Arteria mesenterica superior

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. November 2016
Symptomat.deAnatomie Arteria mesenterica superior

Als Arteria mesenterica superior wird die obere Eingeweidearterie bezeichnet. Sie versorgt mehrere wichtige Körperbereiche mit Blut.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Arteria mesenterica superior?

Bei der Arteria mesenterica superior handelt es sich um die obere Eingeweidearterie. Sie stellt einen unpaarigen Ast der Hauptschlagader (Aorta) dar. Dieser Ast ist direkt hinter dem Abgang des Truncus coeliacus (Hallerscher Dreifuß) angesiedelt, womit die Aorta mesenterica superior gewissermaßen den zweiten unpaarigen Ast der Aorta abdominalis bildet. Den ersten unpaarigen Ast markiert der Truncus coeliacus.

Zu den Aufgaben der oberen Eingeweidearterie gehört das Versorgen mehrerer Körperregionen mit Blut. Mitunter treten an der Arterie auch Erkrankungen auf. Dazu gehört in erster Linie die Mesenterialarterienstenose.

Anatomie & Aufbau

Ihren Ursprung hat die Arteria mesenterica superior hinter dem Hals der Pankrea (Bauchspeicheldrüse) zwischen den Nierenarterien sowie dem Stamm des Truncus coeliacus. Dabei befindet sie sich ungefähr auf der Höhe des ersten Lendenwirbelkörpers. Bei Haustieren liegt der Ursprung der Schlagader hinter der Arteria coeliaca und trägt die Bezeichnung Arteria mesenterica cranialis, was „schädelwärts gelegene Eingeweidearterie“ bedeutet.

Über die Riolan-Anastomose besteht eine Verbindung zwischen der Arteria mesenterica superior sowie der unteren Eingeweidearterie (Arteria mesenterica inferior). Die obere Eingeweidearterie geht in der Nähe des 1. Lendenwirbels aus der Hauptschlagader hervor. Von dort aus verläuft sie in die vordere und untere Richtung. Dabei zieht sie am Halsabschnitt der Bauchspeicheldrüse sowie der Vena splenica (Milzvene) vorbei.

Zwischen der Aorta und der Arteria mesenterica superior sind verschiedene Strukturen vorhanden. Dazu gehören der Processus uncinatus der Bauchspeicheldrüse, der Pars horizontalis des Zwölffingerdarms (Duodenum) und die linke Nierenvene (Vena renalis sinister). Begleitet wird die obere Eingeweidearterie auf ihrem Weg von der Vena mesenterica superior, bei der es sich um einen Zuflussast der Pfortader (Vena portae) handelt.

Im Anschluss an die Passage des Bauchspeicheldrüsenhalses kommt es zur Teilung der Arteria mesenterica superior, die sich in mehrere Äste aufteilt. Des sind die mittlere Dickdarmarterie (Arteria colica media), die rechte Dickdarmarterie (Arteria colica dextra), die Krumm- und Dickdarmarterie (Arteria ileocolica), die vordere Blinddarmarterie (Arteria caecalis anterior), die hintere Blinddarmarterie (Arteria caecalis posterior) sowie die Arterie des Blinddarm-Wurmfortsatzes (Arteria appendicularis).

Einen weiteren bedeutenden Zweig bildet die Bauchspeicheldrüsen- und Zwölffingerdarmarterie (Arteria pancreaticoduodenalis inferior). Dieser ist mit einem rechten und einem linken Ast ausgestattet und bildet gemeinsam mit den Ästen der rechten Dickdarmarterie die Arteria marginalis coli. Diese befindet sich in der Nähe des Dickdarms und sorgt für dessen Blutversorgung.

Funktion & Aufgaben

Die Aufgabe der Arteria mesenterica superior besteht darin, verschiedene Organe mit Blut zu versorgen. Dabei handelt es sich um die Bauchspeicheldrüse, den Zwölffingerdarm, den Dünndarm (Intestinum tenue), den aufsteigenden Grimmdarm (Colon) sowie den querverlaufenden Grimmdarm (Colon transversum).

Ebenso sorgt die obere Eingeweidearterie für die Blutversorgung des Appendix vermiformis, der den Wurmfortsatz des Blinddarms bildet und für seine berüchtigten Entzündungen bekannt ist, die oft fälschlicherweise Blinddarmentzündungen genannt werden. Der rund 10 Zentimeter lange wurmartige Appendix stellt jedoch nur die Ausstülpung des Blinddarms (Caecum) dar.




Krankheiten

Beeinträchtigungen der Arteria mesenterica superior können gesundheitliche Probleme hervorrufen. Dazu gehört vor allem die Mesenterialarterienstenose, auch mesenteriale Verschlusskrankheit oder Mesenterialarterienverschluss genannt.

Dabei kommt es zu einem Verengen (Stenose) oder sogar Verschluss der oberen Eingeweidearterie. Im Falle eines kompletten Verschlusses eines Mesenterialgefäßes, der mit einer Nekrose der betroffenen Darmregion einhergeht, sprechen Ärzte von einem Darminfarkt oder Mesenterialinfarkt. Verursacht wird eine mesenteriale Verschlusskrankheit zumeist durch eine örtlich arterielle Thrombose oder eine arterielle Embolie im Bereich der Arteria mesenterica superior, der Arteria mesenterica inferior sowie des Truncus coeliacus.

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die eine Stenose der oberen Eingeweidearterie fördern. Dies sind Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Herzrhythmusstörungen als Quelle einer Embolie sowie vorherige Operationen an umliegenden Gefäßen wie ein Eingriff aufgrund eines Bauchaortenaneurysmas. Bemerkbar macht sich eine Mesenterialarterienstenose durch starke Bauchschmerzen, die oft einen kolikartigen Verlauf nehmen.

Nach etwa sechs bis acht Stunden bessern sich die Schmerzen zunächst wieder. Dies bezeichnen Ärzte jedoch als „trügerischen Frieden“, weil sich im Anschluss eine gefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) bildet, die nach kurzer Zeit zu einem Schock führt. Eine Mesenterialarterienstenose kann auch einen chronischen Verlauf nehmen. Dabei leiden die Patienten unter wiederkehrenden kolikartigen Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Im Falle eines akuten Mesenterialarterienverschlusses erfolgt zunächst eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Ergibt sich dabei der Verdacht einer Darmverstopfung, muss ein Bauchschnitt (Laparotomie) durchgeführt werden. Sofern keine Nekrose besteht, wird das Blutgerinnsel bei der Operation entfernt. In manchen Fällen kann auch eine Resektion von ischämisch-nekrotischen Darmbereichen erforderlich sein. Bei einem chronischen Verschluss der Arteria mesenterica superior legt der Operateur meist einen Bypass zwischen dem Blutgefäß und der Hauptschlagader an.

Als seltene Erkrankung der oberen Eingeweidearterie gilt das Arteria-mesenterica-superior-Syndrom. Gemeint ist damit ein Kompressionssyndrom, bei dem es zu Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen kommt. Weil die Patienten deswegen unter Mangelerscheinungen leiden, gelten sie oft fälschlicherweise als essgestört. Das Arteria-mesenterica-superior-Syndrom trägt auch die Bezeichnungen Syndrom der oberen Mesenterialarterie, akut gastroduodenale Obstruktion oder Wilkie-Syndrom.

Dabei kommt es zu einer Stenose im distalen Duodenalbereich zwischen der Arteria mesenterica superior und der Hauptschlagader. Verursacht wird die Erkrankung durch anatomische Anomalien, chronischen Gewichtsverlust, Ernährungsstörungen oder operative Eingriffe. Die Behandlung erfolgt entweder konservativ durch Gewichtsaufbau oder operativ.

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