Aronstab

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Früher galt der Aronstab als Pflanze der Hexen und Zauberer und fand vor allem als Zauberelixier und Heilkraut Verwendung. Da das Gewächs aber schon bei bloßem Hautkontakt starke Verätzungserscheinungen hervorrufen kann, wurde das Kraut wegen des enormen Vergiftungsrisikos schon damals nur in geringer Potenz angewandt. Die europa- und asienweit vorkommende Pflanze mittlerweile unter Naturschutz steht, setzt auch die Homöopathie den Aronstab trotz seiner zahlreichen Wirkungsmöglichkeiten heute nur noch äußerst selten ein.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Aronstab

Der Aronstab ist eine geschützte Giftpflanze aus der Gruppe der Aronstabgewächse. In Mitteleuropa kommt außer ihm nur ein weiteres Gewächs dieser eher tropischen Pflanzenfamilie vor. Verschiedene Varianten des Aronstabs gibt es nahezu auf der ganzen Welt. Sein Verbreitungsraum erstreckt sich von Afrika über Europa bis nach Asien. Am häufigsten wächst die Pflanze als Wildwuchs in Laubmischwäldern, wo ihre Samen auf natürlichem Weg weiterverbreitet werden.

Alle Bestandteile des Gewächses sind giftig, denn neben Scharfstoffen enthalten die Pflanzen Oxalat. Die süßlich schmeckenden Beeren haben schon häufig zu starken Vergiftungen mit Verätzungen des Mundraums und Magen-Darm-Trakts geführt. Weitere Erscheinungen sind Hautausschläge, Entzündungen der Mundschleimhaut und Bläschenbildung auf der Haut. Beim Konsum der rohen Früchte sorgt der süßliche Geschmack schnell für eine Überdosierung.

Der bloße Hautkontakt mit Teilen der Pflanze kann bereits Hautsymptome hervorrufen. Höhere Dosierungen können Herzrhythmusstörungen und sogar Lähmungen auslösen. Sobald der Aronstab aber abgekocht wird, verliert sich das Gift und das Gewächs kann bedenkenlos verzehrt werden. Ähnliches gilt für getrocknete Bestandteile des Aronstabs, deren Gift weitestgehend neutralisiert ist. Bei Überdosierungen oder dem Verzehr der rohen Blätter und Früchte kann wiederum medizinische Kohle die Vergiftungserscheinungen abschwächen.

Wirkung & Anwendung

In grauer Vorzeit glaubten die Menschen an den Zauber des Aronstabs. Die Pflanze diente daher in vielen Ritualen dem Liebeszauber. Sie sollte zum Teil aber auch böse Träume abwenden und Schlangen fernhalten. In Zeiten der Nahrungsknappheit sammelte man das Gewächs teilweise auch zum Zweck der Ernährung. Die Wurzeln wurden dann getrocknet, um das Gift zu neutralisieren. Danach wurde der Wurzelballen zermahlen und als Mehl verwendet. All diese Einsatzbereiche des Gewächses haben sich heute verloren.

An den Zauber des Aronstabs glaubt man lange nicht mehr und auch auf das Wurzelmehl der Pflanze ist der heutige Mensch nicht mehr angewiesen, da Mehl im Supermarkt relativ preiswert ist. Der Wurzelstock einer chinesischen Variante des Aronstabs wird teilweise aber noch immer zu Heilzwecken verwendet. Die Wirkstoffe Aroin, Aronin, Aronidin sowie Oxalat-Raphiden und freie Oxalsäure können so zum Beispiel gegen Scharlach, Masern und Mumps sowie Lähmungserscheinungen, Entzündungen und schlecht heilende Wunden oder Rheuma eingesetzt werden.

Der Aronstab ist eine geschützte Giftpflanze aus der Gruppe der Aronstabgewächse. In Mitteleuropa kommt außer ihm nur ein weiteres Gewächs dieser eher tropischen Pflanzenfamilie vor.

Auch diese Anwendungsform geht auf lange Tradition zurück, denn schon vor Jahrhunderten war das Gewächs für seine vielfältigen Heileffekte bekannt. Damals setzte man den Aronstab speziell zur Behandlung von Atemwegserkrankungen ein. Um keine Vergiftung zu verursachen, verdünnte man den Saft des Gewächses stark oder trocknete die Pflanzenbestandteile vor dem Konsum. Auf ein Glas Wasser verwendeten die Anwender nicht mehr als einige Tropfen oder Krumen der Pflanze.

Häufig setzte man die Blätter des Aronstabs auch als Umschlag ein, um rheumatische Erscheinungen sowie Verstauchungen zu lindern. Noch heute gibt es einige homöopathische Präparate mit winzigen Mengen des chinesischen Aronstabs, die gegen alle der genannten Symptome Anwendung finden können. Für diese Präparate dürfen laut deutschen Richtlinien lediglich die unterirdischen Teile des Gewächses Verwendung finden, die vor der Entwicklung der Blätter gesammelt wurden.

Sänger lassen sich bei Stimmproblemen zum Beispiel manchmal ein solches Präparat mit niedrigen Potenzen des Aronstabs verschreiben. Da höhere Potenzen der Pflanze neben Verätzungserscheinungen aber in etwa dieselben Symptome hervorrufen, gegen die das Gewächs ursprünglich Verwendung fand, sollte der Aronstab niemals auf eigene Faust verdünnt oder verarbeitet werden. Auch der Einsatz der genannten Präparate ist vorab unbedingt mit einem Arzt abzusprechen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die medizinische Bedeutung des Aronstabs ist bis zur Gegenwart aus vielerlei unterschiedlichen Gründen zurückgegangen. Ein Grund ist die Seltenheit der Pflanze. Da das Gewächs heute unter Naturschutz steht, ist das Sammeln sowie Verarbeiten des Aronstabs hierzulande strafbar. Die Pflanze wird in Europa daher nur äußerst selten zu Heilzwecken verwendet. Die Umschläge gegen Rheuma und Stauchungen finden so gut wie überhaupt keinen Einsatz mehr, da diese Anwendungsform auch früher schon vorrangig auf Privatpersonen beschränkt war, die die Blätter der Pflanze eigenhändig gesammelt hatten.

Auch die vielfältigen Nebenwirkungen und die Gefahr der Überdosierung haben den Aronstab an medizinischer Bedeutsamkeit verlieren lassen. Die wenigen oral einzunehmenden Präparate mit niedrigen Potenzen der chinesischen Wuchsform setzt die Homöopathie selten noch für Halsentzündungen, Husten und Erkältungen ein. Genauso selten werden entsprechende Präparate heute gegen Rachenschleimhaut- sowie Magenschleimhaut- und Darmentzündungen verschrieben.

Diese Verwendungsformen sind nicht nur wegen der Seltenheit des Aronstabs oder dem Vergiftungsrisiko derart selten geworden. Noch ausschlaggebender für den Rückgang der medizinischen Bedeutsamkeit ist die Tatsache, dass heutzutage eine Vielzahl ähnlich wirkender Präparate verfügbar sind, die mit geringeren Nebenwirkungen und Risiken in Verbindung gebracht werden.

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