Arteria vaginalis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Die Scheidenarterie wird auch als Arteria vaginalis bezeichnet und versorgt die Vagina der Frau mit Sauerstoff und Nährstoffe im Blut. Bei manchen Frauen ist die Arterie nicht angelegt, sondern wird durch sogenannten Rami vaginalis ersetzt. Potenzielle Erkrankungen der Scheidenarterie sind Arteriosklerose und die Verschlusskrankheit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Arteria vaginalis?

Die Arteria vaginalis wird auch als Scheidenarterie bezeichnet. Bei dem arteriellen Blutgefäß handelt es sich um eine wichtige Schlagader innerhalb der Bauchhöhle, die das Hauptversorgungsgefäß der Scheide darstellt. Beim Menschen entspringen zwei oder drei Arteriae vaginalis pro Seite aus der Arteria iliaca interna.

Das unterscheidet den Menschen von anderen Lebewesen. Bei Paarhufern entstammt die Arteria vaginalis zwar auch der Arteria iliaca interna, aber zum Beispiel bei Raubtieren entspricht der Ursprung der Arterie der Arteria pudenda interna. In der Anatomie der Tiere gilt die Arteria prostatica als homologe Form zur Arteria vaginalis an männlichen Tieren. Nicht alle weiblichen Menschen besitzen eine oder mehrere Arteriae vaginalis. Die Arterie wird beim Menschen teilweise und manchmal sogar vollständig von den Rami vaginales ersetzt. Diese Rami entspringen der Arteria vesicalis inferior, der Arteria pudenda interna oder der Arteria uterina.

Anatomie & Aufbau

Alle Körperarterien beziehen ihr Blut direkt oder indirekt von der Zentralarterie, die auch als Aorta bekannt ist. Die Blutgefäße besitzen typischerweise eine dreischichtige Wand mit konzentrisch angeordneten Schichten. Zum Lumen hin liegt innerhalb der Arteria vaginalis eine Schicht aus Endothelzellen über einer darunterliegenden Schicht aus Bindegewebe.

Die Arterie ist außerdem mit glatter Muskulatur ausgestattet, die eine Regulation des Blutstroms zulässt. Die Muskulatur ist in eine zusätzliche Bindegewebeschicht eingelagert. In den meisten Fällen entspringen aus der Arteria iliaca interna auf beiden Seiten jeweils zwei oder drei Arteriae vaginalis und ziehen sich von dort aus in die Bauchhöhle. Die Scheidenarterie besitzt einen Harnblasenzufluss, der auch als Arteria vesicalis caudalis bekannt ist. Zusätzlich ist die Arterie mit einem Zufluss aus dem Mastdarm ausgestattet: der sogenannten Arteria rectalis media. Bei manchen Frauen schickt die Arteria vaginalis einen Ramus an die Gebärmutter aus, der Ramus uterinus genannt wird.

Funktion & Aufgaben

Die Arterien des Körpers bilden einen Kreislauf. Wie alle Arterien zählt auch die Arteria vaginalis zu den Blutgefäßen, die das sauerstoff- und nährstoffreiche Blut vom Herzen fortführen. Die Nährstoffe im Blut sind lebenswichtig und ebenso wichtig ist der darin enthaltene Sauerstoff. Ein Großteil des Sauerstoffs ist in der Arterie an das Hämoglobin des Bluts gebunden und kann so in die Bauchhöhle transportiert werden.

Blut übernimmt im menschlichen Körper die Funktion eines Transportmediums. Die Arterien führen das Blut aus dem Herzen den einzelnen Geweben zu und erhalten die Gewebe und Organe des Körpers auf dieser Weise am Leben. Die Freisetzung des Sauerstoffs erfolgt bei Veränderungen des pH-Werts und ermöglicht den naheliegenden Geweben so die Sauerstoffaufnahme. Die Arteria vaginalis erfüllt diese Aufgabe vor allem im Bezug auf die Vagina und gilt als Hauptblutversorgung des Geschlechtsorgans. Die Arterie hält außerdem den herzgenerierten Blutdruck in ihrem Inneren stabil.

Wie alle anderen Arterien verzweigt sich die Hauptschlagader der Vagina in immer kleiner werdende Arterien und Arteriolen. Mit Blut und den darin enthaltenen Nährstoffen sowie Sauerstoffmolekülen versorgen die Verzweigungen und Arteriolen der Arterie außerdem Anteile des Scheidenvorhofs, des Mastdarms und der Harnblase. Die Arteria iliaca interna, deren Sprössling die Arteria vaginalis ist, versorgt außerdem die Beckenwand und die Beckeneingeweide, das Gesäß und den medialen Oberschenkel mit arteriellem Blut.

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Krankheiten

Die Arteria vaginalis kann genauso von Arterienerkrankungen betroffen sein wie jede andere Arterie des Körpers. Die Arteriosklerose gilt als eine der wichtigsten Arterienerkrankungen. Meist beginnt die Entstehung einer Arteriosklerose schon früh durch einen ungesunden Lebensstil. Bei der Arteriosklerose lagern sich innerhalb der Arteria vaginalis Ablagerungen ein, die das Blutgefäß immer enger werden lassen.

Wenn ein Patient an Arteriosklerose erkrankt ist, handelt es sich dabei immer um eine Erkrankung des gesamten Körpers. Somit kann bei einer Verkalkung der Arteria vaginalis nicht nur die Blutversorgung von Scheide, Harnblase und Mastdarm eingeschränkt sein. Auch bezogen auf die Blutversorgung des Herzens, der Gliedmaßen und des Gehirns können sich Symptome zeigen. Ebenso verbreitet ist mittlerweile die arterielle Verschlusskrankheit, die Durchblutungsstörungen hervorruft. Diese Arterienerkrankung zählt wie auch die Arteriosklerose mittlerweile zu den Volkskrankheiten. Als diesbezügliche Folgeerkrankungen kommen Herzinfarkte und Schlaganfälle infrage.

Falls die Arteria vaginalis ohne Vorwarnung plötzlich verschlossen wird, ist von einem Akutverschluss die Rede. Ein solcher Akutverschluss kann beispielsweise durch ein Blutgerinnsel entstehen und entspricht immer einem absoluten Notfall, der umgehend zu einer professionellen Behandlung aufruft. Etwas weniger verbreitet sind Erkrankungen wie das Bauchaorten-Aneurysma. Bei Aneurysmen handelt es sich um Ausbuchtungen, die sich in beeren-, sack-, kahn- oder rankenförmiger Gestalt an der Gefäßwand von Arterien manifestieren. Aneurysmen gehen mit einer Ausweitung des Gefäß-Lumens und einer irreversiblen Verdünnung der Gefäßwand einher.

Die Erscheinungen stellen an jeder Lokalisation eine potentiell lebensbedrohliche Veränderung des Blutsystems dar und führen bei einer plötzlichen Ruptur dementsprechend häufig zum Tod. Die Arteria vaginalis ist von Aneurysmen allerdings nicht sehr oft betroffen. Grundsätzlich treten die Ausbuchtungen in der Gefäßwand zehnmal so oft an Männern auf. Oft ist das Aneurysma die Spätfolge einer Arteriosklerose.

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