Arthroplastik

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Eine Arthroplastik ist ein operativer Eingriff am Gelenk. Die chirurgische Intervention soll die Funktion des Gelenks wiederherstellen oder eine gesunde Gelenkfunktion sicherstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Arthroplastik?

Als Gelenk wird eine bewegliche Verbindung von zwei oder mehr Knochen bezeichnet. Bei einem echten Gelenk befindet sich zwischen den beiden Knochenenden ein Spalt. Dieser wird Gelenkspalt genannt. Die Flächen des Gelenks sind vom Gelenkknorpel überzogen.

Rund um das Gelenk liegt die schützende Gelenkkapsel, die aus einer äußeren straffen Bindegewebsschicht und aus einer inneren epithelähnlichen Schicht besteht. Gelenke können durch verschiedene Erkrankungen geschädigt werden. Die Arthrose ist für die meisten Gelenkschädigungen verantwortlich. Der Begriff Arthrose wird genutzt, wenn Verschleißerscheinungen am Gelenk über das normale Maß hinausgehen. Typisch für eine Arthrose sind Anlaufschmerzen und belastungsabhängige Schmerzen.

Auch Gelenkdeformitäten und Steifheit im Gelenk sind mögliche Symptome der Arthrose. Insbesondere bei versteiften Gelenken, bei stark schmerzenden Gelenken und bei Gelenken, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, kommt die Arthroplastik zum Einsatz. In der Regel wird bei dem chirurgischen Eingriff der geschädigte Gelenkknorpel entfernt. Es gibt verschiedene Untergruppen der Arthroplastik, die bei unterschiedlichen Indikationen angewendet werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bei der Alloarthroplastik werden eine oder mehrere Gelenkflächen mit körperfremdem Material ersetzt. Diese Einsätze werden auch als Endoprothesen bezeichnet. Endoprothesen sind Gelenkimplantate, die im Körper verbleiben können und das defekte Gelenk dauerhaft ersetzen können.

Am häufigsten kommt die Alloarthroplastik am Hüftgelenk zum Einsatz. Es gibt aber auch Endoprothesen für das Kniegelenk, das Schultergelenk, das Sprunggelenk und das Ellbogengelenk. Selten werden Fingergelenksprothesen eingesetzt. Hüftprothesen bestehen in der Regel aus Titanlegierungen, CoCrMo-Schmiedelegierungen, CoNiCrMo-Schmiedelegierungen oder aus faserverstärkten Kunststoffen. Wird bei einer Arthroplastik am Hüftgelenk ausschließlich der Gelenkkopf ersetzt, handelt es sich um eine Hemiendoprothese (HEP). Ein Ersatz von Gelenkkopf und Gelenkpfanne wird als Totalendoprothese (TEP) bezeichnet.

Bei der Restriktions-Arthroplastik werden das kranke Gelenk und der kranke Knochen komplett entfernt. Diese Form der Arthroplastik kommt vor allem bei Gelenkschmerzen zum Einsatz. Durch die Entfernung ist die Ursache der Schmerzen beseitigt. Jedoch ist durch das fehlende Gelenk die Funktion des betroffenen Körperteils stark eingeschränkt. Das Verfahren der Restriktions-Arthroplastik kommt beispielsweise am Daumensattelgelenk zum Einsatz. Hier wird üblicherweise der Name Epping-Plastik verwendet.

Als Chondroplastik wird die Glättung von degenerativ verändertem Knorpel bezeichnet. Auch die Anfrischung oder die Anbohrung des Knochens unter dem defekten Gelenkbereich gehören zu dem Bereich der Chrondroplastik. Durch die Pridie-Bohrung soll Narbenknorpel im Defektbereich entstehen.

Eine Arthroplastik ist ein operativer Eingriff am Gelenk. Die chirurgische Intervention soll die Funktion des Gelenks wiederherstellen oder eine gesunde Gelenkfunktion sicherstellen.

Bei der Transplantations-Arthroplastik kann zwischen der Knorpelknochentransplantation und zwischen der Knorpelzelltransplantation unterschieden werden. Bei der Knorpelknochentransplantation werden Knochen-Knorpel-Zylinder aus gesunden Bereichen des geschädigten Gelenks entnommen. Anschließend werden die Zylinder in die Defektbereiche eingesetzt. Bei der Knorpelzelltransplantation werden ebenfalls Knorpelzellen aus gesundem Knorpelgewebe entnommen. Diese Zellen werden dann auf einer Nährmatrix angezüchtet. So entsteht ein gesunder Knorpel, der in das defekte Gelenk transplantiert werden kann. Das Verfahren der Knorpelzelltransplantation ist noch recht neu.

Auch das Verfahren der Gelenktoilette gehört zu den Arthroplastiken. Hier wird das Gelenk im Rahmen einer Arthroskopie gereinigt und gespült. Dadurch soll degeneriertes und / oder entzündliches Knorpelgewebe abgetragen werden. Bei der Synovialektomie wird die entzündete Schleimhaut des Gelenks (Synovia) komplett entfernt.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die meisten Arthroplastiken sind mit den generellen Risiken einer mittelschweren Operation verbunden. In den Beinen können sich nach der Operation Blutgerinnsel, sogenannte Thromben, bilden. Ohne Prophylaxe liegt das Risiko einer Thrombose in den ersten drei Monaten nach der Operation bei 1 bis 6 Prozent. Das Risiko einer Thrombose kann durch eine Prophylaxe, die direkt nach der Operation begonnen wird, auf 0,3 Prozent gesenkt werden. Wenn sich der Thrombus bei einer Thrombose löst, kann es zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie kommen.

Während oder nach der Arthroplastik können sich Wundheilungsstörungen und Infektionen entwickeln. Bei durchschnittlich 5 von 30000 Patienten entwickelt sich nach der Operation eine tiefe Wund- und Protheseninfektion. Die Wunde kann ungewöhnlich lang nachbluten und es können sich Hämatome bilden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass während der Operation Nerven oder Blutgefäße verletzt werden. Eine Schädigung von Nerven kann Missempfindungen im Versorgungsgebiet bedingen. Gelegentlich tritt während der Operation ein Blutverlust auf, der eine Behandlung mit Eigen- oder Fremdbluttransfusionen erfordert.

Es gibt Menschen, die auf das Implantat, was bei einigen Arthroplastiken eingesetzt wird, allergisch reagieren. Bei einer solchen Implantatallergie muss das künstliche Gelenk in einer Revisionsoperation ausgetauscht werden. Je nach Operationsverfahren gibt es weitere spezifische Risiken. Bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks kann es beispielsweise zu einer Absprengung von Knochengewebe am Oberschenkel kommen. Hier muss der Oberschenkel zusätzlich mit Drähten und Schrauben stabilisiert werden. Drei Prozent der Patienten entwickeln innerhalb von zehn Jahren eine Endoprothesenlockerung. Diese ist mit starken Schmerzen und Entzündungen verbunden. Bei einer Endoprothesenlockerung muss eine Revisionsoperation durchgeführt werden.

In den ersten Monaten nach der Operation entwickelt sich bei einigen Patienten eine heterotrope Ossifikation. Dabei baut sich Weichteilgewebe außerhalb des knöchernen Skelettsystems in knöchernes Gewebe um. Dadurch kann die Beweglichkeit, die mit der Operation gewonnen wurde, wieder verloren gehen. Mithilfe einer vorbeugenden Röntgenbestrahlung vor der Operation soll das Risiko einer Knochenneubildung bei Risikopatienten reduziert werden. Zusätzlich werden zur Prophylaxe entzündungshemmende Arzneimittel verabreicht.

Typische & häufige Gelenkserkrankungen

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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