Asant

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Asant, botanisch Ferula assa-feotida, gehört zur Familie der Doldenblütler. Die auch als Stinkasant oder Teufeldreck bekannte Pflanze wird als Gewürz und in der Heilkunde genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Asant

Der Asant ist eine ausdauernde Pflanze, die bis zu drei Meter hoch wird. Das krautige Staudengewächs besitzt zweifach gefiederte Blätter, die an einem dicken Stängel sitzen. Die Pflanze bildet eine kräftige Pfahlwurzel. Die Teilblättchen sind flaumig behaart und im Gegensatz zu den Laubblättern nicht gefiedert, sondern länglich und stumpf mit glattem Rand. Auch der doppeldoldige Blütenstand des Asants ist dicht und flaumig behaart. Die Kronblätter der Pflanze sind weißlich-gelb.

Der Asant bildet ein Zentimeter lange und 0,8 Zentimeter breite Früchte aus. Die Form variiert dabei von länglich bis kugelig. Den Namen Stinkasant hat die Pflanze aufgrund des Saftes, der in Blättern, Stängel und Wurzel zu finden ist. Der Geruch des Asantharzes erinnert ein bisschen an frischen Knoblauch. Botanische Erwähnung findet der Asant erstmalig 1753 in Carl von Linnés Species Plantarum. Die Pflanze ist im Iran, in Afghanistan, Russland und in Pakistan verbreitet.

Wirkung & Anwendung

Der Harz des Asants wird arzneilich und als Gewürz genutzt. Um an den Harz zu gelangen, wird der etwa 15 Zentimeter dicke Wurzelstock eingeschnitten. Dabei tritt Milchsaft aus. Dieser riecht und schmeckt nach Knoblauch. Der Milchsaft wird nun an der Sonne getrocknet und verharzt dadurch. Dabei ändert er seine Farbe von weiß zu rotbraun. Das Freilegen der Wurzeln und die Gewinnung des Milchsaftes erfolgen über eine Dauer von zwei bis drei Monaten. Aus einer Pflanze lässt sich etwa ein Kilogramm Harz gewinnen.

Die arzneiliche genutzte Asant-Droge besteht zu 25 bis 66 Prozent aus Harz. Hauptinhaltsstoffe des Harzes sind die Ferulasäureester des Adaresinotannols, freies Asaresinotannol, Ferulasäure, Sesquiterpene und Umbelliferone. 20 bis 30 Prozent der Asant-Droge bestehen aus Gummi mit den Bestandteilen Galaktose, Glucuronsäure und Rhamnose. Der Rest besteht aus ätherischen Ölen. Hier ist insbesondere das Asantöl hervorzugeben, welches für den knoblauchartigen Geruch und Geschmack des Asants verantwortlich ist.

Der Geruch des Asantharzes erinnert ein bisschen an frischen Knoblauch. Die Pflanze ist im Iran, in Afghanistan, Russland und in Pakistan verbreitet.

Seine Hauptwirkung zeigt der Asant bei nervösen Störungen der Verdauungsorgane. Blähungen, Magenkrämpfe, Magenschleimhautentzündungen und Verdauungsstörungen sind Indikationen für eine Behandlung mit Asant. Durch seine beruhigende Wirkung eignet sich Asant auch zur Therapie von hysterischen und hypochondrischen Beschwerden, bei nervösen Herzerkrankungen, bei Ohnmacht oder sogar bei Platzangst. In einigen Fällen wird auch über eine gute Wirksamkeit bei Schlaflosigkeit in den Wechseljahren berichtet.

Insbesondere das ätherische Öl des Asants wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und antiviral. Damit eignet sich Asant auch zur Behandlung von Entzündungen. Insbesondere bei Entzündungen von Drüsen oder Knochen wird Asant in der Naturheilkunde eingesetzt. So kann die Pflanze bei Karies, Knochenentzündungen, Augenentzündungen, Zahnfleischentzündungen und auch bei Magen- und Darmgeschwüren angewendet werden.

Zur Unterstützung bei Krebsbehandlungen und bei Wechseljahrsbeschwerden hat sich Asant ebenfalls bewährt. Im Ayurveda ist Asant, hier auch Asafoetida genannt, ebenfalls als stark verdauungsförderndes Mittel bekannt und wird gerne in Kombination mit Ingwer, Kardamom und Steinsalz als Gewürz eingesetzt. So soll Asant Speisen, insbesondere Linsen- und Bohnengerichte, leichter verdaulich machen. Zudem gilt Asant als das wirksamste Mittel um das Verdauungsfeuer (Agni) anzuregen und zu entfachen.

Gerne wird im Ayurveda auch ein verdauungsfördernder Trunk eine Viertelstunde vor dem Essen gereicht. Dieser besteht aus einem Glas Wasser, einer Messerspitze Asant, etwas Steinsalz und einem kleinen Stück frischem und fein geriebenem Ingwer. In der Homöopathie wird Asant bei Magen- und Darmbeschwerden und bei Migräne eingesetzt. Menschen, die eine homöopathische Gabe von Asa foetida benötigen, sind laut Mittelbild typischerweise eher nervös, hypochondrisch und überempfindlich gegenüber allen Berührungen.

Sie leiden häufig unter Nasen- und Augenbeschwerden mit übelriechenden Sekreten. Zudem beschreiben sie oft das Gefühl, dass sie platzen müssten oder einen Kloß im Hals haben. In der Homöopathie kommt Asant in der Regel in Potenzen zwischen D4 und D12 zur Anwendung.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Gerhard Madaus, ein bekannter deutscher Mediziner, stellte fest, dass Asant in Sanskritschriften häufiger unter dem Namen Hingu Erwähnung findet. Über Jahrtausende wurde Hingu beziehungsweiseAsant als Heilmittel genutzt. So nutzte Dioskurides schon im 1. Jahrhundert Asant als Ersatz für Silphium, eine ausgestorbene Heilpflanze. Sylphium galt zu dieser Zeit als Allheilmittel und wurde bei sämtlichen Erkrankungen verabreicht.

Dem Asant sprach man damals eine ähnliche allumfassende Wirkung zu. Paracelsus wusste die antibakterielle und desinfizierende Wirkung des Asants schon damals zu schätzen und nutzte das Harz vor allem zum Ausräuchern von Pesthäusern. Lonicerus und Matthiolus, zwei Ärzte und Botaniker aus dem Mittelalter, setzten Asant zur Behandlung von Epilepsie, Asthma, Husten und Fieber ein. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand der Asant vermehrt Verwendung bei der Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane.

Der bekannte Arzt Hufeland sprach dem Asant eine krampfstillende Wirkung zu und nutze ihn bei Bandwürmern und auch bei Knochenfraß. Der Mediziner Clarus sah im Asant ganz klar ein Mittel zur Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und verwies auf die entkrampfende und blähungsmindernde Wirkung der Pflanze. Heute spielt der Asant in der Schulmedizin keine Rolle mehr. So groß seine Bedeutung auch in der traditionellen europäischen Medizin war, so wenig findet der Asant heute noch Verwendung. Einzig in der Ayurveda-Medizin und in der Homöopathie ist Asant auch heute noch ein beliebtes Heilmittel.

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