Arteria palatina ascendens

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Mai 2017
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Die Arteria palatina ascendens zweigt von der Gesichtsarterie (Arteria facialis) ab. Ihre Aufgabe besteht darin, die Gaumenmandel (Tonsilla palatina) sowie den weichen Gaumen (Pallatum molle) und die Gaumenspeicheldrüsen (Glandulae palatinae) mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Arteria palatina ascendens?

Bei der Arteria palatina ascendens handelt es sich um einen Ast der Gesichtsarterie (Arteria facialis). Diese gehört zum Körperkreislauf des Menschen.

Die Arteria palatina ascendens verläuft im Kopf des Menschen und trägt den Namen aufsteigende Gaumenarterie, da sie sich bis zu diesem Bereich der Mundhöhle erstreckt. Zuvor folgt sie dem Verlauf des Rachens. Das arterielle Gegenstück zur Arteria palatina ascendens bildet die Arteria palatina descendens. Sie hat ihren Ursprung in der Arteria maxillaris oder Kieferschlagader und gehört zu deren pterygopalatinalen Ästen (Pars pterygopalatina).

Das Blut der Arteria palatina ascendens ist verhältnismäßig sauerstoffreich, da es aus den Lungen kommt. Dort lagern sich Sauerstoffmoleküle an die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) an und gelangen über die verschiedenen Gefäße des großen Blutkreislaufs zu verschiedenen Geweben und Organen. Das Sauerstoffarme Blut fließt anschließend über Venen wieder zurück zu den Lungen.

Anatomie & Aufbau

Die Arteria palatina ascendens hat ihren Ursprung in der Arteria facialis. Sie stellt die erste der Facialis-Abzweigungen dar und zählt zu den zervikalen Ästen.

Andere Arterien, die ebenfalls der Gesichtsarterie entspringen und zu dieser Gruppe gehören, sind der Ramus tonsillaris (Gaumenmandel-Ast), der Ramus glandulares (Speicheldrüsen-Ast), die Arteria submentalis (Unterkinnarterie) und die Rami musculares (muskulären Äste). Darüber hinaus verfügt die Arteria facialis über fünf faziale Äste.

Nachdem die Arteria palatina ascendens von der Arteria facialis abgezweigt ist, zieht sie sich zum Rachen (Pharynx) und folgt diesem. Dabei teilt sich das arterielle Blut in die zwei Äste der Ader auf. Vom Gaumensegelheber (Musculus levator veli palatini) aus zieht sich einer der Äste durch den oberen Schlundschnürer (Musculus constrictor pharyngis superior) und erreicht die Mandel (Tonsilla palatina). Der andere Ast beginnt ebenfalls am Gaumensegelheber, erstreckt sich anschließend jedoch über den oberen Schlundschnürer bis zum weichen Gaumen (Pallatum molle). Danach verbinden sich die Arteria palatina ascendens und die Arteria palatina descendens in einer sogenannten Anastomose.

Funktion & Aufgaben

Mit ihren beiden Ästen versorgt die Arteria palatina ascendens die Gaumenmandel (Tonsilla palatina) und den weichen Gaumen (Pallatum molle) sowie die Gaumenspeicheldrüsen (Glandulae palatinae). Bei der Gaumenmandel handelt es sich um eine anatomische Struktur der Mundhöhle, die in der Tonsillarbucht (Fossa tonsillaris) liegt. Die Gaumenmandel bildet ein Organ des Lymphsystems. Das Lymphsystem wiederum gehört zum Immunsystem und ist als solches für die Bekämpfung von Krankheitserregern zuständig. Innerhalb des Lymphsystems zählt die Gaumenmandel zu den sekundären lymphatischen Organen.

Der weiche Gaumen verkörpert den hinteren Teil des Gaumens, während die Anatomie den vorderen Bereich auch als harten Gaumen bezeichnet. Der weiche Gaumen setzt sich aus dem Gaumensegel (Velum palatinum) und dem Zäpfchen (Uvula) zusammen. Sowohl das Gaumensegel als auch das Zäpfchen haben die Aufgabe zu verhindern, dass Nahrung beim Schlucken in die Nase gelangt. Auch für die Bildung bestimmter Laute sind sie von Bedeutung. Für die Blutversorgung des Gaumens ist neben der Arteria palatina ascendens auch die Arteria palatina descendens und die Arteria pharyngea ascendens verantwortlich.

Darüber hinaus sind die Gaumenspeicheldrüsen auf das sauerstoffreiche Blut aus der Arteria palatina ascendens angewiesen. Die Gaumenspeicheldrüsen oder Glandulae palatinae befinden sich nicht nur im weichen Gaumen, sondern auch im hinteren Bereich des harten Gaumens. Sie produzieren ein Sekret, das die Haut des Gaumens feucht hält und Enzyme enthält, welche an der Verdauung der Nahrung mitwirken. Die Gaumenspeicheldrüsen gehören zu den kleinen Speicheldrüsen – die drei großen Speicheldrüsen sind die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea), die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) und die Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis).

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Krankheiten

Verschiedene Gefäßerkrankungen können sich an der Arteria palatina ascendens manifestieren. Ein Beispiel dafür ist das Aneurysma, bei dem sich die Gefäßwand der Arterie überdehnt. Dadurch entsteht ein Beutel, der die Arterienwand dünner werden lässt.

Die erhöhte Instabilität des Blutgefäßes kann zum Reißen der Arterie führen. Infolgedessen kommt es zur Unterversorgung in den Geweben, die auf das sauerstoffreiche Blut der Arterie angewiesen sind. Innerhalb eines Aneurysmas können sich darüber hinaus Blutgerinnsel bilden. Die auch als Thromben bekannten Klumpen entstehen durch die Gerinnungseigenschaften des Blutes und können sich ohne erkennbare Symptome entwickeln.

Wenn sich ein solcher Thrombus jedoch löst, kann er an einer dünneren Stelle der Arterie hängen bleiben und einen teilweisen oder vollständigen Verschluss hervorrufen. Die Medizin bezeichnet diesen Verschluss auch als Embolie. In einigen Fällen macht sie sich als stechender Schmerz im betroffenen Bereich bemerkbar. Allerdings geht eine Embolie nicht in jedem Fall auf einen Thrombus zurück. Andere potenzielle Ursachen umfassen Fett, ungelöste Gase, Kalk, Bindegewebe und sogar Fremdkörper, die ins Blut gelangen.

Äußere Einflüsse können die Arteria palatina ascendens ebenfalls schädigen, beispielsweise im Rahmen von Frakturen im Kopf- und Gesichtsbereich, von denen typischerweise mehrere Gewebearten betroffen sind. Zu den Ursachen solcher Frakturen gehören Unfälle mit Kopfbeteiligung sowie zwischenmenschliche Gewalt. Um das Ausmaß der Schäden auszumachen, nutzen Mediziner häufig bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT). Diese Untersuchungsmethoden zeigen darüber hinaus, ob das Gehirn ebenfalls betroffen ist.

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