Articain

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Articain ist ein medizinischer Wirkstoff. Er wird der Gruppe der Lokalanästhetika zugeordnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Articain?

Das Mittel Articain zählt zu den lokalen Anästhetika. Bis 1984 trug der Wirkstoff die Bezeichnung Carticain. Eine weitere Bezeichnung ist Articainum. Entwickelt wurde das Mittel zwischen 1969 und 1974 von den früheren Farbwerken Hoechst.

Häufigstes Anwendungsgebiet des Stoffes ist die Zahnmedizin. Dort wird Articain benutzt, um die Weiterleitung von Reizen zu hemmen, eine Blockade der Natrium-Kanäle der Nerven hervorzurufen und die Wahrnehmung der Schmerzen auszuschalten.

Pharmakologische Wirkung

Die Wirkung von Articain beruht auf einer Veränderung der Membranpermeabilität. Wird ein Reiz aufgenommen und weitergeleitet, kommt es in der Nervenfaser zum Entstehen von winzigem elektrischen Strom. Verschiedene Mineralien wie Kalium und Natrium werden bei diesem Vorgang über Kanäle aus der Nervenzelle ausgeleitet. Sie können aber auch in die Zelle hineinfließen.

Durch die Gabe von Articain ist es möglich, die Kanäle zu blockieren, die für den Transport von Natrium zuständig sind. Auf diese Weise wird die Weiterleitung des Reizes unterbunden. Dies führt wiederum zur zeitweiligen Ausschaltung des Schmerzes.

Im Falle eines oberflächlichen Auftragens kann Articain nur eine sehr geringe Betäubungswirkung entfalten. Deshalb wird das Einspritzen des lokalen Anästhetikums vorgenommen. Durch dieses Vorgehen lässt sich das angrenzende Gewebe an der Injektionsstelle betäuben. Aber auch die Anästhesie eines gesamten Nervenstranges ist möglich, sofern das Einspritzen in dessen Nähe erfolgt.

Zu den größten Vorteilen von Articain gehört dessen rasch betäubende Wirkung. Diese setzt in einem Abstand von 1 bis 11 Minuten ein, egal welche Anwendungstechnik zum Einsatz gelangt. Darüber hinaus wirkt Articain zuverlässig. Die Wirkungsdauer des Betäubungsmittels hält zwischen 60 und 225 Minuten an. Die eingriffsreife Wirkungslänge liegt zwischen 20 und 75 Minuten. Verwendet der Arzt zusätzlich durchblutungshemmende Präparate, verlängert sich der positive Effekt, weil dadurch einer Ausschwemmung des Lokalanästhetikums entgegengewirkt wird.

Ein weiterer Vorteil von Articain ist dessen gute Penetrationsfähigkeit in das Gewebe eines Knochens. Außerdem lässt sich das Betäubungsmittel rasch aus dem Körper ausleiten. So erfolgt seine Inaktivierung per Hydrolyse sowie das Freilegen einer hydrophilen Säuregruppe.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Articain ist ein medizinischer Wirkstoff. Er wird der Gruppe der Lokalanästhetika zugeordnet. Häufigstes Anwendungsgebiet des Stoffes ist die Zahnmedizin.

Articain wird verabreicht, um Nerven an bestimmten Stellen des Körpers zu betäuben. Ebenso lassen sich ganze Körperbereiche mit dem Anästhetikum behandeln. Da der Patient keine Schmerzen verspürt, erleichtert dies den Behandlungsvorgang beträchtlich.

In den meisten Fällen kommt Articain bei zahnmedizinischen Routineeingriffen zum Einsatz, um Schmerzen während der Behandlung zu unterbinden. Da in der Zahnmedizin zumeist lokale Betäubungen durchgeführt werden, eignet sich das Mittel zu diesem Zweck besonders gut.

Das Verabreichen von Articain lässt sich in die Haut, in einen Muskel, ins Bindegewebe oder in den Darmbereich vornehmen. Ebenso ist eine intravenöse Injektion möglich. Das Metabolisieren des Betäubungsmittels erfolgt sowohl im Blutplasma als auch in der Leber. Dabei kommt es zur Spaltung des Articains in Esterasen. Die Plasmahalbwertszeit liegt im Durchschnitt bei 30 Minuten.

Articain gilt allgemein als gut verträglich. So eignet es sich auch zur Behandlung von schwangeren Frauen.

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Risiken & Nebenwirkungen

Trotz der guten Verträglichkeit von Articain sind mitunter störende Nebenwirkungen im Bereich des Möglichen. So können in manchen Fällen Taubheitsgefühle, Missempfindungen sowie Übelkeit und Erbrechen auftreten. Diese Beschwerden zeigen sich jedoch nicht in jedem Fall, da die Reaktion auf Medikamente von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfällt.

Eher selten kommt es nach der Einnahme von Articain zu Schwindelgefühlen, allergischen Reaktionen wie Entzündungen und Schwellungen, verlangsamtem Herzschlag und niedrigem Blutdruck. Im schlimmsten Fall ist sogar ein lebensbedrohlicher Schock oder Herzversagen denkbar.

Eine strenge Indikation von Articain ist bei Patienten nötig, die unter einem Cholinesterasemangel leiden. In solchen Fällen kann sich die Wirkung des Anästhetikums verlängern oder verstärken. Auch wenn schwere Funktionsstörungen der Leber oder der Nieren, Blutgerinnungsstörungen oder Epilepsie vorliegen, bedarf es besonderer Vorsicht bei der Behandlung.

Nicht geeignet ist eine Anwendung von Articain bei schwerem niedrigem Blutdruck, einer Überempfindlichkeit gegen Articain, schweren Störungen des Herzreizleitungssystems sowie akuter Herzmuskelschwäche.

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