Aspergillose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 11. Oktober 2016
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Aspergillose beschreibt eine Schimmelpilzinfektion durch Aspergillus-Arten. Von der Infektion sind häufig die Nasennebenhöhlen und Lunge betroffen. Doch auch andere Organsysteme wie die Haut, der Magen-Darm-Trakt oder das Nervensystem können befallen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Aspergillose?

Bei der Infektionskrankheit Aspergillose wird der Körper vom Schimmelpilz Aspergillus befallen, der zu den weltweit am weitesten verbreiteten Lebensformen zählt. Er gehört zur Gattung der Gießkannen- und Schlauchpilze. Der Name resultiert daraus, dass die Fortpflanzungsstrukturen des Pilzes charakteristische längliche Schläuche darstellen und die Form der Zellen insgesamt an eine Gießkanne erinnert, die den Inhalt gerade ausgießt.

Durch die Aspergillose können verschiedene Krankheitsbilder verursacht werden. Dies hängt davon ab, welches Organsystem vom Schimmelpilz befallen ist. Es gibt verschiedene Formen der Aspergillose, die bekannt sind:

  • Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA): Hierbei kommt es zur allergischen Reaktion des Immunsystems, die durch die Pilzsporen in den Atemwegen ausgelöst wird.
  • Mykotoxikose: Bei dieser Erkrankung liegt eine Vergiftung durch Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) vor.
  • Oberflächliche Aspergillus-Infektion: Die Infektion kann zum Beispiel die Nasennebenhöhlen, die Haut der äußeren Gehörgänge sowie die Bronchien und Luftröhre betreffen.
  • Invasive Aspergillose: Hierbei dringen die Pilze tiefer in das Gewebe ein, sodass es zu einem Befall von einem oder mehreren Organen kommt.

In manchen Fällen kommt es im Zusammenhang mit der Aspergillose auch zum Aspergillom (Pilzball), einer größeren, kugelförmigen Kolonie des Schimmelpilzes, die sich innerhalb einer Körperhöhle wie der Nasennebenhöhle oder Lunge entwickelt. Dabei bildet sich ein Pilzgeflecht aus, das meist zusätzlich noch Schleim und abgestorbene Zellen enthält.

Ursachen

Die Aspergillose entsteht aufgrund einer Infektion mit den Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus, wobei es sich in mehr als 90 Prozent um Aspergillus fumigatus handelt. Die Schimmelpilze gedeihen vor allem auf pflanzlichem Material, in Blumenerde sowie auf altem Obst und Gemüse. Eine Infizierung erfolgt durch ein Einatmen der Schimmelpilzsporen.

Sie siedeln sich in den Atemwegen an, von wo aus weitere Organe befallen werden können. Eine Übertragung der Aspergillose von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Aspergillus-Pilze sind weit verbreitet, doch nicht jeder Kontakt führt zur Erkrankung.

Zu den Hauptrisikofaktoren gehören Krankheiten, die mit einem geschwächten Immunsystem einhergehen, beispielsweise HIV, AIDS, Autoimmunkrankheiten und chronische Lungenleiden. Die weißen Blutzellen spielen eine sehr wichtige Rolle beim Bekämpfen von Infektionen wie Aspergillose. Eine niedrige Anzahl der Zellen, zum Beispiel durch Chemotherapie, Leukämie oder Organtransplantation, macht den Körper ebenso anfälliger für Aspergillose.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente wie Immunsuppressiva und Zytostatika sowie eine längere Gabe von Kortison kann das Risiko erhöhen. Gesunde Menschen, die über ein intaktes Immunsystem verfügen, erkranken äußerst selten an der Aspergillose.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome der Aspergillose variieren je nach Art der Erkrankung. Menschen mit Asthma und Mukoviszidose können mit einer allergischen Reaktion auf Aspergillus reagieren. Zu den Anzeichen gehören unter anderem Fieber, Husten, teilweise mit Schleim und/oder Blut sowie Kurzatmigkeit. Aber auch eine Verschlechterung des Asthmas, ein Pilz-Ball (Aspergillom) und Müdigkeit können auftreten.

Die invasive pulmonale Aspergillose, die schwerste Form, tritt auf, wenn sich die Infektion rasch aus den Lungen zum Gehirn, dem Herz, den Nieren oder der Haut ausbreitet. Dies tritt meist bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem auf, beispielsweise nach einer Chemotherapie. Zu den Symptomen gehören neben Fieber, Schüttelfrost, Kurzatmigkeit, Husten mit Auswurf von Blut und Blutungen aus der Lunge. Auch Nasenbluten, Brust- oder Gelenkschmerzen, sowie einseitige Schwellungen im Gesicht und Hautläsionen gehören zum Krankheitsbild.

Tritt Aspergillose in den Nasennebenhöhlen auf, macht sich dies an einer verstopften Nase bemerkbar, an Fieber, Entzündungen, Schmerzen im Gesicht und Kopfschmerzen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose der Aspergillose kann sich schwierig gestalten. Aspergillus wird teilweise im Speichel und Sputum gefunden. Es ist allerdings nicht so einfach, Aspergillus unter dem Mikroskop von anderen Formen zu unterscheiden. Zudem ähneln die Symptome der Infektion denen von anderen Erkrankungen wie Tuberkulose.

Mit Hilfe des Sputum-Tests (Atemwegssekret) wird eine Probe des Sputums mit einem Farbstoff eingefärbt, um sie auf Aspergillus zu untersuchen. Eine Röntgenuntersuchung oder eine Computertomographie liefern detaillierte Bilder, um eine Pilz-Masse (Aspergillom) und charakteristische Zeichen der Aspergillose zu erkennen.

Auch ein Haut-Test ist geeignet, um eine Aspergillose zu diagnostizieren. Hierfür wird in die Haut eine kleine Menge des Aspergillus-Antigens injiziert. Wenn das Blut Antikörper gegen die Form hat, wird sich an der Injektionsstelle eine harte, rote Beule entwickeln. Bei der Blutuntersuchung wird nach einem hohen Gehalt an bestimmten Antikörpern gesucht, die für eine allergische Reaktion sprechen.

Bei der Biopsie wird eine Gewebeprobe aus den Nebenhöhlen oder der Lunge entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Wie die Aspergillose verläuft, ist in erster Linie von der Grunderkrankung und der Ausprägung abhängig. Eine wichtige Rolle spielt auch das Immunsystem, wie es in der Lage ist, den Erreger zu bekämpfen.

Dies kann individuell sehr verschieden sein. Da häufig Menschen mit einer schwachen Abwehr an Aspergillose erkranken, kommt es trotz Therapie oftmals zu einem schweren Verlauf, der auch tödlich enden kann.

Behandlung & Therapie

Wenn die geschilderten Symptome festgestellt werden, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um schnell eine Therapie einzuleiten. Diese hängt von der Art der Krankheit ab. Im Falle einer invasiven Aspergillose ist die sofortige Behandlung sehr entscheidend, sodass sie häufig gestartet wird, noch bevor die Infektion diagnostiziert wurde.

Das Ziel der Behandlung einer allergischen Aspergillose ist es, dass sich bestehende Erkrankungen wie Asthma oder Mukoviszidose nicht verschlimmern. Hier kann neben antifungalen Medikamenten, welche die Standard-Behandlung bei invasiver Aspergillose sind, Kortison verabreicht werden. In anderen Fällen hingegen erfordert die Aspergillose keine Behandlung. Dies ist der Fall, wenn keine Symptome vorhanden oder sie nur schwach ausgeprägt sind.

Der Patient wird stattdessen regelmäßig untersucht, um bei einer Stagnation oder Verschlimmerung einzugreifen. In schwerwiegenden Fällen ist bei einer Aspergillos eine Operation notwendig, insbesondere bei einer Blutung in der Lunge.




Vorbeugung

In der Regel erkranken gesunde Menschen mit einem intakten Immunsystem nicht an der Aspergillose. Daher gilt es, das Immunsystem zu stärken und sich von möglichen Infektionsquellen aus dem Umfeld fernzuhalten. Dies gilt ebenso für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen. Der Kontakt mit Erde, Kompost und Biomüll sollte gemieden werden.

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