauer bei der Einatmung und zu massiven Problemen bei der Einatmung. Der Organismus startet den Versuch, unter der Zuhilfenahme von Zwerchfell, Atemhilfsmuskulatur und Zwischenrippenmuskulatur, mehr Sauerstoff einzuatmen.

Durch die gestörte Einatmung ist ein pfeifendes Atemgeräusch zu hören. Wurde ein Fremdkörper angeatmet oder Speise steckt in der Speiseröhre fest, versucht sich der Körper unter massivem Husten- oder Würgereiz davon zu befreien. Es kommt zu allgemeiner Unruhe, Zittern, Schwitzen, Panik- und Todesangstattacken.

Der starke Reiz des Sympathikus ist auch verantwortlich für zunächst bestehenden beschleunigten Herzschlag und Bluthochdruck als Versuch, unter den Bedingungen die Versorgung des Organismus zu gewährleisten. Durch das bestehende Ungleichgewicht von Ein- und Ausatmung, respektive der Anreicherung von Kohlenstoffdioxid in den Geweben, kommt es zu einer Zyanose. Haut und Schleimhäute sind bläulich verfärbt. Gleichzeitig kommt es mit der Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff zu einer Bewusstseinstrübung.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Asphyxie stellt einen lebensbedrohlichen Notfall dar, der unbehandelt zum Atemstillstand, Herzstillstand und zum Tode führt.

Behandlung & Therapie

Eine Asphyxie ist immer mit einer schweren Störung des Herz-Kreislauf-Systems verbunden. Wenn die Möglichkeit gegeben ist, die Asphyxie zu überleben, zielen die Maßnahmen darauf, dem Organismus zu helfen, in die Norm zurück zu finden. Im Rahmen der Ersten Hilfe sind folgende Maßnahmen sofort zu ergreifen: Bewusstlose werden in die stabile Seitenlage gebracht.

Der Kopf wird überstreckt, um eine Verlegung der Atemwege durch Erbrochenes oder die zurückfallende Zunge zu verhindern. Ist keine Atmung feststellbar, wird mit Mund-zu-Mund-Beatmung oder Herzdruckmassage begonnen. Die sich anschließenden Maßnahmen sind eine Beatmung mit Sauerstoff mittels Maske oder Intubation und eine Überwachung der Parameter wie arterieller Blutdruck, Elektrokardiogramm, Kontrolle des Atemrhythmus, Messung des Sättigungsgehalts an Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid.

Bei Verschüttungen und schweren Schädel-Hirn-Traumen muss neben der Asphyxie noch auf möglicherweise zusätzlich lebensbedrohliche Verletzungen und Blutverluste der inneren Organe geachtet werden. Äußere Wunden können bei Erste-Hilfe-Maßnahmen gestillt werden. Rettungssanitäter und Notarzt haben weitere Möglichkeiten, auf dem Weg in die Klinik versiert einzugreifen, um Atmung und Kreislauf zu stabilisieren. Bestehen weitere innere Verletzungen oder Knochenbrüche, sind sofortige Notoperationen in der Klinik angezeigt.

Der Verunfallte im Wasser wird so schnell wie möglich an Land gebracht. Stabile Seitenlage oder Reanimation sind notwendig. Ein großer Schwall von Wasser kann erbrochen werden. Die Körpertemperatur muss stabilisiert und angehoben werden, ebenfalls der Kreislauf. Bei niedrigem Blutdruck muss der Kreislauf stabilisiert werden. Ist der Betroffene ansprechbar, können die Beine hochgelagert werden.

In möglichst aufrechtem - eventuell unterstützten - Sitzen kann in kleinen Schlücken, den Kopf geradeaus gerichtet, eine Traubenzuckerlösung getrunken werden. Ursachen für den niedrigen Blutdruck werden medizinisch abgeklärt und behoben, sofern das möglich ist. Nervengifte wie Medikamente in hohen Dosen oder Betäubungsmittel können das Atemzentrum lähmen. Sind die Grundfunktionen von Atmung und Kreislauf wieder hergestellt, wird der Körper entgiftet und gegebenenfalls medikamentös neu eingestellt.

Bei einigen degenerativen Muskelerkrankungen wie der Spinalen Muskelatrophie steht am Ende der Entwicklung Herzmuskelschwäche, Lähmung des Atemzentrums und der Tod. Bei Aufenthalt in großen Höhen wie beim Bergsteigen muss der Betreffende, soweit es ihm möglich ist, in tiefere Gebiete absteigen, damit sich die Atmung stabilisiert. Hat er nicht die Kraft hierzu, wird die Bergrettung aktiviert.

Damit Sauerstoffnot und Bewusstlosigkeit in Räumen auf Veranstaltungen nicht auftritt, ist für eine gute Belüftung und eine Begrenzung der Teilnehmerzahl zu sorgen. Der Hustenreflex ist so stark, dass Fremdkörper abgehustet werden. Sind sie zu groß, müssen sie operativ entfernt werden. Vorher ist möglicherweise ein Luftröhrenschnitt notwendig.

Durch den Sauerstoffmangel können bleibende Schäden im Gehirn zurückbleiben. Diese können bis in ein Wachkoma reichen. Sofern Schlaf-Wach-Rhythmus, Atem-Kreislauf- und Verdauungsfunktionen erhalten sind, können Spastiken - zum Beispiel Tetraspastik - bestehen bleiben. Der Bedarf und Umfang an Rehabilitation wird festgestellt.

Diese Rehabilitationsmaßnahmen zielen darauf ab, Lernfunktionen wieder anzustoßen und in das Vorhandene zu integrieren. Bleibende Schäden können das zentrale und das periphere Nervensystem betreffen, beispielsweise Sprach- und Schluckfunktion oder die Wahrnehmung.

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Vorbeugung

Verschüttungen können durch Einhaltung der Sicherheitsvorschriften am Arbeitsplatz und im Haushalt vermieden können; bei Naturkatastrophen nicht. Wenn Warnungen ausgesprochen werden, liegt es auf der Hand, dass versucht wird, sich nicht in diesen Gebieten aufzuhalten. Das Risiko für Plötzlichen Kindstod wird vermindert, wenn das Baby gestillt wird und ein einer rauchfreien Umgebung aufwächst. Eine Schlafzimmertemperatur von 16 - 18 Grad, das Schlafen in einem Schlafsack in Rückenlage ohne Mützchen und das Entfernen von Nestchen schützen vor Überwärmung.

Eine luftdurchlässige, aber feste Matratze hilft ebenfalls bei der Regulierung der Körperwärme. Badeunfälle können vermieden werden, wenn die Baderegeln beachtet werden. Hierzu gehört auch, nicht in zu kalte Gewässer zu gehen oder sich in unbekannte Gewässer mit kalten Strömungen zu begeben. Auch Einbrüche in Eis gehören in diese Kategorie. Die Eisdicke sollte nach mehreren Tagen strengem Frost ohne Tauwetter ausreichen, um Einbruch in Eis zu vermeiden.

Jugendliche sollten aufgeklärt werden, dass Ohnmachtsspiele nicht eine anzustrebende Möglichkeit sind, um ihre Grenzen auszutesten. Der Kreislauf wird bei Kreislaufschwäche stabilisiert durch gesunde, abwechslungsreiche Ernährung, ausreichendes Trinken und Bewegung wie Wandern, Schwimmen oder Rad fahren. Ausreichender Schlaf ist wichtig. Heiße Bäder oder Sauna sollten gemieden werden.

Einige Medikamente bringen die Nebenwirkungen mit sich, auf das Atemzentrum zu wirken. Wenn es möglich ist, sollten Nutzen und Risiko des Medikaments gegenüber dem Risiko der Erkrankung, gegen die es eingenommen wird, abgewogen werden. Um die Höhenkrankheit zu vermeiden, muss sich der Bergsteiger langsam akklimatisieren. Er muss während einer Tour etwas mehr aufsteigen, als er absteigt, um so langsam an Höhe zu gewinnen.

Niemand wird es vermeiden können, sich zu verschlucken. Es hat schon Notfälle mit verschluckten Eiern gegeben - selbstverständlich sollte das Essen ausreichend gekaut werden. Im Bett sollten keine Krümel, Federn oder Kleinteile liegen, die während des Schlafens angeatmet werden. Es ist selbstverständlich, dass in der Umgebung von kleinen Kindern alles versucht wird, um das Verschlucken und Anatmen von herumliegenden oder abzulösenden Kleinteilen zu verhindern.

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