Asenapin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Asenapin ist ein atypisches Neuroleptikum und zählt zu den Psychopharmaka. Als medizinischer Wirkstoff kommt Asenapin bei Psychosen wie einer bipolaren Störung Typ I zum Einsatz.

Hergestellt wird der Arzneistoff in den USA. In Europa wird in Form von Sublingualtabletten (unter die Zunge zu legen) erhältliches Asenapin seit 2010 unter dem Markennamen Sycrest® vertrieben. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur an Erwachsene verabreicht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Asenapin?

Asenapin ist eine chemische, tetrazyklische (Vierer-Ring-) Verbindung aus Ozepan und Benzol, Pyrrolidin sowie Chlor. Entwickelt wurde der medizinische Wirkstoff in den Niederlanden, die Verarbeitung zu einem Antipsychotikum erfolgt in den USA.

Als Psychopharmakon zählt Asenapin zu den atypischen Neuroleptika. „Atypisch“ bezieht sich auf die Besonderheit der Nebenwirkungen im Gegensatz zu vergleichbaren Arzneistoffen.

In Tablettenform mit gepresstem Salz ist der Arzneistoff in Europa unter der Bezeichnung Sycrest® als rezeptpflichtiges Medikament für Erwachsene seit Ende 2010 im Handel. Verschrieben wird Sycrest® bei Psychosen mit ausgeprägten Manien wie einer Bipolar-I-Störung. Eine Sublingualtablette Sycrest® enthält wahlweise 5 oder 10 Milligramm Asenapin.

Pharmakologische Wirkung

Die genaue Wirkungsweise von Asenapin ist in der pharmakologischen und medizinischen Forschung nicht eindeutig belegt. Erklärungsversuche der Wissenschaftler basieren auf Vermutungen. Was Asenapin wo und warum im Gehirn auslöst, ist laut wissenschaftlichen Studien annäherungsweise nachzuvollziehen.

Auszugehen ist von einer mittelbaren statt direkten Wirkung von Asenapin durch einen antagonistischen Effekt (ein Stoff hebt die Wirkung eines anderen auf): Die chemische Verbindung polt im Gehirn negativ wirkende andere Stoffe positiv um. Dazu dockt Asenapin bei bestimmten Rezeptoren an und beeinflusst sie.

So lässt sich das Wirken von Botenstoffen wie Dopamin und Serotonin durch Signale von Asenapin in die gewünschten Bahnen lenken. Zum Beispiel wird das neurologische Signal zur Rastlosigkeit zu Müdigkeit umgepolt.

Um hochgradig im Gehirn wirken zu können, muss die Bioverfügbarkeit (Verwertbarkeit) des Arzneistoffs beim Transport durch den Körper erhalten bleiben: Bei oraler Einnahme (Herunterschlucken) von Asenapin kommen weniger als 2 Prozent des Wirkstoffs im Gehirn als Bestimmungsort an. Auf 35 Prozent steigern lässt sich die Bioverfügbarkeit durch direkte Aufnahme über die Mundschleimhaut: Das Asenapin wird schneller und verlustfreier transportiert. Daher ist Asenapin als unter die Zunge zu legende Sublingualtablette im Handel.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Als medizinischer Wirkstoff kommt Asenapin bei Psychosen wie einer bipolaren Störung Typ I zum Einsatz.

Verordnet wird Asenapin als Neuroleptikum vor allem bei Bipolar-I-Störungen (früher: manisch-depressive Erkrankung) während mittlerer bis schwerer Manie-Phasen. Schlaflosigkeit und Rastlosigkeit werden durch Gaben von Asenapin ebenso gedämpft wie starke Reizbarkeit, Über-Aktivität sowie Gedankenrasen und zerfahrenes Sprechen.

Einzunehmen ist das Arzneimittel nach Verordnung durch den Arzt jeweils morgens und abends. Die Sublingualtablette ist direkt aus der Verpackung mit trockenen Händen unter die Zunge zu legen. Das zur Tablette gepresste Salz mit dem Arzneistoff löst sich im Mundschleim schnell auf und gelangt zügig in den Blutkreislauf. Nach der Einnahme darf der Patient zur Verbesserung der Wirkung zehn Minuten lang weder essen noch trinken.

Die Wirkung von Asenapin tritt zeitnah und nachhaltig ein. Laut Studien zeigen sich erste positive Symptome am zweiten Tag nach Einnahme und halten über mehrere Wochen an.

Die Verschreibung ist für Erwachsene zugelassen und schließt Kinder und Jugendliche aus. Bei Senioren ab 65 Jahren, Demenzkranken sowie Schwangeren und Stillenden raten Mediziner von der Einnahme wegen Wirkungsunsicherheit auf Grund fehlender wissenschaftlicher Studien ab.

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Risiken & Nebenwirkungen

Als atypisches Neuroleptikum hat Asenapin andere Nebenwirkungen als typische Neuroleptika. So sind motorische Unruhe und Zuckungen als Nebenwirkungen nach Einnahme von Asenapin selten.

Sehr häufig zu beobachten sind verstärkter Essdrang mit Gewichtszunahme sowie Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Angst und Niedergeschlagenheit sind weitere Nebenwirkungen. Auftreten können Schwindel sowie Taubheitsgefühl im Mund und gestörter Geschmackssinn.

Als schwächere Nebenwirkungen kommen unkontrollierte Bewegungen wie bei einer Parkinson-Erkrankung und verstärkter Bewegungsdrang vor. Einige Patienten klagen über Taubheitsgefühl in Armen und Beinen sowie steife Muskeln. Labortests ergeben eine Erhöhung der Leberwerte durch Asenapin. Patienten mit starken Leberfunktionsstörungen wird von der Einnahme abgeraten.

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