Arteria temporalis superficialis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. November 2016
Symptomat.deAnatomie Arteria temporalis superficialis

Bei der Arteria temporalis superficialis (zu Deutsch: oberflächliche Schläfenarterie) handelt es sich um den letzten oberen Bereich der äußeren Halsschlagader des Menschen, der sogenannten Arteria carotis externa. Die oberflächliche Schläfenarterie versorgt die obere Hälfte des Kopfes mit Blut und erstreckt sich vom Ohr bis hin zur Schläfe. Die Arteria temporalis superficialis ist der Ort, an dem üblicherweise im Bereich des Jochbeins der Puls gemessen wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Arteria temporalis superficialis?

Die Arteria temporalis superficialis bildet den oberen Bereich der äußeren Halsschlagader (Latein: Arteria carotis externa). Ihr deutscher Name ist oberflächliche Schläfenarterie. Sie führt Blut und Nährstoffe zur oberen Kopfhälfte. Damit trägt sie unmittelbar zur Funktions- und Leistungsfähigkeit des Gehirns bei.

Die oberflächliche Schläfenarterie wird seitlich von der oberflächlichen Schläfenvene (Vena temporalis superficialis) sowie dem Ohr-Schläfen-Nerv (Nervus auriculotemporalis) begleitet. Zusammen bilden sie einen der lebenswichtigsten Komplexe des menschlichen Körpers. Ausgehend von der Arteria temporalis superficialis wandern zahlreiche weitere Nerven-, Blut- und Venenbahnen ab.

Für die praktische Medizin ist die oberflächliche Schläfenarterie ein wichtiger Indikator zur Bestimmung der Vitalfunktionen eines Patienten. Denn anhand der Ader wird im Halsbereich der Puls gemessen. Hierzu wird der Puls oberhalb des Jochbeins abgetastet. Bei der Erkrankung Arteriitis temporalis (Entzündung der äußeren Halsschlagader) kann die oberflächliche Schläfenarterie als verdickter Strang spürbar sein.

Anatomie & Aufbau

Der Ast der Halsschlagader, der Arteria temporalis superficialis genannt wird, ist in der Regel kleiner als der zweite Hauptteil der Ader (Arteria maxillaris).

Die oberflächliche Schläfenarterie beginnt im Gewebe der Ohrspeicheldrüse (Latein: Glandula parotis). Die ersten Äste starten unmittelbar hinter dem Collum mandibulae, einem Knochenabschnitt des Gelenkfortsatzes des Unterkiefers. Von dort aus setzt sich die Ader in den Bereich der Arteria carotis externa fort. Kurz darauf kommt es zu einer Kreuzung mit dem Processus zygomaticus, einem Knochenabschnitt des Jochbeins. Dieser Kreuzungsbereich wird durch kleine Hautmuskeln des Körpers, die sich im Bereich der Ohrmuskeln auftun (sogenannte Musculus auricularis anterior), überlagert.

Die gesamte Laufbahn der Arteria temporalis superficialis wird durch die Vena temporalis superficialis (oberflächliche Schläfenarterie) und den Ohr-Schläfen-Nerv (Nervus auriculotemporalis) begleitet. Von der oberflächlichen Schläfenader gehen die folgenden weiteren Äste aus:

  • Die Querverlaufende Gesichtsarterie (Latein: Arteria transversa faciei). Sie nimmt unterhalb des Jochbogens ihren Lauf. Ihre Aufgabe ist es, die Ohrspeicheldrüse, die Gesichtshaut und den Kaumuskel (Latein: Musculus masseter) zu versorgen.
  • Die mittlere Schläfenarterie (Latein: Arteria temporalis media). Eine Arterie, deren Sinn und Zweck die Versorgung des Schläfenmuskels (Latein: Musculus temporalis) ist.
  • Der sogenannte Jochbein-Augenhöhlen-Ast (Latein: Ramus zygomaticoorbitalis), welcher die Augenlider und den Augenringmuskel (Latein: Musculus orbicularis oculi) versorgt.
  • Die vorderen Ohräste (Latein: Rami auriculares anteriores). Sie sind der bedeutendste Versorger des äußeren Gehörgangs und der Ohrmuschel.
  • Der Stirnast (Latein: Ramus frontalis). Hierbei handelt es sich um einen der beiden Endabzweigungen im Bereich der Stirn.
  • Der Scheitelast (Latein Ramus parietalis), welcher die Scheitelgegend mit arteriellem Blut und Nährstoffen versorgt.

Funktion & Aufgaben

Als Teilbereich der Arteria maxillaris (Halsschlagader) nimmt die Arteria temporalis superficialis unverzichtbare Funktionen im Bereich der Blutversorgung wahr. Durch sie wird der gesamte Kopfbereich (inklusive sämtlicher Organe, die dort vorhanden sind) mit arteriellem Blut und Nährstoffen versorgt.

Ohne die Ader ist ein Mensch nicht lebensfähig. Da sich die Arteria temporalis superficialis bereits im Bereich des Jochbeins befindet, wird durch sie eine umfassende Weiterleitung ermöglicht. Sie nimmt damit die Aufgabe eines verzweigten Feinverteilungssystems dar. Durch die einzelnen Blutbahnen, die von der Arteria temporalis superficialis abgehen, werden einzelne Teilbereiche des Kopfes versorgt. Hierzu zählen u. a.

  • die Scheitelgegend inklusive des gesamten Stirnbereichs,
  • die Augenlider sowie der Augenringmuskel (Musculus orbicularis oculi),
  • der Schläfenmuskel (Musculus temporalis),
  • die Gesichtshaut sowie
  • der Kaumuskel (Musculus masseter)




Krankheiten

Vor allem bei älteren Menschen kann es zu einer Entzündung der Arteria temporalis superficialis kommen. Häufig wird diese Krankheit auch mit dem Fachterminis Arteriitis temporalis bezeichnet. Ebenfalls geläufig sind die Namen Morbus Horton, Arteriitis cranialis und Horton-Syndrom.

Diese Entzündung der Aorta bringt ein 20 prozentiges Risiko mit sich, zu erblinden. Denn durch die Krankheit kann es zu einer erheblichen Unterversorgung der Sehnerven kommen. Durch eine zügige und frühzeitige Therapie ist Arteriitis temporalis allerdings gut in den Griff zu bekommen. Frauen sind im Verhältnis zu Männern 2- bis 6-mal so häufig von einer Riesenzellenarteriitis betroffen als Männer. Die Erkrankten leiden an starken Kopfschmerzen, die sich vor allem auf den Bereich der Schläfe konzentrieren. Die Diagnose erfolgt durch Ultraschall und Gewebeproben.

Die Behandlung erfolgt durch verschiedene Kortisonpräparate. Üblich ist es, in den ersten vier Wochen der Therapie eine Dosis von einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht zu verschreiben (z. B. 75mg bei 75 Kg Körpergewicht). Diese Dosis wird im Zuge der Therapie kontinuierlich reduziert. Sobald erneute Symptome auftreten, wird die Dosis nach oben korrigiert.

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