Arteria axillaris

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. November 2016
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Die Arteria subclavia wird im Achselbereich zur Arteria axillaris. Dieses Gefäß versorgt den kompletten Armbereich mit arteriellem Blut. Wie alle anderen Arterien kann die Arteria axillaris von Arteriosklerose betroffen sein, die als Spätfolge oft Infarkte oder Nekrosen nach sich zieht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Arteria axillaris?

Die Arteria subclavia wird auch als Unterschlüsselbeinarterie bezeichnet und ist für die Blutversorgung der Arme verantwortlich. Ihre Abzweigungen versorgen außerdem den Kopf- und Halsbereich mit arteriellen Gefäßen. Die Arterie entspringt linksseitig aus dem Aortenbogen und rechtsseitig aus dem Truncus brachiocephalicus.

Eingebettet in Nervenstränge des Plexus brachialis liegt das Gefäß zwischen Musculus scalenus anterior und medius innerhalb der hinteren Skalenuslücke. In ihrem Verlauf tritt die Arteria subclavia unter den Rand des Schlüsselbeins, um in die Achselhöhle zu ziehen. In diesem Bereich wird das Blutgefäß Arteria axillaris genannt. Demzufolge handelt es sich bei der Arteria axillaris um eine Fortsetzung der zentralen Arteria subclavia, die in ihrem Verlauf unterschiedliche Gefäßäste zur Versorgung verschiedener Rumpfgewebe abgibt.

Wie alle Arterien transportiert die Arteria axillaris sauerstoffreiches Blut aus dem Herzkreislaufsystem, um es in der Peripherie des Körpers zu verteilen. In der deutschen Fachliteratur wird der Fortsatz der Arteria subclavia auch als Achselhöhlenschlagader bezeichnet.

Anatomie & Aufbau

Von der Arteria axillaris ist in etwa ab dem äußeren Rand der ersten Rippe die Rede. Über dieser Struktur heißt das Gefäß noch Arteria subclavia. Das Ende der Achselhöhlenarterie liegt am kaudalen Sehnenrand des Musculus teres major. An dieser Stelle wird die Schlagader zur Arteria brachialis. Die morphologische Form der Schlagader hängt von der Stellung der Oberarme ab.

Bei 90-gradig angewinkeltem Arm verläuft die Arteria axillaris nahezu gerade. Bei anliegendem Arm nimmt das Blutgefäß einen kranial konvexen Verlauf, wohingegen es bei waagrecht angehobenem Arm einen kranial konkaven Verlauf einschlägt. Ihren Proximalabschnitt hat die Arterie in den Tiefen der Achselhöhle. Der Distalabschnitt ist von Haut und Faszien. Zwischen dem Gefäß und dem Plexus brachialis besteht anatomisch enge Verbindung. Wie alle Arterien trägt die Arteria axillaris mehrere Schichten. Auf der Lumen-nahen Tunica intima aus Endothelezellen und Bindegewebe liegt die Tunica media aus glatter Muskulatur. Darauf folgt die Bindegewebsschicht Tunica externa. Die elastischen Fasern beidseitig der Media werden Membrana elastica interna genannt.

Funktion & Aufgaben

Wie alle arteriellen Gefäße ist die Arteria axillaris für den Transport von sauerstoff-, nährstoff- und botenstoffreichem Blut aus dem Körperzentrum verantwortlich. Alle Gewebe des Körpers sind zum Überleben auf eine Permanentversorgung mit arteriellem Blut angewiesen. Das Blut innerhalb von Arterien ist ein Transportmedium für lebenswichtige Stoffe, ohne die die Körpergewebe und Organe weder wachsen, noch funktionieren können.

Die Arteria axillaris versorgt mittels ihrer Abzweigungen unterschiedliche Gewebe der Körperperipherie. Der Zweig Arteria thoracica superior ist an der arteriellen Versorgung des oberen Brustkorbbereichs beteiligt. Mit der Arteria thoracoacromialis versorgt die Arteria axillaris außerdem den Brustkorb-Gräteneck-Bereich. Der Zweig Arteria thoracica lateralis versorgt die seitliche Brustkorbregion und die Arteria subscapularis versorgt als größter Ast der Arteria axillaris das Gewebe unter dem Schulterblatt. Die Zweige Arteria circumflexa humeri posterior und Arteria circumflexa humeri anterior sind an der Versorgung des Schultergelenks beteiligt.

Arterien wie die Arteria axillaris enthalten Sinneszellen der Tiefensensibilität. Diese Rezeptoren geben dem Nervensystem permanent Rückmeldungen über Blutdruckveränderungen. Das vegetative Nervensystem gegenreguliert den Blutdruck bei Bedarf über Kontraktionen der arteriellen Muskulatur. Damit trägt die Arteria axillaris indirekt zur Aufrechterhaltung des Kreislaufs bei und steht in Wechselwirkung mit der Herzaktivität. Die Nährstoff-, Sauerstoff- und Botenstoffversorgung der Achselhöhle, der Schultermuskeln, der Brust und der Arme gilt nichtsdestotrotz als Hauptaufgabe des Gefäßes.

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Krankheiten

Die Arteria axillaris ist im Rahmen von operativen Eingriffen ein relevantes Blutgefäß, das als Zugang für isolierte Extremitätenperfusionen des Arms dient. Diese Behandlung spielt vor allem für Patienten mit malignen Melanomen und Weichgewebssarkomen ein Rolle. Klinische Relevanz gewinnt die Arterie außerdem durch pathologische Veränderungen wie arterielle Erkrankungen.

Die Arteriosklerose ist im 21. Jahrhundert eine Volkskrankheit. Wie alle anderen Arterien kann die Arteria axillaris von arteriosklerotischen Prozessen betroffen sein. Bei der Arteriosklerose lagert sich sogenannter Plaques in den Blutgefäßen ab. Dieser Plaques besteht aus Fetten, Bindegewebe, Kalk und Thromben. Die Rede ist in diesem Zusammenhang von Arterienverkalkung oder Arterienverhärtung. Durch die Verhärtung werden die Blutgefäße im Laufe der Arteriosklerose immer härter und steifer. Die Elastizitätsverluste wirken sich auf das gesamte Durchblutungssystem aus. In den betroffenen Arterien können sich Risse und Entzündungen bilden, die die Bildung von Plaques noch weiter fortschreiten lassen.

Arteriosklerose verläuft über Jahre oft asymptomatisch. Je weiter der Plaques das Gefäßlumen einengt, desto mehr verlieren die Arterien an Funktion. Infarkte sind eine verbreitete Folge, so neben Herzinfarkten vor allem Schlaganfälle. Risse in der verhärteten Gefäßwand führen zur Bildung von Glutgerinnseln, die ganze Gefäße verschließen können. Eine Sauerstoffunterversorgung der versorgten Gewebe ist die Folge. Ganze Gewebebereiche können so absterben. Auch Aneurysmen werden durch Arteriosklerose begünstigt.

Da die Arteria axillaris den gesamten Armbereich mit arteriellem Blut versorgt, haben arteriosklerotische Prozesse in der Schlagader extreme Konsequenzen für etliche Gewebe. Noch häufiger als Arteriosklerose in der Achselarterie begegnen dem Mediziner im klinischen Alltag kompressionsbedingte Durchblutungs- oder Gefühlsstörungen des Armbereichs, denen meist Verklemmungen des Plexus brachialis zugrunde liegen.

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